Varroa-Saison 2004

  • Auch wenn die Einen im Wasser fast wegschwimmen, während die Anderen langsam im Honig "ersaufen" (da gehöre ich dazu...), die Varroa scheint sich diese Jahr bestens zu vermehren.


    Habe meine 4 Pflegevölker nach Königinnen untersucht... und bei dreien fand ich keine Brut... also jeweils eine Wabe mit offener Brut zur Weiselprobe eingehangen....... letzes Wochenende nachgeschaut.... alle 3 Völker hatten verdeckelte Weiselzellen. Entsetzt war ich, als ich diese Weiselzellen ausbrach..... in jeder Zelle zwischen 2 und 5 Milben! habe daraufhin die gesamte Brut entdeckelt...... fast keine Zelle ohne Milben..... daraufhin sind die Waben in den Wachsschmelzer gewandert.
    Habe sofort jede Waben in den 3 Völkern mit Bienenwohl eingesprüht. (Ich weiß, völlig überdosiert, nach meinen Erfahrungen mit Bienenwohl in den letzten Jahren tut das aber bei einmaligem Anwenden nix). Nach 4 Tagen habe ich etwa 600 bis 1000 Milben pro Volk auf dem Unterboden gefunden.
    Wieviel Milben werden in den Völkern sein, die keinen Brutstopp bisher hatten?
    Es scheint also eine sehr erfolgreiche Milbensaison dieses Jahr zu sein....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • ich hatte nicht eine einzige Milbe bislang auf der Drohnenbrut und die Windeln sind auch fast sauber. Bei mir also das ganze Gegenteil.


    Hoffentlich bin ich nicht nur zu blind, die zu sehen :-?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo, alle Miteinander,


    meine Beobachtungen decken sich mit denen von Henry.
    Allerdings habe ich auch die Bau/Drohnenrahmen konsequent ausgeschnitten nur Drohnenzellen auf den Brutwaben in den Völkern belassen.
    Auch bei mir gab es Weisellose Völker, nach dem Schwärmen, aber ich vermute das die Jungköniginnen beim Begattungsflug einfach abgesoffen sind.
    Ich habe noch Kunstschwärme gemacht und dabei aus nur noch leeren Honigräumen die Bienen abgefegt und anschließend mit Bienenwohl behandelt, die paar Milben sind nicht erwähnenswert.
    Nachdem ich jetzt die erste Auffütterung gemacht habe mache ich die erste Behandlung mit 60%iger Ameisensäure (ich hoffe das es in den nächsten Tagen ein wenig trockener wird) und dann wird es sich zeigen!


    Ich wünsche Euch viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Moin liebe Imker,
    ich bin etwas verwirrt. Ich hab' ja auch Drohnenbrut geschnitten, aber da waren ja keine Milben drin. Also kann ich sie damit ja auch nicht entnommen haben.


    Oder sollten tatsächlich die wenigen Milben, die ich aus dem Winter mitgenommen hab' gleich in der ersten Drohnenbrut gewesen sein und ich hab' sie nur nicht gesehen? :-?


    (Ich hab' zwei Baurahmen auf Pos. 3 und 9 in der oberen BR-Zarge)


    Ich befürchte mal, daß der Hammer schon noch kommt. Vielleicht gehen die Milben schon nicht mehr so gerne in die Drohnenbrut?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Henry,


    seit ich imkere schneide ich Baurahmen und behandele mit AS 60% und 85%.
    Die Milben benötigen die Drohnenbrut, weil sie für die Entwicklung der Art am effektivsten ist, wegen der längeren Brutzeit.
    Natürlich gehen sie auch in Arbeiterinnen- und sogar Königinnenbrut wenn nichts anderes vorhanden ist.
    Deswegen lasse ich die Drohnenbrut außerhalb des Baurahmens
    (Position 3 v. rechts) auch unbehelligt, somit lassen sie größtenteils die anderen Zellen zufrieden!
    Bei Kontrollen habe ich festgestellt das auf dem Baurahmen Milben in der Brut waren und auf den anderen nicht.
    Mag Zufall sein, nach der AS Behandlung ist der meiste Milbenfall auf der rechten Seite, vielleicht stehen sie ja da wie an der Haltestelle!
    Ich behandele jetzt beim Auffüttern 3mal mit 60ger AS über Schwammtuch und nachher im Nov./Dez. mit 85%iger AS im Liebig- Dispenser * über einen Zeitraum von 3 Wochen.
    Sollte im Frühjahr bei Stichproben noch Befall da sein, pack ich im April auch noch 1-2 Mal das Schwammtuch mit 60er AS auf.
    Ich benutze AS mit E Nr.
    Hört sich alles martialisch an, aber große Bienenverluste hatte ich nur beim Schwärmen!


    *Kann auch Medizinflasche, Nassenheider, Krämerplatte usw. sein
    Wichtig ist die Zeit!

    Ich wünsche Euch viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Habe am Sonntag eine interessante Beobachtung gemacht. Bei der letzten Kontrolle hatte ich eine z.T. bestiftete und z.T. verdeckelte Drohnenwabe mit ansitzenden Bienen in den Honigraum gehängt, um sie bei Gelegenheit, wenn alles verdeckelt ist, zu entfernen. Die waren allerdings unterschiedlich alt: Ein Teil der Drohnen schlüpfte gerade. Viele der Geschlüpftenl trugen einen kleinen braunen "Rucksack" mit sich herum. Auch einige Pflegebienen hatten schon einige Milben abbekommen.


    Diesem Volk werde ich in den nächsten Tagen alle Brutwaben entnehmen und es anschließend mit Oxalsäure behandeln.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Moin Imkers,


    nach der zweiten Schwammtuchanwendung ergibt sich ein ganz untypisches Bild. Der unüblich geringe Varroafall rechtfertigt keine weitere AS-Behandlung mit Schwammtuch. Es fielen sehr wenige Milben während der 24h AS-Verdunstung. Ich werde nun ab dem Wochenende für eine Woche Windeln einlegen und sehen wie es mit dem nat. Fall darauf aussieht. Ich bin etwas beunruhigt, weil ich doch dunkle Windeln erwartet hatte. Vielleicht sind aber die Behandlungen der Schwärme und die vielen neuen Jungvölker/Ableger die Ursache für den geringen Fall. (Oder ich muß zum Optiker :o )

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    die Milbenzählung während der AS-Behandlung und bei den Ablegern ergab eine Anzahl von 0 - 0,2 gefallenen Milben pro Tag.
    Es gibt mehrere Erklärungsversuche:
    - es sind wirklich so gut wie keine Milben da.
    - die Ameisen oder sonstiges Getier holen die abgefallenen Milben
    - oder wie es Henry vermutet, ich muss dringend zum Optiker. :wink:


    Der erste Fall wäre mir der liebste.


    Gruß
    Werner

  • ..in den Raum stelle:


    es gibt Läusejahre, es gibt Schwarmjahre, warum nicht auch Varroajahre?


    Irgendwie scheinen wir alle im Kopf zu haben, daß sich die Varroen schön gleichmäßig vermehren, aber wenn das gar nicht so stimmt, sondern von einer Vielzahl externer Faktoten bestimmt wird???
    Inwieweit könnte man das nutzen?


    Leider wird wohl kaum jemand Aufzeichnungen seit 1978 über den Befallsgrad seiner Völker haben, so daß man eventuelle Zyklen erkennen könnte.


    Es wäre doch wohl traumhaft, wenn man dann womöglich noch Korrelationen zum Wetter und anderen Naturphänomenen herstellen könnte...


    Daraus könnte man bei genügend statistischen Werten sogar eine Varroa-Voraussage basteln: "Achtung, in Region XY gehäuftes Auftreten von YZ, was darauf schließen läßt, daß es dort in diesem Jahr zu erhöhtem Varroadruck kommen wird. Entwarnung für Region AB, dort scheint nichts auffällig zu sein."


    Wie denkt ihr darüber? Nur mal so als theoretische Diskussionsgrundlage?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Sabi(e)ne,


    und dann erforschen wir, warum unsere dann gemachten Vorhersagen daneben liegen. :lol:


    Es ist wie mit dem Wetter, wir denken wir könnten was vorhersagen und dann kommt doch wieder irgendein Phänomen. Laß' uns lieber auf Nummer Sicher gehen! (Also Schirm mitnehmen und kontrollieren) Es hilft ja auch nicht, wenn wir wissen, daß es viele oder wenige Milben in den Völkern haben müßte. Das Jahr muß sicher mit nahezu null Milben im Januar starten und die Winterbienen sollen nicht zu sehr unter Mißbildungen durch "Anessen" leiden. Alles andere bleibt Beobachtung ohne Einfluß.


    Es sei denn irgendwer stellt fest, daß die Varroa ausgestorben ist und wir können die Behandlung ganz einstellen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder