Beuten selber bauen

  • Hallo Imkers,
    ich möchte mir die Einfachbeuten von Dr. Liebig gerne selbst bauen.
    Die Anleitung in seinem Buch sind ja wirklich gut.
    Jetzt bin ich nur am überlegen, ob ich die Zargen mit Lamellodübel verstärke,
    dann hätte ich auch gleich den Rechtenwikel vorgegeben.


    Zu dieser Überlegung wollte ich gerne eure Meinung hören (lesen) :lol:


    Vielen Dank

    Grüsse aus dem (sym)badischen Bretten

  • Hej Achim,
    Lamelloverbindungen sind bestimmt nicht das Schlechteste und auf jeden Fall schnell herstellbar. Wenn Du in Hinblick auf die Stabilität der Beute die optimale Verbindungen wählen willst, würde ich dir allerdings zu einer Eckverbindung mit angeschnittener Nut und Feder raten (wie im Bauplan der Einfachbeute unter http://www.uni-hohenheim.de/bienenkunde/einfachbeute.pdf beschrieben). Diese Konstruktion bietet 2 Vorteile:
    1. Eine ausreichend große Leimfläche und
    2. im Gegensatz zu einer Zinkenverbindung wenig Fugenlänge in die Regenwasser eindringen kann.
    Eine solche Eckverbindung, verleimt und verschraubt hält auch mal einen Sturz aus, ohne in die Knie zu gehen.


    Viele Grüße
    Stefan Kahlert

  • Hallo Stefan und AJ,


    bei dieser Nut-Feder-Verbindung ist die Fugenlänge minimal, ja, doch die offene Hirnholzfläche ist mir zu groß. Da wäre mir eine Verbindung, die das Hirnholz verdeckt, lieber. Bloß, gefunden habe ich sie noch nicht. (Gehrung wird nicht genug halten).


    Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas & Achim,
    wenn es auf eine geringe sichtbare und damit auch wasserziehende Hirnholzfläche ankommt, bietet sich die gefälzte Eckverbindung an. Hr. Zimmer hat sie in "Fragen und Antworten zur Buckfastbiene" beschrieben. Wenn es ein bischen mehr (Aufwand) sein darf, kann man sich ja an einer halbverdeckten Fingerzinken- oder Schwalbenschwanzverbindung probieren. Dafür gibts sogar Frässchablonen für die Oberfräse.


    Aber wozu dieser Aufwand? Hirnholz hat natürlich durch die offenliegenden Holzporen eine große Kapilarwirkung. Aber nicht nur für Wasser sondern auch für Holzschutz- und Imprägniermittel jeglicher Art. Also, das Hirnholz beim Streichen / Tauchen gründlich Tränken und die Poren füllen sich mit dem Zeug. Vor und zwischen den Behandlungen die Flächen gründlich anschleifen. Wasser hat dann wenig Chancen einzudringen.


    Ich habe Zargen mit einer solchen Konstruktion, d.h. Nut & Feder, geleimt und verschraubt, seit 1991 im Einsatz. Die zeigen in puncto Stabilität und Holzalterung keine Schwächen.


    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo AJ,
    seit fünf Jahren baue ich die Hohenheimer Einfachbeuten mit großem
    Erfolg aber ohne riesen Aufwand. Stirnwand und Seitenwand stumpf mit wasserfestem Holzleim aufeinandergeleimt und pro Ecke 3 Spaxschrauben
    4,5 x 50 es ist alles bombenfest auch nach fünf Jahren.
    Anstrich ohne groß schleifen und was alles. Mit Leinölfirnis 1. mal verdünnt 2. mal pur streichen und der biologische Schutz ist vorhanden.
    mit imkerlichem Gruß
    W. Goller

  • Hallo!


    Ich persönlich versteh ja nicht viel von solchen Arbeiten (bin, wie man bei uns hier sagt, "ein Studierter").
    Als ich aber meinem Bruder, der Zimmermann ist, einen Plan für Beuten mit Falzverbindungen vorlegte, lachte er mich aus und fragte, aus welchem Jahrhundert die Pläne seien.
    Vier einfache Bretter, Schrauben an den Stirnseiten und das ganze hält bombenfest. Ich wollt's meinem Bruder zuerst nicht glauben, musste dann aber doch eingestehen, dass er recht hatte.
    Mach dir also nicht zuviel Arbeit.


    lg, Stefan

  • Hallo Gazdin,


    Dein Bruder scheint einer der "modernen" Zimmerleute zusein. Etwas boshaft: Hauptsache schnell und es hält, bis ich weg bin.


    Das Halten auf lange Zeit, ich meine hier nicht fünf Jahre, sondern etwa zwanzig, ist mit ein paar Schrauben nicht zu machen. Meinst Du nicht, daß die Zimmerleute vor hundert Jahren nicht auch schon Schrauben kannten? Sie haben anders bauen müssen, weil ihre Kunden Langlebigkeit verlangten und auch fordern konnten.


    Eine halbverdeckte Schwalbenschwanzverbindung ist schon ratsam, wenn man die Beute länger als fünf Jahre nutzen will.
    Meine Beuten mit Nut-Feder-Verbindung (vom Hersteller, nicht selbst gefriemelt) und vier Schrauben pro Ecke zieht es nach vier Jahren schon auseinander. Trotz extra Versiegeln der Hirnholzflächen mit Harzöl und Streichen der Beute mit pigmentiertem Leinöl. Die halbverdeckte Schwalbenschwanz (ohne jede Schraube) hat erst ein paar feine Risse im Hirnholz.


    Baut solide, sonst ärgert Ihr Euch in ein paar Jahren.


    Grüße, Thomas

  • Hallo zusammen,
    kauft euch Beuten von zuverlässigen Lieferanten
    z.B vom wasinger. Der hat mich noch nie enttäuscht.
    Suuper gute Qualität, und echt gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
    Ich will nicht werben.. aber der kanns irgendwie...
    Der liefert aus, wenns geht. suuper service. bin echt begeistert



    Machts euch leicht..
    Gruß,
    und gute einwinterung,
    Erwin

  • Als Laie ordentliche Schwalbenschwanzverbindungen od. Lamellenverb. zu bauen geht zu 99,9 % in die Hose.
    Eine ordentlich stumpf gestoßene ,geleimte und geschraubte Eckverbindung ist da allemal besser als eine stümperhafte Schwalbenschwanzverbindung od. Lamellenverb..
    Meine ältesten Magazine sind nun zwanzig Jahre alt und halten stumpf gestoßen und geschraubt ohne Probleme. Viel wichtiger ist das wissen um das Verhalten des Holzes bei Witterrungseinfluß. Holzbretter wölben sich beim trocknen immer vom Kern weg.
    Du mußt die Zargenbretter also so zusammenstellen das das Brett sich nach innen wölben würde wenn es in der Sonne nachtrocknet ( glaub mir, das tut es, auch wenn es noch so trocken erscheint.). Sonst zieht es dir auch die beste Schraube an den Ober.- und Unterkanten heraus.
    8 cm lange Schrauben, bei Ganzzargen vier an jeder Kante ,leicht schräg eingesetzt, sonst haben sie keinen Halt, reichen dann .


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Ein weiteres Problem sehe ich in der Holzart von Lamelloformfedern.
    Die sind nämlich aus Buchenholz, das so gut wie nicht witterungs- (d.h. feuchtebeständig) ist.
    Man müsste so gut leimen, daß die Lamellos keine Feuchtigkeit ziehen. Also vollständig vom Leim bedeckt sind.
    Das geht aber in der Praxis nicht, da das Holz wie gesagt immer noch ein bißchen geht. Es entstehen kleine Risse, dann ist durch die Kapillarwirkung sofort Wasser an den Lamellos und diese vergammeln.


    Meine Selbstbauzargen sind mit angefräster Feder zur Positionierung der Vorderseiten+3 Schrauben wechselseitig schräg.
    Hält schon seit drei Jahren....

    Stephan Günthner


    ...Imker aus Leidenschaft....Imkersgattin ebenso (Danke dafür)

  • Kann man die Bretter eigentlich zusätzlich mit Weisleim einstreichen damit die Beute noch stabiler wird? Der ist ja ungiftig und eigentlich dürften die Bienen davon ja eh nichts sehen wenn sparsam verleimt wird. Streicht ihr eigentlich eure Beuten mit so spezieller Lasur die man beim Imkerbedarf kriegt?
    Momentan bau ich zwar keine Beuten aber neue Böden. Diese werden aus Lerchenholz (da sehr widerstandsfähig) und mit Edelstahlschrauben zusammengeschraubt. Eventuell eben noch Leim dazwischen. Ich denke das müsste dann halten.


    Liebe Grüße

  • ... Diese werden aus Lerchenholz (da sehr widerstandsfähig) und mit Edelstahlschrauben zusammengeschraubt. Eventuell eben noch Leim dazwischen. Ich denke das müsste dann halten.


    Lärche würde ich nicht nehmen. Ich habe meine erste Beute aus diesem Holz gemacht, habe es aber bereut:


    - Lärche ist viel schwerer als z.B. Fichte.
    - Lärche verzieht sich mit der Zeit sehr stark.

  • :pHallo,


    Finvara sagt was Sache ist. Stumpf verschraubt hält auch bei mir schon über 20 Jahre und zeigt noch keine Schwächen. Allerdings, wenn man nicht an Spaxschrauben spart wölbt sich auch nichts. Die Bretter bei mir waren nach Angabe des Sägewerkes trocken, nach der späteren Schrumpfung nicht.


    Schraube die Beuten zusammen und mache keine Probleme:p wo keine sind.


    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: