Hilfe!!Es ist passiert....

  • Hallo,


    ich habe vor ein paar Tagen einen Beitrag geschrieben bezüglich einem weisellosen Volk. Daraus ergab sich eine rege Diskussion ob solch ein Volk nun schwärmt oder nicht, nun es ist soeben passiert, und ich habe meinen ersten Schwarm gefangen. Er steht nun in einer Kiste im Keller.


    Meine Frage: Wie muss ich nun weiter vorgehen, wieviel Tage sollte er jetzt noch in der Kiste bleiben bevor ich ihn in eine Zarge stecke. Wie kann man dies überhaupt geschickt anstellen? In der Kiste sind nämlich noch einige Äste und ein halber Stamm enthalten.


    Wenn mir jemand dazu einen Tipp geben könnte wäre ich überaus dankbar,


    Viele Grüsse

  • Hallo.


    Bin noch nicht lange Imker, aber in eine Zarge mit Mittelwanden kanst du ihn sofort einschlagen. Habe ich bei meinem letzten Schwarm auch so gemacht. Lässt ihn dann 2-3 Tage hungern, damit er nicht wieder auszeiht.
    Danach habe ich gefüttert, zuckerwasser, selbstgerührt. So geht das ausbauen der Waben schneller. :D


    viel erfoplg mit denem Schwarm, ist eine sehr efektive Methode, die Schwärme stehen immer unter Dampf... :D


    Manuel

  • Moin keithwilliams,


    ich denke Du solltest als erstes mal den angeschwärmten Ableger untersuchen. Dort dürften im Moment ja sehr wenige Bienen sein. Dennoch kann es sein, daß das Minivolk weitere Schwärme abgibt. Also Zellen brechen ...


    Jetzt kannst Du auch entscheiden, ob noch genug Bienen übrig sind und ob es nicht vielleicht besser wäre Schwarm und Ableger lieber gleich wieder zu vereinigen. Die einfache Methode wäre dann das Zurückfliegen lassen. Also Königin wegnehmen und zusehen wie sich der Schwarm wieder auflößt. Besser ist es aber den Schwarm an der Stelle einzuschlagen an dem sein Muttervolk stand und dieses zu verstellen. Dann bleibt dem Schwarm sein Bau- und Sammeltrieb erhalten und er bekommt als Verstärkung die Flugbienen des Muttervolkes. Später kann man dann entscheiden, je nach dem ob Schwarm oder/und Ableger weiselrichtig geworden sind, ob man den Schwarm mit der Brut des Ablegers verstärkt oder ihm den Ableger gleich komplett aufsetzt.


    Ein Schwarm in einer Kiste hängt immer am Deckel. Deshalb versucht man diesen ganz vorsichtig abzuheben und ihn samt anhängender Bienentraube über die vorbereitete Beute zu halten. (Beute komplett voll MW, mittlere MW wieder herrausgenommen, weitere leere Zarge innen naß gesprüht und aufgesetzt) Dann ein kräftiger Ruck oder Schlag auf die haltende Hand und schon fließt der Bienenhaufen in die Wabengassen. Dann wird die leere Zarge innen abgekehrt. Jetzt laß ich dem Schwarm eine Minute Zeit und schneide die Herzwabe in die noch übrige Mittelwand ein. Schließlich sind da beim Vorschwarm schon Stifte drauf. Dann kehrt man die letzten Bienen aus dem Fangkasten noch mit in die Beute und dann die leere Zarge nocheinmal aus, nimmt sie ab und steckt die verbliebene MW in die Zargenmitte. Laub oder Zweige werden abgesammelt, Deckel drauf und fertig.


    Schwärme schlägt man im Sonnenuntergang ein und spätestens am dritten Tag nach dem Fall. (Was nicht heißen will, daß man Schwärme nicht auch sofort und ohne Kellerhaft einschlagen kann oder mit Fütterung länger "lagern". :wink: )

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Danke Henry für deine ausführliche Antwort.


    Ich habe gerade das Volk durchgeschaut, und musste feststellen dass alle Weiselzellen aufgebrochen waren (mindestens 25 Stück). Was ist denn da jetzt passiert? Ich hoffe doch mal das jetzt noch eine im Volk vorhanden ist!

  • Geschlüpft oder ausgefressen?


    (Entweder haben die Bienen den Schwarmvorgang abgebrochen oder sie haben der zweitgeschlüpften erlaubt die anderen abzustechen oder Du hast mehr Schwärme eingebüßt als Du gefangen hast oder Du hast mehrere Königinnen im Schwarm oder im Volk oder in beiden :lol: )


    Aber das ist eigentlich egal. Die Frage ist nur, wieviel Bienen und auslaufende Brut sind noch da. Die Antwort darauf entscheidet über das weitere Vorgehen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder