Biene lebt ohne Kopf

  • Hallo,


    gestern früh hat wohl bei einigen Bienen den Landeanflug nicht so richtig geklappt. So etwa 10 Bienen lagen oben auf der Beute auf dem Rücken. Da die Flügel an der Feuchtigkeit des Deckels festhafteten, konnten sie nicht weg. Sofort machten sich einige Wespen über die Bienen her. Als ich die Bienen gesehen habe, habe ich sie zusammengekehrt und in die Sonne gelegt und mit einer Lupenbrille zugesehen, wie sie wieder flügge wurden. Allerdings war eine Biene dabei, der hatten die Wespen wohl den Kopf abgebissen. Der Kopf war nicht dran. Trotzdem wurde auch diese Biene wieder relativ fit. (Betohnung liegt auf relativ). Sie konnte stehen, mit den Flügeln schlagen, unkoordiniert herumlaufen und Putzbewegungen ausführen. Ich hab sie etwa eine halbe Stunde beobachtet und sie schwächelte in keiner Weise. Ich hab dann der Horrorshow ein Ende gesetzt. Können Bienen ohne Kopf längere Zeit leben?

  • Hallo Freibad,
    bei Insekten scheint das Nervensystem anders zu arbeiten wie bei Warmblütern.
    Spontan fiel mir dazu ein, das ein geköpftes Huhn noch mit den letzten Nervenzuckungen fliegen kann.
    Aber wie gesagt, bei Insekten scheint das anders zu sein.
    Ein Beispiel, das sicherlich der Sache nahe kommt, ist das Gottesanbeterin-Männchen, das trotzdem es vom Weibchen gefressen wird, dieses gleichzeitig begattet.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • ..die Biene lebt solange, bis sie ausgetrocknet ist. Sie verdurstet.
    Laufen, putzen etc. geht auch ohne Kopf, die Nerven, die dafür gebraucht werden, liegen im Körper. Nur fliegen kann sie nicht, weil der Flug durch die Augen und Antennen gesteuert wird.


    Man bedient sich übrigends bei der Analyse von einfachen Reflexen (z.B. Putzreflex)dekapitierter (geköpfter) Insekten. Damit werden die Willkürhandlungen, die im Hirn generiert werden, ausgeschaltet.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Forum, Hallo (insbes.)Lothar,


    im Gegensatz zu den Wirbeltieren, also auch zu uns, sind Insekten nicht mit einem Rückenmark, das die Nervenbündel zusammenfasst und weiterleitet, einige "niedere" Reflexe wie z.B. Atemantrieb und Temperaturregulation mit steuert, ausgestattet, sondern mit einem Gangliengeflecht, das im Bauchraum verläuft.
    Wir reden tatsächlich bei Insekten von einem Bauchmark
    Es hat ähnliche Funktionen wie unser Rückenmark, wenn auch nicht so differenziert.
    Daß ein geköpftes Huhn noch zappelt, hat im Gegensatz dazu nichts damit zu tun, sondern hängt damit zusammen, dass Reflexe nicht bis zum Gehirn übertragen werden, sondern schon vom Rückenmark bearbeitet und beantwortet werden.
    Im Klartext:
    Wenn Du dir die Pfoten an der heißen Herdplatte verbrennst, ziehst du die Hand "automatisch" weg. Bis der Befehl: "Vorsicht, heiße Herdplatte, Finger weg" im Gehirn ankommt, hast du die Hände schon weggezogen.
    Alles andere würde auch viel zu lange dauern.
    Das gleiche passiert auch, wenn dir der Orthopäde mit dem Hämmerchen unter die Kniescheibe klopft. Dein Bein zuckt, ob du willst oder nicht.Dies sind Schutzreflexe, die uns das Überleben als Art erst ermöglicht haben.
    Und diese Reflexe funktionieren so lange, wie noch ein Minimaler Blutkreislauf vorhanden ist.
    Schon von den berühmten Piraten Klaus Störtebeker geht doch die Saga, er habe mehreren Kameraden das Leben gerettet, indem er in schon geköpftem Zustand an ihnen vorbei gelaufen sein soll.
    Er hatte sich angeblich ausbedungen, dass all die Kameraden zu verschonen seinen, an denen er noch vorbei laufen könne.


    .. In diesem Sinne ..
    Immer Kopf hoch

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-