2x9 Methode von Golz

  • Hallo,


    kann mir jemand die 2x9 Methode erläutern? Am besten für Dummies 'step by step'... ;-)


    Gruß
    Meise :wink:

  • ich zitiere mal Golz:


    Die 2x9-Methode


    Die 2 x 9 - Methode ist aus der Brutpause erwachsen. Es war 1960 oder -61. Die Lieferung einer Königin verzögerte sich. Das Volk, das die Königin aufnehmen sollte, hatte die Weiselzellen verdeckelt. Ich brach sie aus, damit keine junge Königin schlüpfte. Damit das Volk sich nun nicht ohne jede Nachschaffungsmöglichkeit fühlte, keine Afterweisel entstanden, gab ich erneut eine Brutwabe herein.
    Als die Königin ankam, es waren wieder 8 - 9 Tage vergangen, nahm ich die Brutwabe heraus und setzte die Königin zu.. Die allermeiste Brut war inzwischen geschlüpft, und die Königin begann zügig zu stiften.
    Später habe ich nach dem System, in 2 x 9 Tagen, zweimal Weiselzellen ziehen lassen, viele Königinnen, die allermeisten mit Erfolg, zugesetzt.
    Dann habe ich das System vereinfacht, als mein Völkerbestand gewachsen war und die separate Königinnenaufzucht zu viel Aufwand beanspruchte. Bisher hatte ich die Königinnen zuvor in Dreiwaben-Ablegern untergebracht und erst nach einer Reifezeit zugesetzt.
    Jetzt ging ich dazu über, nach 9 Tagen und dem Ausbrechen der angesetzten Weiselzellen, ein umzuweiselndes Volk mit dem Eistreifen eines Zuchtvolkes zu versehen. Ich verlegte damit die Aufzucht der Königinnen wieder in das Volk. Der Vorteil liegt darin, dass man stärkste Völker, besonders auch schwarmtriebige so auf einfache Weise nicht nur zusammenhalten sondern auch gleichzeitig umweiseln kann.
    Dabei riskiert man beim späteren Begattungsflug der jungen Königin, aus dem starken Volk heraus keinen Schwarm. Bis dahin ist alle Brut geschlüpft und die Schwarmperiode eines schwarmlustigen Volkes beendet. Lässt man dagegen in einem solchen Volk bereits nach 9 Tagen eine Königin schlüpfen, so kann man in vielen Fällen mit einem Pseudoschwarm rechnen. Der Schwarm geht ab und das Volk ist weisellos.
    Gibt man dagegen nach 9 Tagen und dem Ausbrechen der angesetzten Weiselzellen dem Volk erneut die Möglichkeit, Weiselzellen zu ziehen, so ist bis zum Ausflug einer daraus entstehenden Königin alle Brut geschlüpft, deren Vorhandensein der Auslöser für einen Schwarmvorgang ist.
    Jetzt habe ich die Möglichkeit das betreffende Volk umzuweiseln und dazu die neue, zu erwartende Königin aus dem Ei ziehen zu lassen. Dazu reiche ich einen Eistreifen, einen Wabenstreifen, den ich aus einer Brutwabe eines Zuchtvolkes schneide. Diesen klemme ich zwischen zwei Rähmchen-Trageleisten über eine etwas erweiterte Wabengasse. Die Eier der einen Seite des Eistreifens zeigen in die Wabengasse. Je jünger die Wabe ist, aus dem ich den Eistreifen schneide, desto weniger Mühe haben die Bienen, ihn zu Weiselnäpfchen umzuformen. Doch darf es kein Streifen einer frisch ausgezogenen Mittelwand sein. Er würde umlappen und seiner weichen Beschaffenheit wegen von den Bienen ausgeräumt.
    Zur Übersicht seien noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengestellt:


    1. Die Königin entnehmen, alle angesetzten Weiselzellen ebenfalls entfernen.
    2. Nach 9 Tagen, (spätestens 9,5 Tagen), alle angesetzten Weiselzellen
    ausbrechen. Dabei die Bienen von den Waben stauchen oder fegen, um keine
    Weiselzelle zu übersehen.
    3. Den Eistreifen des Zuchtvolkes geben.
    4. Nach weiteren 9 Tagen die angesetzten Zuchtweiselzellen sichten.


    Dazu schneidet man den Eistreifen an einer Seite los, indem man schräg in die Nachbarwabe schneidet. Dann schafft man etwas Platz, um die Zuchtwabe vorsichtig ziehen zu können und die zarten Weiselzellen nicht zu zerreißen.
    Die beste Weiselzelle oder auch mehrere gute lässt man stehen. In kleinere sticht man mit einem spitzen Messer herein. Diese wegschneiden zu wollen, führt leicht dazu, benachbarte Zellen einzureißen. Die Bienen räumen die zerstörten Königinnen aus.
    Es ist nicht ratsam, dem Volk die Auswahl der Weiselzellen zu überlassen, weil die kleinsten Königinnen zuerst schlüpfen und die zuletzt schlüpfenden, wertvolleren ausgefressen werden.





    Soweit Golz


    Gruß
    Alois