Wärmeschrank

  • Hallo zusammen,
    ich habe mir einen ausgedienten Kühlschrank besorgt,den ich als Wärmeschrank zum Auftauen von Honig benutzen mochte.
    Ich habe mich für die "Glühbirnenversion" entschieden.Einen Thermostat habe ich mir auch besorgt.
    Nun zu meiner eigentlichen Frage!
    Müssen die Innereien(Innenwände/Plastik) des Kühlschrankes entfernt werden?
    Für einen Rat wäre ich dankbar!

  • Hallo


    ich habe die Innenwände nicht entfernt weil die ja für die Isolation sorgen sollen. Im unmittelbaren Strahlungsbereich hab ich die Isolation mit unbrennbaren Material abgedeckt.
    Hierzu habe ich eine Schifflampe genommen außenrumm 4 Fließen gestellt mit 3cm Spalt zum boden unter die lampe eine Fliese.
    Die eigentlichen Wände des Kühlschrankes werden so nie mehr als handwarm.
    Weil ich aber vorsichtig bin habe ich einen thermischen unterbrecher im Wärmeschánk eingebaut und einen Rauchmelder auf die Decke oben druber gebaut.


    Vielleicht übertrieben so schalfe ich auch ruhig wenn der Wärmeschrankl in Betrieb ist.


    Grüsse


    Klaus

    Ich mag keine Signaturen mit ach so Schlauen Sprüchen.

  • Hallo Klaus,
    vielen Dank für Deinen Ratschlag.
    Hätte mich trotzdem über mehr Meinungen von Imkern gefreut,denn es muß ja jeder irgendwann mal Honig verflüssigen,oder? :cry:

  • Kühlschränke wurden zum Külen gebaut. Die Materialien sind daher sicherlich auf ihre Verwendbarkeit (kühlung) ausgesucht worden. Wenn nun im Kühlschrank nun fast 40 Grad erzeugt werden, dann wäre zu prüfen, ob in diesem Fall die verwendeten Materialien nicht etwas Stoffe ausgase oder anderweitig reagieren.
    Gibt es darauf eine eindeutige Antwort? Honiggläser, vor allem ohne Twist-Off Deckel sind nicht dicht!


    H. Watzl

  • Hallo


    bezüglich der Ausgasungen würde ich mir nicht nicht zuviel Sorgen machen. Es ist zwar richtig dass aus den meisten Kunststoffen im Láufe der Zeit Weichmacher ausdiffundieren aber dieser prozeß beginnt mit der Herstellung und wird im Laufe der Zeit weniger. Es kann sich zwar schon durch eine thermische Beanspruchung wieder beschleunigen aber 40°C (bis max 60°C) sind für die verwendeten Materialien keine Belastung und werden weggesteckt.
    Außerdem stehen die Behählter mit den Honig ja nur für kürze Zeit im Wärmeschrank und die Stoffe können nicht durch den Honigbehälter in den Honig wandern.
    Das Öffnen und vor allem das offen lagern im Schrank sollte sowieso unterbleiben.


    Grüsse

    Ich mag keine Signaturen mit ach so Schlauen Sprüchen.

  • Moin Klaus Danne,


    Zitat

    die Stoffe (Ausgasungen aus Kühlschrankwänden) können nicht durch den Honigbehälter in den Honig wandern.


    Aber sicher doch. Gasförmige Weichmacher durchdringen sehr wohl Kunststoffe. Andere Ausgasungen, wie Lösungsmittel, können das auch. Und Honig, der ja selbst im Hobbock nie ganz dicht verschlossen ist, ist hervorragend geeignet Aromen aufzunehmen und binnen kürzester Zeit gleichmäßig im gesamten Block zu verteilen. (Obwohl er das garnicht müßte, denn wir rühren ja nach dem Auftauen ohnehin um :wink: )


    Bitte Klaus behaupte nicht, daß Weichmacher, Lösungsmittel und Zerfallsprodukte von jeglicher Kühlschrankisolierung nicht in den Honig gelangen könnten. Ich habe bei Imkerfreunden Auftauschränke gesehen, die waren aus Kühlschränken gebaut, von 1960. Da bin ich mir ganz sicher, daß Du für die damals verwendeten Kunststoffe Deine Hand nicht ins Feuer legen willst.


    Ich denke die Besten und billigsten Auftauschränke macht man noch immer aus Kunsstoffzargen. In Zweie übereinander paßt ein 40kg-Hobbock geradeso rein. Bei dreien ist genug Platz für eine Heizmatte oder einen Reisefön. Und weil es in dem Zargenstapel nicht wesentlich wärmer wird als im Bienenvolk, ist auch das Ausgasungsproblem genau das selbe wie das Jahr über mit Bienen drin.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry


    1. Ich denke schon dass honig im Hobbock dicht verschlossen ist. Ich drücke beim Schliessen immer den Deckel nach unten wo er auch bleibt. Wenn der an einer Ecke geöffnet wird gibts ein zischen und er kommt wieder hoch. Also ich denke er ist dicht.


    2. Kunstoffe sind natürlich immer Kunst--stoffe als künstlich hergestellte Stoffe die eine Vielzahl von Komponenten enthalten müssen um verwendbar zu sein. Diese migrieren im Laufe der Zeit aus dem Material ,aber dass ist besonders nach der Herstellung zu spüren oder nach besonderer (thermischer, UV Strahlen) Belastung auch noch später einmal.
    Würde dieser Prozeß linear verlaufen wäre das gesamte MateriaL betroffen, d.h verschwunden oder unbrauchbar. Was nicht der Fall die Kühlschranke sind ja noch da :wink:


    3. Man soll die Kirche im Dorf lassen. Mein Honig steht (wenn überhaupt) max 3Tage im Wärmeschrank innerhalb dieser Zeit sollte hier nciht passieren sonst wären alle bisherigen Nutzer des Geräts schon lange gestorben. (Tiefe Temperaten verlangsamen diesen Prozeß u.U. sie stoppen ihn nicht)


    Mein Fazit:
    Bei unbeschädigten Innenleben und vernünftiger Anwendung sehe ich da keine Probleme.
    Natürlich soll man aber immer kritisch die eigene Handlungsweise hinterfragen und im Zweifelsfall einmal so ein Gerät lieber wegschmeißen wenn es einen unzuverlässigen Eindruck macht.


    In diesen Sinne
    Klaus



    Henry, natürlich lege ich meine Hand nicht für einen Kühlschrank ins Feuer. Aber das mache ich auch nicht bei einen Feuer aus absolut naturbelassenen Ökologisch gewonnen Mondphasenholz aus Bayern.
    Das tut nämlich immer weh!!

    Ich mag keine Signaturen mit ach so Schlauen Sprüchen.