AS - Schwammtuch

  • Hallo,

    bin (begeisterter) Anfänger - habe am Samstag Abend zwei 12er US Dadant Ableger bekommen, die beide Aufgrund der schwierigen Trachtverhältnisse dieses Jahr bei uns in der Pfalz eher in mittelmäßigem Zustand sind. Der eine sitzt auf 5 Waben, der andere auf 7. Eine der Beiden eingesetzten Königinnen ist erst seit relativ kurzer Zeit in Eiablage... Bei den zwei Tagen Kellerhaft konnte ich beobachten, dass Milben fallen. Wieviele genau kann ich aufgrund der kurzen Zeit nicht sagen. Meine Patin - sie wohnt 500m entfernt - behandelt jetzt mit Medizinflasche und fordert mich dazu auf auch zu behandeln - Reinvasion usw.--



    Prinzipiell ist mir die "Schwammtuchmethode nach Henry" am sympathischsten, da die Königin wohl nicht aus der Brut geht. Auch würde ich sie gerne so schnell als möglich füttern. Habe versucht die 48 Beitragsseiten zu lesen. Es bleiben aber doch drei Fragen:


    -Auf Seite 15(AS - Schwammtuch) redet ihr über Dosierung bei teilbelegten Zargen. Ist ja bei Dadant Beuten meistens der Fall, wobei mit Trennschied eingeengt. Wenn ihr euch die Seite nochmal durchlest, gibt es keine abschließendes Fazit?!? Nehme ich z.B. bei den 5 Waben + Schied 5x3ml (15ml) und lege das Tuch ausschließlich auf die besetzten Rähmchen auf? Muss dazu sagen, dass ich beide Völker im Warmbau stehen habe. Einfluss auf Dosierung?



    -Wenn ich drei Behandlungen in Wochenabständen anstrebe, kann ich dazwischen füttern? Evtl zwei Tage vor nächster Behandlung Futter rausnehmen?


    -Habe Janisch Beuten, bei welchen die Windel außerhalb unter Beute angebracht ist. D.h. es kann Luftaustausch stattfinden. Kritisch? Sonst müsste ich noch eine Windel bauen, die in die Böden reinpasst.



    Entschuldigung, wenn ich Fagen nochmal stellen. Der Thread hat aber auch eine enorme Länge...



    Vielen Dank im Voraus!


    Gruß, Steffen

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  • Hallo Steffen,


    zu deinen Fragen:


    1.

    Bei der Bestimmung der benötigten Menge ist das Volumen der Beute entscheidend, nicht deren Belegung. Die Ameisensäure verdunstet ja in der gesamten Beute, und nicht nur im Bereich, in dem Bienen und Brut sind. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob Warm- oder Kaltbau.


    2.

    Zwischend den Behandlungen kannst du füttern, achte aber darauf, dass die Bienen das Futter schnell abnehmen und auch noch mindestens zwei Tage Zeit haben, es zu "trocknen" bevor das nächste Mal aufgelegt wird, andernfalls hast du eine relativ hohe Feuchte im Stock und die Verdunstung der Ameisensäure verliert an Wirksamkeit.


    3.

    Ich meine hierzu gelesen und gehört zu haben, dass die Wirksamkeit der Behandlung nicht wesentlich leidet, wenn der Boden offen bleibt.



    Beste Grüße


    Peter

  • Danke Peter für die schnelle Antwort!


    zu 1.

    Lege ich dann das Tuch nur über die besetzten Rähmchen (wodurch die Konzentration im Bereich der Bienen sehr hoch werden dürfte) oder setze ich noch ein paar leere Rähmchen ein und lege das Tuch über das gesamte Volumen?


    zu 2.

    Wie kann ich darauf achten? Habe gehört, dass sie oft so zwei, drei Tage brauchen, bis sie das Futter annhemen. Will mit einfachen Plastikgefäßen füttern. Stellt ihr die in Honigraum auf die Rähmchen oder in den Leerraum hinter dem Schied?


    Nochmal vielen Dank!


    Gruß, Steffen

  • Nochmal zu 1.

    Na wenigstens richtig rechnen kannst Du. Eine Beute die mit einem Schied auf 6 Waben eingeengt und deren Raum auf 6 Waben eingeschränkt ist, wird nicht als ganzer Raum behandelt, sondern nur der Teil in dem die Waben stehen oder hängen. Du kannst jedoch gerne weitere Korinthen kacken und ich würde dann anmerken, daß Du in leeren Räumen keine Oberträger hast, das Schwammtuch aufzulegen. Hast Du welche sind auch Waben da. Sind Waben da, kann man leicht rechnen. 2 ml pro Wabe.

    Hier behauptet Henry das Gegenteil - oder verstehe ich es falsch? Ich bin verwirrt... :)

  • Hi,


    1.

    das Schwammtuch sollte möglichst über dem Brutnest platziert werden. Bei einer größeren Menge Ameisensäure würde ich zu einem zweiten Schwammtuch raten. Für mich ist die Grenze da mit einem gewöhnlichenSchwammtuch bei 22 ml erreicht, also einer Segeberger Zarge. Je voller das Schwammtuch ist, desto größer die Gefahr, dass an einer stark durchtränkten Stelle Ameisensäure durchtropft.

    Was die Verteilung der Ameisensäure auf dem Schwammtuch angeht finden sich im Internet von höchsten Stellen auch völlig widersprüchliche Aussagen: Von alles mittig aufbringen bis zur gleichmäßigen Verteilung gehen die Meinungen auseinander. Ich verteile die Ameisensäure gleichmäßig, bei einer punktuellen Aufbringung würde ich das Durchtränkungs- und Tropfrisiko für hoch halten. Die gleichmäßige Verteilung sollte allerdings mit (tief)gekühlter Ameisensäure erfolgen, da so die Verdunstung verzögert erfolgt.


    Da ich selbst nicht mit Dadant imkere will ich meine Aussage zum Volumen zurückziehen (wobei für die Verdunstung letzendlich doch der ganze Beutenraum zur Verfügung stehen sollte ? Oder trennt das Schied den Raum wirklich luftdicht ab?), bestimmt findet sich hier jemand mit der gesuchten Information.


    2.

    Ich empfehle einen Futtertrog, der in einer Leerzarge aufgesetzt wird, so kann man ohne Bienenkontakt schnell und einfach die Futterabnahme überprüfen bzw. nachfüttern. Eigentlich finden die Bienen das Futter innerhalb von 24 Stunden. Ein normal entwickeltes Volk nimmt um diese Jahreszeit innerhalb von vier Tagen mehrere Kilo Sirup bzw. Liter ab. Unter "Zeitdruck" würde ich trotzdem zu einer kleinen Menge (z.B. 2 Kilo Zucker mit 2 Liter Wasser) raten, und dann die weitere Auffütterung nach Abschluss der Schwammtuchbehandlung fortführen.


    Beste Grüße


    Peter

  • Nochmal zu 1.

    Na wenigstens richtig rechnen kannst Du. Eine Beute die mit einem Schied auf 6 Waben eingeengt und deren Raum auf 6 Waben eingeschränkt ist, wird nicht als ganzer Raum behandelt, sondern nur der Teil in dem die Waben stehen oder hängen. Du kannst jedoch gerne weitere Korinthen kacken und ich würde dann anmerken, daß Du in leeren Räumen keine Oberträger hast, das Schwammtuch aufzulegen. Hast Du welche sind auch Waben da. Sind Waben da, kann man leicht rechnen. 2 ml pro Wabe.

    Hier behauptet Henry das Gegenteil - oder verstehe ich es falsch? Ich bin verwirrt... :)

    Ich ging von Vollschieden aus, die den ganzen Raum abtrennen oder ausfüllen. Blindwaben oder bodentiefe Schiede vom 3er Boden.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich ging von Vollschieden aus, die den ganzen Raum abtrennen oder ausfüllen. Blindwaben oder bodentiefe Schiede vom 3er Boden.

    Erstmal Danke ihr zwei! Was sind Blindwaben und 3er Böden? An einem Schied kann an den Seiten und unterhalb Luft zirkulieren. Bienen können auch in den Raum dahinter. Aber scheinbar lassen manche Leute bei der Behandlung auch den Boden offen. Sollte dann auch keinen großen Unterschied machen.


    Ich habe jetzt gestern aufgrund der guten Wetterlage und des gefühlten Zeitdrucks eine Behandlung mit der "reduzierten" Dosierung (15ml und 21ml) gemacht. So kann ich heute Abend anfangen zu füttern.


    Unter "Zeitdruck" würde ich trotzdem zu einer kleinen Menge (z.B. 2 Kilo Zucker mit 2 Liter Wasser) raten,


    Peter, hat es einen speziellen Grund, warum du ein 1:1 Verhältnis empfiehlst? Ich lese oft "3 Zucker : 2 Wasser".


    Nochmals Danke!


    Gruß, Steffen

  • Hallo Steffen,


    dünnes Futter regt die Brut- und Bautätigkeit kräftiger an als 3:2, Letzteres ist dafür etwas arbeitsökonomischer.


    Ich füttere alle meine Völker nach dem ersten Schwammtuch mit etwas 1:1, und dann erst wieder von Ende August bis Mitte September mit Sirup. Ich habe hier ab Anfang August doch einiges an Läppertracht (speziell Schneebeere, Ende August dann sehr viel Efeu), so dass die Völker sich auch so ordentlich versorgen können.


    Beste Grüße


    Peter

  • Hallo,


    habe aufgrund der Aussagen heute am frühen Morgen jeweils 15ml AS auf ein zusätzliches Schwammtuch eingebracht. War also immer noch unter der empfohlenen Dosis von 36ml.
    Mit dem Ergebnis, dass die Beute des kleinen Ablegers als ich das Tuch raus und das Futter reinstellen wollte leer war :(

    Es liegen weder tote Bienen in der Beute, noch davor.

    Zugegeben, der Ableger war für die Jahreszeit sehr schwach - die Königin schien nicht sehr zielstrebig. Haut auch nach dem Einsetzen sehr lange gebraucht, bis sie mit er Brut angefangen hat. Aber wo sind die Bienen hin?

    Kann es sein, dass die Bienen zu dem anderen Volk umgezogen sind? Hätte den Eindruck, dass in der Beute mehr Bienen sind.

    Oder sind sie einfach ausgezogen, da sehr wenig Brut in der Beute war?


    Danke!


    Gruß, Steffen

  • wohin die Bienen sind muss ein erfahrener Imker sagen bzw. spekulieren.


    allg. zum AS-Thema habe ich einen Anteil von sicher 3000 Bienen (drei 500ml Gläser), die spez. abends als Pulk in den Hochboden hängen (Liebig-Zander). Beim 2-zarger habe ich oben auf 2 Tüchern 42ml AS verteilt. Die bees im Hochboden wird die wohl nicht so richtig erreichen?

    btw: im ersten Durchgang vor vier Tagen sind in einem Volk 44 Milben in 3 Tagen rausgefallen.

    juli

  • Moin Steffen!


    Mit

    zwei 12er US Dadant Ableger bekommen, die beide Aufgrund der schwierigen Trachtverhältnisse dieses Jahr bei uns in der Pfalz eher in mittelmäßigem Zustand sind.

    tut man / frau (?!) sich bzw. dem geneigten Anfänger mal so gar keinen Gefallen, insbesondere wenn

    Eine der Beiden eingesetzten Königinnen erst seit relativ kurzer Zeit in Eiablage

    ist.

    In dem Zusammenhang bzw. beim wiederholten Lesen deines Eingangsbeitrages in diesem Thema frage ich mich in welchem Umfang die beiden Ableger effektiv Brut haben / hatten? Also offene bzw. verdeckelte Brut. In Wabenseiten angegeben.


    Dann lese ich von

    zwei Tagen Kellerhaft

    bei Ablegern. Warum Selbige? Ob der 500 Meter Distanz zum alten Standort? Oder wohnt nur die Patin 500 Meter weg und die Bienen sind von weiter weg? Dann macht`s meines Erachtens noch viel weniger, um nicht zu sagen keinen Sinn.


    Meine Patin - sie wohnt 500m entfernt - behandelt jetzt mit Medizinflasche und fordert mich dazu auf auch zu behandeln

    Deine Patin sollte nicht nur auffordern sondern auch unterstützen ( -d eingewirkt haben).


    Prinzipiell ist mir die "Schwammtuchmethode nach Henry" am sympathischsten, da die Königin wohl nicht aus der Brut geht.

    Das `s schön. Zumindest gehen die Königinnen hierbei nicht merklich aus der Brut, da der AS-Schock immer nur wenige Stunden andauert und anschließend weiter gelegt wird.


    Auch würde ich sie gerne so schnell als möglich füttern.

    Weil? Sind die so trocken?


    Gestern schriebst du in deinem Betriag #679, dass du vorgestern mit der

    "reduzierten" Dosierung (15ml und 21ml)

    gearbeitet hast. Wenn ich das richtig lese, dann sind das zusammen 36 ml. Oder verstehe ich dich da miss?!

    Dann hast du gestern

    am frühen Morgen jeweils 15ml AS auf ein zusätzliches Schwammtuch eingebracht.

    , sprich die Schwammtuchelei nochmal um einige Stunden verlängert. Wie warm war`s gestern denn bei dir?


    Es liegen weder tote Bienen in der Beute, noch davor.

    Was sich für mich so liest als seien die Bienen schlicht vor der AS geflüchtet. Ich hatte in der Vergangenheit schon vereinzelt Bienenbärte über die gesamte Beutenfront bei AS-Schwammtuch. Wenn dein Ableger zudem mit einer Königin, die "nicht sehr zielstrebig", was auch immer das heißen soll, ausgestattet war, vielleicht sind sie dann mangels (offener) Brut schlicht komplett ausgezogen?

    Und gerade bei zu erahnend nicht sehr attraktiver / leistungsfähiger eigener Königin kann es durchaus sein, dass die Bienen sich nebenan eingebettelt haben - frag` mal deine Patin! Denn dafür sind Paten da, um derlei Geschehenisse zu vermeiden bzw. um als Ansprechpartner vor Ort und auf kurzem Wege zur Verfügung zu stehen!

    sehr wenig Brut in der Beute

    Definiere "sehr wenig". Kannst du evenetuell auch mal Fotos des Ganzen / der Waben(seiten) einstellen?


    Kopf hoch und viel Erfolg!


    Gruß Patrick (der Pate) :wink:


    P.S.: Ich merke gerade ich bin bzgl. "AS-Schwammtuch" ziemlich OT, daher final noch folgender Tipp: Ich würde (gerade schwächere) Ableger nicht zwingend mit AS-(Schwammtuch) behandeln, wenn die Königin nicht 100%ig im Saft steht erst recht nicht.

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Wer jetzt seine Ableger mit AS nötigen muss, hat die Grundlagen nicht umgesetzt und "kastriert" nun diese arme Einheiten im vollen Aufschwung ihrer Entwicklung.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Jetzt muss ich doch mal frech fragen wo ich diese Grundlagen finden würde, denn in allen Büchern die ich gelesen habe wird es nicht als Kastration gesehen! Oder habe ich nur die falschen Bücher gelesen!

  • Grundlage: Ableger brutfrei behandeln, dann reicht fast immer die OX-Beträufelung am Jahresende zur Restentmilbung.


    Auch Grundlage: Behandlungsmethode auswählen, genau recherchieren, wie diese umgesetzt wird (Dosisberechnung, Zeit/Temperaturfenster, ...) und dann auch genauso umsetzen. Keine Experimente mit Nachdosieren ect.


    Grundlage für den Informationsgewinn in öffentlichen Foren: Ironiedetektor einschalten, erst lange und gründlich mitlesen um die Schreibenden einschätzen zu lernen, mitdenken und mit Bücher/Fachzeitschriftenwissen kritisch abgleichen.


    Gibt noch ein paar mehr ...


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de