Mit Puderzucker gegen die Varroa

  • Nja, letztes Jahr.
    Ein neuer Fred müsste her.
    Ich fand es nicht zufriedenstellend.


    Ich mag nimmer zählen. Der grobe Blick muss reichen.
    Dieses Jahr sind eh alle schon feddisch, da guck ich gar nicht mehr.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo toyotafan
    ich wende die Puderzuckermethode zur Befallsmessung an (seit letzten Sommer) und habe gute Erfahrungen gemacht. Ich habe aber keine Vergleichszahlen zur Methode mit Unterlagen. Was ist dann deine Frage?


    Grüsse
    Beat Jörger

  • na ja ich hab da was beobachtet und will nur wissen ob das nur mir aufgefallen ist oder ob das noch andere auch beobachtet hatten in letzter Zeit


    das war der Anlass meiner Frage

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!


  • Die Feinheit (Partikelgröße) des Bestäubungsmittel spielt dabei eine nachgeordnete Rolle. Die Eigenschaft/Beschaffenheit des Puders/Pulvers allerdings eine sehr große.


    Hallo @all und vllt speziell an Jonas, der mit der PZM ja vermutlich die meisten Erfahrungen gesammelt hat.
    Gestern habe ich bei 10 Völkern die volle Puderzuckerbestäubung gemacht.
    Bin so vorgegangen: Normalen Kristallzucker in einem kräftigen Mixer ordentlich kleingeschreddert. Ergebnis war Puder, das vllt nicht ganz an die Feinheit von gekauftem ranreicht, aber definitiv die Bienen bestäubt hat.
    Nach einstellen des Bienenflugs, zwischen 8 und 9 Uhr abends, hab ich so ca. 100 Gramm pro Volk in jede Wabengasse verteilt gestreut (ohne die Waben zu ziehen), so dass eben möglichst alle Bienen erwischt werden. Von den Oberträgern dann in die Wabengassen gekehrt (wie jonas es auf seiner HP beschreibt).
    So und nun was ich strange fand:


    1) Kaum Milbenabfall - d.h. maximal vllt 20 Stk bei einem Volk. Die Völker sind dieses Jahr noch unbehandelt!
    2) Zucker landet bei weitem nicht in der eingestreuten Menge auf dem Schieber - kann ich mit leben.
    3) Bin der Meinung, dass der eingetreute Zucker nicht wirklich die Bienen erwischt, wenn man den Zucker einfach nur von oben reinstreut. Die Bienen die ganz unten auf der Wabe hocken trifft das doch nicht. Oder geht es einfach nur darum, den allgemeinen Putzwahn auszulösen? Geputzt haben die sich schon, also gegenseitig abgeleckt, und laut sind sie auch geworden.


    Also, was nun das Problem? Ich find den Ansatz super mit der PZM, aber bei dem Milbenfall den ich nun hatte auf keinen Fall tauglich zur Varroabekämpfung!
    Muss der Zucker genau so fein wie gekaufter sein? jonas sagt ja, die Partikelgröße spiele keine so große Rolle. Und wie gesagt, bestäubt hats die Bienen ja.
    Bin dankbar für alle Hinweise und Tipps.

  • Hört sich so an als wenn er nicht fein genug war...Gib ihnen doch nach 5 - 7 Tagen nochmal ne Ladung bösen gekauften Industriepuderzucker und vergleiche.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo @all und vllt speziell an Jonas, der mit der PZM ja vermutlich die meisten Erfahrungen gesammelt hat.


    Danke für die Blumen.


    Kurz zu Deinen Zeilen.


    1. Vergiß' jedlichen PZ, den Du mit Deiner Haushaltsmaschine machen kannst. Der ist IMMER viel zu grob.
    2. Wenn Du PZ nehmen willst, dann kauf einen fertigen.
    3. Wenn Du auf Bio stehst, nimm Bio-Puderzucker. Auch schon käuflich erwerbbar.
    4. Ich habe nie gesagt, dass die Partikelgröße KEINE Rolle spielt. Es spielt die Pudrigkeit die Hauptrolle. Ja feiner der Zucker ausgemahlen ist, je pudriger wird er. So wie das die Maschinen bei Südzucker hinbekommen, bekommt das niemand zu Hause mit seinen Hobby-Maschinchen hin.
    5. Wieso soll der eingestreute Zucker auf dem Bodenbrett landen? Der Großteil bleibt erst mal im Haarkleid der Bienen hängen. Dafür wurde er ja auch eingesetzt. .bienenhilfe ist fein und staubig, dass man sogar kleine Staubfahnen am Flugloch beobachten kann. Bei reinem PZ fast nicht.
    6. Bei der PZM MUSS es stauben. Das tut der reine PZ nur bedingt. Aus diesem Grund wurde ja auch der PZ modifiziert und die .bienenhilfe entwickelt.
    7. Ich bezweifle, dass sich die Bienen gegenseitig Deinen PZ aus dem Haarkleid 'geleckt' haben. Ich habe das noch nicht beobachtet. Sie putzen sich selbst, aber ablecken haben ich noch nicht beobachtet.
    8. Ja 'laut' werden sie. Es ist ein Aufbrausen. Das gibt sich aber nach 10-15 Minuten wieder. In dieser Zeitspanne fällt der meiste PZ zu Boden.
    9. Dein Rückschluss zur PZM in Verbindung in der Durchführung mit Deinen selbstgemachten PZ, ist vollkommen richtig. So geht es nicht und die Wirkung ist gering und läuft gegen Null.
    10. Du hast 100g pro Volk eingesetzt. Bei reinem PZ - und erst recht bei Deinen selbstgemachten - ist das definitiv zu wenig. Wie kommst Du auf die Menge von 100g? Bei reinem PZ sind 200 - 250g angebracht. (.bienenhilfe = Zander 50g bis Dadant 80g)
    11. Dein geringer Milbenfall: das kann auch andere Ursachen haben.


    ...und zuletzt:
    Nimm' 250g reinem PZ und besiebe eines Deiner Völker damit. Und vergleiche dann den Abfall mit Deinem selbstgemachten PZ.
    Die Anwendung sollte bei trockenen Wetter erfolgen. Warte nicht zu lange ab, sonst hast Du keinen guten Vergleich.
    Viel Erfolg.


    Jonas

  • Vielen Dank für eure Antworten!
    250g pro Volk? Nicht schlecht. Das geht dann bei 10 Völkern und wöchentlicher Behandlung schon auch ins Geld. Aber ausprobieren werd ichs mal, an einem Volk, zunächst als Blockbehandlung.
    Alle anderen werden dann wohl wieder die Ameisensäure zu spüren bekommen.
    Mein niedriger Milbenfall bei meinem Versuch liegt (leider) nicht an den fehlenden Milben. Die sind da.


    /e: jonas hatte im übrigen keine Dosierhinweise für die PZM auf deiner Seite gefunden, trotz Suche danach. Vielleicht hab ichs aber doch einfach übersehen. Danke dir nochmal, finds an und für sich ne sehr interessante Alternative.

  • Ich hab immer einfach ne Tasse voll gekauften PZ genommen. 100 g sollte Minimum sein. Einzargiger Brutbereich. Habe auf Tage und Tageszeiten mit geringer Luftfeuchtigkeit geachtet. Immer Packungen frisch geöffnet. Packungen gekauft die versiegelte Innentüte haben...manche Anbieter haben den Innetütenverschluß nur gefaltet.
    Feuchtigkeit ist der entscheidende Faktor bei PZ.
    Wenn du nicht wöchentlich behandeln möchtest, dann nutze PZ in der brutfreien Zeit. KS, TBE, Ableger, ...

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • 200 g frisch geöffnet bei Dadant 7 Waben.
    Jetzt freu ich mich, dass ich das brutfrei gemacht habe, denn die brauchen nix mehr aktuell. Es sieht sehr gut aus :daumen:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper