Berufsgenossenschaft

  • Berufsgenossenschaft Berlin
    Meine Erfahrungen zur Veranlagung. Da keine genauen Richtwerte für eine Völkerzahl vorlagen, um dadurch Beiträge zu zahlen, schrieb ich die BG an. Ich bekam prompt einen Fragebogen.
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    Fragebogen
    Ist der Betriebssitz gleich Wohnsitz? ja nein
    Sind sie bereits bei einer Berufsgenossenschaft versichert? ja nein
    Seit wann wird die Imkerei betrieben? Tag Monat Jahr
    Wie viel Kilogramm Honig werden durchschnittlich gewonnen? kg
    Wie viel Bienenvölker wurden bzw. werden durchschnittlich jährlich gehalten?
    1999 2000 2001 2002 2003
    Wird der Honig ganz oder teilweise verkauft? Ja nein
    Wird der Honig auch an Kunden versandt? Ja nein
    Sind für den Verkauf eigene Räume vorhanden? Ja nein
    Betreiben sie die Imkerei gewerbsmäßig, d.h. handelt es sich um eine Tätigkeit zum Zwecke des Erwerbs, die auf Dauer angelegt ist? Ja nein
    Liegt für die Imkerei eine Gewerbeanmeldung vor? ja nein
    Sind in der Imkerei Personen gegen Entgelt beschäftigt? Ja nein
    Wird neben der Imkerei Landwirtschaft betrieben? Ja nein
    Werden neben der Imkerei andere gewerbliche Unternehmen betrieben? Ja nein


    Da ich keine genaue Menge des verkauften Honigs angab, kam der nächste Fragebogen.
    Verkaufen sie Ihren Honig an Laufkundschaft? ja nein
    Haben sie Dauerkundschaft? ja nein
    Setzen sie Anzeigen/Inserate in Zeitschriften? Ja nein
    Haben Sie Werbeschilder am Haus/im Garten aufgestellt? Ja nein
    Haben sie im ort oder in mehreren Orten Werbeschilder/ aushänge? Ja nein


    Folgender Text stand unter den Fragen.
    „Eine %-Zahl für die Menge des verkauften Honigs geben Sie nicht an. Bei dem von Ihnen erzeugten Honig gehen wir davon aus, dass Sie seit 1985 einen auf Dauer angelegten regelmäßigen Verkauf des Honigs durchführen. Wenn Sie ca. 45% des erzeugten Honigs selbst verbrauchen (nach einem Gutachten der landwirtschaftlichen Fakultät Halle liegt der Eigenverbrauch einer 4-köpfigen Familie bei maximal 52 Gläser Honig – je 500 g – im Jahr), ca. 25 % zum Einfüttern der Bienen verwenden, würden Sie ca. 30% des erzeugten Honigs verkaufen.
    Wir bitten Sie, uns, diese Annahme zu bestätigen.“


    Folgendes antwortete ich.
    „Es ist schon erstaunlich, dass Sie sogar von DDR-Zeiten (1985 Beginn meiner Imkerei) ausgehen, um eine Bewertung des Imkers vorzunehmen.
    Sie gehen bei Ihrem Schreiben von einer 4-köpfigen Familie aus, ohne genaue Kenntnis der wirklichen Größe zu haben.
    Wir haben 2 Söhne, welche verheiratet sind und auch Kinder haben, welche ich mit unserem Honig versorge.
    Setze ich diese Personenzahl in Ihre Gutachten der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Halle ein, so verbrauchen wir ca. 90% des erzeugten Honigs, 25% sollten zur Einfütterung genutzt werden.
    Ich müsste 15% aus meiner Tasche bezahlen, um meinem Hobby weiterhin nachzugehen.
    Imkerei ist in dieser Größenordnung (um 4 Völker) wirklich nur Hobby und Zusatzgeschäft.
    Meine Arbeit gar nicht dabei berechnet.


    Einstein, ein begnadeter Mensch, brachte zum Ausdruck:
    „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben, keine Biene mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.“
    Wir als Imker haben in der jetzigen Zeit mit der Amerikanischern Faulbrut, der Varro-Milbe und vielleicht in der nächsten zeit mit dem Kleine Beutenkefen zu kämpfen.
    Die Imkerschaft ist überaltert und es wird, so die letzte Völkermeldung in Thüringen, sehr rasch eine große Abnahme an Bienenvölker geben.
    „Neu-Imker“ wird es unter diesen auferlegten Bedingungen wohl so schnell nicht geben.


    In Ihren Bewertungen der „Hobby-Imker“ sollte dieses berücksichtigt werden.


    Das Antwortschreiben erhielt ich dann auf erneuter Anfrage.
    Ich wurde als nicht versicherungspflichtiger Unternehmen eingestuft. Es sind keine Beiträge zu erheben.


    Eine genaue Völkerzahl zur Veranlagung wie in anderen Berufsgenossenschaften wird nicht genannt.
    Nur sollten sich meine Völkerzahl erhöhen, „ teilen Sie uns dies bitte umgehend mit, da hier eine erneute Überprüfung unserer Zuständigkeit vorgenommen werden muss.“
    So dass Antwortschreiben.
    Arbeit macht man sich schon, denn die Berufsgenossenschaft finanziert sich, laut Satzung, durch die Beiträge selbst.


    In den „alten Bundesländern“ sind genaue Obergrenzen festgelegt, warum nicht bei uns?
    Sollte eine kleine Anregung bei zu erwartenden Fragebögen bei anderen Imkern sein.


    Gruß
    Bienenweisel