Einfütterung und Ameisensäurebehandlung

  • Hallo!


    Ich habe Anfang August 5kg als Anfang pro Volk eingefüttert und danach mit dem Nassenheider Verdunster (180ml, 60% AS) die Varroabekämpfung eingeleitet.
    Nun meine Frage, ich habe gehört das man dies nicht so dicht hintereinander tun soll, da das Futter noch nicht Verdeckelt ist und das Futter sauer wird. Stimmt das? Und was kann ich besser machen?


    Gruss Andreas

  • Moin blue-planet,


    das Problem liegt nicht unbedingt im Futter, das sauer wird, sondern in der AS-Konzentration in der Stockluft, die sinkt, wenn die AS ins Futter zieht. Deshalb sollte bei der AS-Behandlung nur wenig offenes Futter da sein. Und ganz sicher sollten nicht 15 Liter Invertzuckersirup in einer Futterzarge mit einer Oberfläche von 0.25m² über den Völkern stehen.


    Gerade bei einer frühen Langzeitbehandlung, wenn also noch Eintrag von außen kommt und die Bienen auch ihren Wintersitz durch Umtragen richten, kann man etwas offenes Futter nicht völlig verhindern. Nach Schwammtuchbehandlungen (Samstag rein, Sonntag raus) kann man gut einige Kilo einfüttern und dann am nächsten Wochenende wieder mit dem Schwammtuch behandeln. Wenn die Schwammtuchbehandlung (Oder AS-Kurz mit Verdunster) als Ganzes abgeschlossen ist wird weiter langsam aufgefüttert und wenn das Auffüttern abgeschlossen ist, beginnt die Langzeitbehandlung. Dann sollte das Winterfutter weitgehend verdeckelt sein.


    Die AS die in das Futter eingezogen ist, verflüchtigt sich aus diesem, sobald die AS-Konzentration in der Stockluft das zuläßt. Auch wenn das "saure" Futter zwischenzeitlich verdeckelt wurde. Das Ausgasen erfolgt nach der Teildruckfunktion und dem Gesetz von Henry. Also je höher die Temperatur und je höher der Teildruckunterschied desto schneller. Schon zum Jahreswechsel kann man AS im Futter nicht mehr nachweisen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ich machs folgendermaßen:


    Nach einem ersten kräftigen Futterstoß direkt nach dem Abschleudern Ende Juli, Anfang August folgen 3 AS Behandlungen mit dem Schwammtuch, wobei jeweils im gleichen Arbeitsgang gleich auch wieder gefüttert wird (aus Gründen der Zeitersparnis). Negative Auswirkungen bzgl. Überwinterung oder Wirksamkeit der AS konnte ich nicht feststellen.


    Grüße von Reinhard

    Wanderimkerei, Nebenerwerb mit derzeit ca. 50 Wirtschaftsvölkern, mehr oder weniger Carnica-Landmädels, nur Standbegattung, Langstroth-Flachzargen in Brut- und Honigraum. imkere seit 1987.

  • Hallo!
    Danke erstmal für eure Antworten.
    Letztes Jahr hatte ich Ende August die 20kg Apiinvert gleich mit einmal in die Futterzarge gegeben, die nach einer Woche weg waren und dann 6 Wochen lang bis Mitte-Ende Oktober, mit AS 60% und Nassenheider Verdunster behandelt. Wollte dieses Jahr, nach einem Rat, die Fütterung auf 4x5kg Gaben verteilen. Es lässt sich bloss nicht so schön mit der Behandlung vereinigen. Nächstes werde ich wieder meine alte Methode nehmen, die Bienen waren so stark aus dem Winter gekommen wie Sie reingegangen sind. Und das bei knapp 20 toten Bienen in der Beute, also gehe ich mal davon aus das die Vorgehensweise für mich nicht so schlecht war.


    Gruss Andreas


    PS. Das Schwammtuch Prinzip ist nicht so mein Ideal.