kalte füsse

  • hallo,


    in den lehrbüchern heisst es, die bienen sollten kalte füsse haben,
    soll die beute also unten offen sein?
    bedeutet das, dass ich die segeberger beute ohne varoaschublade
    zum überwintern bestücken soll?
    macht es mehr sinn ein mäusegitter oder mäusekeil einzusetzen ?
    kann ich jetzt noch mit as 60 % von oben behandeln ?
    (temp. < 10 °)


    schönen dank für die antworten.

  • Hallo duesi,


    hallo,
     
    in den lehrbüchern heisst es, die bienen sollten kalte füsse haben,
    soll die beute also unten offen sein?
    Genau das bedeutet es.
    bedeutet das, dass ich die segeberger beute ohne varoaschublade
    zum überwintern bestücken soll?
    Es ist eine Varroaschublade, keine Überwinterungsschublade, also lass sie raus.
    macht es mehr sinn ein mäusegitter oder mäusekeil einzusetzen ?
    Wenn der Mäusekeil eng genug ist, genügt er.
    allerdings bedenke, dass eine Spitzmaus sich durchaus 4mm dünn machen kann. Bei einem Mäusegitter fährst du auf der sicheren Seite.
    kann ich jetzt noch mit as 60 % von oben behandeln ?
    (temp. < 10 °)
    Nein, jetzt verdunstet nichts mehr.
    Warte noch 4 Wochen und nimm dann OS oder Perizin.
    [/i]

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Also ich wünsche dir dann viel Glück das deine Polpulation nicht zu hoch ist.
    Also Ameisensäure bringt natürlich nix mehr. Ich hoffe du hast deine Völker schon aufgefüttert. Viel Glück und alles Gute


    Gruß ALex

  • Kälte ist für Bienen überhaupt kein Problem, sofern sie Futter haben und an diese ran kommen. So kann auch eine Beute unten offen sein.
    Was passiert da? Luftfeuchtigkeit kondensiert immer an den kältesten Stellen zuerst. Diese "kalte" Stelle ist bei offenem (Gitter-)boden eben unten. Das hat nun den Vorteil, dass dieses "Schwitzwasser" nach der Bildung auch sofort abtropfen kann und in der Beute keine weitern Probleme macht.


    Ich hatte eine Beute mit geschlossenem Boden und einem Deckel, der eben nicht ganz dicht war. In der Folge bildete sich das Kondenswasser immer oben an den undichten Randstellen des Deckels. Das Kondeswasser tropfte dann in die Beute ab. Wasser in der Beute führt dann immer zu den unangenehmen Begleiterscheinungen wie Schimmel etc.


    "Kalte Füße" sind daher ehr angenehm für die Bienen in der kalten Jahreszeit.


    H. Watzl

  • Hallo duesi


    Ich habe auch einige Segeberger Magaziene und imkere schon einige Jahre damit.Den Boden lasse ich immer zu und bin damit immer gut gefahren.Ich habe vor 35 Jahren von alten Imkern gelernt daß meine Bienen warm sitzen sollten und deshalb habe ich immer Mitleid mit ihnen.Im Frühjahr sind die Völker immer schon weiter in ihrer Entwicklung als in meinen Holzbeuten und verschimmelte Waben habe ich bis jetzt nur selten und dann nur ganz am Rande von schwachen Völkern gefunden.Das anfallende Kondenswasser in der Beute lecken die Bienen im Frühjahr auf und brauchen dadurch bei kalten Wetter keine unnötigen Ausflüge zu reskieren ,um Wasser zu holen.Zur Ergänzung noch, ich habe unter dem Deckel, als Schutz, noch eine Lage durchsichtige Plastefolie die im Frühjahr beschlägt,dort habe ich die Bienen beobachtet wie sie das Wasser eifrig ablecken. ,Zum Schluß noch möchte ich sagen, daß die Völker,bedeutend weniger Futter verbrauchen! Dies sind meine Erfahrungen mit denen ich bis jetzt gut gefahren bin.



    Mit frdl. Imkergrüßen


    Rüdiger

  • Rüdiger schrieb:

    Hallo duesi


    Ich habe auch einige Segeberger Magaziene und imkere schon einige Jahre damit.Den Boden lasse ich immer zu und bin damit immer gut gefahren.Ich habe vor 35 Jahren von alten Imkern gelernt daß meine Bienen warm sitzen sollten und deshalb habe ich immer Mitleid mit ihnen.I


    Rüdiger


    Hallo Rüdiger,
    ja vor 35 Jahren hatten die Imker noch ein anderes wissen wie heute, aber besonders in der Imkerei sollte man mit der Zeit gehen. Je wärmer man die Bienen im Winter hält, desto eher neigen sie zu einem frühen Bruteinschlag, der sich aber nachteilig auf ein Volk auswirkt, da es sehr viel Futter verbraucht und die Brut auch bei Kälterückschlägen wieder ausräumen muss. Dieser Bruteinschlag und die höhere Heizleistung haben auch einen stärkeren Stoffwechsel bei den Bienen zur Folge, dies lässt ihre Kotblase schneller anschwellen und wenn das Wetter nicht passt, werden sie dazu gezwungen, im Stock abzukoten, was verheerende Folgen haben kann. Durch einen verstärkten Bruteinschlag, den eingepackte Beuten begünstigen können, kann es auch zu Wassermangel kommen und die Flugbienenverluste sind zu dieser Zeit sehr hoch, deshalb lassen Sie den Bienen den unmittelbaren Kontakt zur Außenwelt spüren.
    Die Biene kann 4 Monate ohne Blasenentleerung bei normaler Fütterung aushalten. Die Überwinterung an meinem Bienenstand gelingt z. B. in den Segeberger Styroporbeuten sehr gut mit offenem Gitterboden und offenem Deckelflugloch, das mit einer Gaze verstopft, aber luftdurchlässig ist. Durch diesen Umstand gibt es in meinen Beuten keine verschimmelten Waben, feuchtwarme Luft würde den Bienen schaden, aber trockene kalte Luft ist sehr gut bei der Überwinterung, den Bienen machen Temperaturen bis zu - 40 Grad nichts aus. Auch bei einer Holzbeute mit 20 mm Wandstärke ist eine optimale Überwinterung, die sich nicht von der Überwinterung in der Segeberger Beute unterscheidet, gewährleistet. Die Bienen haben so den besten Kontakt zur Außenwelt. Am besten gelingt die Überwinterung bei kalten Temperaturen, milde Temperaturen wirken sich sehr ungünstig auf eine Überwinterung aus. Falls die Beuten in der Freiaufstellung eingeschneit werden, soll man das, sofern ein Gitterboden vorhanden ist, als positiv ansehen. Ein kleiner Lüftungsschlitz, der sich meist am Flugloch durch den Schnee an der Beutenwand bildet, dient zusätzlich zum hohen Boden als Belüftung. Nur bei starken Schneeverwehungen, die den Schnee sehr dicht machen, ist Vorsicht geboten und evtl. muss dann dem Volk durch ein Freilegen des Fluglochs geholfen werden. Ein weiter wichtiger Aspekt ist das Fernhalten von Störungen bei der Winterruhe. So sollen z.B. bei einer Überwinterung in einem Bienenhaus keine Äste an das Haus schlagen können, auch klappernde Fensterläden tun ein übriges für eine immerwährende Störung der Winterruhe. In der Freiaufstellung gelten diese Regeln natürlich auch, jegliche Störung, die die Bienen meist mit einem Aufbrausen quittieren, muss vermieden werden. Eine Futterstelle für Vögel, abseits des Bienenstandes wirkt sich sehr vorteilhaft aus, damit die Vögel nicht an den Beuten herumpicken, besonders Spechte kann man mit großen Meisenknödeln von den Beuten weglocken. Sollten Winterstürme übers Land brausen, muß man am nächsten Tag unbedingt die in Freiaufstellung befindlichen Beuten kontrollieren, falls es hierbei nicht zu kalt ist, lassen sich oft noch umgestürzte Beuten und die darin befindlichen Bienen retten. Die einzige Störung durch den Imker im Winter ergibt sich aus der unvermeidlichen Wintervarroabehandlung in der brutlosen Phase. Dann heißt es nur noch abwarten, bis die ersten warmen Februarsonnenstrahlen, die Bienen auch noch bei Schneeflächen zum Reinigungsflug hervorlocken.

  • Moin Rüdiger,


    versuch es doch nochmal und nimm die doch einfach testweise mal die Platte im Boden raus.


    Es ist wirklich so. Die enge Wintertraube gibt den Völkern sowas wie Schwarmschwung. Du wirst sehen, daß in den offenen Völkern mehr Leben ist als in verpackten. Ich hab' das auch selbst erlebt, beim Umstieg von Hinterbehandlung auf Zargen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder