Eierlosigkeit

  • Hallo, Mitimker,


    Heute sah ich mein Buckfastvolk durch. Dabei fiel mir das Fehlen von Eiern und junger Brut auf. Das Volk war im Verhalten wie üblich ruhig, wabenfest, die Königin konnte ich sehen, es gab 2 Spielnäpfchen, keine Schwarmvorzeichen. Auf der jüngsten MW wurde gebaut, es wurde Honig eingetragen, das Brutnest war in keiner Weise verhonigt.


    Die Vorgeschichte:
    Vor 5 Tagen Honigernte. Am Morgen hatte ich alle reifen Honigwaben, die mindestens zu 2/3 verdeckelt waren, in zwei Zargen einsortiert und diese auf Bienenflucht über eine dritte HR-Zarge mit den halbvollen und unreifen Waben gestellt, also:


    HR reif
    HR reif
    ----Bienenflucht
    HR unreif/nicht voll
    .....Absperrgitter
    BR


    Der Brutraum wurde nicht durchgesehen; lediglich das Gitter wurde kurz abgenommen, um den Baufortschritt auf der jüngsten Mittelwand besser beurteilen zu können.


    Bei dieser Aktion war - wie auch immer - die Königin in den "reifen" Honigraum über der Flucht gelangt. Vermutlich saß sie am Absperrgitter und hatte, als dieses zur Seite gestellt war, die Seite gewechselt; später hatte ich nämlich versehentlich zunächst eine der "reifen" Honigzargen auf das Gitter gestellt (dabei wird sie auf die Waben geklettert sein), was ich aber gleich bemerkte und korrigierte.


    Am Nachmittag erlebte ich dann ein Lehrstück darüber, wozu Bienen in 6 Stunden fähig sind.


    Doppelt so viele Bienen in den oberen HR wie vorher (sie können also auch umgekehrt durch die Flucht, wenn sie wollen); sämtliche unverdeckelten Honigzellen leergetragen, abgeschrotet, mit versäuberten Rändern, frisch bestiftet.


    Bereits auf der 2. Honigwabe saß die Königin, diese Wabe hängte ich kurz in den Brutraum, die Kö lief sofort auf die Nachbarwabe, woraufhin ich das Gitter und den "unreifen" HR wieder aufsetzte und den verdeckelten Honig erntete. Die Bienen im BR wirkten erwartungsgemäß unruhiger als sonst.


    Lange Rede, kurzer Sinn; ich schreibe diese Story auf für den Fall, daß jemand einen Zusammenhang mit der aktuellen "Eierlosigkeit" sieht. Die Königin wurde nicht gedrückt oder ähnliches.


    Gibt es vielleicht eine "Legepause" nach einer Streßsituation? Und reicht der Streß, den die Kö hatte, dafür aus?


    Viele Grüße, Johannes

  • Moin Johannes,


    legende Königinnen gehen bei Steß für drei bis vier Tage aus Eilage. Das führt manchmal, wenn blutige, neugierige Anfänger frisch gekaufte "angeblich" begattete Königinnen zusetzen zu Problemen. Die Königin wird zugesetzt und nach drei Tagen wird die ganze Kiste durchgesucht nach Eiern. Werden keine gefunden, was ja durchaus sein kann, wird nach drei Tagen wieder alles durchwühlt und dann werden wieder keine Eier gefunden ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Johannes!
    Die "Umhängeaktion" mit den Honigwaben bringt genügend Streß, weil der Eingriff zu lange dauert und evtl. dannach Futtermangel in Brutnestnähe (~ 1. HO über dem Absperrgitter).
    Wenn das Volk unter der Bienenflucht mal den Eindruck von "zu wenig Futter" bekommt kann eine Königin aus der Eilage gehen. Danach wird nicht selten der Brutraum verhonigt und dann der Schwarmtrieb gefördert, etc..
    Weiter sollte ein Absperrgitter vor das Flugloch auf das Flugbrett gestoßen und dann erst aus der Hand gegeben werden. Würdest Du Rauch einblasen, so wäre die Königin weg gewesen! Arbeitest Du ohne Rauch?
    Ich empfehle bei der Honigernte den reifen Honig nach oben zu geben und den zu min. 50 % gefüllten 2. HO auf dem Volk zu belassen. Bei Platzbedarf kommt der 3. HO dazwischen. Es ist eine ständige Rotation, so dass das Volk nie in Hungernot kommt. In einer Trachtlücke wird so auch mal ein voller HO wieder geleert.
    Aber bitte die Bienen nie hungern lassen.
    Gruß
    Klaus Bäuerlein, Abenberg :roll:

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein