Gesetzeslage

  • Hallo Imker,


    kennt sich jemand mit den gesetzlichen Bestimmungen zur Herstellung von Propolistinktur, bzw. zu dessen Verkauf aus? Darf der Imker herstellen, verkaufen, was muss auf's Ettikett?


    zlautz

  • Hallo, zlautz,


    Du darfst dir für deinen Eigenbedarf soviel Propolis-Tinkturen in allen möglichen Konzentrationen herstellen wie du willst.
    Du darfst sie auch deinem Freund oder Feind geben.
    Aber verkaufen darfst du nur unter Arzneimittelrechtlicher Sicht hergestellte Tinktur, mit genauer Angabe der Konzentration, es darf nur darin sein was darauf steht.
    Und wie willst du das prüfen, du kennst nicht die Reinheit?
    Es sei denn du bist Absolvent eines Arzt- oder Apotheker- Studiums oder zumindest ein Drogist mit Abschluss einer Giftprüfung.
    Dann kannst du selbst hergestellte Propolistinktur unter Berücksichtigung der Vorschriften des Deutschen Arzneimittel Buch`s in den Verkauf bringen.
    Dasselbe gilt für Salben und Cremes die Propolis enthalten
    Unser ehemaliges Forumsmitglied Steffen hätte tonnenweise Propolis aus Russland haben können, er war bestimmt ein helles Köpfchen, hat aber auch nach reiflicher Überlegung, lieber seine Finger davon gelassen.
    Propolis ist eine Droge und somit ein Arzneimittel.
    Selbst als Heilpraktiker darfst du Propolis nur in Homöopathischer Dosis verabreichen.
    Auch wenn du gut versichert sein solltest heißt es immer noch,
    „Über Risiken und Probleme fragen sie ihren …..“


    Ich wünsche viele gesunde Bienen.


    Margret

  • In Müngersdorf wird Propolis für Kosmetische Zwecke angeboten mit Mündlichem Hinweis mit genußfähigem Alkohol also nicht vergellt.
    Warum darf der Vermarktet werden öffentlich?Ist das eine Hintertür?
    MfG
    Helmuth

  • Hallo, Helmuth,


    Kosmetik unterliegt dem Lebensmittelgesetz, das heißt, theoretisch essbar.
    Ein für kosmetische Zwecke angebotenes Produkt verheißt keine Heilung,
    ist nur äußerlich und nicht für Krankheiten anwendbar.
    Kosmetische Produkte unterstützen, lindern und beugen Haut- Irritationen vor.
    Das Propolis wird wahrscheinlich auch in einer geringeren Konzentration angeboten.


    Ich wünsche viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Hallo Margret und andere,


    heisst das, dass ich Propolistinktur für kosmetische Zwecke herstellen und vertreiben darf? Kosmetika müssen bestimmt auch deklariert werden, sind Vorschriften dazu bekannt? Die Deklaration ist recht schwierig, ich setze zwar 20%ig an, aber das Propolis löst sich bei weitem nicht auf. Habe ich nach einigen Wochen Lösungszeit eine gesättigte Lösung? Ich benutze 96 %igen Alkohol aus Österreich, kann ich da Probleme mit dem Gesetzgeber bekommen? Propolistinktur wird von vielen Imkern und auch Imkereibedarfshändlern angeboten, handelt es sich dabei in der Regel um Kosmetika?


    zlautz

  • Hallo, zlautz,


    Für die äußerliche Anwendung und zum Schutz vor Irritationen darfst du Propolis als kosmetische Lösung herstellen.
    Das Problem ist immer die Hersteller-Haftung, es ist vollkommen egal wo du deinen Alkohol herbekommst, auch in der Apotheke bekommst du ihn günstiger wenn es kein Trinkalkohol sein soll. (Ist meist dasselbe und nur eine steuerliche Verdrehung)
    Was machst du, wenn durch deine Lösung/Tinktur ein Allergieschock hervorgerufen wurde, ein Arzt aufgesucht werden musste?
    War deine Gebrauchsanweisung verständlich genug?
    Die Zutaten alle sauber, auch der Alkohol?
    War das auch Alkohol?
    Bist du dagegen versichert?
    Du haftest für dein von dir hergestelltes Produkt, kaufst du es im Imkerhandel, haftet immer der Hersteller.
    Auch der Apotheker haftet, aber nur für seine selbst hergestellte Arznei, für Aspirin haftet er nicht, obwohl er es verkauft.
    Er haftet aber wieder wenn er es dir fälschlicherweise gegeben hat, statt deiner Herztabletten, wenn du sie dann eingenommen hast, und stirbst dann, hast du wenn du im Vollbesitz deiner geistigen Kräfte warst, eine Mitschuld weil du den Beipackzettel nicht gelesen hast.
    Das hilft dir dann nicht weiter aber deine Erben freuen sich.
    Um prozentig anzusetzen, benötigst du den Reinheitsgrad deines Propolis, oftmals ist auch noch Wachs darin.
    Um auch die wasserlöslichen Anteile zu nutzen empfehle ich dir 60% Alkohol zu nehmen.
    Das Rezept findest du in dieser Rubrik.
    Wenn du deinen Alkohol in der zulässigen Weise eingeführt hast wird dir der Zoll nichts wollen, da du ihn nur für deinen persönlichen Bedarf nimmst.
    Du willst ihn ja nicht verkaufen!
    Denn dann hättest du ihn Einfuhrversteuert!


    Ich wünsche viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Leider ist Propolisals Arzneimittel in D eingestuft. Arzneimittel müssen in D standardisiert sein.
    Dies ist aber bei Propolis schlechterdings nicht möglich.


    Jeder Lebensmittelkontrolleur verfährt dabei nach Gutdünken, ist meine Erfahrung. In einem Landkreis wird der Verkauf restriktiv behindert und im anderen die ganze Sache etwas lockerer gehandhabt. Am restriktivsten wird der Propolisverkauf in Oberbayern gesehen.


    Auf meine diesbezügliche Intervention bei der Regierung von Oberbayern, bekam ich vom verantwortlichen Beamten folgende Auskunft :


    " Uns ist es egal ob ihr Imker Propolis verkauft oder nicht. Sie wissen aber das ihr Imkerkollge Wittmann aus Ingolstadt, über die Wochenmärkte fährt, um diejenigen Imker bei uns anzuzeigen, welche Propolis verkaufen. Diesen Anzeigen müssen wir leider nachgehen. Im Grunde macht der Wittmann uns nur Ärger und eigentlich Mehrarbeit, welche nicht notwendig ist ! "


    Hintergrund zu Wittmanns Aktionen : Er wollte sich für sein Propoliserzeugnis durch die Regierung von Oberbayern eine Zulassung besorgen. Diese wurde abgelehnt, da keine Standardisierung nach Arzneimittelrecht möglich ist oder war. Seitdem spielt er bzw. seine Beauftragten Spitzel, um so viele als möglich, anzuzeigen.


    Ansonsten zur Produkthaftungsfrage, da bin ich derselben Meinung wie Margret.
    Gruß Fridolin
    www.bienensterben.info

  • Hallo.
    Ihr müsst mich mal wieder schlau machen, denn es geht für mich etwas durcheinander.
    Fast immer taucht in Euren Beiträgen der Begriff Tinktur auf. Für mich ist Tinktur was zum (äusserlichen) Einreiben. Richtig ?
    Dann geht es aber unter demselben Begriff Tinktur weiter mit "Kosmetika" . Verstehe ich auch noch. Ist ja äusserlich. Dann kommt aber der Begriff Arznei dazu und das muss nicht mehr äusserlich sein.
    Das heisst, ich kann eine Tinktur auch trinken ? :( 
    Gegen welche (inneren) Krankheiten hilft Propolis ?
    Danke für Erklärungen.
    In diesem Sinne. Pedro

    In diesem Sinne. Pedro.
    (aus dem sonnigen Spanien)

  • Hallo,


    Vielleicht wäre es besser von Lösung zu sprechen.
    Daß man Propolis auch innerlich anwenden kann, hat mir ein polnischer Freund erzählt, dessen Mutter in seiner Kindheit um die 150 Bienenvölker bewirtschaftet hat. Ihm wurde Propolislösung auf Zucker verabreicht gegen Magenverstimmung, Bauchschmerzen, und, an dieser Stelle war er auch von der Wirkung überzeugt, gegen Halsentzündungen.


    Ein bißchen problematisch an Propolis finde ich, daß es sehr hohes allergie-auslösendes Potential hat, äußerlich, wie innerlich angewendet.
    Ich bekomme schon Hautreizungen (keine Allergie, nur Empfindlichkeit), wenn ich mir mit Propolisfingern die Augen reibe.
    Als Allheilmittel für und gegen alles würde ich es auch deshalb nicht propagieren.


    Viele Grüße
    wunderbiene

  • Hallo, Propolies Lösung wird von Kunden gewünscht die mit Herpes Probleme haben, aber ich kenne auch Kunden die wegen Prostatasorgen oder Krebs 40%ige Dosierungen wünschen.
    Ob es hilft weis ich auch nicht.
    MfG
    Helmuth

  • Hallo im Internet gelesen :


    Hallo,
    Auf dem Markt vom Ordnungsamt erwischt beim Verkauf von Propolislösung zu kosmetischen Zwecken. Propolis wurde konfisziert und ein Bußgeld von 450,-Euro erhoben. Wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz.
    MfG
    Helmuth


    Meine Antwort an Helmuth :


    Hallo Helmuth,
    bist Du der Verkäufer gewesen ?


    Fangen die in NRW auch schon mit der Verfolgung von Imkern an ?


    Wenn ja, macht das Beispiel Bayern ja wohl Schule !
    Auf jeden Fall gegen den Bescheid Einspruch einlegen . Rechtsschutz durch Imkerglobalversicherung. Von den Imkerverbänden ist keine Unterstützung zu erwarten !


    Gruß Fridolin