Langstroth für Anfänger?

  • Hallo !


    Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Imkerei (theoretsich) und
    möchte bald praktisch anfangen. Bei meiner suche nach Informationen bin ich auf ein Buch gestossen in dem der Bau von Langstroth-Beuten
    beschrieben wird. Nun stellt sich mir die Frage, ob dieses Maß überhaupt für Anfänger geeignet ist ?


    MfG aus dem Norden

  • Hallo Jens,


    das Rähmchenmaß ist nicht das Entscheidende, da kann man fast jedes nehmen.
    Wichtig ist,
    daß bei der Konstruktion der Beute der Bienenabstand eingehalten wird (verringert das Verbauen),
    die Rähmchenoberträger ca. 19mm stark (günstig zum Anfassen und verringert die Überbauung),
    die Zargen falzlos sind (weniger Bienen werden gequetscht),
    die Beute modular aufgebaut ist, also Boden, Zargen, Deckel getrennt (größere Freiheit der Manipulationen),
    die Beute einfach gebaut ist (spart am Potemonaite).


    Auseinander gehen die Meinungen hinsichtlich des geteilten oder ungeteilten Brutraumes. Das wirkt sich auf die Zahl der zu kontrollierenden Rähmchen, die Möglichkeiten der Schwarmverhinderung, der Ablegerbildung und der Bauerneuerung aus. Ich bevorzuge den geteilten Brutraum - das aber konsequent, nämlich drei Teile wegen der Bauerneuerung (also Flachzarge).


    Nun konkreter zum Maß. Langstroth ist das weltweit am meisten verbreitete Maß. Nur nicht in Deutschland. Wenn Du unbedingt mit Deinen Nachbarn Waben tauschen willst, solltest Du ihr Maß verwenden. Nötig ist das aber nicht. Zander ist auch eine gute Alternative (und deutsch).
    Lesetip: http://www.magazinimker.de/


    Grüße, Thomas

  • Hallo,
    ich tendiere auch zum Langstroth-Maß, wenn ich meine Imkerei erweitern sollte. Habe mich auch schon mit vielen Leuten darüber unterhalten.
    Das schichtenweise Arbeiten mit 1/2 Langstroth soll viele Vorteile haben (Erweiterung, etc.) Aber ich bin auch noch nicht am Ende mit dem Überlegen. Weitere Tipps zur Betriebsweise in Langstroth ausser der Hinweis auf www.magazinimker.de ?

  • Hallo,


    ich habe auch dieses Jahr mit dem Imkern angefangen. Nach dem Stöbern in unzähliger Literatur habe ich mich dann für 3/4-Langstroth entschlossen.


    Bis jetzt bin ich damit sehr gut gefahren.


    Was das Austauschen mit den Nachbarn angeht:
    bei www.magazinimker.de ist beschrieben, wie eine kompatible Zanderzarge aussehen muß, so dass es kein Problem ist, die Bienen von Zander auf Langstroth "umzuwohnen".


    Bei DN geht das auch, allerdings etwas aufwendiger. Mann kann DN-Rähmchen in Langstrothbeuten im Warmbau einhängen (ca. 10St.). Bei Ganzzargen bracht man nur einen dünnen Rahmen auf die Beute wg. dem fehlenden Falz für die Rähmchenohren. Läßt sich leicht selbst bauen. Bei Flachzargen noch einen Rahmen unter die Zarge, da die DN-Rähmchen zu lang sind.
    Die Zarge mit den Bienen nach unten, eine Leerzarge (möglichst mit ausgeb. Waben) drauf, und nach einer Wo. die Königin in die obere Zarge fegen und ein Absperrgitter einlegen. 3 Wo. spöter kannst du die andere Zarge wegnehmen (sie wird wohl dann voll Honig sein?).
    Ich selbst hab das auch so gemacht und es hat gut funktioniert.
    Das größere Problem sind die fehlenden ausgebauten Waben am Anfang, vor allem bei guter Tracht; dann hat die Weisel keinen Platz mehr zum legen. Besorg dir also Leerwaben und schneide sie um in dein Rähmchenmaß, das erspart viel Ärger.


    Das beste ist allerdings du fängst mit einem Schwarm/Kunstschwarm an.
    Dann hast du keine Probleme.


    Viel Erfolg!


    Cerr

  • Hallo Stefan,


    1/2 Langstroth kenne ich nicht - die Wabe würde ja keine 12cm hoch sein. Meinst Du vielleicht 1/2 Dadant = 2/3 Langstroth?


    An Büchern kenne ich die von Bretschko/Mossbeckhofer und von Schuster. Es sind viele Anregungen enthalten, die man mit kritischem Verstand lesen sollte (z.B. die angeschrägten Oberträger). Es wird auch der Zargentausch propagiert (häufige Neuordnung des Brutnestes, um angeblich den Bruttrieb zu fördern) - ich kenne keinen Beweis, daß es wirkt. Und selbst wenn, wäre es mir zu viel Arbeit und unnötige Störung des Biens.


    Hallo Cerr,


    hast Du Dir das mit 3/4-Langstroth gut überlegt? Nach meiner Erfahrung ist der Raum in zwei Zargen (bei zehn Rähmchen) für die heutigen starken Völker etwas knapp. Ich würde zwei Vollzargen oder besser drei 2/3-Zargen empfehlen.
    Das Umwohnen von DNM auf Langstroth habe ich im Längsbau machen müssen, da die Rähmchen quer straff klemmten. Nun ja, ein paar Monate Wildbau ist zu ertragen. Warum Umschneiden? Sie wohnen sich doch nach oben, auch wenn da Mittelwände sind. Mit Absperrgitter kann man das Brutnest nach oben zwingen. Oder eben die untere Zarge mit dem alten Maß im Frühjahr wegnehmen.