Anflugbretter

  • Habe bei Weber neue Zanderbeuten mit hohem Boden bestellt. Wurden ohne Anflugbrett geliefert mit der Bemerkung"Anflugbretter passen nicht an die hohen Unterböden." Wie kann ich mir jetzt helfen?

  • Früher, als der Mensch noch nicht an den Bienen rumgedoktert hatte, wohnten die Bienen in hohlen Bäumen. Ich bin viel im Wald und habe noch nie einen Baum mit Anflugbrett gesehen! :wink: 
    Dann kamen die Klotzbeuten, gemacht aus einem Baumstamm und natürlich ohne Anflugbrett, weil ja am Baum keines gewachsen ist.
    Schließlich die Strohkörbe, auch diese kamen ohne Anflugbrett aus.
    Und dann kamen die Magazine mit Anflugbrettern, dass die Bienen von der Blume zu Fuß nach Hause gehen können :wink: 
    Meinen Beuten nach dem System der Hohenheimer Einfachbeute haben kein Anflugbrett. Die Bienen fliegen entweder gleich in die Beute oder landen an der Frontseite und laufen in die Beute, wie früher als sie noch im Baum hausten.
    Anflugbretter schaden sicherlich nicht, erhöhen allerdings den Aufwand!


    Mit Gruß
    Werner Egger

  • Hallo AC,
    wenn deine Frage darauf abzielt, wie Du die AB am Bodernbrett befestigen kannst, kann ich dir folgenden Tip geben: AB die gleiche Breite wie Bodenbrett geben und mit kleinen Flacheisen seitlich verschrauben.


    Viele Grüße
    Stefan Kahlert

  • Werner Egger schrieb:

    Anflugbretter schaden sicherlich nicht, erhöhen allerdings den Aufwand!

    Mag sein, Werner; aber es ist so schön zum Zugucken! Mit Anflugbrett machen Fluglochbeobachtungen doppelt so viel Spaß. Okay, das ist nicht das schlagende Argument des rationellen Imkers. Aber mir gefällt's halt...


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Johannes,
    da magst du recht haben. Ich habe zwei Völker, die nebeneinander stehen. Das eine fliegt immer erst die Beute an und läuft dann hinein. Da ist schön zu sehen was sie nach Hause bringen. Das andere hat den Anflug perfektioniert: immer direkt in die Kiste und nix zu sehen.
    Manche Argumente habe eben nicht nur rationelle Seiten.
    Gruß
    Werner

  • Moin Werner,


    habe über Deinen Beitrag Bäume ohne Anflugbretter herzhaft gelacht. Danke!


    Mich stört an den Anflugbrettern der Segeberger, daß Bienen, die hoffnungslos überladen reinkommen, oft unter die Anflugbretter klatschen und dann einen langen Über-Kopf-Weg vor sich haben. Deshalb bin ich immer wieder am Überlegen, ob ich die Anflugbretter nun ganz weglassen oder durch Keile ersetzen soll.


    Hat jemand damit Erfahrung?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry


    freut mich dich amüsiert zu haben :D 
    Wie ich es bereits ausgeführt habe, besitzen meine Beuten keine Anflugbretter. Sie stehen knapp über dem Boden. Die Bienen landen entweder an der Beutenfront und laufen rein, fliegen direkt ins Flugloch oder verschnaufen kurz im oder auf dem Gras vor den Kisten.
    Ich hatte vorher auch Anflugbretter und kann somit einen Vergleich ziehen.
    Kurz: Keine Probleme ohne Anflugbretter für die Bienen höchstens für mich beim Beobachten.


    Gruß
    Werner
    PS: Wenn in den nächsten Tagen wieder Flugwetter ist, mach ich mal ein Bildchen und versuch es einzustellen.

  • Hallo Henry,


    hast Du mal die "Kombi-Böden" zu den Segebergern versucht?
    Bei meinen hatte ich die. Das ging super, und den Bienen war es echt wurscht, ob sie ein Anflugbrett hatten oder nicht.
    Und zum Wandern hattest Du nicht immer die vorstehenden Flugbretter .

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Werner Egger schrieb:

    Schließlich die Strohkörbe, auch diese kamen ohne Anflugbrett aus.


    Hallo Werner,
    meines Vaters Strohkörbe hatten z. T. schon Anflugbretter, die durchgehend durch den Strohkorb gingen, also zu dieser Zeit machte sich der Mensch schon Gedanken über den Sinn und Zweck eines Anflugbrettes. Ich weiß es aber nicht, wieviel Sinn ein ganzes Anflugbrett wie bei manchen Dadantbeuten bringt. Es gibt aber auch ein anderes Extrem, ich habe letzthin bei einem Bekannten gesehen, dass der seine Beuten ganz am Zaun hatte, d. h. die Bienen mussten erst durch ein sechseckiges Zaungeflecht durchfliegen und dann an einer Beutenwand ohne Anflugbrett landen, ob das der Honigproduktion dienlich ist´wage ich zu bezweifeln.

  • Vor kurzem war ich im Freilichtmuseum im Schwarzwald. Dort hatten sie auch einen Stand mit Strohkörben und eine dazu gehörende Beschreibung:
    Die Körbe selbst hatten keine Fluglöcher. Sie standen auf Brettern, die auch das Flugloch beinhalteten. Man muss sich das als Vertiefung im Brett vorstellen.
    Die Betriebsweise war nun folgendermaßen beschrieben. In Fluglochnähe, also vorne, errichteten die Bienen die Brutwaben, fluglochfern die Honigwaben. Bei der Ernte wurden die Honigwaben entfernt und der Strohkorb um 180° verdreht wieder auf die Unterlage mit dem Flugloch aufgesetzt. In der Folge bauten die Bienen vorne neue Waben für die Brut und die alten Brutwaben waren nun hinten und dienten als Honigwaben (Heute unvorstellbar)
    Somit diente nach meinem Verständnis das Brett weniger als Anflugbrett sondern schlicht und einfach als Unterlage für die Strohkörbe und als Flugloch.
    Jetzt fällt's mir wieder ein: Vogtsbauernhof und Gutach heißt der Freilichtmuseum.
    Gruß
    Werner

  • Hallo Werner,
    das ist halt der Unterschied, zwischen Strohkörben und Stülpern.
    Ganz gut hat das Pfefferle in seinen Buch beschrieben.
    Da sein "Imkern mit dem Magazin" zu den Standartwerken der Imkerei gehört, wirst Du sicherlich an dieses Buch rankommen.
    Mit dem zitieren im Net soll es ja rechtliche Probleme geben, vor denen wir Hartmuth nicht stellen wollen. :) 
    Wo wir gerade bei Strohkörben sind und bei Anflugbrettern, warum hatten die westfälischen Strohkörbe eigentlich z w e i Fluglöcher?
    Das würd´mich interessieren.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo,


    <sarkasm>ich glaube manche Imker haben ihre Anflugbretter vor dem eigenen Kopf montiert</sarkasm>! Aber Scherz beiseite. Die bis zum Boden reichenden Anflugbretter sind durch Adam Kehrle bekannt geworden. Das macht bei Königinnen mit beschnittenem Flügel Sinn, da die Lady dann wieder zurück marschieren kann. Alles andere ist IMHO schmückendes Beiwerk, das man verwenden kann, aber nicht muss. Selbst die Bienenhäuser im Ursprungsland der Carnica, in denen Dutzende von Kraner Bauernkästen über- und nebeneinander gestapelt wurden hatten keine Anflugbretter. Den Honigertrag werden die paar Dezimeter Fussmarsch oder Slalomfliegen nach ein paar km Flugstrecke wohl kaum schmälern.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo,


    wenn man das Brett vor dem Kopf nur so elegant loswürde, indem man es an der Beute montiert.
    Im Ernst: Meine neuen Beuten haben keine Anflugbretter mehr. Ein Effekt ist aber auch, daß schwer beladenen Bienen einfach unter der Beute durchsausen, da unter dem Flugloch eben nur noch zwei, drei Zentimeter Landefläche sind. Ein Baumstamm bietet da definitiv mehr.


    Grüße, Thomas