Schwarmsiebkasten

  • Hallo,


    noch so ein winterliches Thema.


    Ich kannte bisher nur "normale", einfache Kisten als Schwarmfangkasten (abnehmbarer Deckel, Flugloch, Gitterfenster zur Belüftung) in verschiedenen Größen und Materialien.


    Nun sehe ich in einem Katalog einen Schwarmsiebkasten, in dem man nach dem Einfangen von oben ein Absperrgitter (mit zentralem Führungsstab) durch den Schwarm sinken läßt, um Königin und Drohnen auszusieben.


    Was ich nicht verstehe:


    1. Wie reagiert ein Schwarm auf das Aussieben der Königin? Lungern die Bienen nicht schließlich unten auf dem Absperrgitter rum, statt an der Decke zu hängen, weil es dort besser riecht?


    2. Läßt sich ein gesiebter Schwarm problemlos neu beweiseln?


    3. Wie lange dauert dieser Siebvorgang? Wie geht man praktisch mit dem gesiebten Schwarm um?


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Johanes,
    leider nur eine Antwort, zu Deiner Frage 2:
    Ein Schwarm lässt sich umweiseln.
    Aber nur gegen eine gleichwertige Königin.
    Beim Vorschwarm muss die neue Königin also schon in Eilage sein.
    Beim Nachschwarm muss es eine unbegattete Königin sein.
    Dieses macht man sich bei Kunstschwärmen zur Besiedelung von
    Begattungskästen zunutze. Diese sind biologisch gesehen Nachschwärme.
    Obwohl ich beschriebene Schwarmfangkästen benutze, habe ich diese noch nie ausgesiebt. Ich habe die Schwärme bisher so genutzt, wie sie waren. Aussieben macht eigentlich nur Sinn, wenn man Kunstschwärme macht und diese drohnenfrei haben muss oder möchte.


    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • die "Siebfunktion" nutze ich nur, wenn ich EWK's mit Bienen befüllen will und die Drohnen ausgesiebt werden müssen. Das Sieben geht fix, hab' die Zeit noch nie gestoppt ( ~1-2min).

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo,


    vielen Dank für die Antworten!


    In dieser Saison hatte ich ein recht aggressives, sehr schwarmfreudiges Volk (die Königin schwärmte zweimal, ich hatte es derzeit geschrieben). Da wäre eine solche Siebfunktion optimal gewesen, um beim Einfangen des Schwarms gleich umzuweiseln.


    @ Gerold: Verstehe ich das richtig, Du nutzt die Schwarmfangkiste in diesem Fall zum Sammeln abgekehrter Jungbienen für die EWK? Gibt's dazu passende Trichter? (In dem Katalog, den ich hier habe, gibt's die nicht).


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo,


    bei Seip habe ich inzwischen einen passenden Trichter gesehen.


    Aber noch zwei Fragen:


    1. Kann man das Gitter in der hochgeschobenen Stellung (Stab 'raus, also ungesiebter Schwarm) irgendwie arretieren (wäre ja auch zum Festhalten der umgedrehten Kiste beim Schwarmeinsammeln praktisch)?


    2. Besteht die Möglichkeit, irgendwo an der Kiste ein Flugloch offenzulassen, damit sich die restlichen Bienen nach dem Einfangen noch einfinden können? Die mir bekannten Schwarmfangkisten haben verschließbare Fluglöcher.


    Im Voraus Danke,


    Johannes

  • Zitat

    Verstehe ich das richtig, Du nutzt die Schwarmfangkiste in diesem Fall zum Sammeln abgekehrter Jungbienen für die EWK? Gibt's dazu passende Trichter?


    genau so und passende Trichter gibt es. Meiner ist allerdings schon "uralt".

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  • hi,
    was ist ein schwarfangkasten, und wofür braucht man den? ich habe dieses jahr einen schwar gefangen und einfach in eine normale beute gepackt und zu den restlichen völkern gestellt. welcher vorteil hat der schwarm fang kasten?
    mfg jeffrey

  • Hallo zusammen,
    so einen Schwarmfangkasten kann man natürlich auch mit
    "Absperrgitter oben" benutzen.
    Dann liegt das Flugloch (damit ist schon eine weitere Frage beantwortet)
    oberhalb des Absperrgitters, somit kann die Königin nicht mehr heraus.
    Für diesen Schwarmfangkasten gibt es einen Deckel mit Öffnung für einen Abkehrtrichter.
    Wozu braucht man einen Schwarmfangkasten?
    Natürlich zum Fangen von Schwärmen.
    Diese sind kleiner, handlicher und leichter als Beuten.
    Sicherlich kann man auch mit einem Magazinboden, Zarge und Deckel einen Schwarm einfangen, wenn er entsprechend sitzt.
    Aber damit erst eine Leiter hochklettern oder durchs unwegsames Gelände?
    Schwarmfangkästen stammen noch aus der Zeit, als die Beuten fest in Bienenhäusern eingebaut waren.
    Zum Einfangen kann man auch Körbe (Stülper) nehmen, auch davon gibt es speziell leichtere Ausführungen dafür, Kartons, Leimtonnen oder runde Waschmitteltonnen nehmen. Alles schon ausprobiert. Bin bei den Schwarmfangkästen hängen geblieben.
    Viele Grüße
    Lothar

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  • Hallo, Lothar, Gerold und andere,


    ich habe mir den Kasten im Seipkatalog und bei Holtermann noch mal angesehen. Was mich ein bißchen stört, ist die Belüftung, die auf den Abbildungen sehr spärlich wirkt. Sind die beiden runden Öffnungen auf der Oberseite tatsächlich die einzigen Lüftungsöffnungen? Wenn ja: macht das keine Probleme, darin einen Schwarm oder Kunstschwarm 3 Tage in Kellerhaft zu nehmen? Wo sprüht man z. B. Wasser 'rein, wenn's nötig ist?


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Johannes,
    die Öffnungen sind groß genug.
    Wasser sprüht man mit einem Zerstäuber einfach durch die Gitter.
    Die Bienentragen die Tröpfchen dann in die Schwarmtraube.


    Viele Grüße
    Lothar

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