2-Zarger einfüttern....

  • Hallo an alle Experten,


    bin etwas ratlos betreffend des Einfütterns:


    durch die gute Tracht im Sommer habe ich zwar Honig ohne Ende eingefahren, allerdings ist auch der 2. Brutraum bei einigen Völkern (trotz teilweise 2 aufgesetzten HR) fast vollständig verhonigt. Was soll ich da noch einfüttern?


    Den Brutraum soll und will ich nicht schleudern (der gehört den Bienen, auch wegen evt. Rückständen).


    Was tun? Runternehmen und als 1-Zarger überwintern? Drauflassen und nicht Füttern?


    Bin dankbar für Tips!


    Gruss


    Christian

  • Hallo
    Wenn deine letzte Tracht im Sommer ein Blütenhonig war, und du wirklich genug zum Überwintern drin hast (je nach Gegend und Biene 15-25kg Futter), würde ich gar nichts machen.
    Wenn die letzte Tracht ein Waldhonig war würde ich die Randwaben im 2. Brutraum (praktisch immer brutlos) entnehmen und die Waben von der Mitte aus auseinanderrücken. Es entsteht in der Mitte eine Lücke von 2-3 Waben, die mit Leerwaben gefüllt wird. Jetzt noch etwas auffüttern. Dadurch ist das erste Futter, das das Volk im Winter zehrt kein Waldhonig, der zuviel Balaststoffe hat. Das Auseinanderreissen des Brutnestes wäre im zeitigen Frühjahr eine Todsünde, jetzt und in dieser Situation aber o.k.
    Viel Erfolg
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Moin Christian,


    wenn Dein zweiter Brutraum weitgehend verhonigt ist, also fast alle Waben nur noch im unteren Drittel Brut haben und darüber gleich verdeckeltes Futter beginnt, dann fehlt Deinen Mädels Platz und ich würde wie folgt verfahren:


    - Zweite Zarge abheben und wegstellen
    - Zarge mit Leerwaben, gern auch bebrütet, aufsetzen,
    - Obere Zarge (alter oberer BR) komplett durchsehen
    - Waben mit wenig Honig aber viel Brut mittig in die neue Zarge einsortieren. Dafür Leerwaben nach oben, aber dort an den Rand (parken)
    - Königin finden und nach unten geben.
    - Gitter auflegen.
    - oberen BR wieder aufsetzen
    - Warten bis oben alle Brut geschlüpft ist. (Häng' also nicht gerade Eier hoch)
    - Abschleudern und
    - langsam auffüttern.


    Bitte nicht vergessen, wir haben Mitte August und nicht Mitte September. Die Bienen fliegen gut und finden in Goldrute und allerhand Gartenblumen noch lange Beschäftigung. Man muß nicht Ende Juli seine Völker fertig aufgefüttert haben. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry
    Das ist Ansichtssache. Bei den in der Regel unbebrüteten Randwaben verfahre ich auch so wie du, daß ich aus dem Brutraum schleudere, wenn es sein soll und sich auch lohnt. Ansonsten mach ich mir nicht die Mühe Anfang September noch mal die Schleuder anzuwerfen wegen der paar halbvollen Brutraumwaben. Wabenhygiene ist auch ein Thema. :wink: .
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Moin Wespenkönig,


    ich weiß ja nich genau wie das genau bei Christian ist, aber wenn so ein oberer Brutraum verhonigt (weil die nicht mehr nach oben wollen) dann wird es gerade jetz eng, wo wir doch nochmal ordentlich Brut wollen.
    Und auch bei Deinem Vorschlag nimmst Du ja 2-3 Honigwaben raus. Dann saust Du Deine Schleuder ja doch ein. Dann kannst Du auch den Rest noch schleudern und die Bienen können sich nochmal in der neuen oberen Zarge breit machen, ehe dort das Futter die Brut verdrängt.


    (Auf nur einer Zarge überwintere ich niemals)


    Außerdem sorgen leere Waben für Sammeleifer und der führt zu Sammelbienenabgang und das ist auf dem Weg zum Wintervolk sehr nützlich. Voll gekrachte Völker lungern nur noch rum und werden rammdösig. Die Bienen überaltern und in der immer weniger werdenden Brut versammelt sich die Varroa und feiert feste festliche Feste. Deshalb bin ich auch für langsames Einfüttern Das Brutnest bleibt lange groß und das Futter wird schön haubenförmig darüber eingelagert.


    Aber alles ist Ansichtssache :lol: Wie immer bei den Immen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    Ich hatte das gleiche Problem vor ein paar Wochen. Plötzlich war aus dem kalten Dauerregen Strahlewetter geworden und die Bienen trugen ein, was sie irgend schleppen konnten. Es blühte ja alles, was bis dahin steckengeblieben war, zusammen mit dem, was in die Zeit gehörte. Die Bruträume quollen über von Honig!


    Ich habe kurzerhand eine gute Woche lang über Absperrgitter einen Honigraum aufgesetzt. Die Immen haben fleißig umgetragen und sich damit wieder Luft zum Brüten verschafft. Diesen Honigraum habe ich dann abgenommen und mit nach Hause genommen. Und jetzt gebe ich die vollen Honigwaben mit dem Winterfutter (Deckel eindrücken, Wabe naßspritzen, in eine Leerzarge über einer Futterzarge). Schleudern konnte ich diese Waben nicht, weil ich vorher schon gefüttert hatte.
    Ich verstehe nicht, welchen Vorteil es haben soll, wenn man die Waben hin- und herwühlt. Oder funktioniert das, wie ich es gemacht habe, nur bei meinen Buckies? (Tretmine??????)


    Mein Pate, von dem auch dieser Rat stammt, meinte zu mir, daß es bei einem verhonigten Brutraum dazu kommen kann, daß die Königin nicht mehr stiftet, die Arbeiterinnnen deshalb meinen, daß Madam nicht mehr funktioniert, sie abstechen und umweiseln.


    Über die Menge an Futter, die sie drin haben, spekulier ich lieber nicht (Das trau ich mir als Anfängerin nicht zu). Ich mag die Bienen auch ungern mit Durchsichten stören. Ich wiege immer mal wieder, wenn ich meine, daß sich was tut (oder wenn mein Pate wiegt ;) ) . Anfang September werden sie dann gewogen, und der Rest, wenn nötig, aufgefüttert.


    Meine neueste Wiegevorrichtung sieht so aus: Ein Deckelhaltebügel, die Ösen, die normalerweise in die Grifflöcher einrasten, sekrecht und nach außen gebogen. Diesen Bügel kann man gut auch unter die neuen offenen Segeberger Böden schieben, aufstellen, Haken der Sackwaage in die Öse, rechte Seite wiegen, linke Seite wiegen, zusammenzählen. Geht fix, und die Sackwaage drückt nirgends mehr das Styropor der Beuten kaputt.


    Viele Grüße
    wunderbiene

  • Tip an Wunderbiene,


    nimm zum Unterhaken einen Kohlenkratzer, den Du direkt an die Sachwaage hängst. Da drückt dann wirklich nichts mehr ein.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    Das ist ja grade der Trick mit dem umgebogenen Deckelhaltebügel: da brauch ich keinen Kohlenkratzer oder sonstigen Umbau der Waage!
    Außerdem wüßte ich nicht, wo ich bei den neuen Segeberger Unterböden einen Kohlenkratzer einhängen sollte. Die sind an der Seite abgerundet und haben zum Boden hin ganz wenig Luft.


    Viele Grüße
    wunderbiene