Abschleudern Behandlung?

  • Hallo,


    wer hat schon alles abgeschleudert und die Völker schon auf den Wintersitz eingerichtet?
    Ich habe alle Völker abgeräumt und bei einigen die erste Behandlung mit AS 60% durchgeführt.
    Der Milbenabfall lag bei den Altvölkern bei ca. 120-150 Milben, ich schätze den Milbenbefall der Völker dieses Jahr als normal ein, bei den Völker wurde sehr oft der Baurahmen ausgeschnitten, pro Volk min 3 mal.
    Bei einen Volk ohne Brut habe ich einen Milbenabfall von 350-400 Milben geschätzt, bei der zweiten Behandlung lagen noch ca.120 Milben.
    Diesem Volk werde ich die Tage eine neue Königin zusetzen, eine weitere Behandlung werde ich aber noch durchführen um sicher zu sein das der größte Teil der Milben raus ist.
    Ich raten keinen die Behandlung morgens durch zu führen, am Tag ist es zu warm und die Gefahr ist sehr hoch das Königin, Brut und Bienen starken Schaden nehmen.
    Zur Behandlungsdosierung ich geben für ein Volk auf einer Zarge 11 DN Waben Typ Segebeger 22 ml AS 60 % von oben, bei zwei Zargenvölker doppelte Menge 44 ml.
    Bei der Behandlung von unten sind bei dem besagten Altvolk ca. 5-20 Milben gefallen, das gleiche Volk wurde paar Tage später von oben behandelt, der Milbenabfall lag dieses mal weit aus höher bei 120-150 Milben.
    Zum Gesamtergebnis ist die Behandlung von oben besser, weil Säure schwerer als Luft ist und zu Boden sinkt, die Nächte waren in den letzten Tagen etwas kühl somit ist einen Behandlung von unten nicht zuverlässig genug.
    Die optimale Behandlungstemperatur liegt bei 18-20 Grad, bei höheren Temperaturen ist die Gefahr dass die Bienen Schaden nehmen sehr hoch.

  • Hi Micha,


    ich habe auch schon abgeschleudert und mit der AS-Behandlung begonnen. Nassenheider - Verdunster, horizontal mit 160 ml 60% ige AS. In einem Volk war die AS nach drei Tagen alle. Die anderen beiden Völker da verdunstet es sehr schlecht. Ich habe alle drei Nassenheider gleich aufgestellt. Das ist eine miese Fehlerquote, wo wir doch wissen, dass es auf die richtige Menge und die richtige Zeit der Verdunstung ankommt. Ich bin verärgert darüber. Muss ich weiter beobachten.

  • Hallo Stefan, du schreibst:


    Zitat

    ch habe auch schon abgeschleudert und mit der AS-Behandlung begonnen. Nassenheider - Verdunster, horizontal mit 160 ml 60% ige AS. In einem Volk war die AS nach drei Tagen alle. Die anderen beiden Völker da verdunstet es sehr schlecht. Ich habe alle drei Nassenheider gleich aufgestellt. Das ist eine miese Fehlerquote, wo wir doch wissen, dass es auf die richtige Menge und die richtige Zeit der Verdunstung ankommt. Ich bin verärgert darüber.


    Das war der Grund für mich, nach 3 Jahren der Erprobung die Dinger wieder weg zu stellen.
    Ich greife seit dem wieder zum guten alten Schwammtuch.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • [quote='michael2']Ich raten keinen die Behandlung morgens durch zu führen, am Tag ist es zu warm und die Gefahr ist sehr hoch das Königin, Brut und Bienen starken Schaden nehmen.


    Hallo Miachael2,
    die Brut nimmt Schaden oder hast du eine bessere AS Säure, als die, die Bieneninstitute oder der Dr. Liebig zur Behandlung verwenden.

  • Hallo zusammen,


    von den Verdunster hab ich ganzen Karton unterschiedliche Hersteller, die scheiß Dinger kann man vergessen ich habe das zich male getestet, immer unterschiedliches Ergebnis, der Milbenabfall war immer sehr gering bis gar nichts.
    Das ganze ist einfach zu umständlich und aufwendig ist es zu kalt geht gar nichts mehr, ab in den Schrank mit den Dingern.
    Was hat mit AS zu tun Franz?
    Letztes Jahr hat sich ein Imker seine ganzen Königinnen gekillt weil er morgens mit AS behandelt hat, Fakt ist wer morgens mit AS behandelt geht ein großes Risiko bei dem Wetter ein.
    Ich behandele immer abends und das ohne Verluste.

  • Hallo Michael2,


    verstehe ich das richtig: um unnötigen Totenfall bei den Bienen zu vermeiden, legst du also das AS-getränkte Schwammtuch abends auf die Rähmchen, beläßt es über Nacht dort und nimmst es morgens wieder runter, egal ob die AS vollständig abgedunstet ist oder nicht?


    Und du wiederholst diese Prozedur jeden Abend bzw. Morgen? Oder ist das von der Witterung abhängig? Was, wenn es z. B. 3 Tage lange regnen, und die Temperaturen nur ca. 22 °C erreichen würden? Würdest du das Schwammtuch dann auch entfernen?


    Ich weiß nicht, wie lange das Schwammtuch feucht bleibt, behandle dieses Jahr mit der Tropfflasche mit Teller nach Dr. Liebig und im Dezember 1 x Varrox-Verdampfer. (Bin Neuimker, habe bisher noch keine Varroabehandlung gemacht).

    Viele liebe Grüße aus dem Saarland!
    Kai Kopmeier
    __________________________


    Das Staunen ist eine
    Sehnsucht nach Wissen!

  • Kopmeier schrieb:


    verstehe ich das richtig: um unnötigen Totenfall bei den Bienen zu vermeiden, legst du also das AS-getränkte Schwammtuch abends auf die Rähmchen, beläßt es über Nacht dort und nimmst es morgens wieder runter, egal ob die AS vollständig abgedunstet ist oder nicht?


    So habe ich ihn nicht unbedingt verstanden, das Entfernen der Schwammtücher nach nur 12 Stunden ist eigentlich auch unüblich. Normalerweise sagt man, sie sollten bei einzargigen Völkern 24 und bei zweizargigen 48 Stunden im Volk bleiben.


    Schwammtücher verursachen keine gleichbleibend hohe Ameisensäurekonzentration in der Stockluft. Die recht hohe Anfangskonzentration sinkt später deutlich ab. Aus diesem Grund sollten eigentlich am nächsten Tag keine Bienenschäden zu befürchten sein.


    Kopmeier schrieb:


    Und du wiederholst diese Prozedur jeden Abend bzw. Morgen? Oder ist das von der Witterung abhängig? Was, wenn es z. B. 3 Tage lange regnen, und die Temperaturen nur ca. 22 °C erreichen würden? Würdest du das Schwammtuch dann auch entfernen?


    Grundsätzlich sollte man bei der Sommerbehandlung höchstens zwei- bis dreimal behandeln. Und zwischen den einzelnen Behandlungen ein bis zwei Tage Pause machen. Wegen der Reinfektion im Herbst kommt es nicht darauf an, die letzte Milbe zu erwischen.


    Bei Regenwetter muß man damit rechnen, dass die Behandlung nicht wirkt da die Ameisensäure Luftfeuchtigkeit aufnimmt.


    Kopmeier schrieb:


    Ich weiß nicht, wie lange das Schwammtuch feucht bleibt, behandle dieses Jahr mit der Tropfflasche mit Teller nach Dr. Liebig und im Dezember 1 x Varrox-Verdampfer. (Bin Neuimker, habe bisher noch keine Varroabehandlung gemacht).


    Von der Theorie her ist der Liebig-Verdunster besser als das Schwammtuch, da er eine gleichmäßigere Ameisensäurekonzentration in der Stockluft garantieren soll. Allerdings ist sein Einsatz wegen der Leerzage unter Umständen aufwändiger und man muss -nicht zugelassene- 85%ige Ameisensäure verwenden.


    Grüße


    Ulrich

  • Hallo zusammen.
    Ich habe diese Woche die erste Schwammtuchbehandlung gemacht. 2 ml 60 % Ameisensäure pro besetzte Wabe (DN) von oben, wie bereits oben von Michael beschrieben, ist ja wohl bei dieser Methode unstrittig und ergab letztes Jahr auch den gewünschten Erfolg.
    Strittig scheint mir hingegen die richtige Verteilung der Säure bei diesem Verfahren. Bei einem Schulungsabend zu diesem Thema wurde angeraten, die Säure in der Mitte eines Schwammtuchs zu geben, damit die Verdunstungsoberfläche zu Beginn der Behandlung klein ist und so die Konzentration nicht plötzlich zu stark ansteigt. Genau das habe ich dieses Jahr an einem Stand ausprobiert, mit dem Ergebnis, dass vermehrt tote Bienen und Brut gefallen sind.
    Darauf hin habe ich an einem zweiten Stand ein etwas anderes Verfahren angewendet, dass bereits im letzten Jahr bei mir erfolgreich war und mir von einem anderen Imker angeraten wurde. Dabei verwende ich zwei Schwammtücher und verteile die Säure dabei gleichmäßig auf die gesamte Oberfläche. Die beiden Schwammtücher werden dann so auf die Rähmchen gelegt, dass möglichst alle Wabengassen abgedeckt sind. Der Totenfall war bei dieser Methode nicht erhöht.
    Mir scheint, dass die Methode mit gleichmäßiger Verteilung der Säure auf zwei Schwammtücher bienenverträglicher ist, da eine gleichmäßigere Verteilung in der Beute erreicht wird. Andererseits kann der erhöhte Totenfall natürlich auch durch eine ganze Anzahl weiterer Faktoren ausgelöst worden sein, wie z. B. Temperatur, Luftfeuchtigkeit u. s. w.
    Mich würden eure Meinungen bzw. Erfahrungen zu diesem Thema interessieren.
    Gruß Andreas

  • Und noch eine Frage.
    Wie wirkt sich eine unterschiedliche Bienenanzahl auf die Wirksamkeit und Bienenverträglichkeit bei der Schwammtuchmethode aus? Zwar sollen alle Waben besetzt sein, wenn man behandelt, aber auch da gibt es ja unterschiede. Einige Beuten sind so voll, dass die Bienen fast schon oben rausquellen wenn man den Deckel aufmacht. In anderen Völkern hingegen sind zwar alle Waben bzw. Gassen besetzt, aber die Zahl der Bienen ist insgesamt geringer.
    Gruß Andreas

  • Hallo,


    das Schwammtuch tränke ich mit tiefgekühlter AS, die Verdunstung setzt langsamer ein.


    Aber Vorsicht !!!
    Je nach der Menge AS oder der Zeit im Gefrierschrank kann das Wasser ausgefrieren und die darüber stehende Säure ist dann entsprechend hoch konzentriert.
    Dann erreicht man genau die gegenteilige Wirkung auf die Bienen.


    Falls sich Eis (am Boden des Behälters) gebildet hat, muß man warten, bis es wieder verschwunden ist, die AS-Lösung ist dann immer noch "eiskalt".


    Nicht vergessen:
    AS und OS sind die stärksten organischen Säuren, durchaus den starken anorganischen Säuren vergleichbar.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • michael2 schrieb:


    Letztes Jahr hat sich ein Imker seine ganzen Königinnen gekillt weil er morgens mit AS behandelt hat, Fakt ist wer morgens mit AS behandelt geht ein großes Risiko bei dem Wetter ein.
    Ich behandele immer abends und das ohne Verluste.


    Hallo Michael,
    so ganz kann ich nicht ersehen, wie Du mit der AS behandelst. Ich verwende MOT-Flaschen, und da gilt lt. Liebig folgendes:


      Die (richtig angewandte) MOT-Behandlung ist auch an sehr warmen Tagen möglich
      Der Behandlungbeginn ist für den Morgen / frühen Vormittag vorgesehen.
      Nachts läuft man Gefahr, dass sich die hygroskopische AS verdünnt und am nächsten Tag nicht mehr wirkt.


    Ich gehe nun von den gängigen Werten aus, dass die AS im Bereich über 18° optimal wirkt, und ab ca. 15° nicht mehr genügend verdunstet. Wir haben in den lezten 24 Std. in bei mir (BaWü) folgende Temperaturen gehabt (nun kann ich endlich mal mit meiner eigens für die Mädels eingerichteten Wetterstation protzen):


    Damit wäre ganz klar ein zu starke Temp.-Absenkung in der Nacht gegeben, in der sich die AS verdünnt und unterhalb 60% nicht mehr wirksam ist. Da Du mit 60%iger AS arbeitest, dürftest Du recht schnell unter dem kritischen Wert sein.
    Noch deutlicher wird das, wenn man sich die relative Luftfeuchte anschaut, die durch hohe Tagestemperatur und starke Nachtabsenkung auf fast 90% klettert:


    Wenn ich für Dein Gebiet ähnliche Temperaturbedingungen voraussetze und meine theoretischen und bestimmt bescheidenen praktischen Kenntnisse im Umgang mit MOT-Flaschen zugrundelege, dann müsste doch damit Deine Behandlung kurz nach Mitternacht einbrechen, nicht die gewünschte Menge konzentrierter AS ins Volk bringen und damit nahezu Wirkungslos sein?


    Gruß


    Mic

  • Hallo Miteinander,
    die AS Behandlung birgt immer ein gewisses Risiko. Auch ein Dr. Liebig musste in dieser Ausgabe des Bienenjournals den Verlust von 12 Königinnen bei seiner Methode in einem Feldversuch einräumen und im vorigem Jahr hat doch ein Bieneninstitut auch eine große Menge an Königinnen mit dieser Methode gekillt. Der letzte Sommer mit diesen tropischen Temperaturen ließ mich von der AS-Säure wegkommen, obwohl ich mit der Medzinflasche keine allzu schlechten Erfahrungen gemacht habe, ausser bei kleineren Ablegern, wo generell mit der Medizinflasche zu wenig verdunstete und eben den, gegenüber andern Varroabekämfungsmittel hohen Brutschäden, die aber natürlich weniger schwer wiegen als ein Völkerverlust. Ausgerechet jetzt nach dem Abräumen, wo nach den letzten Ergebnissen des untersuchten Bienensterbens vom Jahr 2002 unbedingt ein schnelles Varroabehandeln das Risiko eines Völkerverlustes erheblich mindert, hat man doch bei den subtrobischen Temperaturen mit der AS Säure kein gutes Gefühl, zumindestens mir ging es so. So bin ich, seit vorigem Jahr auf das "Oxalsäreverdampfen" umgestiegen und bin voll zufrieden mit der Wirkungsweise und der Handhabung dieses Verdampfers. http://www.alfranseder.de/Oxalsaeure-Verdampf.htm Gestern vormittag habe ich meine Völker das erstemal nach der Abschleuderung, auch bei suptropischen Temperaturen ohne schlechtes Gewissen bedampft. Pro Volk sind 6 Min. Bedampfungszeit und 4 Min Umbauzeit erforderlich, das ist der einzige Nachteil an der Bedampfung, die sehr gute Ergebnisse bringt. Im Abstand von jeweils 5-6 Tagen werden ich zwei weitere Behandlungen erfolgen lassen, um alle Varroas, die derzeit noch in der Brut sind zu erwischen, da die OS Säure ja bekanntlich nicht in die Brut wirkt.

  • Hallo Franz ich habe mir letzte Woche einen JB200 Verdampfer schicken lassen und auch schon ausprobiert. Nach 70 Sekunden waren 2 gram Oxalsäure verdunstet und die Bienen wie mit Puder überzogen. Ich habe keine toten Bienen gefunden, nach zwei Tagen aber jede Menge tote Varroa.
    Letztes Jahr hatte ich einen Verdampfer für die Lötlampe benutzt, der elektrische arbeitet jedoch viel einfacher und schneller. http://de.geocities.com/vaporizerklaus/


    Ich habe deinen Plastikrohr Verdampfer auf einer Vorführung gesehen, das ist was zum spielen und dauert recht lange. Ich habe mir Zeit gelassen und trotzdem 15 Völker in 30 Minuten behandelt. Am JB200 habe ich etwa 10 Meter Kabel und gleich nach der Batterie einen Schalter eingesetzt, arbeitet sehr gut.


    Gruß Günter

  • Richtig ist, dass im Feldversuch03 Königinnen durch AS getötet wurden. Im direkten Zusammenhang mit der großen Hitzewelle war der Schaden nicht ausschließlich zu bringen. Denn die meisten Königinnen wurden erst bei der zweiten Behandlung getötet. Offensichtlich muss noch ein weiterer Faktor im Spiel sein (evtl. niedrige Luftfeuchtigkeit). Bei hohen Temperaturen empfiehlt es sich trotzdem den TV anstatt MoT einzusetzen. MoT ist ziemlich heftig und muss gezielt an die Temperatur angepasst werden. Der LD Dispenser und TV ist wesentlich verträglicher bei hohen Temperaturen.
    Gruß SH