schon wieder: Naturbau, Brutnestordnung und Varroaresistenz

  • Hallo, Mitstreiter!


    Sabi(e)ne hatte ja einen Thread zu Dennis Murrells Beobachtungen eröffnet (der später in den Niederungen eines Wespenkriegs endete...), ich meine: http://imkerforum.de/viewtopic.php?p=17201


    Nun tut sich in der BioBee-Mailingliste wieder was. Dennis letzte Beobachtungen sind mal wieder hochinteressant. Hier eine gekürzte Übersetzung seiner letzen 3 Postings:


    Höhe vs. niedrigere Naturbauwaben in top bar hives


    (Verglichen wurden verschiedene Modelle von top bar hives mit höhere und breiteren Waben)
    ... Einige interessante Trends: In den niedrigeren Waben sieht man viel weniger kleinzelligen Bau. Die Zellgröße nimmt ab, mit größeren Zellen oben und kleineren unten in der Wabe. "Kürzere" Waben scheinen den Anteil kleinzelligen Wabenbaus erheblich zu reduzieren, wenn die Wabe zu niedrig ist. Der Prozeß wird "gekappt".


    (...)


    Ich versuchte, den Effekt des Rahmentauschens, eine übliche Praxis, die ich in der TBH-Betriebsweise benutzte (um geradere Waben zu erhalten, J. H.), zu untersuchen. Ich stellte in einer TBH die alte Brutnestordnung wieder her. Die zweite TBH wurde mit den vertauschten Waben belassen.


    Die Beute mit wiederhergestellter Brutnestordnung ist gesund ohne Symptome von Milbenbefall. Die Beute mit vertauschten Rahmen hat jetzt viele Krabbler mit Symptomen von DWV und Milky-Wing-Virus. Beide Beuten haben Königinnen gleicher Herkunft, beide wurden am selben Ort begattet und stehen auf dem Stand nebeneinander.


    Es ist ein kleiner Test, aber für mich ein signifikanter. Obwohl die Brutnestorganisation stark ist, kann sie leicht gestört werden. Die Bienen haben keinen Mechanismus zur Verfügung, um mit Wabenbewegungen im obigen Sinn umzugehen. Ich hoffte, die Orientierung der Bienen an ihrer Brutneststruktur (bezogen auf die einzelnen Waben) würde so stark sein, daß das Wabentauschen nur geringe Effekte haben würde. Aber das Gegenteil ist der Fall; die Brutneststruktur kan sehr leicht zerstört werden.


    Dies stellt das Management von Naturbaubeuten vor interessante Herausforderungen, wenn die Vorteile eines kleinzelligen Brutnestkerns realisiert werden sollen.


    Es mag noch interessant sein, daß alle kleinzelligen Beuten (mit Mittelwänden) auf dem selben Bienenstand gesund sind.


    Noch einige Gedanken:


    Ein Imker mit herkömmlicher (MW-)Betriebsweise vernachlässigt die Wichtigkeit der Zellgröße oder Brutneststruktur. Eine einheitliche Mittelwand wird verwendet, die die falsche Zellgröße am falschen Ort hat, egal, ob groß oder klein. Das Ergebnis ist frustrierter Bau und Varroaempfindlichkeit, wenn die Zellen zu groß sind.


    TBH-Imker vermeiden Zellgrößenprobleme, indem sie die Bienen machen lassen, wie sie wollen. Sie erhalten Naturbau mit fließender Zellgröße. Aber wenn die Naturbauwaben getauscht werden, (...) landet die falsche Zellgröße am falschen Ort, und die Milben proliferieren.


    Es gäbe dann keinen wesentlichen Unterschied zwischen einer Standardbeute mit MW-basierten Waben und einer Naturbaubeute mit durch den Imkergeänderter Brutneststruktur.


    Grüße, Dennis