Wie lange soll ich nach dem Transport vor dem Öffnen warten

  • Hallo,


    ich bekomme morgen noch zwei Völker von einem Nachbarimker, die ich für einige Wochen noch zu meinen Schwiegereltern stellen muss, da sie aus dem Flugkreis müssen, bevor ich sie auf meinen Stand stellen kann.


    Die Völker kommen aus einem Bienenhaus (Blätterstock) und werden heute Abend in meine Magazine umgehängt. Morgen Abend werde ich sie dann abholen und an den neuen Standort bringen. Da die alten Waben aus einer Blätterstockbeute kommen besitzen sie keine Abstandshalter. Ich muss also nach dem Transport den Abstand der Waben noch einmal korrigieren.


    Wie lange sollte ich warten, bis sich die Bienen wieder beruhigt haben nach dem Transport?

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Moin Thomas,


    ich glaube, das wird Mist, weil Du ja irgendwann die Völker auch wieder heimholen willst und die dann ja noch immer kein Abstandssystem haben. Und vor allem, weil die Abstände nicht gleichmäßig zusammenrutschen und Dir die Waben dann samt Bienen durch die Zargen fallen. Haben die Rähmchen denn überhaupt Ohren? Die brauchte man ja im Blätterstock nicht. Und wenn ja, sind es Drahtohren? Dann schaukeln die umgesetzten Waben auch noch überdiemaßen, weil sie nicht verkittet werden können und die unteren Wabenschenkel hauen massenhaft Bienen tot und Futter kleckert raus usw.


    Ich möchte Dir daher empfehlen nichts über's Knie zu brechen und vielleicht den Blätterstockwaben Erlanger Abstandsbügel zu geben. Diese Plaste-Bügel machen aus einem Rähmchen ein Hoffmannsrähmchen, sind billig (100Stück 10,00 Euro) und für weitere solche Aktionen wiederzuverwenden. Die Erlanger Abstandsbügel kann man einseitig aufstecken und antackern, wenn die Rähmchen (samt Bienen) noch in der Hinterbehandlungsbeute stecken. Beim Umsetzen kann man dann die Fluglochseite bestücken und hat Hoffmannsrähmchen, die man nach dem Transport einen Tag lang unkorrigiert in den Beuten lassen kann, bis sich die Mädels eingeflogen haben. Oder man schiebt noch vor dem Transport hinter die letzte Wabe kleine Keile von Holzwäscheklammern oder Leisten, damit garnichts erst verrutscht.


    Das zu erwartende Auffliegen im Bienenhaus beim Antackern der Abstandshalter wird nicht unerheblich sein, ist aber nichts gegen die orientierungslose Bienenwolke nach einer Wanderung mit schaukelndem Wabenbau und gequetschten Bienen. Da wird sich Schwiegermutti freuen. :oops:


    Man kann die Erlanger Seitenteile auch nur aufstecken ohne zu tackern, aber dann muß man sich sehr konzentrieren, daß man nicht irgendwann nur das Seitenteil in der Hand hält und die Wabe durchrutscht. Als schonende Notlösung geht das aber für den Transport und dann geht man halt später nochmal zu den Bienen und tackert sukzesive immer mal paar Waben nach, solange sich die Aufregung in Grenzen hält. Aber wie gesagt man muß sich dabei saumäßig konzentrieren, wenn man ansonsten stabile Rähmchen gewöhnt ist. Ich weiß wovon ich schreibe. Trotz warnender Beschriftung auf den Zargen sind mir schon Waben deshalb aus der Hand gefallen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • OH!


    Naja, Ohren habe ich wenigstens. Die sind aus Blech. Mal sehen, was ich jetzt tue.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Wir haben vorgestern erst mal wie geplant die Waben umgehängt. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Waben sehr stramm in meine Kästen sitzen. Der Transport gestern war dann auch kein Problem. Keine Bienenwolke nach dem Aufstellen alles ganz liebe Bienen und keine Wabe verrutscht.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Moin Thomas,


    wie kann das sein? (Nicht, daß ich nicht glücklich wäre, daß es nicht zur Bienenquetschung kam) Aber wie können Blätterstockwaben ohne Abstandssystem stramm in einer Zarge sitzen? Haben die Waben seitliche Abstandsknöpfe, die in der Zarge klammen? Wo ist der Trick?


    Laß' mich nicht dumm sterben. :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    sie saßen nicht seitlich stramm drin, sondern in der Länge. Anscheinend sind die Blätterstockwaben etwas länger als DN-Waben. Ob das allgemein so ist oder nur speziell bei diesen weiß ich nicht. Der Imker von denen ich die Völker habe hat mir erzählt, dass die Beuten sein Vater noch vor dem Krieg angeschafft hat. Die Rähmchen hat er selbst gebaut.


    Für den Transport war das ja jetzt auch ganz praktisch, aber wenn die Bienen die Waben jetzt erst mal festgekittet haben, wird es sicher nicht mehr so einfach sein, mal eben eine Wabe zu ziehen.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Servus,


    wenn Bienenvölker beim Transport genügend Luft bekommen, und evtl auch noch Raum unter den Waben haben, um sich aufzuketten (so z.B. in einem hohen Boden mit Gitter), dann bleiben die Völker vollkommen ruhig und können ohne Schwierigkeiten auch gleich nach dem Transport geöffnet und durchgesehen werden. (Z.B. beim Kauf od. Verkauf von Völkern).


    Grüße, Reinhard.

    Wanderimkerei, Nebenerwerb mit derzeit ca. 50 Wirtschaftsvölkern, mehr oder weniger Carnica-Landmädels, nur Standbegattung, Langstroth-Flachzargen in Brut- und Honigraum. imkere seit 1987.

  • Reinhard Schindele schrieb:

    Servus,


    wenn Bienenvölker beim Transport genügend Luft bekommen, und evtl auch noch Raum unter den Waben haben, um sich aufzuketten (so z.B. in einem hohen Boden mit Gitter), dann bleiben die Völker vollkommen ruhig und können ohne Schwierigkeiten auch gleich nach dem Transport geöffnet und durchgesehen werden. (Z.B. beim Kauf od. Verkauf von Völkern).


    Grüße, Reinhard.


    Ah ha !