Belegstelle nach Bruder Adam

  • Moin Imkers,


    inzwischen kenne ich "Meine Betriebsweise" fast auswendig, aber einige Fragen bleiben (vielleicht bewußt) offen. Mir geht es hier vor allem um die Dauerbelegstelle mit Überwinterung. Dort bleiben die Begattungsvölkchen das ganze Jahr und den Winter über auf vier-Viertelwaben. Es steht geschrieben, sie seien dabei Selbstversorger. Aber dennoch ist ein Futtertrog beschrieben, mit vier Aufstiegen. Vielleicht ja nur benutzt bei der Bildung?


    Meine Frage zielt jedoch auf die Frühjahrsentwicklung und die Milbe. Im März werden die überwinterten Weiseln des Vorjahres entnommen und gegen die aus den Wirtschaftsvölkern getauscht. Die Begattungsvölker werden also nur einen Tag oder garnicht weisellos. Jetzt müßte doch aber eine ganz normale Entwicklung wie bei einem Ableger einsetzen. Sprich die müßten Schwärmen, was das Zeug hält und Mitte Mai auf und davon sein. Die Königin hat bei BA immer geschnittene Flügel aber die Nachschwarmköniginnen sind doch heile. Nach meinem Gefühl wären so kleine Kästen Anfang Mai randvoll und spätestens Mitte Juni leer. Davon steht aber nix da. Sondern die werden zur Jahresmitte wieder mit schlupfreifen Zellen bestückt, die dann wieder über den Winter müssen. usw. Behandlung gegen die Milbe kommt auch noch nicht vor.


    Betreibt jemand von Euch so eine kontinuierliche "Privatbelegstelle" nach Bruder Adams Prinzip und kann hier bitte etwas darüber berichten. Mir gefällt die Idee, für Standbegattung ohne Ablegerbildung jederzeit Begattungsvölkchen parat zu haben. Und ich würde gerne etwas über den Vergleich mit der Liebig-Methode (Begattungsableger ohne Ende) erfahren.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    obwohl du das Buch nun "fast auswendig" kennst, sorry, verstanden hast du noch nicht die Hälfte davon . Schuld daran ist wohl auch BA, denn er hat auch nur die Hälfte geschrieben :-( . BA hatte durchaus noch andere Überwinterungsstände für seine beg. Königinnen. Und die benötigten schon Futter genauso wie die Einheiten auf Sherburton wenn die Heidetracht unbefriedigend war.


    "Schwärmen, was das Zeug hält".... du bist beim Meister in Buckfast! Die Belegstelle wurde auch nicht erst zur Jahresmitte benutzt, sondern schon in der "Schwarmzeit", sonst wäre er mit seinem Pensum an Linien nicht über die Runden gekommen.


    Leider ist die Bienendichte in D ungleich höher als im Dartmoor. Deshalb wirds soetwas nur selten geben. Ich kenne drei Imker die so etwas ähnliches betreiben, Einer im Süden, Westen und Norden. Die Sache mit den "Standbegattung ohne Ablegerbildung" praktizieren rel. viele im Buckfast-Bereich.


    Henry, komm doch auf unsere Buckfast-JHV (6./7.11.04, Neuenstein) oder Züchtertagung 2005, da kannst du die alten Hasen persönlich ausquetschen! Es gibt nix Besseres!

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Moin Reiner,


    danke erstmal für die Einladung. Ich werde das ernsthaft überlegen :wink:


    Aber zurück zur Belegstelle und der Überwinterung. Drohnenflug wurde gewährt vom 20. Mai bis 20. Juli. Also kamen die Königinnen frühestens 15. Mai zur Welt, sicher etwas später. Mit Ach und Krach waren die Schlupfreifen Zellen dann vielleicht am 12. in den Begattungsvölkern.


    Mir fliegen die Bienen (Zweijährige) aber schon Anfang Mai (also am Ersten :wink:) around the ears. Und in den Belegstellenvölkern bei BA sind Königinnen die aus Wirtschaftsvölkern stammen. Also keine Vorjährigen. Und die haben keinen Platz. Wie kann das ohne weitere Eingriffe gehen?


    Zitat

    verstanden hast du noch nicht die Hälfte davon .


    Aber Du kannst nicht behaupten, daß ich mich nicht mühe. :cry:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    so wie ich ds verstanden habe, werden die Völker nicht alle auf den vier Viertel-Dadant-Waben überwintert. Vor dem Einwintern wird bei den Königinnen schon ausgelesen und die Ableger dann vereinigt.
    Im Frühjahr scheiden dann die Königinnen für die Wirtschaftsvölker aus.
    Bei den 0-jährigen Königinnen scheiden dann auch wieder welche aus usw. usf.
    Züchten heisst sichten,da merkt man es wieder.
    Aus den vereinten Ablegern werden dann wieder neue Ableger gemacht.
    Also aus einen Achtwaben-Ableger wieder ein Vierwaben-Ableger.
    Wie streng in Buckfast die Auslese bei Bruder Adam war, belegen schon die Zahlen, die ich hoffentlich richtig in Erinnerung habe, :
    560 Ableger bei 320 Wirtschaftsvölkern.
    Henry, bevor Du von Deinen lieben Verwandten den zweiten oder dritten Smoker unterm Weihnachtsbaum liegen hast, wünsch Dir das Buch
    "Die Buckfastbiene in Frage und Antwort" von Raimond Zimmer.
    Das Buch ist eine gute Ergänzung und Erklärung zu Bruder Adam.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.