Wieviele Leerwaben für Wintersitz?

  • Hallo liebe Imkerfreunde,


    ich habe dieses Jahr erst angefangen mit der Imkerei und bin noch etwas grün hinter den Ohren.


    Da es ein "gutes" Schwarmjahr war, habe ich im Laufe des Frühjahrs und Sommers 7 Schwärme zusammensammeln können.


    Ich habe ab Juli immer schön gleichmäßig mit 1:1 Zuckerwasser zugefüttert, so daß jetzt alle Waben ausgebaut sind und auch jede Menge Bienen in den Völkern. Ich habe 3/4 Langstroth-Magazine un will auf 2 Zargen überwintern. Das ist von der Fläche etwas mehr als ein Dadant-Brutraum.


    Jetzt meine Frage: Wieviel muss ich noch auffüttern. Die Imker in meiner Gegend sagen alle was zw. 15 und 20 kg. Ich habe aber ständig gefüttert und alle Waben sind fast voll bis auf das Brutnest was jetzt noch ca. 5-8 Rähmchen umfasst.


    Wenn ich jetzt weiter füttere enge ich die Brut ein, allerdings soll ja auch bis 15. September aufgefüttert sein. Wieviel Brutnest und damit Leerwaben für den Wintersitz muss ich den Bienen lassen??


    Habe mir eine Waage besorgt um nur ein Volk nachschauen zu müssen und anhand des Gewichts die anderen genau so auffüttern zu können, ohne das ich immer nachschauen muß. Für 3/4 Langstroth habe ich allerdings nirgens Vergleichgewichte wie für Segeberger Beuten gefunden.

  • Moin Cerr,


    Zitat

    eine Waage ... um nur ein Volk nachschauen zu müssen und anhand des Gewichts die anderen genau so auffüttern zu können

    funktioniert nicht. Schon ganz geringe Unterschiede in Findigkeit, Brut- und Bienenmenge führen von Mitte Juli bis Mitte Oktober zu ganz erheblich unterschiedlichen Gewichtsentwicklungen. Schon solche Parameter wie Fluglochrichtung und Wetter spielen hier eine ganz entscheidende Rolle und wenn gerade Dein Waagvolk besonders gut im Futter steht, weil es irgendwo räubert, müssen die anderen hungern. Oder Dein Waagvolk wird unerkannt beraubt, dann überfütterst Du alle anderen.


    Wenn Du nicht alle wiegen willst kannst Du sie wenigstens schätzen. Dazu mußt Du nur ein Volk durchsehen das Du für richtig eingefüttert hälst und dieses anheben. Alle anderen die Du für leichter hälst kriegen dann noch Futter. Die alten Imker wiegen sowas auch mit Arm oder Wirbelsäule. Mir ist das zu unsicher und ich bin auch noch nicht so alt und erfahren, deshalb nehm' ich die Sackwaage für jedes einzelne Volk. Und ich finde die Gewichtsentwicklung sogar noch interessant.


    Um die Futtermenge genau abzuwiegen, nimm eine leere Beute die genau Deinen Beuten entspricht, mit Leerwaben oder Leerrähmchen und wiege die als Tara. Pro Wabe muß man etwa 100g dazurechnen, wenn man Leerrähmchen gewogen hat. Zu genau muß man das nicht machen. Die Winter und die Völker sind zu unterschiedlich als daß ein einzelnes Kilo Wiegeunterschied ins Gewicht fiele. Sei halt nicht geizig!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Danke für deine schnelle Antwort, Henry.


    Ich hatte es auch so gemeint, dass ich die Völker einzelnwiege und dann bis zum Soll-Gewicht auffüttere; und dabei nur ein Volk als Muster nehme, weil ich halt nicht weiss, wieviel ein voll aufgefüttertes Volk wiegen soll.


    Leider habe ich keine Leerzargen und Rähmchen mehr, um mal leer zu wiegen. Da ich dieses Jahr wesentlich mehr Bienenvölker bekommen habe als erwartet (und man ja auch keine Gelegenheit ungenutzt lassen kann als Anfänger) ist mein Etat erschöpft um mit dieses Jahr noch eine leere Beute zuzulegen.


    Also zurück zu meiner Frage: Wieviel Leerwaben muss ich den Bienen als Wintersitz bzw. Brutfläche für September lassen?

  • Moin Cerr,


    die dichte Winterkugel, je nach Volk maximal so groß wie ein Fußball, sollte nicht auf kaltem Futter sitzen. Ich imkere doch auf DNM und hab' deshalb nicht auf die Frage geantwortet weil ich nicht weiß wiegroß Deine Rähmchen genau sind. (Ich bin halt Normalo :cry: )


    Wenn meine Völker eingefüttert sind, bleibt in der unteren Zarge bestimmt
    der Platz von 5-6 Waben gänzlich futterfrei. Aber das müssen nicht die mittleren Waben sein und manchmal sind auch alle Waben der unteren Zarge fast gleichmäßig 1/4 voll. Machmal ist das Loch genau in der Mitte zwischen Zarge 1 und 2. Ich hänge nach dem Beginn des Auffütterns keine Waben mehr um. Da kümmern sich die Bienen nur noch alleine.


    Ist Dein Gedanke der, zur Sicherheit soviel zu füttern, daß nur noch der nötigste Platz frei bleibt? Dann mach' Dir keine Sorgen, das wäre wirklich viel zu viel. (Bei einzargiger Überwinterung ist das ein Problem, aber die machen wir beide ja deshalb nicht :wink: ) Wenn das Futter abzüglich Wintersitz einer einzigen Zarge ausreicht Völker durch den Winter zu bringen, dann reicht eine ganz volle Zarge und ein bißchen Extra darunter erst recht. Bei DNM bekomme ich um die 18 kg Honig aus einer Zarge, also geht auch mindestens soviel Futter rein, wahrscheinlich sogar mehr. Selbst wenn Du also 30 kg einfüttern würdest, bliebe so immer noch 'ne halbe Zarge frei und das reicht als Leerraum ganz bestimmt. Und Anderthalb Zargen Futter reichen für die Ableger im nächsten Jahr noch gleich mit. Du kannst sicher Mengen wie Franz-Xaver einfüttern ohne zu Schaden. Zweizarger kann man eigentlich nicht überfüttern, jetzt im September gleich garnicht und selbst, wenn Du denen Mitte September die Brut erheblich einengen würdest, wäre das nicht schädlich. Du würdest nur den Milben schaden und die Winterbienen die eh schon da sind schonen und bis zum März haben die genug Platz für neue Brut freigefressen, bis zum April sowieso.


    Zweizargig ohne Geiz geht's nicht schief. (Ich hatte früher aber auch mächtig Angst, das ist normal) Bereite also schon mal MW vor für die noch vollen Futterwaben, die Du nächstes Frühjahr rausnehmen kannst. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Danke Henry :D .


    Also mein 3/4 Langstroth hat in etwa so viel Fläche wie dein DN (ich 779 qcm, du 825 qcm), ich bekomme ca. 15kg Honig aus einer Zarge.


    Da bin ich insgesamt beruhigt. Werde noch ein paar kg einfüttern und dann aufhören und alle Völker auf ein einheitliches Gewicht bringen.


    Im Frühjahr weiss ich dann mehr.

  • Jo! Mach ma! Wird schon klappen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder