Honig verfüttern - aber wie?

  • Liebe Freunde,
    leider habe ich im Forum etwas die Orientierung verloren. Ich glaube es war schon einmal Thema, kann mich aber nicht erinnern, wo es gestanden hat.


    Zur meiner Situation: Habe nach der Auswinterung festgestellt, dass die Bienen auf unmegen Futter saßen, habe diese Waben herausgenommen und vor einigen Wochen geschleudert. Ich dachte es sei Futter auf Zuckerbasis, der "Saft" war aber ockerfarben und hatte den Duft von Honig. Jetzt habe ich festgestellt, dass es ein dunkel-cremiger Honig (?), so als ob gerührt, geworden ist. Ich habe keine Idee, woher das kommt. Riecht und schmeckt gut. Könnte also an die Bienen als Futter wieder zurückgegeben werden.


    Wie funktioniert so etwas technisch? Ohne dass die Bienen Festkleben? Habe erst gedacht, 3 Teile Honig und 2 Teile Wasser vermischen und dann quasi Flüssig mit Eimer oder umgedrehten Obstglas zu verabreichen. Könnte aber gähren. Würde ich den Honig einfach auf die Folie legen, würde er sich langsam aber sicher im Gleichschritt in die Magizine verabschieden.


    Wer hat eine Idee?


    Danke
    Christoph

  • Moin Christoph,


    da gibt es ja nun sehr sehr viele Möglichkeiten :lol:
     
    Darüber, daß nicht unbedingt gut auf Honig zu überwintern ist, hatten wir an anderer Stelle schon geschrieben und gelesen. Deshalb stellt sich die Frage, was für Bienen Du denn gerne Füttern willst?


    Sind es Ableger die das Futter verbrüten sollen, dann löse immer kleine Mengen davon etwa 1:1 in Wasser auf und gib es ihnen von oben per Lochdeckelglas oder in die Futterzarge.


    Willst Du Völker damit auffüttern dann gib ihnen in die Menge Futter, die innerhalb von drei Tagen sicher abgenommen wird einfach statt etwas weniger Zucker etwas mehr von dem Futter-Honig. Möglichst gleich am Anfang der Auffütterei, weil dann das Futter im Frühjahr als letztes angegangen wird. Und da können die ja schon auf's "C" ("WC" werden die ja nächstes Jahr noch nicht haben :wink: also eigentlich doch, machmal spül ich ja nach :lol: ) Wenn Du Pech hast bleibt es dann aber wieder übrig. Dann laß' es besser in den Waben als Futter für Ableger oder zum Wiedeinhängen im Herbst.


    Wenn Du mit Invertzuckersirup einfütterst, löse halt erst Futter und Wasser zusammen auf und gib den Invertzucker dazu. (aber auch insgesamt nur soviel wie wirklich abgenommen wird)


    Du kannst aber auch klassisch Futterteig 'drauß kneten. Brauchst halt Unmengen Puderzucker dazu.


    Oder Du packst Kristallzucker dazu bis es Feuchtzucker wird. Den kannst Du als Block oder Klumpen in Folie anbieten. Er darf aber nicht wieder trocken werden. Am Besten ist die Konsistenz, wenn er ist wie Streuselteig für Streuselkuchen. Der gehört dann in Futtertaschen.


    Dann kannst Du das Futter, wenn es doch einen hohen Honiganteil hat, auch einfach fest werden lassen und im Frühjahr als Streichhonig spachtelweise als Reizfutter auf die Rähmchen schmieren.


    Oder Du machst Deine ersten Met-Versuche damit.


    Dann kannst Du's natürlich auch zum Teesüßen im Winter nehmen (Schließlich ist es, wenn es schon kein Honig ist doch wenigstens Invertzucker)


    Du kannst natürlich auch ...


    ... und noch einiges mehr.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Christoph,


    also: die Honig- Wasser- Mischung fängt ja nicht SOFORT zu gären an.
    Du kannst also-je nach Volksstärke- zwischen 5 und 10 kg auf einmal geben und die nehmen das innerhalb von 2 Tagen ab. Wenn Du weißt, daß es am nächsten Tag kühler ist, kannst Du abends auffüttern.


    Kandierten Honig kannst Du einfach verfüttern, indem Du die Rähmchen mit Folie abdeckst, darauf den kandierten Honigklumpen, darauf eine leere Zarge.
    Wenn der Honig fest genug ist kleben die nicht fest!



    Gruß, Erwin

  • Hallo,
    ich bin blutiger Anfänger und möchte mich hier gleich mal mit einer Frage anhängen: wofür war eigentlich das Schleudern gut? Hätte man nicht die kompletten Waben wieder reinhängen können?
    Danke und Grüßle
    Soni

  • Moin,


    Ja, man hätte die Waben so wie sie waren wieder einhängen können, wenn es wirklich nur Futter war.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin,


    Ja, man hätte die Waben so wie sie waren wieder einhängen können, wenn es wirklich nur Futter war.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo, bin zurück und kann jetzt antworten.


    Die unbebrüteten Futterwaben habe ich natürlich nicht ausgeschleudert, die kommen wieder zurück in die Völker. Die anderen, bebrüteten Waben habe ich aus Sorge um die Wachsmotten aussortiert.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Henry schrieb:


    Darüber, daß nicht unbedingt gut auf Honig zu überwintern ist, hatten wir an anderer Stelle schon geschrieben und gelesen.


    Hallo Henry,
    sind Deine Bienen durch züchterische Schwerstarbeit nun doch vom Honig losgekommen ? :lol: 


    Hallo Christoph,
     
    ich erinnere mich an Deine Frage im Frühjahr bezüglich der Futterwaben.
    Was hattest Du eigentlich letztes Jahr eingefüttert ? Könnte es nicht doch sein, daß es sich um Frühtracht-Honig handelt - u.U. in den Brutraum eingetragen ?
    Zum Thema Einfüttern: Wie bereits erwähnt, in unseren Breiten genügen etwa 10 kg gesammt ! Proffesionell kann man mit kleinen Futtereimern (haben eine Drahtgaze im Deckel) einfüttern. Die bekommst Du bestimmt bei Hammann/Haßloch. Mischen würde ich auch max. 3:2.
    Bedenke: Wachsmotten fressen sich nicht durch verdeckelte Zellen, und zur Bekämpfung gibt es auch natürliche Gegner (Bazillus Thurgensis).


    Viele Grüße
    Matthias