Hilfe Varroa!!

  • Hallo Zusammen im Forum!
    Als Neuimker möchte ich an dieser Stelle alle grüßen. Ich finde das Forum und die Seite klasse gestaltet und die Inhalte interessant.


    Nun zu meinem Problem: Ich habe Mitte August noch einen Schwarm (mein Erster) mit ca 15000 Bienen und neuer Königin auf 10 neue Mittelwände/Zander in Frankenbeute eingeschlagen. Die Entwicklung ist gut. Bereits nach 24 Tagen (1. Durchsicht) waren Jungbienen vorhanden. 18 Kg Sirup in dieser Zeit eingefüttert. Beim jetzigen Öffnen sind die Wabengassen sowie die sichtbare Randwabe voll mit Bienen besetzt. Letzte Woche hatte ich jedoch im Schnitt 5 Varroas je Tag auf der Windel; heute waren es schon 16. (Evtl. wegen der kälteren Nächte???) Da bis auf die 3 letzten Nächte hier das Wetter mild war, gehe ich noch von Brut aus. Wie würdet ihr mir raten zu behandeln: Sofort trotz Brut mit Milchsäure und dabei nochmals das Brutnest auseinander reißen oder noch etwa 21 Tage warten (auslaufende Brut wegen kälterem Wetter) und dann mit Oxalsäure beträufeln.


    Für gute Ratschläge wäre ich dankbar.


    Und noch was: Ist mein erster Eintrag; hoffe das ich alles richtig gemacht habe.

  • Hallo Zander,


    wenn es tagsüber bei Dir nochmal über 15/16° warm wird, würde ich noch einen Versuch mit Ameisensäure auf dem Schwammtuch machen.
    Das könnte noch funktionieren.
    Und selbst wenn der Behandlungserfolg nur 50% sein sollte, hast ja schon einen Gewinn.
    Und dann ende November mit Oxalsäure Rest entmilben, sollte so gehen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael!


    Danke für den Rat, aber die Wetterprognose für unseren Bereich sieht von den Temperaturen her sehr bescheiden aus; in den nächsten 6 Tagen nicht über 14°. Also doch vielleicht die Nachmittagssonne nutzen und Milchsäure spühen?


    Und noch eine Frage? Was können die Milben bei der erhöhten Anzahl im Volk bewirken? Die Brut läuft doch aus und ist ggf. sowieso geschädigt. Oder doch Oxal erst in einem Monat träufeln?

  • Moin Zander,


    so traurig das klingt, ich würde sagen, Du kannst garnichts tun. Und ich würde auch nichts machen. Meiner Meinung nach ist es für AS-Schwammtuch zu spät, weil man damit oft Bienen nach draußen oder unten treibt und es denen dann zu kalt wird. Außerdem wird die schlüpfende Brut (eben auch die unangefressene, also gesunde) geschädigt. Es wird auch nicht mehr lange Brut geben. Daher macht es keinen Sinn die jetzige Brut zu opfern, um die nächste gesund groß zu kriegen, weil es ja keine nennenswerte nächste Brut gibt. Der Hauptschaden durch die Milbe ist nun mal der Brutschaden.


    Ich würde also bis Weihnachten warten und dann winterbehandeln. Ich werde dafür kritisiert, aber ich nehme noch immer Perizin, weil es mir die Möglichkeit gibt, notfalls mehrfach zu behandeln. Nämlich so lange bis der natürliche Milbenfall nach Behandlungs- und Wirkungsende unter 0.5 Milben pro Tag liegt. Das bedeutet unter Umständen eine Nachbehandlung einzelner Völker Mitte Januar. Mit OS-Bedampfung oder MS-Sprühen wird man das aber auch hinkriegen. )OS- oder Danny-Träufeln ist mir nichts, andern schon. :wink:)


    Die Winterbehandlung vorzuziehen halte ich nicht für gut, weil damit die Zeit bis zur nächsten Schwammtuchbehandlung nach Trachtschluß unnötig ausgedehnt wird. Das Milbenproblem kann man nur im Winter aussitzen, weil sich da die Milben nicht so stark vermehren. Die Völker jetzt auf Null-Milben behandeln zu wollen und dann bis nächsten Herbst nichts zu tun ist sicher der falsche Weg und führt durch höhere Startwerte im Frühjahr nächsten Herbst wieder zu überstarkem Milbendruck.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin zusammen (Henry + Michael),


    erstmal danke für eure Vorschläge. Dann werden meine Bienen und ich wohl noch 1-2 Monate mit den Varroas leben müssen.


    Obwohl die Milchsäurebehandlung lässt mir auch keine Ruhe. Ich würde diese bei kurzfristigem Temperaturanstieg über 15° und natürlich dann im Winter die endgültige Behandlung nach Vorschlag von Henry durchführen. Ich verspreche mir davon, den Druck (16 Milben/Tag) bis dahin etwas aus den Volk zu nehmen. Die auslaufende Brut dürfte bei MS nicht geschädigt werden. Jedoch die Temperaturen müssen wegen der Unterkühlung mitspielen.


    Wenn mir einer von euch beiden (oder andere auch) eine Einschätzung geben könntet wäre es schön.

  • Moin Zander,


    wie gesagt (und von Michael bestätigt :wink: ), Deine Bienen können mit den Milben bis Weihnachten leben. Und desderwechen würde ich sie auch in Ruhe lassen. Den ganzen Spätherbst und den ganzen Winter. Kein Reinkucken, kein Reinsprühen, kein Wabenziehen und schon garkein Umsortieren.


    Die Bienen können das aushalten - kannst Du's auch? :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Zander was würdest du machen, wenn du Milben, Läuse oder sonstiges Ungeziefer hättest? Mit dem reinigen warten bis Weihnachten?


    Schiebe einen Verdampfer durchs Flugloch und bedampfe mit Oxalsäure, damit vernichtest du zumindest alle Varroa die sich außerhalb der Brut befinden.
    Ich habe bereits das dritte mal bedampft im Abstand von etwa 10 Tagen. Eine Woche nach der dritten Behandlung war im Durchschnitt noch 35 Milben auf den Windeln. In den letzten 7 Tagen sind auf natürlichem Weg keine Varroa mehr abgefallen, die Einlagen waren Varroa frei.

  • Moin Günter,


    aber MS würdest Du doch wohl auch jetzt nicht sprühen, oder? Und für AS ist es doch auch Deiner Meinung nach zu spät und für Perizin zu früh. Oder liege ich da falsch?


    Und läßt Du dann nach der OS-Bedampfung im Oktober die Winterbehandlung weg?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder