Imker sind ein Betriebszweig der Landwirtschaft

  • Wir Imker sind ein Betriebszweig der Landwirtschaft. Auch z. B. mit der penetranten Landwirtschaftl. Berufsgenossenschaft gesegnet. 1 Bienenvolk entspricht nach den geltenden Regeln 1/2 ha landw. Fläche.


    Auch wir nordeurop. Imker sind im Hinblick auf die südlichen europ. Länder und im besonderen auf die Überseeimker erheblich benachteiligt.


    In Deutschland beträgt die Trachtzeit ( die Zeit in der nennenswerte Mengen Nektar von den Bienen gesammelt werden kann ) gerademal 3 Monate. Dann ist Schluß ! In anderen Ländern kann diese Zeit, unterbrochen von Regen- bzw. Trockenzeiten, bis zu 10 Monate betragen. Fazit : erheblich höhere Mengen an Honig pro Bienenvolk sind zu ernten .


    Obwohl wir zur Landwirtschaft gehören und der volkswirtschaftliche
    Nutzen der Bestäubungsleistung der Bienen nicht einmal abzuschätzen ist, bekommen wir keinerlei Subventionen !


    Entweder alle Landwirte, einschließlich Imker, erhalten Subventionen oder gar keiner. Die jetzige Situation verstößt gegen das Grundgesetz (Gleichheitsgrundsatz )


    Es ist aus Sicht der Imker nicht hinnehmbar, das voraussichtlich die Landwirtschaft mit einer einheitlichen Flächenprämie von € 250/ha prämiert wird, egal was dieser mit seiner Fläche macht und die Imker gehen leer aus.


    Ergo : Entweder alle Landwirte , auch die Imker, bekommen die Prämie oder keiner.


    Keine Prämie für alle, damit wäre ich auch einverstanden.


    Gruß Fridolin

  • Hallo


    Zitat

    Ergo : Entweder alle Landwirte , auch die Imker, bekommen die Prämie oder keiner.


    Keine Prämie für alle, damit wäre ich auch einverstanden.


    Ganz deiner Meinung, aber woher kommt die Angabe, daß ein Volk einem halben ha entspricht? Aus den Preislisten der Berufsgenossenschaften, oder steckt da noch ein tiefer Sinn dahinter?


    Viele Grüße
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • @ Wolfgang



    Ganz deiner Meinung, aber woher kommt die Angabe, daß ein Volk einem halben ha entspricht? Aus den Preislisten der Berufsgenossenschaften, oder steckt da noch ein tiefer Sinn dahinter?



    zu Deiner obigen Frage


    Dies geht aus der Einstufung meiner Imkerei der für mich zuständigen Landw.Berufsgenossengenossenschaft und meines zuständigen Finanzamtes hervor.


    Gruß Fridolin
    www.imkereibrandt.de
    www.bienensterben.info

  • ZWEITER BERICHT DER KOMMISSION AN DEN RAT
    UND DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT
    über die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1221/97 des Rates
    mit allgemeinen Durchführungsbestimmungen für Maßnahmen zur
    Verbesserung der Erzeugung und Vermarktung von Honig
    Vorschlag für eine
    VERORDNUNG DES RATES
    über Maßnahmen im Bienenzuchtsektor ......


    In diesem 20-seitigen Bericht wird auf die Forderungen der Europ. Berufsimker, vertreten durch Dr. Friedhelm Berger im einzelnen eingegangen.


    Die Positionen und Forderungen der Eur. Berufsimker werden voll und ganz von der Kommision unterstützt und übernommen.


    Bei Interesse über Dr. Berger, bzw. über mich als PDF Datei anfordern.


    Gruß Fridolin

  • Hallo zusammen,
    die hiesige BG fängt an Beiträge zu kassieren, wenn man mehr als
    5000 qm hat. Daher dieser Faktor für ein Bienenvolk?
    Aber zur eigentlichen Frage: Habe ich als "Landwirt" dadurch auch Vorteile?
    Ich denke da an grünes Nummernschild, günstigeren Diesel, Steuervorteile und Subventionen, Ausnahme vom Sonntagsfahrverbot
    (wird schon auch nicht hinter vorgehaltener Hand diskutiert, aber da sind wir schon wieder bei Politik, so schnell geht das) ?
    Oder sollte ich lieber den Begriff "Hobby" weiterverwenden, nur um nicht
    ins Klientel einiger Institutionen zu geraten?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo zusammen,


    weiß jemand etwas Neues zu der komischen EU-Verodnung mit der sogenannten Flächenprämie, die quasi den Verpächter enteignet ? Hat es schon Urteile hinsichtlich dieser Problematik gegeben ?


    Viele Grüsse


    Gerhard

  • Nichts rechtskräftiges, weil fast alles in Berufung in die nächsthöhere Instanz geht.
    Einhelliger Tenor ist aber, daß die Prämienrechte dem Pächter zustehen, weil der die Fläche ja bewirtschaftet hat, und es ein Versäumnis des Verpächters ist, einen Prämienübergang nicht vertraglich festgehalten zu haben, weil die Regelung lange genug bekant war.


    Ich würde da allerdings nicht von Enteignung sprechen, der Boden bleibt ja im Besitz und Eigentum des Verpächters. Und ich persönlich finde diese Regelung gar nicht so unpfiffig, weil damit endlich die Leute Geld kriegen, die auch was tun, und nicht der Zahnarzt, der vom Opa 30ha geerbt hat.
    Außerdem sind die Prämienrechte handelbar, man sie kaufen und verkaufen, wo ist also das Problem?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,



    auch ich bin ja der Meinung, dass derjenige die Prämienrechte bekommen soll, der die Fläche bewirtschaftet.


    Aber nun läuft der Pachtvertrag aus, der alte Pächter nimmt die Prämienrechte mit, pachtet anstatt meines guten Ackerlandes irgendwo anders ein billiges Wiesen-Hang-Grundstück, und bekommt dafür 300€ Prämie pro Hektar. Mein neuer Pächter ist z.B. ein ökologisch arbeitender Gemüsebaubetrieb, der sich vergrössern will, also keine "übrige" Ansprüche auf eine Flächenprämie hat, und der mir sagt, ich erwirtschafte mit deiner Fläche 300€ weniger und kann Dir deshalb nicht den vorherigen Pacht zahlen. Darin liegt z.B. das Problem.


    Übrigens der Zahnarzt bekommt die Flächenprämie ja eh nicht, da er die Fläche ja nicht bewirtschaft. Was er aber bekommt, ist definitiv eine EU-verursachte Wertminderung seiner Grundstücke ! Und ich denke, das würde Dir als Verpächter auch nicht gefallen.


    Viele Grüsse


    Gerhard

  • :lol: ich zahle jedes Jahr 2600€ Grundsteuer und kann keinen Ertrag daraus ziehen, sondern muß die erst mal irgendwie verdienen.
    Ich muß also jedes jahr aufs Neue für etwas zahlen, was ich bereits gekauft und bezahlt habe.
    Wo ist da die Logik? :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Das Problem ist, wie schon Gerhard schreibt folgendes:
    Der Pächter kann die Prämie, die er für die Bewirtschaftung MEINES Grundstückes erhält, auf ein anderes übertragen. Bei uns wurden z.B. Zuckerrüben nicht gefördert. Jetzt darf er seine (erworbenen Rechte auf) Förderungen auch auf diesen Acker übertragen - und ich bleib auf einem wertlosen Stück Land sitzen. Dann kommt da noch hinzu, dass zum Teil Personen das Recht auf Förderung erhalten, die gar nicht mehr leben; sie weilen zwar nicht mehr unter den Leben, weil sie aber im Bemessungszeitraum die Fläche bewirtschafteten, steht ihnen (ihren Erben) die Förderung zu - auch wenn es den Betrieb nicht mehr gibt.
    Hat man vertraglich nicht vorgesorgt, bleibt da nur noch die Möglichkeit die Förderungen "zurückzukaufen". :(