Weltweite Imkerei

  • Hallo zusammen
    Auf den angegebenen Seiten von Uli ist mir ein Schutzanzug aufgefallen, den ich so noch nicht gesehen habe
    .
    http://www.honeybeeworld.com/diary/2002/diary060102.htm


    Kann mir jemand sagen, was der doppelte Gesichtsschutz (So sieht es zumal aus) für einen Zweck hat?

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo Guido,


    der Gesichtsschutz hat einen Distanzreifen dazwischen, damit das Netzgewebe nicht an der Nase des Imkers aufliegt. Dies ist der weiße Bogen, welcher in der Mitte zwischen den beiden Gewebehälften verläuft.


    Warum man das Netzgewebe so weit zurück angebracht hat, ist mir auch unklar, Imker müssen schließlich mit diesem Ding nicht Auto fahren und brauchen demzufolge auch keine Möglichkeit, seitlich aus der Kaputze rausgucken zu können...


    Trotzdem eine sehr interessante Anzugskonstruktion!


    P.S.: Schon gesehen? Die Beute ist komplett in schwarze Folie eingewickelt...

    Viele liebe Grüße aus dem Saarland!
    Kai Kopmeier
    __________________________


    Das Staunen ist eine
    Sehnsucht nach Wissen!

  • Moin Imkers,


    also das nenn' ich Vermummung. Der hat sogar den Hosenschlitz mit Panzertape zugeklebt. Und die fahren tatsächlich in der Vermummung Auto. Kein Witz. Entweder die Amis sind Weicheier oder wollen auf keinen Fall ihr Antlitz entstellen lassen, weil es ihnen an Selbstbewußtsein fehlt oder das ist strenger Arbeitsschutz oder die Bienen sind die Kathastrophe. Letzteres stimmt auf alle Fälle in Gebieten in denen die afrikanisierten Bienenschwärme ihre Drohnen entlassen. Da wird aus jeder stillen Umweiselung zwangsläufig ein afrikanisiertes Volk und dann kann man durchaus den Aufzug verstehen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry et al.


    der Typ mit dem Imkeranzug bearbeitet tatsächlich afrikanisierte Bienen.
    Auf irgend einem Imkertag hat sich mal ein Bienenwissenschaftler von Hohenheim mit einem Vortrag vorgestellt, der hat im Rahmen eines Forschungsprojektes bei Imkern, die mit der afrikanisierten Biene arbeiten, hospitiert.
    Denn mit der wird tatsächlich geimkert, und das mit ganz gutem Erfolg, denn ausser das sie stechen wie Sau sind sie varroatolerant und bringen wohl auch noch richtig gut Honig.
    Und diese Vermummung, er hat sie damals vorgestellt, ist absolut notwendig, wenn hunderte von Bienen auf der Suche nach Stechmöglichkeiten sind.
    Die Vermummung dauert täglich bis zu einer halben Stunde pro Person, und das Abkleben von Schlitzen an Armen und Hosenbeinen ist ein absolutes Muss. Der Hosenschlitz wird nicht mit Tape abgeklebt, weil es da so gut riecht oder weil der Imker da besonders empfindlich ist, sondern weil es eine Schattenpartie ist, die von den Bienen bevorzugt angeflogen wird.
    Der Schleier muss autofahrertauglich sein, weil ein Absetzen erst nach einigen KM Entfernung möglich ist, die Bienen sind sehr "anhänglich".
    Geimkert wird aus Sicherheitsgründen nur zu zweit !
    Der Smoker hat die Dimensionen eines kleinen Kanonenofens und wird teilweise so schwer, dass er auf einem kleinen Fahrgestell zwischen den Beuten hin und her bewegt wird.
    Während ein Imker die Beuten öffnet, bedient der zweite ununterbrochen den Smoker.
    Normalerweise steckt ein Team den ganzen Tag in einem solchen Astronautenanzug, denn ein ständiges An- und Ausziehen wäre zu zeitraubend, und fährt dann von Stand zu Stand.
    Abends werden dann gegenseitig die Bienen vom Anzug abgesammelt, bevor es ans Ausziehen geht.
    Muss eine schöne Sauna sein, bei den dortigen Temperaturen !

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Michael schrieb:

    Denn mit der wird tatsächlich geimkert, und das mit ganz gutem Erfolg, denn ausser das sie stechen wie Sau sind sie varroatolerant und bringen wohl auch noch richtig gut Honig.
    Und diese Vermummung, er hat sie damals vorgestellt, ist absolut notwendig, wenn hunderte von Bienen auf der Suche nach Stechmöglichkeiten sind.


    Da haben bei uns auch noch viele Imker ihr "Kleinafrika"

  • Hallo Xaver,


    warum, glaubst Du denn, heißt mein Beitrag:


    "Überall ist Afrika...." :)


    (Eigentlich sollten da noch ein paar Smilies hin, aber mein "Firefox" will noch nicht so richtig.)

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo,


    Also wenn ich das so lese: varroatolerant, bringen viel Honig. - Da krieg ich Hörner, wenn ich denk, daß irgendeiner in unserem dichtbesiedelten Land auf Ideen kommt!
    Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen hier auf dem Gelände einen Jungimker (bevor ich mit der eigenen Imkerei anfing) mit Stechvölkern zu haben. Die haben auf zehn Meter Entfernung Angriffe geflogen. Meinen Garten konnte ich nur noch bis 9 Uhr morgens betreten. Selbst die Katzen, ältere Modelle, die keine wilden Spiele treiben, wurden gestochen, wo sie gingen und standen.
    Diesen Stech- Viechern wurde dann auch noch dreimal täglich der Bau aufgerisssen, was wirklich nichts, aber überhaupt nichts zu ihrer Beruhigung beitrug (Vorsicht Ironie).
    Die blöden Sprüche des Bienenbesitzers zu der Secherei erspar ich mir und euch.


    Folgen:
    Der Vermieter hat, nachdem er innerhalb einer halben Stunde dreimal auf seinem Balkon angeflogen und gestochen worden ist, angeordnet, daß die Bienen ganz hurtig vom Grundstück geschafft werden.
    Bienenhaltungsverbot auf dem Grundstück.
    Nach über zwanzig Jahren davon zu träumen, selbst Bienen zu halten, kam ich ernsthaft dazu zu überlegen, es doch zu lassen.


    In meinen Augen handelt ein Imker, der Stecher nicht gnadenlos aussortiert, grob unverantwortlich. Es geht nicht nur um Allergiker (Ich war selbst allergisch gegen Bienengift.). - Kein Mensch möchte von Bienen gestochen werden. Es tut nun mal weh.


    Wenn wir weiterhin in diesem Land Bienen halten wollen, sind wir darauf angewiesen, daß unsere Bienen salonfähig, sprich sanftmütig, sind.
    Abgesehen davon: Könnt ihr euch vorstellen, wieviel "Spaß" bei diesen Stechern die Schwarmkontrolle und überhaupt jede Arbeit gemacht haben muß? Die schwärmten denn auch bis die Kiste leer war. Das nur mal so nebenbei zum Thema Honigertrag!


    Viele Grüße
    wunderbiene


    PS: Ich halte meine Ableger mit vermieterlicher Genehmigung hier im Garten. Das war harte Überzeugungsarbeit! Und es wird sicher noch lange dauern, bis hier mein erstes Wirtschalftsvolk stehen darf!

  • Hallo zusammen,
    einmal ganz provukant gefragt zum Thema afrikanisierte Bienen:
    Warum nicht?
    Aber diese Frage stelle ich noch einmal beim Thema "Bienenrassen".
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    wenn nicht die klimatischen Bedingungen diesen afrikanisierten Bienen den Garaus machen, ich glaube, unsere Winter vertragen sie nicht, dann werden wir sie irgendwann auch hier haben.
    Meine feste Überzeugung !
    Vielleicht kommt ja irgendein Institut auf die drollige Idee, nur mal so zum Testen einige Völöker hier heimisch zu machen.
    Natürlich mit der garantierten Zusage, dass sie nur auf institutseigenem Gelände fliegen dürfen. :lol: 
    ... Aber hatten wir das nicht schonmal irgendwo ? ...

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo.
    Warum kann man eigentlich nicht halb afrikanische Bienen züchten ?
    So ein paar Eigenschaften kämen Euch doch sicher zugute :wink: 
    In diesem Sinne. Pedro

    In diesem Sinne. Pedro.
    (aus dem sonnigen Spanien)

  • Hallo zusammen,
    Ob einige Bieneninstitute schon Afrikanisierte Bienen haben, weiß ich auch nicht. Das es ein Bieneninstitut gibt, das hier Versuche mit asiatischen Bienenarten gemacht hat, ist uns (leider) hinreichend bekannt.
    Vor Jahren habe ich gelesen, das einige Forscher Versuche in Südamerika
    mit europäischen Bienen gemacht haben. Da liegt die Versuchung doch nahe...
    Und wer von uns hat nicht auch schon zumindest einmal daran gedacht,
    aus seinem Urlaubsort...
    Zu Pedros Bemerkung: nicht halbafrikanische Bienen, sondern eine Kombinationszucht mit einheimischen Bienen erscheint sinnvoll.
    Natürlich mit strenger Auslese in Richtung Wirtschaftlichkeit und Umgänglichkeit.
    Aber lasst uns in den vom mir eröffneten Threath weiterschreiben.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Soweit ich weiß, gibt es in Mexiko Zuchtversuche, mit dem Zeil, den afrikanisierten Damen die Stechlust abzugewöhnen. Nach dem Prinzip Auslese nimmt man eben von 100 Völkern die zehn friedlichsten, vermehrt davon, liest aus, etc. Die ersten Ergebnisse sollen vielversprechend sein.


    Bis die dann aber bei uns ankommen, müssen sie noch das Überwintern gelernt haben. Also ein Thema, welches eher mittel/langfristig bei uns ansteht.


    Bei der Gelegenheit weise ich mal darauf hin, daß auf meiner Website allerhand neues steht und gebe die Bilder bspw. zu den Themen Bannmasken, Figurenbeuten, Hornissen, alte Imkereiliteratur usw. interessierten Kollegen für deren eigene Websites gern frei - allerdings mit der Bitte der Aufnahme eines Links zum Schaubienenstand Honighäuschen. Ich habe noch sehr viel Material, was sukzessive veröffentlicht wird. Mittlerweile - meiner "lieben" Nachbarin sei Dank :lol: bin ich tief in die Kulturgeschichte der Imkerei/Bannmasken/Figurenbeuten usw. eingedrungen und habe so manches Interessante gefunden, was sehr zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Also ab und mal reinschauen - es lohnt sich.


    Mit besten Grüßen


    Klaus Maresch