Gemülleinlage

  • Sollte man, wenn ja, ab wann eine Gemülleinlage in Magazinbeuten einlegen? Wann werden diese kontrolliert? Werden diese einfach auf den Drahtboden gelegt? Verengen sie nicht zu sehr die Fluglöcher und verhindern damit u.U. die ausreichende Sauerstoffzufuhrß

  • Hallo Imkergemeinde,
    Wozu soll ich überhaupt die Milben zählen?
    Welche Schlußfolgerungen soll ich daraus ziehen?


    M.E. muß ich in jedem Fall eine Spätsommerbehandlung durchführen, 3-4 mal mit Ameisensäure.


    Eine Winterbehandlung mit Perizin mach ich nicht.


    Also ist es mir wurscht, wieviele Milben fallen, meine Behandlungsmethode steht fest, und die Zählerei kann ich mir komplett sparen.


    was meint Ihr dazu?
    Gruß
    Franz

  • Hallo zusammen
    Wozu Milben zählen? Kann man heute noch ohne ine Kontrolle behaupten, dass die Völker fast milbenfrei sind? Ich glaube nein.
    Ich habe mir auch zum Vorsatz gemacht: Sind des Nachbarn`s Völker gut behandelt, kann ich evtl. auf eine Winterbehandlung verzichten. So geschehen Winter 2003-2004. Aber das konnte ich mir auch nur erlauben, weil ich den Befallsgrad, durch zählen, kannte.
    (Das Risiko, durch Reinvasion seine Völker trotz Sommerbehandlung doch noch zu verlieren, ist doch hoch)
    @AC
    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Windel oder ein Varroagitter einzulegen. Das kommt auf den jeweiligen Boden an und sollte auch daran angepaßt werden. Ich z.b. habe fast nur noch offene Wanderböden, wo ich jederzeit eine Kontrolle durchführen kann. (Das jahr über Stichprobenhaltig)

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • AC schrieb:

    Sollte man, wenn ja, ab wann eine Gemülleinlage in Magazinbeuten einlegen? Wann werden diese kontrolliert? Werden diese einfach auf den Drahtboden gelegt? Verengen sie nicht zu sehr die Fluglöcher und verhindern damit u.U. die ausreichende Sauerstoffzufuhrß


    Hallo AC,


    um mal konkret auf Deine Fragen einzugehen: das Unterschieben einer Gemülleinlage erfolgt zeitgleich mit der Durchführung der Behandlung. Sie wird aber nicht _auf_, sondern _unter_ den Gitterboden geschoben - sofern im Unterboden dafür eine Nut eingelassen ist: Die Milben fallen dann durch den Gitterboden auf die Einlage.
    Ich halte einen Einsatz in sofern für sinnvoill, als sich die Gesamtmenge der Milben im Volk hochrechnen lässt. Je nach Ergebnis kann ich den lieben Bienen dann nämlich weitere Behandlungen ersparen - oder auch nicht...


    Viele Grüße
    Erich

  • Moin Franz,


    Behandlung ohne Erfolgskontrolle ist wie Russiches Roulette. Nur daß Du Dich auch noch tot stellst, wenn's nicht geknallt hat.


    Gerade bei AS Behandlung ist Erfolgskontrolle und Kontrolle des Milbenfalls im Winter nötig. Selbst wenn Du denkst, daß Du nach Deinen drei Behandlungen nicht eine Milbe mehr hast. Ich muß nicht Hellseher sein, um vorherzusagen, daß sich Deine Meinung über die Notwendigkeit einer Winterbehandlung schlagartig ändert, wenn ich Dir Weihnachten eine schwarzbraune Windel unter Deinem Lieblingsvolk vorziehe.


    Du mußt die Milben ja nicht zählen, wenn es viele sind. Dann behandelst Du ja sowieso oder die Behandlung läuft gerade. Und zehn, zwanzig Milben auf einer Windel um Weihnachten rum sind schnell gezählt.


    Und wenn es deutlich mehr sind ist auch ganz schnell behandelt. Glaub mir.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Henry,
    alles gut und schön.
    Aber eine Winterbehandlung mach ich eh nicht, aus versch Gründen.
    Und mehr als 4 AS- Behandlungen mach ich auch nicht.
    Also bleibt es dabei: ich zähl keine Milben, und verwende auch keine Windeln.
    Wie macht es wohl ein Großimker, der 200 Völker hat, der wird sich kaum mit Windelnanalysieren aufhalten...
    Gruß
    Franz

  • Hallo, Franz,
    warum machst du keine Winterbehandlung? Du nennst "versch. Gründe", gehst aber leider nicht auf einen ein. Es würde mich wirklich interessieren!
    Wie es ein Großimker mit 200 Völkern mit der Varroa-Behandlung hält, interessiert mich dann, wenn ich was von ihm lernen kann, aber nicht, um eigene Schlampigkeiten zu rechtfertigen. Wenn viele Leute denselben Fehler machen, wird er dadurch ja nicht richtiger. Und es ist ja von allen führenden Bieneninstituten miitlerweile Konsens , dass Milben gezählt werden, um ggbfs. eine Winterbehandlung durchführen zu können.
    hallo, AC,
    ich werde in dieser Woche Windeln in meine Völker einlegen, um den natürlichen Milbentotenfall zu ermitteln. Das ist nicht konsequenzenlos: Sollte ich hohen Milbenfall feststellen, würde ich das entsprechende Volk sofort abschleudern und eine Varroabehandlung durchführen.
    Schöne Grüße von Petra

  • Hallo Franz,


    das kann ich Dir ganz genau sagen: Er hält sich sehr wohl mit Windelanalyse auf. Und zwar wesentlich strategischer als andere.


    Ich kann hier nur für eine Imkerei mit über 300 Völkern sprechen und da wird der Milbenfall sehr genau beobachtet und z.B. entschieden welcher Wagen unbehandelt in späte Trachten geht oder ob ein Wagen früher aus der Trachtfolge genommen werden muß, weil der Milbendruck zu hoch ist. Oder man überlegt sehr genau, ob ein Wagen unbehandelt auf den Winterplatz gerückt wird, wenn dort schon ein behandelter steht usw. Ich kann Dir versichern, daß es wesentlich mehr Arbeit macht einen Wagen mit varroabedingten Ausfällen wieder zur in sich stimmigen Einheit aufzubauen, als mehrfach Windeln zu kontrollieren. Und die Entscheidung ob ein Volk eine weitere Behandlung nötig hat, fällt direkt vor der Behandlung innerhalb von Sekunden durch einen Blick auf die Windel. Ist die weiß, hat man Zeit und Geld gespart, sind Milben da, wird behandelt. (Sind nur ganz ganz wenige Milben da, werden die übersehen und die Windel gilt per Definition als weiß und dann besteht auch kein Behandlungsbedarf)


    So eine schwarzbraune Windel ist ein starkes Argument, wenn es darum geht ob ein Wagen nun doch noch in die Sonnenblume oder in die Goldrute geht oder gleich behandelt wird. Lieber die unsichere Tracht verlieren als schon wieder Bienen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ...oder man geht noch einen Schritt weiter und macht die Winterbehandlung in jedem Fall. Letztes Jahr im Winter war nach 7 Tagen Einlagezeit bei mir keine einzige Milbe auf der Windel, die ich hätte zählen können. Ich hatte mit AS im Spätsommer behandelt. Trotzdem behandelte ich (auf Petra S. Rat hin) noch mal mit Oxalsäure. Und siehe da, sie fielen... In einem Volk über 90.


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Franz,


    das kann ich Dir ganz genau sagen: Er hält sich sehr wohl mit Windelanalyse auf. Und zwar wesentlich strategischer als andere.


    Ich kann hier nur für eine Imkerei mit über 300 Völkern sprechen und da wird der Milbenfall sehr genau beobachtet und z.B. entschieden welcher Wagen unbehandelt in späte Trachten geht oder ob ein Wagen früher aus der Trachtfolge genommen werden muß, weil der Milbendruck zu hoch ist. Oder man überlegt sehr genau, ob ein Wagen unbehandelt auf den Winterplatz gerückt wird, wenn dort schon ein behandelter steht usw. Ich kann Dir versichern, daß es wesentlich mehr Arbeit macht einen Wagen mit varroabedingten Ausfällen wieder zur in sich stimmigen Einheit aufzubauen, als mehrfach Windeln zu kontrollieren. Und die Entscheidung ob ein Volk eine weitere Behandlung nötig hat, fällt direkt vor der Behandlung innerhalb von Sekunden durch einen Blick auf die Windel. Ist die weiß, hat man Zeit und Geld gespart, sind Milben da, wird behandelt. (Sind nur ganz ganz wenige Milben da, werden die übersehen und die Windel gilt per Definition als weiß und dann besteht auch kein Behandlungsbedarf)


    So eine schwarzbraune Windel ist ein starkes Argument, wenn es darum geht ob ein Wagen nun doch noch in die Sonnenblume oder in die Goldrute geht oder gleich behandelt wird. Lieber die unsichere Tracht verlieren als schon wieder Bienen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo, alle Miteinander,


    Vogel Strauss lässt grüssen!
    Was ich nicht sehen will ist auch nicht da?
    Alle Jahre wieder hört und liest man den gleichen Blödsinn, man müsste den Imkern ab einer bestimmten Anzahl Milben um Weihnachten die Völker per Gesetz enteignen und gegebenenfalls vernichten (Schade).
    Und alles nur weil verantwortungslose Sturköpfe spielen wollen und zu faul oder zu geizig sind.
    Sie sollten sich einmal ein Beispiel an ihren Bienen nehmen, soweit sie überleben.
    Seit wir hier in meiner Nachbarschaft alle Imker dafür gewonnen haben nach einem bestimmten Schema zu behandeln, ist seit zwei Jahren das Thema Varroa eine Nebensächlichkeit.
    Das heisst aber nicht das wir uns hinsetzen und warten wann es wieder losgeht, es wird weiterhin kontrolliert und behandelt, und immer wieder sind Völker dabei, die aus der Reihe tanzen.
    Und verschiedene Gründe gibt es nicht, sonst sind wir, und vielleicht schneller als wir glauben, wieder da wo wir angefangen sind.
    Sollte es Gründe für eine Nichtbehandlung geben ist es eine Pflicht, diese gerade hier im Forum offen zu legen, schliesslich gibt es genug Jungimker die sich sagen wenn Der oder Die nicht behandeln, warum dann ich?


    Ich wünsche Euch viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Hallo zusammen
    Nachtrag:
    In meinem Beitrag oben sollte noch erwähnt werden, dass ich meine Varroabehandlung nach dem Abernten natürlich vornehme :oops: . Die Winterbehandlung versuche ich zu vermeiden, wenn der natürliche Milbenfall es zuläßt.
    Aber das gelingt natürlich nur, wenn die Nachbarimker auch richtig und rechtzeitig behandeln.
    Mir stellt sich nur die Frage: Soll man eine zusätzliche Winterbehandlung durchführen, auch wenn der natürliche Milbenfall unter 1 Milbe/Tag ist?
    Dr. Otten/Mayen antwortete: Wenn es nicht nötig ist, warum sollte man?


    Das zählt aber natürlich nur, wenn man alle Völker kontrollieren kann.
    Oder wie denkt ihr über darüber?

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Guido schrieb:

    Mir stellt sich nur die Frage: Soll man eine zusätzliche Winterbehandlung durchführen, auch wenn der natürliche Milbenfall unter 1 Milbe/Tag ist?


    Ich habe, seit ich Imkere einmal die Wintervarroabhandlung ausfallen lassen. Im nächsten Jahr haben es 9 meiner 13 Völkern nur noch kurz bis zur zweiten Abschleuderung geschafft, das war mir eine Lehre für mein ganzes Imkerleben. Während der brutlosen Zeit ist die Milbe ungeschützt und so kann man ihr am leichtesten zu Leibe rücken, außerdem kann es nur nützen und in keiner Hinsicht schaden.

  • Hallo, Guido,


    Zitat

    Mir stellt sich nur die Frage: Soll man eine zusätzliche Winterbehandlung durchführen, auch wenn der natürliche Milbenfall unter 1 Milbe/Tag ist?


    also, solange ich noch behandle, werde ich in jedem Fall auch eine Winterbehandlung machen. Siehe oben meinen letzten Beitrag. Wäre ich nach dem natürlichen Milbentotenfall gegangen, hätte besagtes Volk das Brutgeschäft mit einer Starthypothek von 90 Milben begonnen.


    Windel ja - zur Erfolgskontrolle der Behandlung, und ich mache natürlich nicht die Augen zu, wenn ich darauf natürlichen Milbenfall entdecke. Aber die Frage nach der Winterbehandlung mache ich nicht an so einem unzuverlässigen Kriterium fest. Wenn man unbedingt wissen will, wie viele Milben denn im Volk sind, müßte man entweder eine definierte Anzahl Brutzellen ausräumen und -zählen oder (bei brutfreien Völkern geht gar nichts anderes) per Alkoholwaschmethode die Milbenlast ermitteln. Da halte ich es für wesentlich einfacher und weniger belastend, im Dezember generell den Varrox reinzuhalten (oder auch zu träufeln).


    Viele Grüße, Johannes