Erhöhte und sofortige Wirkung durch Oxalsäure "Doppelsc

  • Hallo Leute!


    Alle "Oxalsäureverdampfer" kennen vielleicht das Problem:
    Nach der Verdampfung vergehen ja meist erstmal mindestens 4 Tage, bis die ersten Mistviecher überhaupt anfangen abzufallen.
    Das hat mich schon immer irgendwie geärgert.
    Außerdem musste ich feststellen, daß die Diagnose doch sehr, sehr ungenau wird, da ein erheblicher Teil der Milben sich noch irgendwie verpieselt.


    Jetzt hatte ich vom sog. "Doppelschlag" gehört. Dabei wird schlicht und ergreifend an zwei aufeinanderfolgenden Tagen verdampft.


    Hab ich natürlich gleich mal ausprobiert.
    Mit überragendem Erfolg!!!
    Hatte da noch ein Volk, was doch einen erheblichen Befall hatte.
    Nach der ersten Verdampfung keinerlei relevanter Fall von Milben wie halt gewohnt.
    Nach der zweiten Verdampfung am nächsten Abend war am Morgen darauf die Windel voll wie nach einer Perizinbehandlung.
    Klasse!!


    Hat das von euch auch schon mal jemand ausprobiert??

  • Ich wurde ganz zu Recht darauf hingewiesen und ergänze gerne den vorangegangenen Beitrag um folgenden wichtigen Hinweis, der unbedingt zu beachten ist:


    Diese "Doppelschlag" Behandlung darf nur und ausschließlich bei der


    Bedampfung (!) mit Oxalsäure
    angewendet werden!!
    Bei allen anderen Oxalsäurebehandlungen (Träufeln, Besprühen, etc)
    liegen die Bienen bei der zweiten Behandlung tot neben den Milben!!!

  • Hallo Obstbrenner,
    ist vielleicht ne "blöde" Frage,wüßte aber gerne wann Du behandelt hast,bzw. behandelst?

  • Hallo Andreas,


    und was sagt dir dein "Doppelschlag" ?


    Die von dir gewählte Dosis bei der ersten Behandlung war zu gering! Wieviel mg Oxalsäure nimmst du eigentlich? Die allgemeine Dosis, von
    1 mg Oxalsäure auf 10 Waben, ist sowieso ein theoretisches Maß und muß an die Volkstärke und Beutengröße angepasst werden. Das kann gut und gerne bei einer großen Beute bei 3 mg liegen. Auch der Verdampfertyp spielt eine entscheidende Rolle. Eine kontrollierte Verdampfung ist nur mit einem elektrisch betriebenen Verdampfer zu realisieren. Die Verdampfer, die mit einer Gaskartusche befeuert werden , neigen sowieso dazu nur die Hälfte der eingesetzten Dosis zu verdampfen. Der Rest verbrennt. Wenn man bedenkt, dass die Verdampfung bei 170° C beginnt und was für Temperaturen mit einer Gaskartusche erzeugt werden, eine verständliche Angelegenheit.


    Zurück zum Doppelschlag:
    Eigentlich konntest du dir die Behandlung zu dieser Jahreszeit auch schenken, da sowieso der überwiegende Teil der Milben in den Zellen steckt. Wenn du wirklich dem Volk helfen willst, entnimm alle verdeckelten Brutwaben und ersetze sie durch Mittelwände und einen Baurahmen. Wenn du dann innerhalb von einer Woche bzw. ehe deine Waben verdeckelt sind, mit Oxalsäure behandelst, erreichst du mehr als mit deinen deinem "Doppelschlag". Das setzt natürlich voraus, dass das Volk noch keinen eigenen Honigraum hat. Wenn doch, solltest du vor der Behandlung, den Honigraum für 14 Tage einem anderen Volk aufsetzen. Es versteht sich doch von selbst, dass eine Behandlung mit Säuren ohne Honigraum zu erfolgen hat. Ansonsten würde ich sagen, wenn das Volk jetzt schon so viel Milben hat wie du beschreibst und du hier nicht die Notbremse ziehst, sehen deine Bienen sowieso die "Herbstsonne" nicht mehr.


    Wünsche viel Erfolg und volle Honigtöpfe.


    Viele Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • HALLO Namensvetter,
    genau der gleiche Hintergedanke war der Anlaß,warum ich mich auf dieses Thema kurz gemeldet habe.
    Allerdings ist Dir ein Schreibfehler unterlaufen. Für eine Zarge mit 10 Waben wird 1g und nicht 1mg. eingesetzt. :roll:

  • Grüß dich Dieter,


    es soll natürlich 1 Gramm heißen und nicht Milligramm. :oops: Weis der Kuckuck, wie ich darauf gekommen bin. Ich schieb's mal aufs Wetter und aufs Alter. Das kann sich nicht wehren! Regnets bei euch seit Tagen auch so? Mein Gott, ich habe zum Wochenanfang ein paar Begattungsableger aufgestellt, na, die Mädels schauen bestimmt betrübt aus ihren Fluglöchern. Werde sicherheitshalber nächste Woche eine neue Serie ansetzen.


    Lass es dir gut gehen, Namensvetter!


    Viele Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • Hallo Dieter,
    bei uns regnet es seit Tagen fast ununterbrochen wie aus Kübeln.Gestern wars besonders toll.Dazu kommt teilweise noch ein recht frischer Wind.Die Temperaturen liegen so bei 10-15 Grad.Was mann im April erwartete,bekommen wir jetzt e3ben im Mai.Sch....!!!!!
    Wenn das Wetter so weiter macht,haben wir unseren Doppelschlag,aber nicht durch Oxalsäure,sondern bei der Zucht.
    Heute hat es mal für ein paar Stunden nicht geregnet,da hab ich mich gleich auf die Socken gemacht und die Zellen vom Anbrüter ins Pflegevolk umgehängt.Hätte es zwar lieber bei schönem Wetter gemacht,aber die angezogenen Zellen sollen ja nicht bis sie gedeckelt sind im Anbrüter bleiben.Falls die Zucht nicht "befriedigt",werde ich eben noch eine 2. starten.

  • Grüß dich Dieter!


    Thema Anbrüter:
    Ich habe dieses Jahr mal was neues ausprobiert und zwar, den Honigraum eines Volkes als Anbrüter und Pflegevolk benutzt und das mit einem überraschend guten Ergebnis. Meine Königinnen lass ich ja schon seit Jahren im Honigraum pflegen. Zum Zellen-Anblasen verwendete ich bisher wie du einen Anbrüter. Es ist ja so, werden zwei mit Bienen besetzte Räume bienendicht voneinander getrennt, fühlt sich der obere Teil nach einer Stunde wie im Anbrüter Weißellos. Und dies brachte mich auf die Idee den oberen Raum, hier Honigraum als Anbrüter zu verwenden. Haben die Maden ein für die Zucht günstiges Alter erreicht ( wasserklarer Futtersaft ), wird der Honigraum folgendermaßen hergerichtet: Ich ersetze das Absperrgitter durch eine dicht schliessende Sperrholzplatte ( ca. 3 mm dick ). In der Mitte vom Honigraum habe ich eine rähmchenbreite Gasse gelassen, in die später der Zuchtrahmen gehangen wird. Um auf das richtige Bienengemisch zu kommen, habe ich zusätzlich von 3 Brutwaben und vom Baurahmen die Bienen mit dazugekehrt. Der Honigraum wird jetzt geschlossen. Nach einer Stunde fühlen sich die Bienen Weißellos. Sie brausen! Jetzt stecke ich um. Ich verwende das Jenter-Zuchtsystem. Der Zuchtrahmen kommt in die Gasse vom Honigraum. Einen Tag später habe ich die Sperrholzplatte wieder entnommen und das Absperrgitter wieder eingelegt. Was soll ich sagen, von 15 Zellen wurden 14 angenommen, weitergepflegt und sind geschlüpft! Ich würde sagen, ein voller Erfolg! Nachteile konnte ich am Volk nicht beobachten. Nächste Woche möchte ich noch eine Serie ansetzen. Wenn das dann auch so reibungslos funktioniert, bleibe ich bei diesem " Doppelschlag ".


    Viele Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • @Dieters :-)


    Das Thema mit den Milben in der Brut und ohne Honigraum ist schon klar.
    Es war aber ein Volk das weisellos und dementsprechend brutfrei war.
    Wollte da noch eine Reinzuchtkönigin zugeben und habe vor Brutbeginn halt noch behandelt, weil mehr Mistviecher auf den Bienen rumkrabbelten als ich dachte.


    Die Problematik, daß mit dem Gas-Verdampfer viel Oxalsäure verlorengeht, sehe ich ebenso. Nur leider ist das Ding mit der Batterie für mich keine Alternative. Ich gebe entsprechend einfach ein Löffelchen mehr in den Verdampfer.


    Ich denke aber mal die Menge der OS ist gar nicht das Wichtigste.
    Ich habe damit auch schon sehr viel rumexperimentiert. Selbst wenn ich 5g pro Volk verdampft habe, sind die Milben nicht sofort gefallen!
    Entsprechende Untersuchungen haben das wohl auch bestätigt.


    Es scheint hier wohl der gleiche Effekt irgendwie zum Tragen zu kommen wie wir ihn bei der Träufelbehandlung bei den Bienen kennen, bei denen eine zweite Behandlung auch fatal verläuft.


    Wie gesagt, es ist das erste Mal, daß ich diese "Doppelschlag" Methode ausprobiert habe und es war wirklich ein erheblicher Unterschied. Woran es liegt, kann ich auch nicht genau sagen.
    Vielleicht braucht die OS ein wenig bis sie die Milben "einsäuert" und die zweite Behandlung schlägt auf die "angesäuerten" Milben sehr scharf an.


    Eigentlich bin ich von der OS Behandlung sehr überzeugt. Das einzige was mir an der Geschichte im Vergleich zu Perizin nicht gefallen hat, ist die (bei mir) miserable Möglichkeit der Diagnostik, weil die Milben nicht schlagartig fallen und oftmals auf dem Flug verlorengehen oder sonst wie weg sind. Man weiß dann halt nie genau, wie durchseucht das Volk war und ob die Behandlung wirklich angeschlagen hat etc.


    Unter diesem Gesichtspunkt scheint die "Doppelschlag" Behandlung wohl zu wirken. Nach dem Raps probiere ich es noch mal bei ein paar anderen Völkern aus.


    Mit dem anderen "Doppelschlag" (Kalt+regnerisch) soll es ja bald vorbei sein. Wird auch wirklich höchste Zeit!
    Euch allen volle Honigtöpfe!

  • Hallo Leuts!


    Hatte ja noch mal einen eingehenden Test nach der Rapstracht zugesagt.
    Den habe ich jetzt auch durchgeführt:
    Das Ergebnis ist aus meiner Sicht mehr als eindeutig:
    Die Oxalsäureverdampfung an zwei aufeinanderfolgenden Tagen hat sich bei mir mehr als bewährt, ich werde das jetzt so beibehalten.


    Der Milbenfall ist nach der 2. Behandlung genau wie bei Verwendung von Perizin!! Bei den Bienen habe ich keine negativen Reaktionen feststellen können, denen ist das Wurscht ob einmal oder zweimal behandelt wird.


    Am dritten Tag hatte ich noch einmal eine Kontrollbehandlung bei zwei Ablegern mit Perizin gemacht: Keine Milbe!!


    Würde mich wirklich mal interessieren, ob andere da auch schon Erfahrung gesammelt haben.

  • Hallo Andreas,
    Das ist auch bei mir oft der Fall,man weiß nicht habe ich keine Varroen oder wann fallen sie .Wenn es aber geht mit der zweimaligen Behandlung ist es ja prima.Vielleicht gibt es ja unter uns Fachleute die sagen können ob evtl.die Lebensdauer der Bienen durch die Doppelbehandlung herabgesetzt wird. Man weiß ja das beim träufeln eine Behandlung schon fast zuviel ist.
    Gruß Matthias Asmussen

  • Hallo zusammen,


    das alles hört sich nach "viel hilft viel" an. Genau aus dem gleichen Grund werden Völker in Perizin ertränkt, usw.
    Ich weis nicht wie das bei euch ist, aber ich kann mir bei meinen 25 Völkern noch das Milbenzählen zeitlich leisten. Bevor ich in der brutfreien Zeit irgendwas behandele wird ausgezählt, und bei Bedarf dann behandelt.
    Waren letztes Jahr 10% des Bestandes (mit Milschsäure). Mache mir dadurch weniger Arbeit als nötig. :wink: 
    Obstbrenner : Dein "Test" nach der Rapstracht wollte ich eigentlich nicht kommentieren, denn diese Mittel sollten in der brutfreien Zeit vorgenommen werden und nicht mitten in der Saison. Weiterhin hat die Varroa erst im Hochsommer Populationsmaximum.


    Gruß
    Matthias