Ameisensäurebehandlung in Kuntzsch-Beute

  • Hallo,


    nachdem ich in letzter Zeit mit Bayvarol behandelt habe, möchte ich auf Ameisensäurebehandlung (60%)mit Schwammtuch von unten umsteigen. Als Menge habe ich die Empfehlung von 2ml pro Wabe also bei einem Volk im Einraum von 20 ml und im Doppelraum von 40 ml gelesen.
    Sind diese Mengen ausreichend und wie oft sollte man behandeln?


    Tschüß,
    Christian

  • Christian Schütz schrieb:

    Hallo,


    nachdem ich in letzter Zeit mit Bayvarol behandelt habe, möchte ich auf Ameisensäurebehandlung (60%)mit Schwammtuch von unten umsteigen. Als Menge habe ich die Empfehlung von 2ml pro Wabe also bei einem Volk im Einraum von 20 ml und im Doppelraum von 40 ml gelesen.
    Sind diese Mengen ausreichend und wie oft sollte man behandeln?
    Tschüß,
    Christian


    Hallo Christian,


    Gleich nach der Endabschleuderung wird eine kleine Futtergabe (5 l) in die ausgeschleuderten Witschaftsvölker eingebracht. Nach ein paar Tagen ist das Futter umgearbeitet und die Sommer/Herbstvarroabehandlung kann beginnen. Offenes Futter würde AS Säure binden und der Wirkungsgrad wäre schlecht, deshalb wird einige Tage nach der Futtergabe gewartet. Mit dem Schwammtuch z.B. ein Viledatuch oder Küchenkrepp wird 60 % ige Ameisensäure ins Volk gebracht, dabei ist es einerlei ob von unten oder von oben behandelt wird. Beim hohen Boden mit Varroaschiebmulde oder bei der Segeberger Beute ist es von unten am idealsten, da man nicht mit den Bienen in Berührung kommt. Sollte man von oben behandeln, legt man eine Gaze (Fliegengitter), das bei meiner Imkerei ohnehin die Hauptabdeckung gegen das Verkitten mit dem Deckel ist auf, damit die Bienen nicht an die Ameisensäure kommen. Bei einem einzargigen Volk nimmt man ca. 30 ml und bei einem zweizargigen ca. ca 40 - 60 ml AS Säure, die am Abend bei einer Aussentemperatur von nicht mehr als 20 Grad eingebracht wird. Ist es kälter am Abend, kann man auch untertägig versuchen zu behandeln, wenn hier die Außentemperatur nicht über 20 Grad ansteigt. Ist es sogar unter 12 Grad kann man auch 85 % ige AS Säure verwenden, aber normalerweise sind die Temperaturen zu dieser Jahreszeit nicht so kalt. Gut gekühlt sollte die AS schon sein, damit bei den Bienen nicht gleich ein Verdunstungsschock einbringt. Diese Behandlung erfolgt dann noch 2 X im Abstand von jeweils ca. 5 Tagen. Diese AS Säure wirkt auch in die verdeckelte Brut und tötet auch hier die Varroen. Achtung Schutzbrille und säurefeste Handschuhe verwenden. Natürlich kommt es zu gewissen Brutschäden, die das Volk aber leichter übersteht, als den Varroadruck. Man bekommt im Laufe der Zeit ein gutes Gespür für diese erfolgreiche Behandlung.


    Mayerhofer Franz Xaver
    Ökonom mit 7 ha und Bienenzüchter :D:D

  • Hallo Christian,


    ich halte in diesem Jahr meine ersten Bienen in Bremer- und Golz- beuten. Will sagen, ich stehe vor dem gleichen Problem.
    Ich habe bei anderen Golz-Imkern zur Varroabehandlung herum gefragt:


    Einer behandelt mit dem Schwammtuch und AS von unten, wie von Xaver beschrieben.
    Ein anderer nimmt 2 Nassenheider-Verdunster pro Volk, als 4. Wabe jeweils von der Seite (aber nicht in die Brut!) mit je 100 ml für eine Woche.
    Beide wiederholen die Behandlung Ende September.


    Ich habe mich für die 2. Art entschieden.


    Ich wünsche dem Imker und den Bienen vor allem Gesundheit.


    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
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    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • ich nehme Nassenheider-Verdunster (pro Raum einen!) und hänge sie in die Mitte bzw. an die Brut! Auf keinen Fall direkt hinter das Fenster hängen, dann wirkt die AS nicht richtig.
    Als Alternative benutze ich (entweder von oben indem ich Deckbrettchen entferne und Varroa-Gase dafür auflege) oder von unten den Verdunster FAM-Liebefeld. Wenn ich von unten behandel, dann mit 85%iger As ansonsten 60%ige.


    MfG

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"