Dickwaben und Wasssergehalt

  • Meine Frühsommer- und Sommertrachthonige sind mit knapp über 18 und knapp über 19% Wassergehalt zu feucht, wie mir heute ein renommiertes Honiglabor in Marquartstein bestätigte.


    Ich verwende Dickwaben. Gibt es hier Imker, die Erfahrungen mit dem Wassergehalt aus Dünn- und Dickwaben im Vergleich haben? Wie viel Prozent Feuchte macht der Unterschied aus? Ich überlege, in der nächsten Saison die Honigräume mit 12 statt 10 Dadanthalbrahmen zu bestücken. Davon hängt aber ab, ob ich demnächst Zargen mit Holzrechen oder Metallauflageschiene anschaffe.


    Viele Grüße, Johannes

  • Johannes Haller schrieb:

    Meine Frühsommer- und Sommertrachthonige sind mit knapp über 18 und knapp über 19% Wassergehalt zu feucht, wie mir heute ein renommiertes Honiglabor in Marquartstein bestätigte.


    Hallo Johannes,
    18,5 % Wassergehalt wird bein D.I.B Honig vorgeschrieben, wo liegt da das Problem?

  • Hallo, Xare,


    ich bin zwar nicht im DIB, habe aber den sportlichen Ehrgeiz, dessen Kriterien hinsichtlich der Honigqualität nebenbei mitzuerfüllen :wink:


    War nicht 18,0% die DIB-Grenze? Wenn nein, bleiben immer noch die 19,2% der anderen Charge, die mich ärgern. Daher die Dickwabenfrage...


    Grüße nach Niederbayern! Johannes

  • klar 18 %, aber vielleicht hast du einen Heidehoniganteil darunter, dann darfst du die Grenze bei 21,4% ansetzen.
    Ich habe in meiner Imkerei, bedingt wegen der teilweisen Verwendung von Kunsstoffbeuten, viel Raumgeben und den Dickwaben bei Dadant auch immer Wasserprobleme. Meine Nachbarn und ich schleudern immer zeimlich zum selben Zeitpunkt. Während die Honige bei denen bei meinen Messungen um die 15 % haben, was schon fast pastenartig ist, kämpfe ich bei 18 % rum. Die Nachbarn imkern in Trogbeuten, wo die Bienen auf kleinsten Raum gehalten werden und das macht den Unterschied.

  • Hallo liebe Leidenden,


    nach 2 Jahren Dickwaben und ebenfalls recht hohen Wassergehältern :-? , hab ich den Holzrechen jetzt über Bord geworfen ! Rähmchen laufen jetzt auf Aluschiene und bekommen Polsternagelabstandhalter. Kommt auch vor das "mehr weniger ist". :wink: 


    Gruß
    Matthias

  • Eine interessante Frage, der Wassergehalt. Jetzt imkere ich 4 Jahre und weiß immer noch nicht, wie ich das mit dem Wassergehalt meinen Bienen beibringen soll.
    Die tragen den Nektar ein, machen Honig daraus und wenn sie meinen, dass er reif ist, verdeckeln sie die Waben. Die kümmern sich einen Teufel um Verordnungen und Vorschriften.
    Wenn ich voll von oben bis unten verdeckelte Waben entnehme und schleudere und der Wassergehalt ist höher, als wir das gerne hätten, ja was soll ich da noch tun? Die Bienen haben entschieden der Honig ist reif für eine längere Lagerung; da werd ich ihnen sicher nicht widersprechen.
    Zugegeben, ich hatte auch schon Ernten, wo sie im Frühsommer die Waben ums Verrecken nicht verdeckeln wollten. Da wird's dann ein bischen schwieriger.


    lg, Stefan

  • Hallo, alle Miteinander,


    Also ich habe Dickwaben allerdings Halbzargen, sowohl mit Hoffmann- Seitenteilen als auch mit Polsternagel- abstand und habe das Problem mit der höheren Feuchtigkeit nur bei der Frühtracht.
    Weil da ein absolutes Überangebot herrscht, vernachlässigen meine Damen die Honigpflege.
    Weil der Raps, hier bei mir nicht viel hergibt, da das Blütenangebot in den nahen Gärten groß ist, kann ich sehr lange warten bis zum Schleudern.
    Bei der Sommer und Spättracht habe ich überhaupt keine Probleme.
    Im Nachbardorf haben wir einen Kollegen der den Honig bis 18% im DIB-Glas verkauft, den bis 20% füllt er in Neutralgläser und nimmt den gleichen Preis.
    Honigverordnung lässt grüßen!
     
    Ich wünsche viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Hallo Johannes,


    das hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab. Tracht, Volkstärke, etc.
    Vergleichen konnte ich mit einem Imker der mit mir wandert, und dort waren es im Schnitt 2% weniger.
     :( 


    Gruß
    Matthias

  • Hallo Johannes,
    ich hatte ja im letzten Winter schon einmal geschrieben, dass ich auf Dickwaben verzichte und meine HR wieder mit 10 statt 9 Waben ausstatte. Ich komme durch diese Massnahme zwar nur auf eine Verbesserung von 1%, aber immerhin: Das hätte Dir bei einer Deiner Sorten ja auch schon geholfen.


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    Wenn man den Wassergehalt betrachtet, darf man eine andere Betriebstechnik nicht unbeachtet lassen: Die Ernte des Honigs mit Hilfe der Bienenflucht.
    Wer hier unbedacht handelt, erntet unter Umständen Honig um mehrere Prozent schlechter, als das sein müsste. Das passiert insbesondere dann, wenn unterschiedslos alle abgeräumten Waben in die Schleuder wandern und wenn auf den Aussenwaben relativ frisch eingetragener Nektar liegt bzw. wenn diese Waben wegen Bienenschwund oder schlechtem Wetter zu wenig belagert wurden.


    Berufsimkern passiert das auch - doch die haben oft ein Gerät verschämt in der Ecke stehen, mit dem sie ihren Honig nachtrocknen. Da gibt es die tollsten Konstruktionen!
    Für das Melitherm-Gerät wird mit seiner Fähigkeit geworben, den Wassergehalt bei einem Schmelzvorgang um ca. 1% senken zu können. Es gibt sogar einen speziellen Distanzring für diesen Einsatzzweck: Das Problem Wassergehalt ist also weiter verbreitet, als offen darüber gesprochen wird.


    Wer Waben einzeln aus seinen Völkern entnimmt und immer nur die reifen Waben aussucht, kennt das Problem hingegen nicht.


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    Ich habe in diesem Jahr - ausser dem Verzicht auf Dickwaben - mit gutem Erfolg die Ernte mittels Bienenflucht mit dem selektiven Schleudern der Waben kombiniert: Wir testen noch im Schleuderraum die 'verdächtigen' Waben mit der guten alten Spritzprobe.
    Auch nur leicht spritzende Waben kommen eben nicht in die Schleuder! Sie werden am Heimstand noch einmal von dazu ausersehenen Völkern/Ablegern umgetragen. Ca. 1 Woche später ist der Honig aus diesen Waben zwar etwas weniger geworden, aber er ist herrlich reif und von bester Qualität.
    So bin ich in diesem Jahr sowohl in der Frühtracht als auch in der Sommertracht zu Honigen zwischen 15% und 17% Wassergehalt gekommen.
    Das ist nicht so schlecht für Magazinhonig, der mittels Bienenflucht geerntet wurde.
     
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo zusammen,
    wie passt das eigentlich zusammen, der Einsatz von Bienenfluchten mit der Richtlinie des DIB, Honig von bienenbesetzten Waben zu ernten?
    Oder habe ich da ein Verständnisproblem?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Rudi,


    leider weis ich nicht wieviele Völker Du bearbeitest. So wie Du beschrieben hast könnte ich nicht rationell arbeiten. Nach einer Tracht bzw. Sorte muß alles abgeschleudert werden, da die Honigräume für die nächste Sortentracht gebraucht werden. Das dabei auch Waben mit unreifem Honig sind liegt in der Natur der Sache. Trotzdem führt die Durchmischung nicht zu einem signifikant höherem Wassergehalt.
    Stichwort Melitherm: Ich weis auch nicht ob Du damit mal gearbeitet hast, sonst wüßtest Du, daß das Fassungsvermögen selbst des größten Melitherm nicht dazu geeignet ist, die Mengen Honig die bei einem Erwerbsimker bei der Schleuderung anfallen mengenmäßig zu bearbeiten. Das ist eher für mal einen Hobbock vor dem Abfüllen gedacht. Und das Risiko evtl. gährenden Honig einzulagern nimmt wohl keiner auf sich.


    Gruß
    Matthias

  • Hallo Lothar, hallo Matthias,

    Lothar schrieb:

    wie passt das eigentlich zusammen, der Einsatz von Bienenfluchten mit der Richtlinie des DIB, Honig von bienenbesetzten Waben zu ernten?


    Das glaube ich aber jetzt nicht: Dass Du Deine Waben mit den anhängenden Bienen in die Schleuder stellst. :-) Das Abkehren der Bienen scheint Dir persönlich halt bienengemäßer zu sein als die Bienenflucht.
    Und wenn Du die Zeit findest, mit dieser Methode nur reife Einzelwaben zu entnehmen, dann hast Du die von Johannes beschriebenen Probleme mit dem Wassergehalt ja gar nicht. Glückwunsch!


    Matthias schrieb:

    Stichwort Melitherm: Ich weis auch nicht ob Du damit mal gearbeitet hast, sonst wüßtest Du, daß das Fassungsvermögen selbst des größten Melitherm nicht dazu geeignet ist, die Mengen Honig die bei einem Erwerbsimker bei der Schleuderung anfallen mengenmäßig zu bearbeiten.


    Das hast Du falsch verstanden: Die Geräte, die ich bei Erwerbsimkern gesehen habe, fingen eher bei einem Durchsatz von 6 Zentnern an (Einmal durfte ich dankenswerterweise sogar ein solches Gerät benutzen, sonst hätte ich ein ernstes Problem mit einer 20%-igen Sommertracht-Schleuderung bekommen). Das Verfahren befriedigt mich aber nicht vollkommen und deshalb habe ich nach einer - für mich - besseren Lösung gesucht.


    Matthias schrieb:

    So wie Du beschrieben hast könnte ich nicht rationell arbeiten.


    Wirf die Methode mal nicht zu schnell auf den Müll. Auch die Trocknung ist nicht umsonst und nebenbei zu haben. Du musst erst mal viel Geld und immer wieder Energie und Arbeit einsetzen, um Dein Ziel zu erreichen.
    Ich muss neben meiner Berufsarbeit (regelmäßig mehr als 40 Stunden, 60 km Entfernung zur Arbeitsstelle) meine kleine Nebenerwerbsimkerei ebenfalls gut organisieren.
    Die von mir beschriebene Nachreifung hat sich bei minimalen Kosten und einem geringen Einsatz von zusätzlicher Arbeit gut in meinen Arbeitsablauf eingefügt:
    -- Wir haben beim Schleudern die Waben nach der Spritzprobe aussortiert. Das waren ca. 10 % aller Waben.
    -- Jeden Abend - als meine letzte Arbeit - habe ich eine Zarge mit (entdeckelten!) Waben zum Umtragen aufgesetzt (...und die leere Zarge vom Vortag abgeräumt sowie bei Bedarf den Honigraum erweitert.)
    -- Innerhalb von 24 Stunden haben meine Bienen diese Zarge leergetragen.
    -- Nach einer knappen Woche war ich durch.
    Das Verfahren kam mir schon rationell vor und zusätzlich hatte ich statt eines lediglich nachgetrockneten den Vorteil eines natürlich gereiften Honigs.


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    Das Verfahren habe ich mir im Übrigen bei Erwerbsimkern 'abgekuckt', die mit dieser Methode ihr Melezitose-Problem lösen. Doch auf das 'Wie' kommt es an! Manchmal wird empfohlen, die volle Zarge über einer umgeschlagen Folie aufzusetzen: Das funktioniert zumindest im Sommer ganz sicher nicht.
    Wenn es funktionieren soll, brauchen die Bienen - gut besetzte Einheiten sowieso vorausgesetzt - zwei Signale:
    -- 1. Wir sind weit weg von zu Hause (= vom Brutnest).
    -- 2. Wir sind nicht mehr innerhalb unserer Wohnung.


    Ich habe das so erreicht:
    -- Honigraum zu Beginn eher eng halten und nach Bedarf erweitern...
    -- 2 Futtertröge (8 cm hoch, ein Trog hat nicht gereicht) verschränkt gegeneinander auf den Honigraum...
    -- darüber die umzutragende Zarge...
    -- den ganzen Stapel mit einer Scheibe aus Baumarkt-Bastlerglas abdecken (die einzige zusätzliche Investition!).
     
    Nach einem Tag hatten meine Bienen das Umtragen gelernt und dann ging die Post ab! Ich habe es nicht probiert, traue einem guten Volk aber sogar das Leertragen von 2 Zargen in 24 Stunden zu.


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    Den Qualitäts-Aspekt dürfen wir auf Dauer nicht vernachlässigen.
    Vielleicht hat es sich ja schon herumgesprochen: Die Chinesen haben ihre Qualitäts- und Rückstandsprobleme soweit in den Griff bekommen, dass sie unseren Markt wieder beliefern dürfen!
    Wie wollen wir denn gegen den Druck des billig und in Massen produzierten Importhonigs konkurrieren, wenn nicht mit höherer Qualität: Über den Preis?
    Dann zieht Euch warm an... :-)


    Viele Grüße,
    Rudi