Einzargige Völker erweitern

  • Hallo , habe heute mal kurz in meine Ableger (auf einer Segeberger Zarge ) geschaut und festgestellt das sie in der Kletterzarge mit Wildbau beginnen . Die Zarge ist auch recht voll mit Bienen und bei einem Volk stiftet die Königin schon die äußerste Wabe . Wann sollte ich erweitern und wie ?
    Wollte die Tage die Kletterzarge entfernen und eine Zarge komplett mit Mittelwänden (hab leider keine ausgebauten Waben )und Drohnenwabe aufsetzen . Kann ich das so machen ?


    Schöne Grüße und allen frohe Ostern


    Florian

  • Hallo


    Wenn ich deine Beschreibung richtig verstehe solltest du schnell erweitern.


    "Die Zarge ist auch recht voll mit Bienen ", heisst das von oben gesehen alle Wabengassen belegt und die Bienen hängen unten schon etwas durch?


    "stiftet die Königin schon die äußerste Wabe ", beide äußersten Waben? das wäre schon zu spät. Ich weiss nicht genau wieviel Waben eine Segeberger Zarge hat, aber ich würde mal sagen, wenn mehr als 4 oder 5 gedeckelte Brutwaben drin sind sollte unbedingt erweitert werden.


    Es ist etwas schwierig eine gute Ferndiagnose zu stellen, weil jeder unter recht voll etwas anders versteht. Ich habe inzwischen alle Völker auf 2 Bruträumen (Zander ) und die besten 20% haben schon den ersten Honigraum. Kann sein, daß die Bienen in Lübeck noch nicht soweit sind. Aber generell meine ich, daß frühes Erweitern weniger schadet als zu spätes.
    Zum Erweitern auf den 1. Brutraum einfach eine Zarge mit ausgebauten Waben aufsetzten. Den Baurahmen gebe ich bei dieser Erweiterung noch nicht.
    Viel Erfolg
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Hallo Florian,


    wenn das Volk stark ist, und um Flugkreis genug Tracht ist, solltest du auf jeden Fall erweitern, laut Wetterbericht soll es ja wärmer werden und die Temperaturen sollen gleich bleiben.
    Wichtig ist das genug Tracht im Flugkreis, bei mir blühen ,schon Kirschen, Pflaumen, Schlehen, Wildkirschen, Ahorn, teilweise schon Löwenzahn, was bei die blüht musst du ja wissen.
    Wenn die Bienen eintragen können erwacht auch der Bautrieb und die Zarge wird schnell angenommen.
    Wie Wolfgang gesagt hat ist eine Ferndiagnose immer schwierig, weil man unterschiedlich einschätzt.
    Einen großen Teil meiner Völker habe ich schon erweitert, der Baurahmen ist schon voll ausgebaut und teil verdeckdelt.



    frohe Ostern

  • michael2 schrieb:

    Hallo Florian,


    Einen großen Teil meiner Völker habe ich schon erweitert, der Baurahmen ist schon voll ausgebaut und teil verdeckdelt.


    In der Bibel heißt es schon, die Ersten werden die Letzten sein. Mein stärkstes Volk besetzt noch nicht mal eine Zarge, die Zweizargigen haben bis zur Mitte der Zarge hin Bienenbesatz. Ans Aufsetzen brauch ich noch gar nicht denken, aber ich mach mir da keine Sorgen, dass ich nicht genug Frühtrachthonig.

  • Hallo Xaver,


    wir hier im Südwesten sind euch scheinbar um 2, vielleicht sogar drei Wochen voraus.
    Wir rechnen hier für den 15-20. April mit dem Beginn der Rapsblüte. (Allererste, frühe Sorten sind schon leicht gelb angehaucht.)
    Ich habe heute den verbliebenen DNM-Völkern eine weitere Zarge aufgesetzt; d.h. in der Regel die dritte.
    Mein "Barometer" ist dabei der Deckel der Segeberger Beute. Wenn die Aussparung im Deckel mit Wildbau gefüllt und darin der erste Honig eingetragen ist, gibts bei mir den dritten Raum, und zwar nur mit MW.
    Wann wollen die Bienen denn noch bauen, wenn nicht jetzt?
    Meine 12 "Umgetopften" in den Dadantbeuten haben auch schon herrliche Brutnester angelegt. Es ist eine Freude, sowas zu sehen.


    Wenigstens etwas, in dem wir euch Bayern voraus sind ... :wink:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin Florian,


    wenn's auch die andern wieder nicht gelesen haben, ich weis Du hast keine Waben nur MW. Die kannst Du dennoch als ganze Zarge aufsetzen. Gewöhn' Dir am besten die Wabenumhängerei mit Hochhängen von Brutwaben garnicht erst an. Die Waben einer Zarge haben so immer das selbe Alter.


    Ich habe jetzt gerade bei den vollen Völkern eine Zarge MW aufgesetzt und darin gibt es auf 3 und 9 je ein Rähmchen mit Anfangsstreifen. Eines davon stammt aus der Kletterzarge. Bei den Zweizargern hab ich die Kletterzarge weggenommen. Das treibt sie zusätzlich nach oben. Futterkränze oben hab ich teilweise eingerissen. Wahrscheinlich blüht ab morgen oder Montag bei uns die Kirsche. Dann wird die Zarge auch recht schnell angenommen. Es schadet aber auch nicht, wenn sie vielleicht zwei oder auch drei Wochen nur belegt wird, wenn abends alle Flugbienen zu Hause sind. Ganz plötzlich wird diese Kiste fast auf einen Schlag komplett ausgebaut und bestiftet oder es wird sofort Nektar eingetragen. Es ist nicht wie im Sommer, wenn in so einer Zarge immer mal eine MW ausgebaut wird und machmal auch die Bauerei mittendrin einfach einschläft.


    Du kanst Dich dann, wenn der Raps losgeht, entscheiden, ob Du eine weitere Zarge MW über Gitter (oder auch ohne) als HR aufsetzt oder ob Du eine weitere Zarge MW zwischenschiebst und die gerade ausgebaute Zarge zum HR erklärst. Das hängt nat. auch davon ab, wie Du das mit bebrüteteteten Waben im HR halten willst und wie es denn nun in der eben ausgebauten Zarge mit Nektar/Honig und Brut so aussieht.


    Auf alle Fälle würde ich im zweiten Imkerjahr immer zwei Zargen MW je Volk ausbauen lassen. Wenn Du dadurch jetzt weniger Honig erntes ist das nicht so schlimm wie nächstes Jahr wieder Wabenmangel zu schieben, denn Ableger wirst Du ja sicher auch noch bilden wollen. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo zusammen,
    Erweitert wird, sobald die Kirschen anfangen zu blühen.
    Das gilt zwar allgemein als Termin zum Aufsetzen des Honigraumes, aber bei einzargigen Völkern geht das Erweitern halt einen Schritt langsamer.
    Was jetzt schon gemacht werden könnte, ist eine Seitenwabe, wenn ohne Brut, gegen einen leeren Baurahmen austauschen. Das stillt den beginnenden Bautrieb und nach dem Ausschneiden kommen noch eine Menge überwinterte Varroen aus dem Volk.
    Erweitern kann man ruhig nur mit Mittelwänden, dann aber besser ohne Absperrgitter. Brutwaben braucht man nicht hochhängen. Dann kann das Volk bei einer Schlechtwetterperiode den Raum nach oben dicht machen und das Brutnest besser warmhalten.
    Ruhig viel bauen lassen! Gerade wenn Waben fehlen. Entgegen der weitläufig verbreiteten Meinung mindert Wabenbau nicht den Honigertrag.
    Honig ersparen zu wollen ist der falsche Weg, richtig ist, Überschüsse zu ernten.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Franz,


    honigmayerhofer schrieb:


    In der Bibel heißt es schon, die Ersten werden die Letzten sein.


    Der Satz hat überhaupt nicht mit Bienen zu tun.
    wenn die Völker stark sind muss erweitert werden das hat nichts mit dem Honig zu tun.
    Mache ich das nicht hab ich in kurzer Zeit alles Schwärme.

  • Lothar schrieb:

    Hallo zusammen,
    Erweitert wird, sobald die Kirschen anfangen zu blühen.


    Hallo auch,


    ja so steht das in der Literatur. :wink: 
    Heuer sieht es bei uns (Süd-Westen) aber folgendermaßen aus. Nachts tiefe Temperaturen und auch tags kaum über 15°C. Trockener Ostwind defacto z.T. eingtrockneter Nektar. Obwohl bei uns die Kirsche seit dem 02.April in Blüte steht habe ich noch keine Honigräume aufgesetzt. Das bißchen was eingetragen wird bekommen sie im (Dadant-)Brutraum unter. Honigräume wären unbesetzt. Erweitere erst wenn über 17 - 18°C.


    Gruß
    Matthias

  • Hallo Matthias,
    im Dadant-Brutraum ist ja auch noch genügend Platz, obwohl der meiste frisch eingetragene Nektar größtenteilsgleich wieder verbraucht wird.
    Unsere Mädels scheinen Frisches vorzuziehen :lol: .
    Aber bei einzargiger Überwinterung im Segeberger-Magazin, bei elf Waben, das wurde oben weiter schon einmal nachgefragt, wird es eng.
    Ich gebe Dir recht, meist geht es beim Imkern nicht nach Lehrbuch.
    Gerade was die Angaben zum Blühbeginn betreffen, gibt es hierzulande große Unterschiede. Aber nach der "Zeigerpflanze" Süßkirsche sollte man sich schon richten.
    Das Du noch mit der Honigraumfreigabe zögerst, ist sicherlich eine Mischung aus Erfahrung und Gefühl für ein Bienenvolk. Beim Gärtner nennt man das "Grüner Daumen", leider weiß ich kein Synonym auf "imkerlich" dazu. Das lässt sich auch hier schlecht im Forum vermitteln, dieses Erkennen und wissen was zu Machen ist, wenn man ein Volk vor sich sieht. Zumindest fehlen mir da meist die richtigen Worte.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo!


    Ich bin zwar noch ein Lehrling in Sache Imkern, aber in den letzten Tagen (vor der Osterkälte) hier im Ruhrgebiet hatten die Bienen viele warme Tage, sodaß die Waben voller Honig waren, da habe ich von zweo auf drei Zargen erweitert und von meinen zwei Bienenvölkern gleich 7Kg abgeschleudert (Genug Honig ist noch drin geblieben). Der Honig schmeckt sehr mild.


    Übrigens waren da noch viele Dronenbrut zu sehen. Wie sieht es mit Königinnen bzw Weiseln aus? Muss ich baldest möglich nochmals kontrollieren?


    Gruß
    Khamis

  • khamis schrieb:

    Hallo!


    Ich bin zwar noch ein Lehrling in Sache Imkern, aber in den letzten Tagen (vor der Osterkälte) hier im Ruhrgebiet hatten die Bienen viele warme Tage, sodaß die Waben voller Honig waren, da habe ich von zweo auf drei Zargen erweitert und von meinen zwei Bienenvölkern gleich 7Kg abgeschleudert (Genug Honig ist noch drin geblieben). Der Honig schmeckt sehr mild.
    Gruß
    Khamis


    Hallo Khamis,
    kann ich absolut nicht verstehen, wie man jetzt schon schleudern kann. Wieviel hattest du Wassergehalt? Ist doch unmöglich, wie in den Lehrbüchern zu lesen ist, jetzt schon ca 17 - 18 % Wasergehalt zu haben.

  • Hallo zusammen,
    bei uns in Baden-Würtemberg ist mit Sicherheit nicht die schlechteste Wetterlage in Deutschland.
    Wenn ich mir die oben aufgeführten Artike teilw. ansehe,bekomme ich den Eindruck,so ziemlich viel falsch zu machen. :oops: 
    Meine Völker sitzen auf 1-2 Zargen und an mehr ist momentan nicht zu denken.
    Schleudern ist für mich momentan auch noch ein Fremdwort,obwohl schon sehr viel blüht.
    So ist es eben!
    Die einen müssen schon jetzt aufpassen,das ihnen keine Schwärme abgehen und die anderen ziehen sich Winterfutter als milden Honig rein. :roll:

  • Hallo,


    wer jetzt schleudert hat keine Ahnung von der Imkerei und wenn, hat man nur Winterfutter und keinen Honig, soviel können die Bienen gar nicht eingetragen haben, weil die letzten Tage einfach zu kalt waren.
    Heute sollen hier 15 Grad warm werden dann mache ich mal paar Fotos, und dann kann man ja sehen wie stark meine Völker sind.
    Als Imker sollte man seine Gegend kennen, und Gefühl für die Bienen haben, wenn Völker alle Waben belegt sind muss eine neue Zarge drauf, wer den Wetterbericht angeschaut hat, kann man im Internet hier gut vergleichen z.B. auf http://www.wetteronline.de weiß das es die Tage sehr warm werden ,und wer dann nicht erweitert kann sich ja ausrechen wenn viel blüht was die Bienen eintragen.
    Wie schon Lothar geschrieben hat, gibt es unterschiede, das ganze kann man gar nicht hier im Forum wieder geben, weil jeder anders denkt und anders handelt.
    Wir sind eine Gemeinde die untereinander Erfahrungen austauscht will, das es auch Nachdenklichkeit bei manchen auslöst ist nichts schlimmes und auch nicht böse gemeint.
    Wenn das ganze in realer Wellt wäre dann sehe das auch etwas anders aus. :D