Ableger mit Trogbeuten?

  • Kann mir mal jemand erklären wie er mit seinen Trogbeuten Ableger macht?


    Gruß Dennis

  • Hallo Dennis,
    Also wenn Du in einem Kasten zwei verschiedene Völker (Vollvolk & Ableger) überwintern willst dann musst Du Trogbeuten mit zwei verschiedenen Fluglöchern haben. Mir ist da nur die T120 von Bienen-Ruck bekannt (http://www.bienen-ruck.de/shop/index.html), die das so hat. Im gedruckten Katalog sieht man das deutlicher. Die hat einen Doppelboden mit durchlaufendem Trennschied drin und zwei Flugnischen, die in die jeweiligen Bereiche münden. Durch unterschiedlich ausgerichtete Öffnungen in den Bodenbrettchen können die Bienen entweder durch das rechte oder das linke Flugloch ausfliegen. Wenn du jetzt ein Bodenbrettchen mit der Öffnung zB nach hinten links und eins nach vorne rechts legst und einen Trennschied vertikal zwischen den vorderen und den hinteren Bereich des Bruttrogs einhängst, kannst Du hinten einen Ableger (der links ausfliegt) und vorne das Vollvolk (das dann rechts ausfliegt) halten. Die Völkchen wärmen sich gegenseitig im Winter und Du hast im Frühjahr zwei Königinnen die Eier legen die du dann zur Frühtracht vereinigen kannst. Kannst dann ja die eine Königin auf Reserve wieder als gefütterten Ableger im Ablegerkasten verwaren.
    Ableger machst Du in der Trogbeute da wie im Ablegerkasten auch (zwei Deckwaben Eine Brutwabe dazwischen, Futtertasche).
    Viel Text einfache Sache!
    Leider sind die Beuten verhältnismäßig teuer :-/
    Gruß
    Alfred

  • Hallo Dennis,
    Da ich mit Trogbeuten angefangen habe,
    kann ich Dir folgenden Rat geben:
    Vorne eine Futterwabe (Honigwabe),
    dann je nach Zeitpunkt zwei oder mehr verdeckelte Brutwaben, je später, um so mehr (Mai-zwei, Juni drei, Juli vier),
    am Schluss das Trennschied,
    Königin im Zusetzkäfig, zunächst verschlossen, nach ein bis zwei Tagen, wenn sich die Bienen am Zusetzkäfig friedlich gegenüber der Königin verhalten, mit Zuckerteig verschließen.
    Den Ableger dann zehn bis vierzehn Tage in Ruhe lassen (Fällt schwer :wink: )
    Nach und nach mit Mittelwänden erweitern, bis er nicht mehr baut.
    Bei schlechten Wetter füttern.
    Wenn die alten Waben vorne leer sind, kannst Du diese entfernen.
    Es reicht auch, dies im Frühjahr zu tun.
    Du kannst statt Mittelwänden auch Rähmchen mit Anfangsstreifen nehmen, dadurch erhälst Du Naturbauwaben. Dauert aber länger.


    Die Methode, den Ableger als zweites Volk rückwärts einzusetzen, habe
    ich nie ausprobiert. Nachteilig erscheint mir, das man dann den Ableger nicht seiner Stärke entsprechend erweitern kann. Man muss ja Rücksicht auf das Volk vorne nehmen. Gegen einen solchen Zweivolkbetrieb spricht auch ein gesundheitlicher Aspekt: Wenn ein Volk davon krank wird, verlierst Du beide!
    Also lieber jedes Volk in s e i n e e i g e n e Beute!
    Diese Betriebsweise stammt sicherlich noch aus der Zeit, wo man noch schwächere Völker bevorzugte, und diese zur Ausnutzung der Frühtracht
    verstärkt hat. Heute bevorzugt man die "Einvolkbetriebsweise".
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Also, erst mal danke Alfred, danke Lothar!


    Da ich einen Bienenstand mit ca. 0,9 Meter Auflagefläche habe, stehen meine Magazine sehr weit vorne. Ich muss ich mich immer über ca. 40 cm ungenutzte Fläche beugen was mir und meinem Kreutz nicht so gut abgeht.


    Jetzt habe ich mir gedacht diesen Platz am besten mit Trogbeuten zu besetzen. und darin zuchtwürdige Wirtschaftsvölker zu halten.
    So hab ich mir gedacht, könnte ich im zuge der Erweiterungen in den Schwarmphasen Ableger bilden.
    Da ich aber noch Jungimker bin fehlt mir die Erfahrung diese Entscheidung zu beurteilen.


    Das mit dem überwintern hinter dem Vollvolk ist für mich eher eine Möglichkeit schwache Völker zu überwintern aber eigentlich nicht meine Absicht, da ich die in der Trogbeute gebildeten Ableger nur zur Entwicklung in der Trogbeute belassen möchte.


    (Lothar) "Die Methode, den Ableger als zweites Volk rückwärts einzusetzen, habe
    ich nie ausprobiert. Nachteilig erscheint mir, das man dann den Ableger nicht seiner Stärke entsprechend erweitern kann."


    Da ich die Tb selbst bauen würde, hätte ich die Möglichkeit diese größer zu bauen so das ich vorne 12x DN habe und dahinter mit 10 oder 12x erweitern könnte. Dies gäbe dann ein ganzes Volk oder 2x fünf oder sechswabenlableger.


    (Lothar)"Man muss ja Rücksicht auf das Volk vorne nehmen."


    Wie gesagt, bei meinem vorhaben ließen sich mit 12x erweitern und 12x zu belassen. So würde das vordere Volk immer noch stark genug bleiben?


    (Lothar)"Gegen einen solchen Zweivolkbetrieb spricht auch ein gesundheitlicher Aspekt: Wenn ein Volk davon krank wird, verlierst Du beide!"


    Ist ja in dem Sinne kein Zweiraum- BETRIEB sondern nur ein ablegerbilden?


    So, jetzt wisst Ihr was ich vorhabe und könnt mir glaube ich genau sagen ob das so funktioniert wie ich mir das vorgestellt habe oder nicht.


    Gruß Dennis

  • Dennis schrieb:


    ... muss ich mich immer über ca. 40 cm ungenutzte Fläche beugen was mir und meinem Kreuz nicht so gut abgeht ...


    ... und dahinter mit 10 oder 12x erweitern könnte ...


    Hallo Dennis,


    für dein geplagtes Kreuz würde sich nichts ändern, denn auch über die 12 hinteren Waben bedeutet über diese zusätzlichen 40 cm beugen.


    Zitat

    ... mit 12x erweitern und 12x zu belassen. So würde das vordere Volk immer noch stark genug bleiben ...

    ... zu stark für 24 Waben, die reichen nicht; da brauchst du zusätzlich noch eine Honigraum-Zarge mit 12 Waben. Und zu der musst du dich wieder nach vorn beugen.


    Wegen meinem Kreuz bin ich von Trogbeuten (T-120) auf Warmbau-Lagerbeuten (Bremer/Kunesa)umgestiegen, Brut- und Honigraum mit je 18 Waben liegen nebeneinander.
    Bei Freiaufstellung liesen die sich sogar vom Rollstuhl aus bearbeiten.
    Allerdings sind Breitwaben für diese ein-stöckigen Beuten unbrauchbar, bewährt haben sich Kuntzsch-Hochwaben (25 x 33 cm), deren Fläche entspricht dem DN-Maß.


    Zitat

    ... stehen meine Magazine sehr weit vorne ...


    Warum ziehst du sie nicht einfach zurück?, jeden Tag ein kleines bisschen mehr ;)

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Wie gesagt, die Bienen stehen in einem Bienenstand welcher für Trogbeuten gebaut ist. Warum dann keine reinstellen?


    Und mit zurück ziehen ist auch nix da die Bienen im Zoo stehen und die Leute ja auch was sehen wollen.


    Gruß Dennis

  • Hallo Dennis,


    zuerst freut es mich, noch einen Saarländer hier zu sehen :lol: . Ich habe als Jungimker auch mit einem selbstgebauten "Trog" angefangen. Dieser fasst 20 Waben und wird bei mir noch zur Zucht benutzt. Die Fluglöcher befinden sich nicht nebeneinander, sondern der Ableger fliegt nach hinten aus. Ich habe schon öfters im hinteren Teil einen Ableger gebildet und auch überwintert - ohne Probleme.


    Und dass Bilden des Ablegers geht ganz einfach! Jenachdem wie groß das Volk vorne ist, hängt man zuerst eine Pollenwabe als erste Wabe direkt hinter das Flugloch, dahinter kommen 3 oder 4 nach Möglickeit auslaufende Brutwaben mit aufsitzenden Bienen. Nach einem Flugtag sind die Flugbienen zu dem Altvolk zurückgeflogen und ich hänge eine Jungweisel oder eine schlupfreife Zelle zu.


    Wenn du Zeit und Lust hast, wir treffen uns mit den saarländischen Züchtern am 15.10.2004 auf dem Finkenrech zu unserer Züchterherbsttagung. Ist sicher auch für einen Jungimker interessant und wir können uns noch über das Thema unterhalten.


    Viele Grüße


    Frank Nieser


  • Hallo Frank,
    cool das Du aus der Nähe kommst. Sorry das ich das jetzt hier so frag aber Dein Name kommt mir bekannt vor?? Kennst Du Bertrand D.? Mit dem Finkenrech ist ne super Sache aber ich weiß nicht ob ich da was zu suchen hab. Was geht da eigendlich ab?

  • Hallo Dennis,


    also zu meinem Namen, ich schreibe öfters mal Artikel für " Die Biene" und bin bei uns im Landesverband Saarland Fachwart für Zucht :wink: .
    Und mit Betrand bin ich seit Jahren gut befreundet. Er hat auch meine Tel.Nr. wenn du mal anrufen willst.


    Viele Grüße


    Frank


  • Aha, und daher kenne ich deinen Naman bestimmt. Cool das du Bertrand kennst. Er ist mein Imkerpate :lol: 
    Denke das ich am 15. mal vorbei schaue. Dann wird man sich ja hoffentlich sehen. Auch so hätte ich mal Zeit vorbei zu kommen. Würde mich freuen.