Kleine Zellen - saisonale Nutzung

  • Hallo,


    ich weiß, das Thema stößt nicht auf das lebhafteste Interesse, ich nerve; aber ich komme einfach nicht davon los... Also, wen's quält, bitte wegklicken :wink:


    Unter dem folgenden Link (und anderen) hatte ich mal zu Beobachtungen zur selektiven Nutzung kleiner Zellen im Naturbau gepostet, es ging um Beobachtungen aus Amerika (die sich inzwischen in Folgebeobachtungen zu bestätigen scheinen).


    http://www.imkerforum.de/viewtopic.php?t=1984


    Nun eine merkwürdige Beobachtung aus meinem Buckfastvolk, die dazu passen könnte: Ich hatte vor ein paar Wochen alte Waben an den Rand der Dadantkiste gerückt, um sie im Frühjahr 'rauszunehmen. Zwischen diesen, die alle auf 5,4-mm-MW ausgezogen waren, hing eine relativ neue mit 5,1-mm-MW als Grundlage (die einzige des Stockes). Bei der Durchsicht gestern waren diese Randwaben leer, aber auf der 5,1-mm-Wabe wurde munter gebrütet!


    Könnte dies der von Dennis Murrell beschriebene Effekt einer bevorzugten Nutzung kleiner Zellen im späteren Jahr sein - oder meidet die Königin einfach zu alte Waben beim Stiften? (Vielleicht weiß ein erfahrener Imker Antwort zumindest auf die letztere Frage. Es handelt sich bei den Nachbarwaben nicht um unerträglich schwarze Schwarten; sie haben lediglich ihre 2-3 Jahre auf dem Buckel.)


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo, Johannes,


    da müßte man wohl nen Kunstschwarm im Frühjahr auf Anfangsstreifen oder nur Wachslinien auf den Rähmchen setzen und dann regelmäßig nachmessen...
    Daß im Naturbau verschiedene Größen vorkommen, ist schon klar; was du und Lothar dazu geschrieben habt, trifft es ziemlich genau.
    Aber wann welche Größe für welche Zwecke bevorzugt wird, hat, glaube ich, noch nie jemand über einen längeren Zeitraum beobachtet und dokumentiert.
    Wer hat schon so viel Zeit, ständig zu messen und dann womöglich noch zu malen...
    Aber interessant wäre es schon... :D

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Johannes,


    wie ich schon einmal geschrieben habe, beobachte ich das schon im 3.Jahr.
    Da ich rigoros die Baurahmen ausschneide, kann ich seit ca. zwei Wochen
    Sehen, wie die Zellen kleiner werden.
    Bei jedem Volk unterschiedlich, unabhängig von der Rasse.
    Sie beginnen mit Drohnenzellen und je weiter es nach unten/innen geht, umso kleiner werden sie.
    Ich habe ein Buckfast-Volk von einem bayrischen Züchter die jetzt nur noch kleine Zellen bauen, so um die 5mm, ich habe kein Präzisionsmessgerät um das genau festzustellen.
    Dies ist auch ein Volk das beim Naturbau im Honigraum überwiegend kleine Zellen baut.
    Ich weis nun nicht ob der Züchter das wollte, denn selbst die Tochter die ich als Schwarm einem Jungimker gab zeigt die gleichen Ansätze, obwohl sie hier begattet wurde.
    Es mag ja Einbildung sein, aber ich finde dass die Bienen jetzt immer kleiner werden, und im Frühjahr schlüpfen fast doppelt so große Arbeiterinnen.


    Ich wünsche Euch viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Du brauchst kein Präzisionsmeßgerät, um die Zellengröße festezustellen, sondern bloß ein Lineal.
    Du mißt einfach zehn Zellen in einer Reihe, ohne die erste Wand mitzumessen, also den Nullstrich direkt dahinter ansetzen. Und dann das Ergebnis durch zehn teilen und fertig.... :wink: 
    Miß doch bitte mal für uns, wir sind soooo neugierig!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • So nun haben wir es nachgemessen es sind doch noch 5,1 bis 5,4mm.
    Bei den grossen Drohnenzellen wirken sie sehr klein!


    Grüsse
    Margret

  • Hallo, bisy,
    5,1 ist aber schon was! So von ganz alleine?!
    Ich sag's doch, die meisten Buckis können es, fast ohne Probleme. :wink: 
    Ich weiß zwar nicht, wieso, aber könnte mir denken, daß "die Mischung es macht", sprich, durch den dynamischen Zuchtweg Erbanlagen erhalten oder wiedereingekreuzt werden, die die sog. "reinen" Carnis im Lauf der strikten Reinzucht verloren haben.
    Du bist kein Fan der kleinen Zellen, aber ich könnte mir denken, daß sich Ableger von denen auf 5,1 und sechs Wochen später auch gut auf 4,9 machen würden...
    Verkauf mir doch nächstes Jahr mal einen sehr frühen kleinen Kunstschwarm, ich würde es gern ausprobieren, wenn du es nicht selbst machen willst! :D

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    Zitat

    die sog. "reinen" Carnis im Lauf der strikten Reinzucht verloren haben


    Dies mag sein, aber die sogennanten "OLD" Buckfast Stämme sind in der hinsicht nicht besser, Teilweise nicht 5.1 mm.


    Bei den "neuen" Sahariensis, Primorski, Monticola (noch weitere ?) Bu Stämme ist dies eher der Fall.
    Zumindests ist es bei MIR so.
    Dante

  • Hallo, Dante,
    das stimmt allerdings!
    Vor zwei Jahren hatte ich versucht, einen "alten" Stamm direkt auf 4,9 zu setzen und mußte nach zehn Tagen feststellen, daß sie es einfach nicht packten.Da war dann doch eine hektische Umsetzaktion auf 5,1 nötig. Sie haben dann auch gut darauf überwintert und im nächsten Frühjahr den Sprung auf 4,9 geschafft.
    Mit "neueren" Stämmen mit Monticola- und Sahariensis-Anteilen ging es aber auf Anhieb.
    Carnis gehen aber immer nur über den 5,1Weg, diese 0,2 mm müssen sowas von absolut entscheidend sein...
    Ich würde mich gern mal mit ner Biene darüber unterhalten, was daran soooo wichtig ist :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    Mit der der Carnica hast du deine Erfahrung gemacht, aber das muss nicht heißen das es generell so ist.
    Vielleicht sind wir auch nur eine Ausnahme.
    Unsere Carnicas stammen von 2 verschiedenen Belegstellen, einige Standbegattet, einige F1 Standbegattet.
    Alle haben ohne Probleme, beziehungsweise mit kleinen Fehler am Anfang, 4,9mm geschafft.
    Diese Mittelwände sind gekaufte gewalzte 4,9mm, durch das Walzen sind die Zellen ein wenig verzogen so das es reel eher 5,0-5,03 mm sind.


    Dieses Jahr habe ich Mittelwände gegossen auch 4,9 mm, diese sind aber eher 4,87-4,9 mm.


    Einige Völker haben immer noch kleine Probleme, aber sie verbessern sich.
    Ein Drittel der Völker haben es geschafft, keine, beziehungsweise kleine Fehler im Wabenbau.


    Nicht nur bei der Buckfast, auch bei der Carnica gibt unterschiede.


    Um den Durchmesser zu errechnen, mäße ich von meheren Mittelwände oder Waben, immer 20 Zellen, in alle drei Richtungen und nehme den Durchschnitt,


    Grüße


    Eric

  • Hallo, Eric,


    natürlich gibt es auch bei den Carnis Unterschiede, nur hab ich leider noch keine getroffen, bei denen es so schön geklappt hätte...


    Und natürlich ist wesentlich präziser, über 20 Zellen in allen Richtungen und über mehrere Waben zu zählen, aber für den schnellen Überblick bei bisy reichte das schon :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, miteinander,


    ist zwar inzwischen offtopic, aber vielleicht noch etwas zur Ergänzung.


    Ein ausgezeichneter bayerischer Buckfastimker berichtete mir von einem Carnicavolk, das er in dieser Saison von einem anderen Imker übernahm, und das spontan 4,9 mm fehlerfrei baute.


    Meine Reinzuchtcarnica (die mit dem Heidschwarm nach 6 1/2 Dadantwaben und 55 Tagen) scheitert bereits an 5,1 mm; die Wabe wird murksig. Zwar nicht so, daß man sie herausnehmen müßte, aber es laufen unregelmäßige Streifen verschmelzender "Doppelzellen" darüber.


    Eric , gerade bei gewalzten MW mußt Du die 10 Zellen in alle 3 Richtungen messen; nur in einer Richtung kann durch das Verziehen beim Walzen der Fehler erheblich sein.


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo, Sabi(e)ne,


    das ist keine schlechte Idee, nur mit dem kaufen haut es nicht hin.
    Wenn ich etwas verkaufe, dann garantiere ich, aber weis ich was die Mädels im Frühjahr machen?
    Ich schenk dir den Kunstschwarm, und du bist mir nicht böse wenn es nicht klappen sollte.
    Haut es hin, ja dann, willst du bestimmt den Namen des Züchters; dann kommt meine Stunde, da schlage ich dann erbarmungslos zu.
    Nein, nein, wir kommen schon klar!
    Vielleicht ist es ja auch nur eine Laune, oder es liegt an der Gegend und dem Sauwetter das wir hatten.
    Denn ich sehe an den Honigwaben, ich lass sie ja als Dickwaben ausbauen, teilweise im Naturbau, je mehr Tracht ist, umso größer die Zellen, und jetzt wo das letzte bisschen Waldtracht war, haben sie sich mehr mit den Zellen beschäftigt, nur noch kleine.
    Ich hätte dir ja gerne die Baurahmenwabe fotografiert aber mein Dicker hat sie schon tiefgefroren und mitgenommen zur Ameisenumsiedlung für die Eiweißversorgung der lieben Kleinen.
    Nun wir schließen uns dann kurz!

    Margret