Anfänger-Fragen

  • Hallo!


    Also die anderen Themen hier sind ja eher schon speziell, aber das hier sol lein ganz, ganz, ganz einfach zu verstehendes Anfänger-Fragen-Thema sein, also bitte nicht zuviele Fachwörter :D


    Ich bin jetz bald 18 und wollte bald mit dem Imkern anfangen, da ich mich schon lange dafür interessiere. Wie fängt man also an? Es gibt hier zwar Imker, aber ich wollte mich erstmal hier grundlegend informieren. Könnte mir freundlicherweise jemand erklären, was Beute, Zargen, Magazine etc. sind? Mag vielleicht allzuleicht klingen, aber als grober Anfänger is das so ein Problem. Außerdem frage ich mich, ob ich (nach Absprache mit dem Besitzer) ein Volk einfach in den Wald (tief genug) stellen kann und es dort leben und Nektar sammeln kann... Muss man Steuern zahlen oder so? Und darf man seinen Honig einfach abfüllen und verkaufen???? Ohne Kontrollen? Hier bei uns in Celle gibt es ja ein relativ berühmtes Bieneninstitut... Hat da jemand Erfahrung oder kommt vielleicht jemand von hier?


    Danke im voraus!

  • Hallo, Dieter,


    wenn Deine Depression es zuläßt :wink:: Meines Erachtens ist es das wichtigste, erst mal zu lesen, und zwar alles, was Du über Bienen in die Finger bekommst. Gut zum Anfangen sind meiner Meinung nach "Einfach imkern" von Gerhard Liebig, das Du bei ihm selbst bekommst (nicht über den Buchhandel) oder auch"1x1 des Imkerns" von Friedrich Pohl im Kosmos-Verlag (mehr Bilder, teilweise noch idiotensicherer in der Anleitung, aber auch weniger originell als Liebig). Sehr schön zum 'reinfinden in das Thema und auch später immer wieder zum Nachlesen ist auch "Der schweizerische Bienenvater", ein bißchen teuer, aber das Geld ist gut angelegt. Das mit den Beuten, Magazinen und Zargen und einiges andere mehr, das Du wissen mußt, steht da drin.


    Falls Du zu ungeduldig bist:


    Beute = Bienenwohnung
    Magazin = die heute gebräuchlichste und sinnvollste Beute: eine Kiste, die man von oben bearbeitet (nicht, wie früher, von hinten [Hinterbehandlungsbeute] oder noch früher, von unten [Strohkorb])
    Zarge = Eine "Schicht" eines Magazins, das aus mehreren Zargen besteht. Ist eine Kiste ohne Boden und Deckel. Ein Boden kommt unter die unterste Zarge, ein Deckel auf die oberste. Man hängt Rähmchen nebeneinander hinein, in die die Bienen ihre Waben bauen. In den unteren Zargen ziehen sie ihre Brut auf, in den oberen lagern sie den Honig ab, den Du ihnen irgendwann einmal wegnehmen wirst.


    Such' Dir einen guten Imkerpaten, bei dem Du über die Schulter schauen kannst, und der sich von Dir auch mal am Telephon die Ohren volljammern läßt. Sei bei dieser Auswahl wählerisch. Ich habe letztes Jahr angefangen; leider ohne Paten, da der Imkerverein hier praktisch ausgestorben ist und die Rasse samt Betriebsweise, mit der ich imkere, nicht recht bekannt und auch nicht beliebt.


    Ich meine, wenn Du viel und gerne und schnell lesen kannst und Dich mit dem Imkerpaten dahinterklemmst, kannst Du dieses Jahr noch anfangen.


    Vielleicht bietet Celle ja auch Kurse an?


    Viel Erfolg, Johannes

  • Hallo Depri-Dieter,


    da will ich ja hoffen, dass du bald einen Stock voller "Weiber" hast, vielleicht vergeht Dir dann Deine Depression :wink:


    Ich habe auch erst letztes Jahr angefangen mit der Bienenhaltung. Imkern würde ich es noch nicht nennen.
    Auch ich habe mich am Anfang mit der Begrifflichkeit der Imker schwer getan. Dabei hilft es auf jeden Fall mal in ein Imkerlexikon zu schauen, oder die Suchfunktion im Forum nutzen, zur Not brauchst Du nur mal googeln. Allerdings sind einem die Grundliegenden Teile sehr schnell bekannt und ihre Funktion verständlich, wenn man sie dann endlich mal in den Händen hält.
    Du wirst sehen, dass es schon alleine über die Auswahl der Bienenwohnung sehr viele unterschiedliche Meinungen gibt. Daher solltest Du Dich im Rähmchenmaß an den Imkern in Deiner Umgebung orientieren, damit du hinterher kompatibel bist. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass ein Rähmchen für Deutsches Normalmaß z.B. für die Trogbeute sehr viel längere Oberträger hat als für die Magazinbeuten. Da muss man den Oberträger beim Umsetzen einer Wabe von der Trogbeute in die Magazinbeute schonmal kürzen.


    Noch ein kleiner Hinweis: Schrift ist geduldig !! Es ist auf jeden Fall wichtig für Dich, erstmal die Grundliegenden Dinge durch Bücher zu verstehen. Aber auch Autoren haben unterschiedlich Meinungen. Und bestimmt nicht jeder Autor steht noch 100% hinter dem was er dort zu Papier gegeben hat. Am besten ist immer noch die langjährige Erfahrung eines Imkers im eigenen Bereich.


    Gruß


    Frank

  • Das "Depri" nich zu ernst nehmen :D


    also das bieneninstitut bietet anfängerkurse an, aber donnerstag und freitags von 8 bis 16 uhr oder so und da hab ich schule...komische zeiten...


    Wodrin besteht denn der Unterschied zwischen Deutsch normalmaß und zander und langstroth und so? was sind das für größen?

  • Depri-Dieter schrieb:


    Wodrin besteht denn der Unterschied zwischen Deutsch normalmaß und zander und langstroth und so? was sind das für größen?


    Hallo Dieter,


    Die gebräuchlichsten Rähmchenmaße:


    Normalmaß: Breite: 37,0 cm Höhe 22,3 cm


    Zander: Breite: 42,0 cm Höhe 22,0 cm


    Langstroth: Breite: 44,8 cm Höhe 23,2 cm


    Dadant - Honigraum: Breite: 43,5 cm Höhe 30,0 cm


    Dadant - Honigraum: Breite: 43,5 cm Höhe 16,0 cm


    Kuntsch: Breite: 25,0 cm Höhe 23,2 cm


    Für den Anfang kannst du dir die Anfängerfibel unter http://www.lvbi.de/download.htm online durchlesen.

  • Hallo Xare,
    Auch wenn ich dachte, Du wolltest Dich in Deinen zweiten Beitrag zu diesem Thema hier selbst korrigieren, und ich voller Hoffnung auf die Richtigstellung war, blieb ich leider enttäuscht :cry: .
    Also, es bleibt beim Kuntzsch-Maß bei der Breite von 33 cm. (33,3)
    Das Kuntzsch-Maß wird oft gelobt, weil es "quatratisch" ist, aber so sehr quatratisch wollen wir es dann doch wieder nicht :lol: .
    Es reicht die eine vorgenommene, durchaus verständliche,Änderung von der ursprünglichen Trapetzform zur Rechteckform.
    Sei uns nicht böse, Xare, wenn wir die "Mayerhofer´sche Reform" nicht wollen :wink: .
    Hoffentlich nimmst Du das nicht allzu ernst
    und viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • und worin besteht der wesentliche unterschied? ist es den bienen denn prinzipiell nicht egal, ob es dadant oder DN rähmchen sind oder wie? oder liegt die nicht-vereinheitlichung an den imkern?


    achja und dann nochwas...habe mal gehört, dass junge imker "subventioniert" oder zumindest finanziell gefördert werden können...wie steht es damit? und was ist mit dem verkauf von honig...geht das einfach so honig in gläser und ab damit oder muss man kontrollieren lassen und steuern oder sowas zahlen?

  • Hallo "Depri-Dieter",
    DU DARFST deine Völker dahin stellen wo Du willst, nach Absprache mit dem Grundstückseignetümer. Meistens sind die Forstbehörden sogar froh drüber (sie müssens per Gesetz schon sein..)
    Das mit den Maßen, Beuten usw ist ein heißes Thema.
    Ich schlage vor, daß du fürs erste das Maß verwendest, was in deiner Region am meisten verwendet wird. Einfach deswegen, weil Du dann evtl Völker ohne weiteres übernehmen/kaufen kannst.


    Das wichtigste ist, Du fängst erst mal an.


    Im ersten Jahr wirst Du sowieso keinen Honig verkaufen (den ißt Du lieber selber..)
    Honig verkaufen: Wenn Du Dir sicher bist, daß Du den Honig den Deine Bienen produzieren, selber essen möchtest, kannst Du ihn auch verkaufen.
    Ansonsten verweise ich auf die deutsche Honigverordnung.(einfach suchen!)
    DU DARFST HONIG VERKAUFEN, wenn er der Honigverordnung entspricht.
    Im wesentlichen gehts darum, einigermaßen "reifen" Honig hygienisch zu produzieren und abzufüllen.
    Honig wird dann als "reif" betrachtet, wenn er erst dann geschleudert wird, wenn er verdeckelt war.
    Ich könnte jetzt ins Detail gehen. Aber das würde Dich nur verunsichern.
    Daher mein Tipp:
    Fang' einfach an! Suche Dir einen erfahrenen Imker in Deiner Umgebung und denke zunächst nicht an die Vermarktung des Honigs. Das kommt von selbst! Suche Anschluß an einen Imkerverein, die sagen Dir schon Bescheid. Und es ist einfacher als Du denkst!
    Vor 4 Jahren war ich in derselben Situation wie Du.
    Ich garantiere Dir: Es geht!
    Du mußt bereit sein zu lernen, Neugierde mitbringen und das Wunder
    des Bienenvolkes verinnerlichen wollen.
    Laß' Dich darauf ein und Du wirst es nicht bereuen!


    Gruß,
    Erwin

  • Danke sehr! Morgen is hier irgendwie Tag des Museums und da findet innem Dorfmuseum was über Imker statt, also ne ausstellung und das macht das bieneninstitut celle und der imkerverein der anderen samtgemeinde...werd die mal anhaun, obs in meiner samtgemeinde nich auch einen gibt! also morgen gehts los mit büchern und vereinen...! :)

  • Hallo Dieter,


    ich bin auch dieses Jahr ganz neu dabei und sehr kurzfristig dazu gekommen, allerdings hatte ich schon länger darüber nachgedacht.


    Mein Tipp: das o.g. Liebig-Buch lesen! Kannst du auf www.immelieb.de bestellen. Geht ganz normal auf Rechnung. Dann hier im Forum lesen und wenn es geht einen Imker in der Nähe suchen, den du zumindest anrufen kannst. Bei mir ist das auch nur bedingt möglich. Aber es klappt trotzdem.


    Wenn du einen passenden ort zum Aufstellen hast (das ist wichtig) und genug gelesen hast (zwei Bücher reichen), dann einfach loslegen. Einem Imkerverein solltest du ohnehin beitreten wegen der Versicherung. Die helfen dir dann auch wg. der Subventionierung.


    Fragen tauchen in der Praxis dann ohnehin auf. Man beobachtet und versucht daraus schlau zu werden. Manchmal klappt's :wink:


    Ich bin im Übrigen über die Hornissen zu den Bienen gekommen!
    http://www.hornissenschutz-bs.de

  • Hallo, Depri-Dieter,


    Schwarm: im Frühjahr oder Frühsommer ist das Volk so gewachsen, daß es sich teilen (quasi "vermehren") will. Die Königin legt Eier in einige spezielle Zellen, in denen die Arbeiterinnen dann neue Königinnen heranziehen. Kurz vor deren Schlüpfen zieht die Kö. mit rund der Hälfte der Bienen aus der Beute aus = Schwärmen. Der Schwarm sucht sich dann eine neue Höhle. Bis er die gefunden hat, hängt er im Baum. Es ist die natürliche Art der Vermehrung von Bienenvölkern.


    Ableger: Eine Form der künstlichen Vermehrung. Da gibt es verschiedene Varianten. Im Prinzip werden einem oder mehreren Völkern einige Waben mit Brut, ansitzenden Bienen und Vorräten entnommen und in eine neue Beute gepackt. Dazu kommt eine Königin, oder man läßt diesem künfigen Volk die Möglichkeit, sich aus Arbeiterinnenlarven selbst eine Kö. zu ziehen.


    Und jetzt ran an die Bücher, wenn bald die Bienen kommen! Da steht's alles noch viel ausführlicher.


    Viel Glück, Johannes