Gemülleinlage

  • Aus verschiedenen Beiträgen nehme ich heraus, dass eine Gemülleinlage nur für bestimmte Zeiten und zu bestimmten Zeiten eingelegt wird. Meine Frage: Bleibt für die restliche Zeit die Beute (Zander) unten offen, bis auf das Varroagitter natürlich, und wie wird das im Winter praktiziert, wegen der Temperatur?

  • AC schrieb:

    Aus verschiedenen Beiträgen nehme ich heraus, dass eine Gemülleinlage nur für bestimmte Zeiten und zu bestimmten Zeiten eingelegt wird. Meine Frage: Bleibt für die restliche Zeit die Beute (Zander) unten offen, bis auf das Varroagitter natürlich, und wie wird das im Winter praktiziert, wegen der Temperatur?


    Hallo AC,


    genau! Die Einlage bleibt nur während der Behandlung, bzw. noch einige Tage länger eingeschoben. In dieser Zeit sollte in möglichst kurzen Abständen (z.B. tageweise) die Anzahl der gefallenen Milben gezählt und dann auf die Gesamtmenge im Volk hochgerechnet werden.


    In der übrigen Zeit bleibt die Beute unten offen (d.h. Gitterboden ist schon noch vorhanden :wink: ). Dadurch kommt es u.a. im Winter nicht so schnell zu Schimmelbildung. Außerdem haben die Bienen einen direkteren Kontakt zu den Außenbedingungen mit der Folge (u.a.), dass sie eher brutfrei sind und auch nicht zu früh wieder mit der Eiablage im neuen Jahr beginnen. Die ggf. niedrigen Temperaturen schanden dem Volk i.d.R. nicht.


    Und im Sommer (ich meine jetzt einen richtigen Sommer mit hohen Temperaturen und so :-? ) kommt natürlich frische Luft in die "Kiste", wenn der Gitterboden offen ist...


    Viele Grüße
    Erich

  • Hallo Erich,
    da du als einziger auf meine Frage zur Gemülleinlage geantwortest hast, muss ich dich leider mit diesem Thema noch einmal belästigen und weiter nachfragen.
    Mir erscheint deine Erklärung zur Einlage sehr logisch und aus biologischer Sicht auch voll sinnvoll. Das hat mich voll überzeugt. Als ich einem älteren ortsansässigen erfahrenen Imkerkollegen, dessen Rat ich auch öfter einhole, jetzt davon erzählte, hielt dieser die Verfahrensweise mit "offenem" Boden, also nur mit Varroagitter unten, ohne geschlossenen Schieber als Abschluss für gefährlich, weil er der Meinung war, dass unverhoffte kalte Nachte die Brut gefährden könnten und in diesem Fall zu Faulbrut führen würden. Jetzt bin ich wieder total unsicher.
    Wie ist deine Meoinung zu diesem Argument? Für deinen Rat bin ich sehr dankbar. Bitte nimm dir noch einmal die Zeit und hilf mir mit deinem Fachwissen weiter.

  • Moin AC,


    Offener Boden ist die weithin beste Lösung. Es mag schon sein, daß ältere Imker mit kleinen Beuten und damit wenig Platz für Futter immer lieber warm überwintert haben, aber mit unseren Magazinen und ihrer Standardüberwinterung auf 22 oder 18 Waben ist Futter kein Thema mehr. Daher stammt aber die Abneigung gegen Kälte bei den Bienen.


    Das zweite Argument ist am Besten mit einem kleinen Experiment darzustellen. Nimm ein Glas, dreh's um, und drück es unter Wasser. Trotz offenem Boden bleibt die Luft im Glas und vom Wasser getrennt. Das selbe passiert mit warmer Luft im Kaltluftsee. Nur können die Bienen nach unten gehen und fühlen: "Draußen ist's noch kalt, die Brüterei muß noch warten" Deshalb ist der Offene Boden ganzjährig sehr sinnvoll.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo AC,
    ausdrücklich möchte ich mich Henry anschließen.
    Desweiteren: Faulbrut ist eine Krankheit,
    die nicht von der Betriebsweise als solches kommt.
    Sowas wie eine Grippe. Da müssen die Erreger da sein.
    Sie kann ausbrechen, wenn das Immunsystem geschwächt ist.
    Da ist aber was im Vorfeld schief gelaufen. Die Ursache für die Faulbrut sind offene Böden sicher nicht, möglicherweise aber ein Auslöser.


    Gruß, und gute Einwinterung


    Erwin

  • Hallo, ich würde mich gerne als blutiger Anfänger mit einer Frage anhängen:
    Die Gemülleinlage hatte ich eingeschoben und dort vergessen. Jetzt, nach ca. 2 Monaten, habe ich mich mal wieder dran erinnert und sie rausgeholt. Sie war mächtig verdreckt, aber ich hab keine einzige Varroa gefunden. Komisch, oder? Ich hab echt mindestens 10 min gesucht, aber - nix! Ich mein, ich würd mich ja freuen, wenn die keine Varroa haben, aber ganz traue ich der Sache nicht...
    Was meint ihr dazu?
    Danke
    Soni