Erfahrung mit dem Zwischenboden

  • Hallo,


    nachdem es dieses Jahr scheinbar eine vermehrte Schwarmlust gibt habe ich aus Mangel an ausgebauten Wabenmaterial nicht mit dem Demaree-Plan gearbeitet, sondern einen Zwischenboden eingelegt, wie es Liebig empfiehlt. Dabei habe ich den Honigraum abgenommen und in die Mitte eine Wabe mit frischer Brut gehängt. Der Honigraum kam dann auf das Flugbrett, auf den Honigraum ein Zwischenboden, mit Ausflug nach hinten und darauf die Brutzargen mit Weisel.


    Nun soll man das Volk nach 10 Tagen wieder vereinigen. Das habe ich dann auch gemacht. Aber ich sag euch: Das gibt Mord und Todstich !


    Die Bienen, die aus dem eigentlichen Honigraum zurück in die Bruträume möchten, werden schonmal derbe am Flugloch attackiert. Da liegen dann nach 2 Tagen massig Tote Bienen rum. Die Bienen, die sich hinten am Zwischenboden Flugloch eingeflogen haben, brauchen mehr als 3 Tage um eventuell das normale Flugloch vorne wieder zu finden. Selbst nach 5 Tagen finden sich noch einige Bienen an der Stelle wo mal das Flugloch war ein.


    Und Weiselzellen haben sie trozdem in Pflege. Alles in Allem war für mich der Versuch mit dem Zwischenboden nur unnötiger Arbeitsaufwand und Bienenverlust.
    Ich werde mal den Demaree-Plan nur mit 2-3 nicht so vollen Honigwaben aus dem Honigraum und der Rest Mittelwände in einer neuen Zarge ausprobieren. Oder spricht etwas dagegen?


    Gruß


    Frank

  • Idealerweise wäre der Zwischenboden mit einem Riechgitter versehen. Rückvereinigung ist sicher der heikelste Punkt. Immer mit Zeitung zwischen den Zargen. Bei der Bildung eines Zwischenbodenablegers sollte auch das Wetter gut sein, damit noch am gleichen Tag möglichst viele Flugbienen unten einkehren. Bei schlechtem Wetter ist es aussichtslos! Ich bin mir auch nicht mehr so sicher, ob Liebig nach wie vor diese Methode uneingeschränkt empfiehlt.


    Habe gestern zum ersten Mal mit Demaree-Plan Brutdistanz vorgenommen. Aber es muß die Königin gesucht werden. Kann in einem Vier-Zargen-Volk mit überquellenden Bienen schon sehr anstrengend sein.


    Eine Möglichkeit zur Schwarmverhinderung besteht vielleicht auch darin. Das schwarmsüchtige Volk an die Stelle eines Spätzünders zu stellen und diesen dann an die Stelle des Schwärmers. "Verlust" vieler Flugbienen beruhigt vielleicht die Situation. Entnahme überschüssiger verdeckelter Brutwaben zur Ablegerbildung entspannen die Situation nochmals.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Nothobranchius schrieb:

    Ich werde mal den Demaree-Plan nur mit 2-3 nicht so vollen Honigwaben aus dem Honigraum und der Rest Mittelwände in einer neuen Zarge ausprobieren.
    Oder spricht etwas dagegen?


    Hallo Frank,


    nein, nichts,
    denn die Mittelwände werden bei anhaltender Tracht (dh. "nicht unterbrochenem Futterstrom") einwandfrei ausgebaut und bestiftet.
    In trachtloser Zeit werden sie von den Damen nur mit zahlreichen Weiselnäpfchen "verziert".
    Dann also dünnflüssig (1:1) füttern, wenn du noch eine Tracht erwartest mit Honiglösung (1:1).
    Die beiden "nicht so vollen Honigwaben" eignen sich als Randwaben.
    Der Königin lasse ich noch eine Wabe mit offener Brut und allen aufsitzenden (Ammen-)Bienen, damit sie die Eiablage nicht unterbrechen muß.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


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    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)