später Schwarm

  • Liebe Leute! Gerade habe ich - Ende Juli einen schönen großen Schwarm eingefangen. Meine Erfahrung und so manches Lehrbuch sagte mir, daß eigentlich um diese Zeit die Schwarmzeit vorbei sei. Hier ist schon seit Anfang Juli die Tracht vorbei. Bei jeder Arbeit an den Völkern erscheinen sofort die Buckis vom Nachbarn auf der Suche nach Tracht / Räubereimöglichkeiten.


    Wenn ich den Schwarm dann einschlage - muß ich ihn - wenn er Mittelwände ausbauen soll bestimmt bald füttern. Aber wie gehe ich genau vor? Für Hilfen wäre ich dankbar. Was mache ich mit dem abgeschwärmten Volk. Soll ich die beiden bald wieder vereinigen? Für Hilfe wäre ich dankbar.

  • Moin Markus,


    hast Du einen Zwischenboden mit Flugschlitz oder ein großes Deckelflugloch, dann schlag' den Schwarm auf MW über Deinen abgeschwärmeten Volk ein. Gaze dazwischen, Zeitung auf die Gaze drauf. Oder Eben Zwischenboden abgedeckt. (sonst füttern die sich) Direkt vorher müssen alle(!) Zellen gebrochen werden. Dabei kannst Du zur Sicherheit das abgeschwärmte Volk vor die Beute kehren und durch ein Gitter einziehen lassen.


    Sobald oben Eier und Larven sind, nimm' die Zeitung oder was davon noch übrig ist (samt den Milben die noch gefallen sind) raus bzw. entferne die Bodenabdeckung. Der Schwarm bleibt durch die Gaze noch vom Rest getrennt. Wenige Tage später sind oben die MW ausgebaut und Du kannst den Schwarm eventuell einfach nach unten stellen und anschließend oben Nachschaffungszellen suchen. Für diese Rückvereinigung hast Du max. 10 Tage Zeit, sonst gibt es eventuell schon Nachschaffungsköniginnen. Dabei fliegt Gaze oder der Zwischenboden wieder raus, ein Deckelflugloch wird auch nicht meht benötigt.


    Ohne Zwischenboden und Gaze geht es auch. Stell' abends vorm Einschlagen des Schwarms das abgeschwärmte Volk weg und schlag' den Schwarm an dessen Stelle ein. (Mancher stellt nur die Bienen weg, läßt aber den Boden da, damit die zurückfliegenden Bienen gleich in die Beute gehen ohne rumzusuchen) Am nächsten Morgen fliegt sich dann das Restvolk ab und Du kannst später Nachschaffungszellen brechen. Wenn der Schwarm sich eingelebt hat kannst Du ihn abends dünnflüssig füttern und mit Brutwaben aus dem Restvolk weiter verstärken oder Du setzt dann das Restvolk (ohne Zellen) über Zeitung oben auf. Dabei gehen dann einige Bienen verloren aber nicht sehr viele.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Markus!
    So kannst ein gesundes Volk einwintern ohne Probleme.
    Ich würde den Schwarm einschlagen in eine leere Beute / Ablegerkasten.
    Zu jeder Jahreszeit ist mit Krankheiten zu rechnen und so würde ich immer unterstellen, dass der Schwarm Varroen und Faulbrut mitbringt.
    Aus diesem Grund würde ich "Faulbrutstreifen" anstatt von Rähmchen einlegen.
    Was ist ein "Faulbrutstreifen"?
    Aus einem Holzbrett werden Holzleisten geschnitten mit einem Querschnitt so von 1 x 1 cm und einer Länge wie die Oberträger der Rähmchen.
    Diese Leisten (vielleicht 30 Stück) legt man gebündelt mal zur Seite für den Fall "X".
    Bei Bedarf werden zwei solche Leisten zusammengenagelt. Dazwischen kommt ein kleiner Mittelwandstreifen als "Bauanfang".
    Diese "Faulbrutstreifen" hänge ich dann so in die Schwarmkiste, wie wenn man Rähmchen einhängen würde (~ richtiger Abstand).
    Der Schwarm wird erst mal etwas bauen um das mitgebrachte Futter zu lagern (hier sind dann die Faulbrutsporen).
    So nun kommt die Königin ins Spiel.
    Diese wird ebenfalls Bautrieb bewirken für die Eilage.
    Der Schwarm kommt an seinen künftigen Standplatz.
    Eine Fütterung ist normalerweise nicht nötig (...hat Futter dabei...).
    Nach drei bis vier Tagen - es sollte Flugwetter sein, wird der Schwarm umloggiert.
    An den Standplatz kommt eine saubere, immer desinfizierte Beute mit entsprechender Anzahl an Mittelwänden (ggf. Speckwaben?).
    Die Königin wird aus dem beiseite gestellten Schwarmkasten genommen und in den neuen Kasten gesetzt.
    Die anderen Bienen werden zugestoßen.
     :wink: Am besten die Bienen aus dem Randbereich (...in/an den Faulbrutstreifen ohne Futter) über dem neuen Kasten abstoßen.
    Dann Fütterer aufsetzen, Flüssigfutter geben (nach Volksstärke), Deckel drauf.
    Die restlichen Bienen (....auch von den "Faulbrutstreifen" mit Futter...) werden dann vor das Flugloch gestoßen. Diese ziehen dann auch ein.


    Wartet man mit der Umsetzaktion ca. 14 Tage, so hat man auf dem Wabenbau an den Faulbrutstreifen auch verdeckelte Brut.
    Hier ist der Großteil der mitgebrachten Milben.
    Wartet man ab, so hat man nicht nur einen faulbrutfreien Scharm, sondern auch einen weitgehend milbenfreien dazu.


    Alle "Faulbrutstreifen" werden mit dem gesamten Inhalt verbrannt.
    Geiz ist geil? Den Honig aus diesem Neubau kann man essen, aber nicht den Bienen geben!
    Die Schwarmkiste wird abgeflammt mit Hochdruckreiniger oder Wurzelbürste und Seifenlauge gereinigt, einschl. aller Geräte und Teile.


    Nach der Desinfektion kann man die Schwarmkiste wieder für den nächsten Einsatz vorbereiten und gleich mit neuen "Faulbrutstreifen" ausstatten.


    Der in die saubere Beute eingeschlagene Schwarm wird nun wie ein Ableger regelmäßig gefüttert.
    Zwischen dem Tag 3 bis 8 würde ich nun den Schwarm behandeln, damit eine Restentmilbung stattfindet.


    Wichtig ist im Herbst, dass man möglichst zeitgleich die anderen Völker mitbehandelt, damit es möglichst zu keine Reinfektion mit Milben kommt.


    Mit der Schwarmkönigin noch ein starkes Volk aufbauen.
    Ggf. im September durch eine neue Königin tauschen!


    Hoffe vorerst gedient zu haben und verbleibe
    mit sonnigem Gruß aus Franken
    Klaus Bäuerlein, Abenberg :lol:


    TIP: So kann man auch Kunstschwärem machen!
    Kunstschwarm = Schwarm. Noch Fragen?

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Hallo Klaus


    nur noch kurz eine Frage:
    Wieso soll Markus eine Faulbrutsanierung an seinem eigenen Schwarm machen, warum soll er Bautrieb und Bienenbrut verbrennen und bitte, soll er nun oder soll er nicht, den Schwarm mit dem Restvolk vereinigen und wenn ja wie und wieso kommt eine Königin ins Spiel die bei einem Vorschwarm doch die ganze Zeit dabei ist und warum würdest Du einen Schwarm nach dem Einschlagen behandeln, wo man das doch vorteilhafterweise im waben- und brutlosen Zustand in der Schwarmkiste macht?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry!
    Hätte im alten Volk alles gestimmt, dann wäre da nun wirklich kein Schwarm mehr rausgegangen.
    Vielleicht hat sich der Schwarm vor einer "Krankheit" gedrückt.
    Insoweit wäre zu überlegen (!) ob man nicht eine entsprechende Behandlung vornimmt.
    Die Schwamkiste ist dann i.O., wenn ich die beschriebenen "Faulbrutstreifen" einhängen kann und auch später die Kiste desinfizieren (z.B. abflammen) kann.


    Eine Rückvereinigung würde ich nicht machen - wo soll ein Vorteil liegen?


    In der alten Beute schlüft inzwischen eine Jngkönigin, wird begattet und geht in Eilage.


    Wir sprechen also ab einer gewissen Zeit von Völkervermehrung und es ist heutzutage gut, wenn man Reservevölker hat.


    Im weiteren ist eben zu überlegen, ob die alte Königin (Schwarm) und die Nachschaffungskönigin (alte Beute) nicht getauscht werden sollten gegen bekannte, schwarmträge Abstammungen.


    Nachdem ich viele alte Imker um mich rum habe (so 2-3 Völker) und diese eigentlich nur mit Zukauf und Schwärmen überleben, muss ich davon ausgehen, dass hier die Reinvasion der Milben und früher oder später auch so manche Krankheit ausgeht.
    Die Maßnahme gegen Faulbrut ist also eine reine Sicherungsmaßnahme.


    Die Abwägung ob man so oder so imkert trifft der Imker vor Ort.


    Gruß
    Klaus Bäuerlein, Abenberg :P

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein