Überwintern auf 3 Zargen ?

  • Hallo ,
    habe meinen Völkern nach der letzten Ernte einen ausgeschleuderten Honigraum wieder aufgesetzt (ohne Gitter) in der Hoffnung das die Bienen nach oben gehen und ich die untere Zarge mit Altwaben komplett wegnehmen kann . Gestern habe ich nun nachgeschaut und festgestellt das die untere Zarge noch ziemlich voll ist mit Brut .


    Kann ich die unterste Zarge über Winter lassen ? Oder sollte ich sehen das ich sie noch dies Jahr entfernen ? Seht Ihr da einen Nachteil für die Bienen drin ?


    Gruß Florian

  • Hallo Florian, Hallo Mehl07,


    das sehe ich ganz genauso. Da ich ohnehin auf zwei Zargen und einer Kletterzarge überwintere, habe ich auch schon daran gedacht generell die Wirtschaftsvölker auf drei Zargen zu überwintern und genau wie Du den HR vom letzten Sommer einzufüttern. Ich wollte das dieses Jahr auch mit mehreren Völkern ausprobieren, habe aber zu wenig Waben dafür.


    Dann wird man wohl recht früh einfüttern müssen, damit die Völker das Futter auch wirklich noch brutfern, also ganz oben, einlagern.


    Hat jemand mit der Überwinterung auf drei Zargen Erfahrung? Ich würde auch gern mehr dazu lesen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Ralf,


    'ne Kletterzarge ist eine Zarge in der auf der Lieblingsanflugseite nur eine alte Wabe oder ein alter ausgebauter Baurahmen, ein auszubauender alter Baurahmen und eine MW hängen. Ansonsten ist die Zarge leer. Man stellt die unter, damit die Bienen aus der bodennahen Kaltluft rauskommen (im Gegensatz zur höheren Aufstellung der Beuten) aber wenn sie abfliegen wollten erst nochmal in die Kälte müssen und sich's nochmal überlegen und deshalb doch lieber noch drin bleiben und nicht draußen verklammen. Der Kontakt zur kalten Winteraußenwelt bleibt hergestellt, ohne daß die unteren Wabenkanten der 1. Brutzarge direkt hinter dem Flugloch hängen, vor dem der Schneesturm tobt. Außerdem erhöht die Kletterzarge den Abstand zwischen eventuell eingedrungenen Viehzeug und der Wintertraube und den Abstand zu Totenfall und abgefallenen noch lebenden Milben natürlich auch. Es bleibt auch ein größerer Trommelraum, wenn die Beuten eingeschneit und der Schnee verharscht sein sollte. Und die Bienen mit dem nervösen Darm scheißen auf die Waben in der Kletterzarge und nicht auf die Brutraumwaben. Die Bausperre ist raus, das Mäusegitter drin.


    Sewlbst wenn's nichts bringen sollte, irgendwo müssen die unbenutzten Zargen und Baurahmen ohnehin gelagert werden. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Klingt einleuchtent, das mit der Kletterzarge.
    Das wurde doch in dem Buch ´So imkern wir in der Segeberger beschrieben.
    Wieviele Jahre hast das schon in deiner Betriebsweise Henry, hast du einen Unterschied zu Völkern ohne dieser Zarge?

  • Moin Michael2,


    ich hab' noch nie anders überwintert, weil ich als ich nach der Wende die Beuten gekauft habe, gleich das Buch von Schundau mitgenommen und mich darauf verlassen habe. Deshalb kann ich bestenfalls Hinterbehandlung mit Zargenbetriebsweise vergleichen aber aus eigener Erfahrung keine unterschiedlichen Überwinterungsvarianten in Zargen. (Warum auch, ich bin damit bislang sehr zZufrieden :wink: )


    Inzwischen habe ich bei einigen anderen Imkern Überwinterung auf einer Zarge und Überwinterung auf zwei Zargen auf Böcken erlebt. Beide Varianten hatten für mich mehr Nach- als Vorteile und ich glaube auch, daß sich manche Imker über die Frühjahrsentwicklung ihrer einzargig überwinterten Völker selbst täuschen, weil sie ja jecht früh volle Kisten sehen und erweitern müssen. Ich bin mit der Variante: zwei Zargen und Kletterzarge sehr zu frieden. Für Imker mit richtig vielen Völkern ist das aber wegen des Aufwandes nichts.


    PS: Doch, ich hab' schonmal Ableger, die aber wirklich geradeso im Herbst auf zwei Zargen gekommen sind ohne Kletterzarge überwintert. Da waren die Waben der unteren Zarge unten übel verschmutzt. Kann aber Einzelschicksal gewesen sein.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo und Danke für die schnellen antworten ,
    wann sollte ich die unterste Zarge denn spätestens entfernen ? Reicht es aus wenn ich dies bei der ersten Nachschau mache ? Die Bienen werden doch die erste Brut in den höheren Zargen anlegen , oder irre ich mich da .


    Gruß Florian

  • Hallo Florian,
    ich habe es schon einmal beschrieben, aber auch ich habe meine Segeberger Völker immer auf drei Zargen überwintert.
    Die untere Zarge, also die mit den ältesten Waben, wurde um die Zeit der ersten Reinigungsflüge entnommen.
    Den Bienen hat dies nie geschadet, im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, das dadurch, dass der Wintersitz bodenferner war, die Winterkugel besser gesessen hat.
    Und allenfalss bei extrem starken Völkern war im Febraur die untere Zarge bebrütet, und wenn, dann nur mit 1,2 Waben, die ich dann der mittleren Zarge zugehängt habe.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin Michael,


    gehe ich recht in der Annahme, daß Du's so tust? :lol:


    Abernten, HR ohne Gitter wieder drauf, Baurahmen bleiben wo sie sind, früh Auffüttern.
    .... Winter ....
    Zarge weg, Baurahmen hoch, Honigraum drauf ....


    Oder muß man noch was beachten?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    so:
    -HR abschleudern
    -BauRah raus, durch leere Wabe ersetzt
    -Gitter muss nicht raus, da keins drin
    -auffüttern
    -bei erstem Reinigungsflug untere Zarge raus, Wachs einschmelzen, Rähmchen weg (sind 3 Jahre alt)


    So habe ich es heuer letztmalig mit den 15 verbliebenen Segebergern gemacht.
    Nach dem Frühlingserwachen 2005, so es denn eines geben wird, Umsetzen der verbliebenen DNM-Völker auf Dadant.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Warum eine Kletterzarge, nichts als Arbeit ohne zusätzlichen Nutzen für das Volk und den Imker.
    Laß doch die Völker ob ein oder zweiräumig direkt auf einen komplett offenen Gitterboden überwintern, sie werden es Dir danken indem sie stärker auswintern.


    Gruß
    Rainer

  • Hallo,


    Meinst Du mit "verschmutzte Waben" schimmlige? Ich habe bisher bei zweiräumiger Überwinterung nur schimmlige Waben in der unteren Zarge gesehen(in der oberen überhaupt noch nicht), wenn die Böden nicht offen waren. Entweder überhaupt geschlossenen Böden, oder Schublade rein Ende Januar, "damit`s die neue Brut wärmer hat".
    Und die Beuten standen noch nicht mal auf dem Boden, sondern auf Balken auf Kellersteinen, also fast kniehoch.
    Nur meine Erfahrung?


    Viele Grüße
    wunderbiene

  • Hallo Forum, Henry,


    was "beschmutzt" heißt, weiß ich auch nicht.
    Verschimmelte Waben gab es bei mir eigentlich nie.
    Ich hatte die Idee, die Völker auf 3 Zargen einzuwintern, nachdem ich bemerkt hatte, dass besonders die größeren im Herbst oft noch erhebliche Pollenvorräte in der unteren Zarge hatten.
    Diese wollte ich nicht verlieren, und im Frühjahr hatten die Völker die auch immer verbraucht bzw. nach oben gebracht.


    Und ausserdem ist es eine klasse Methode, gebrauchte
    Waben über Winter aufzubewahren. :wink:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-