Gewicht fertig eingefütterten Volkes

  • Hallo, Dadantler,


    genug oder nicht genug? Meine Völker wiegen jetzt 37 kg (Buckfast), 34 kg (Carnica) und 36 kg (Carnica, in den nächsten Tagen mit neuer B-Kö umzuweiseln), und zwar je 11 Waben und Schied in einer Holzdadantkiste ohne Außendeckel. Die leeren Beuten mit Rähmchen und Mittelwänden wogen ca. 20 kg. Ich dachte zunächst, ich füttere sie bis 40 kg auf. Ist das genug, zu wenig oder überflüssig?


    Hat jemand eine Faustregel, was ein fertig eingefüttertes Volk in der (Holz-)Dadantbeute wiegen sollte?


    Grüße, Johannes

  • Genau das würde mich auch interessieren. Ich habe von allen möglichen Beutetypen schon das Auffütterungsgewicht gelesen, doch von Dadant noch nichts.
    Da ich selbst dieses Jahr zum ersten Mal aufgefüttert habe bin ich nun doch ziemlich unsicher.


    Joe

  • Hallo,
    ich habe aufgefüttert bis um die 40 Kg, Dadant Blatt Styropor ( Buckis).
    Ich überwintere dieses Jahr allerdings 2-zargig, d.h. mit 1 Honigaufsatz als Futterspeicher, dann sitzen die Bees nicht direkt auf dem mit Futter vollgetragenen Brutwaben. Dann kann ich evtl. zu vieles Futter einfach runternehmen und beiseite stellen, ohne viel Klimmzüge mit Brutwaben machen zu müssen.
    Ich hatte bei diversen Völker versucht, ohne Absperrgitter zu arbeiten, was sie mit teilweise massivem bebrüten dieser Zargen beantwortet haben. Daher hatte ich auch ne Menge bebrütete Honigwaben, die ich ohnehin einschmelzen werde. Nun dienen sie über den Winter erstmal als Futterspeicher. Mal sehen, wie das so im Frühjahr aussieht.

  • Moin Ralf,


    ich denke, die werden Dir wieder die Honigzargen bebrüten. Waben im Frühjahr oben wegnehmen hat (zumindest bei mir) noch nie geklappt. (Und das obwohl ich mit DNM arbeite und also einzelne Waben runterhängen könnte) Sobald dort Platz für Brut ist, weil's Futter verbraucht wurde, dann ist da auch Brut drin.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Johannes et al.


    leider kann ich Dir nicht helfen, bin zwar auch bekennender und mittlerweile zutiefst überzeugter Dadantler, aber genau so überzeugter "Nichtwieger"


    Ich schaue-stichprobenartig- in die Völker, schätze den Futtervorrat ab und freue mich ansonsten meiner Bienen und meines Lebens.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    Was überzeugt dich so am Nichtwiegen?
    Ich finde wiegen praktisch, weil ich so grade in der Haupträubereizeit das Volk nicht aufmachen muß, und weil es schnell und zwischendurch geht, ohne die Bienen zu stören, ohne Rauch und großes Werkzeug.
    Ich bin sehr neugierig auf deine Argumente.


    Viele Grüße
    wunderbiene

  • Moin Michael,


    Zitat

    Was überzeugt dich so am Nichtwiegen?


    Diese "Frechheit" stammt nicht von mir. Hätte aber durchaus von mir stammen können. :lol: Also los, antworte!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Also, an die Wiegefraktion. :P 
    Was überzeugt mich so am Nichtwiegen?
    Jetzt bringt ihr mich aber heftig in Erklärungsnotstand
    Eigentlich nichts, aber irgendwie vermisse ich die Wiegerei nicht, bzw. komme ich ohne sie gut klar.
    Nennt es Faulheit, nennt es Fingerspitzengefühl, nennt es Erfahrung, ich weiß es nicht. Wahrscheinlich eine Melange aus alldem.
    Wenn ich abgeschleudert habe,bei mir so 2. Dekade Juli, bekommt jedes Volk, egal ob groß oder klein, alt oder jung (ausser natürlich die, die ich auflösen will), die gleiche Menge Fertigfutter, entweder als Teig oder als große Einmalportion im Eimer.
    Dann, nach der ersten AS-Behandlung, die sich ja dann anschließt, erfolgt die letzte Durchschau, evtl. verbunden mit einem Einweiseln von Königinnen oder auch dem Auflösen von Völkern.
    Dabei mache ich mir ein Bild über die vorhandenen Vorräte, schaue mir kurz die Ausdehnung des Brutnestes an und weiß dann ungefähr, verbunden mit einem Eintrag in die "Stockakte", wieviel ich noch füttern muss.
    Wenn diese Menge drin ist, war es das.
    Spätere Kontrollen erfolgen dann eigentlich nur noch übers Flugloch.
    Wenn normaler Flugbetrieb herrscht, Pollen eingetragen wird usw. lasse ich die Pfoten weg.
    Bei Völkern, an denen ich Räuberei oder viele Wespen bemerke, oder wo evtl. ein Volk weisellos sein könnte,
    schaue ich schnell nach, was ja bei Dadant wunderbar schnell geht, aber bei anderen Beuten, so bei meinen alten Segebergern ja auch kein Problem ist, und gebe bei Bedarf noch Futter nach.
    So Mitte/Ende September fahre ich an alle Stände, und in manche Völker, die ich den ganzen August nicht mehr geöffnet hatte, schaue ich schnell mal stichprobenartig rein, und das wars.
    Meist nehme ich mir ein Eckvolk von rechts, eins von links und eines aus der Mitte; oft aber hat man ja noch im Kopf (bzw. auch auf dem Blatt) wieviel die Völker an Honig gebracht haben, wie die Leistung war usw. und wenn ich sehe, dass meine Stichproben o.k. sind, schließe ich auf die anderen hoch.
    Früher habe ich meine Völker regelmässig gewogen, aber irgendwann kam ein Punkt, wo es mir überflüssig erschien, und na ja, so halte ich es heute noch immer.
    Was ich öfter aufmache und reinschaue, das sind die späten Ableger, die ich aus Kunstschwärmen oder Feglingen ab Juli gebildet habe. Die sind oft noch so lange in Brut, dass ich sie auch schon mal noch Ende September oder Anfang Oktober nachfüttere. Aber gerade bei denen würde ich mich aufs Wiegen auch nicht gerne verlassen.
    Also, wie ihr seht, ich bin kein "Antiwieger" ,eher ein "Wiegefauler" aber so passt es mir ins Konzept und ich komme über die Runden.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Henry schrieb:

    Moin Ralf,


    ich denke, die werden Dir wieder die Honigzargen bebrüten.


    Moin Henry,
    geh ich auch mal von aus. Aber das hab ich schon in diesem Herbst ganz gut in den Griff bekommen. Sobald es geht werde ich ihnen wieder ein Absperrgitter verpassen und dann wird die Königin nach unten gesperrt.
    Die Brut oben auslaufen lassen und weg mit den Waben. Ist ja auch nur ein Experiment, ich muß das auch erst mal ausprobieren. Kommt eben auch darauf an wie das nächste Frühjahr wird, wie der Winter wird und und und......wenn es ansonsten gut klappt .... ? :lol:

  • Hallo Ralf,


    die Idee hat schon was.
    Die Bienen haben die gesamte Wabenhöhe und-Breite Platz zum Überwintern, warum denn nicht.
    Der Arbeitsaufwand ist halt geringfügig größer, aber sonst?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin ihr Beiden,


    war nicht ein großer Vorteil Eurer Beuten die ungeteilte Brutfläche und die Möglichkeit durch flache Honigzargen sehr knapp und dennoch freundlich abernten zu können?


    Nur mal theoretisch: irgendwann im April werden vielleicht die mittleren 5 Waben der flachen Zarge zur Hälfte oder wenigstens am unteren Rand bebrütet sein. Die Reizzone (siehe Pfefferle) also die Zone wo sich Brut, Leerzellen- und Pollenkranz an das Futter anschließen und die die Entwicklung bestimmt, liegt dann also mitten in der flachen Zarge. Jetzt dort ein Gitter einzulegen wäre bestimmt nicht förderlich. Die Brut drückt nach oben, Platz wäre da, aber Eier werden dort nicht gelegt. Die Königin vergeudet einen Haufen Zeit, beim Versuch ihre Legekreise zu vollenden und durch's Gitter zu gelangen. Und die Zellen darüber sind geputzt, werden aber nicht belegt. Pflegebienen erreichen offenes Futter nur durch das Gitter. Das ist auch nicht optimal. Also geht so frühes Gitter einlegen eigentlich nicht.


    Nehmen wir mal den 1. Mai an, dann gibt es oben wesentlich mehr Brut aber das Brutnest hat sich nach oben hin ausgedehnt. Unten auf den großen Waben ist aber Leere. (also im unteren Drittel) Jetzt könnte man wie beim Zargentausch die flache Zarge unterstellen, damit das Futter umgetragen wird. Aber ob das so optimal ist? Oben fehlt jetzt der Futterkranz und die jüngste Brut liegt direkt hinter dem Flugloch. Das Brutnest hat die Form eines Weinglases. Unten flach und breit, dann fast fast nichts und darüber die angeschnittene Kugel. Wenn das Volk Superstark ist kriegen die das sicher in den Griff, vielleicht ist das dann sogar der Vorteil den man sich auf anderen Maßen vom Zargentausch verspricht, aber wie ist das bei schwächeren Völkern oder an kalten Tagen und Nächten? Jetzt einfach Gitter zwischenzulegen würde das Brutnest brutal zerschneiden.


    Igendwann im Mai kommt Nektar rein. Jetzt ein Gitter dazwischen führt dazu, daß jede frei gewordene Zelle über dem Gitter belegt wird. Aber ihr wolltet doch aus unbebrüteten Waben schleudern? Also spätestens jetzt unterstellen. Aber was wird mit dem gedeckelten Rest-Futter?


    Und wie oft wird man im Frühjahr in die Völker müssen, nur um das Timing halbwegs hin zu kriegen? Und wo ist der Vorteil der großen Wabe hin? Also als Experiment kann ich das ja gut verstehen oder als direkte und dauerhafte Erweiterung des Brutraumes vielleicht auch, aber wäre es da nicht angebrachter, so eine flache Zarge unterzustellen? Da hätten die Bienen auch die größere Fläche und säßen nicht immer auf dem Übergang und im Frühjahr fliegt die Zarge einfach raus ohne jedes Gemehre in der Reizzone und im Brutnest und ohne Gitter im Frühjahr. Was haltet ihr davon?


    Und liege ich ansonsten richtig? :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry, ich bin mal wieder beeindruckt!


    Also, da die Antworten der Dadantimker auf meine Eingangsfrage nur spärlich fließen, werde ich mal so reichlich 40 kg anpeilen (habe ja Holz und kein Styropor, Ralf...).


    Es geht noch minimalistischer als bei Michael: Johann van den Bongard, dem ich die Frage nach dem Endgewicht vor längerer Zeit auch stellte, sagte, er hebt die Beuten halt mal ein bißchen an und weiß dann, ob es genug ist... :o Tja, je fortgeschrittener der Imker, desto mehr Dinge schmeißt er weg. Ich werde die Waage wohl erst noch ein paar Jahre behalten, mußte aber wieder mal an Michaels Beitrag mit den Riegeln und Riegelchen, Schiebern und Schieberchen denken... Und siehe da: jetzt hat Michael Dadantbeuten (die er nicht wiegt)...


    Viele Grüße und gutes Einwintern, Johannes

  • Henry schrieb:


    Und liege ich ansonsten richtig? :wink:


    Moin Henry,
    so viel Text für mein Experiment.... na ja.
    So schlafmützig werde ich wohl kaum sein, wie du mich einschätzt. :oops: 
    Am 1. Mai nächsten Jahres wird mit Sicherheit keine Königin mehr oben sein um dort brüten zu können.....ich gehe mal davon aus, daß zu der Zeit schon lange ein Absperrgitter obendrauf liegt und je nach Wetterlage evtl. auch schon blitzsaubere 1 x benutzte unbebrütete Honigwaben in der oberen Beute sind.
     :P