Wie groß solle ein Volk für guten Honigertrag sein?

  • Hallo zusammen,


    unsere Völker haben den Winter alle gut überstanden, allerdings sind sie jetzt unterschiedlich stark.
    Nachdem wir uns noch ein Volk zukaufen wollten, sind wir am Wochenende zum "Einkaufen" gefahren. Der Züchter hatte ein Volk, das auf 10 Waben (Zander) saß und meinte, daß es dieses Jahr sicher gut Honig geben wird. Von seinen anderen Völkern, die auf 6-7 Waben saßen, war er weniger begeistert - sie würden höchstens zur Spättracht etwas einbringen.
    Daher meine Frage: Wie stark sollte ein Volk im Moment sein, daß man einen ordentlichen Honigertrag erwarten kann? Muß ich da auch wieder unterscheiden zwischen Ableger im ersten Jahr und "Altvolk"?


    Viele Grüße,


    Effendi

  • Moin effendi,


    das ist wieder so eine Frage, auf die ich nicht einfach mit einer Zahl antworten kann. :lol:


    Wenn Du aus Raps, Löwenzahn, Obstblüte also die Frühtracht ernten willst, dann sollten die Völker zwei Wochen davor etwa 10 gedeckelte Brutwaben haben. Aber wann das ist, kann man wohl nicht pauschal sagen. Da wirst Du von Franz-Xaver sicher eine ganz andere Antwort bekommen als von Michael oder jemandem, dessen Bienen an der Nordsee stehen.


    Manche Imker sagen, daß der Termin zum Verstärken, also auf die 10 oder auch 12 Brutwaben bringen, dann richtig ist, wenn sie den ersten blühenden Löwenzahn sehen. Also nicht die erste Wiese voller Löwenzahn, sondern wirklich die erste einzelne gelbe Blüte.


    Aber ich hab noch keine gesehen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Effendi,


    meine Völker überwintere ich nur auf eine Zarge, um Honig damit zu ernten, müssen diese jetzt eine Zarge belegen und eine junge legende Königin haben.
    Bei einer Zarge sollten jetzt min 5 Waben Brut vorhanden sein, bei Völkern mit zwei Zargen 7 Waben Brut, Völker die weniger Brutwaben belegen sind für die Frühtracht nicht ausreichend stark und einsatzfähig.

  • michael2 schrieb:

    Bei einer Zarge sollten jetzt min 5 Waben Brut vorhanden sein, bei Völkern mit zwei Zargen 7 Waben Brut, Völker die weniger Brutwaben belegen sind für die Frühtracht nicht ausreichend stark und einsatzfähig.


    Hallo Michael2,
    du scherst natürlich wieder mal alles über einen Kamm. Hast du schon mal gehört, dass auch die geografische Lage eine Rolle spielt. Wenn ich deine Ratschläge, die wirklich keine Ratschläge sind, sondern Verunsicherung von Neuimkern im schlimmsten Ausmaß, müssten wir warscheinlich hier in unserem niederby. Raum alle Völker auflösen. Ich hoffe nur, das deine Ratschläge niemand befolgt, der würde aufgrund deiner Ratschläge keinen Honig ernten.

  • Hallo Herr Mayerhofer,


    alo um ehrlich zu sein, verunsichert mich eher, daß Sie mit den 5 Rähmchen Brut nicht einverstanden zu sein scheinen. Was ist denn daran falsch? Und wenn, dann stellen sie das bitte klar, ich habe nämlich genau 2 einzargige Ableger, die auf 5 Rähmchen brüten. Der Hauptgrund, warum ich die Frage ins Forum gestellt habe, ist, daß ich mir Sorgen mache, ob ich von diesen Völkern noch Honig ernten kann.


    Ein ratloser
    Effendi

  • Hallo Effendi,
    es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell so ein Bienenvolk explodiert. Wenn man bedenkt, dass bei uns in Niederbayern die erste Schleuderung warscheinlich erst in 6 - 8 Wochen stattfinden wird, dann haben wir noch alle Zeit der Welt. Eine Honigzarge (ca. 20 kg) Blütenhonig ist in unseren Breiten, ausser man hat seine Bienen direkt in einem Rapsfeld stehen, eine gute Blütenhonigernte. Diese eine Zarge Blütenhonig wird im Idealfall auf eine gute Woche von den Bienen eingetragen. Das heißt Bienen, die E. April zur Welt kommen, sind evtl. noch als Sammlerinnen für diesen Honig einsetzbar, bei später Blütenhonigschleuderung. Wenn man bedenkt, dass das Bienenvolk noch min. 6 - 8 Wochen Zeit hat um in unseren Breiten den Honig zu bergen und eine Köngin am Tag ca. 2000 Eier, falls genügend Pflegebienen vorhanden sind legen kann, die wiederum ca. zwei voll besetzte Waben mit Bienen bedeuten, dann wird mir zu jetztigen Zeit auch mit 3 oder 4 Brutwaben nicht mulmig. Es kommt immer auf das Volk und die geografische Lage. Es gibt Völker, die explodieren innerhahlb einiger Wochen regelrecht und andere, die bleiben immer schwach. Deshalb kann man hier, ohne überhaupt deine geografische Lage zu kennen, sowieso schlecht eine Brutwabenzahl nennen.

  • effendi schrieb:

    Hallo Herr Mayerhofer,


    Und wenn, dann stellen sie das bitte klar, ich habe nämlich genau 2 einzargige Ableger, die auf 5 Rähmchen brüten. Der Hauptgrund, warum ich die Frage ins Forum gestellt habe, ist, daß ich mir Sorgen mache, ob ich von diesen Völkern noch Honig ernten kann.


    Ein ratloser
    Effendi


    Hallo Effendi,
    falls das, das Germering bei München ist, haben wir ohnehin die ungefähr gleiche geografische Lage. Da sind derzeit mit Sicherheit 5 Brutwaben sehr gut. Du wirst sehen, dass du genügend Frühtrachthonig ernten kannst.

  • Hallo


    Ich glaube nicht, daß die Brutwabenzahl entscheident ist. Wenn ein Volk genügent Wabengassen besetzt wird es je nach Witterung geradezu explodieren.
    Wenn die Witterung so wie jetzt wieder richtig kalt wird geht auch die Brutwabenzahl zurück.
    Also nur darauf achten, daß genug Bienen und eine gesunde Königin im Kasten ist, dann gibt es auch Honig.


    mfg
    Arno

  • Ach effendi,


    nu ärgere Dich mal nicht. Das Problem auf das Franz-Xaver hier nochmal hinweisen will, ist daß alle Imker-Termine immer orts- und klimaabhängig sind. Auch die Zeitangabe "jetzt". Man kann eben gerade nicht sagen: "jetzt am 5. April sollten Völker 5 Brutwaben haben". Das ist eben Quatsch. Wenn Michael2 eine Aussage trifft, dann gilt die eben bestenfalls für seinen Standort und dieses Jahr. Bei Dir wird das wahrscheinlich ganz anders sein. Und bei mir ist es definitiv anders. Völker die bei mir jetzt 7 Waben Brut haben sind ihrer Zeit vorraus. Zuweit. Die werden in der Frühtracht Arbeit machen.


    Die Bienenmenge ist so früh im Jahr auch sehr trügerisch, weil es viele Altbienen gibt. Je nach Überwinterung, Wetter oder anderen Einflüssen können die Kisten jetzt voller Altbienen sein, die so ziehmlich alle in den ersten Tagen der Frühtracht abgehen werden. Das was an Jungbienen in die Tracht hinein nachkommt zählt!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Klingt gut, dann werde ich auch noch eines der "schwachen" Völker auf 7 Waben kaufen. Bin ja schon mal gespannt, wann dann der erste Honig fließt.
    Aber noch was, gibt es Unterschiede zwischen den Völkern verschiedenen Alters? Stehen Jungvölker im ersten Jahr quasi "voll im Saft" und lassen ältere Völker eher nach? Oder kommt es wirklich nur auf die Stärke an?


    Viele Grüße,
    Effendi

  • Hallo,


    das ganze hängt natürlich auch vom Wetter ab, leider hab ich vergessen zu schreiben das ich in einer Gegend wohne wo es sehr mild und günstig für Bienen ist.
    Lieber Franz wenn du hier wohnen würdest dann brauchst Völker die früh los legen und stark sind, in meiner Gegend fängt wie gesagt alles früher an, wenn man zur geben Zeit keine starke Völker hat, kann man die Honigkübel gleich im Schrank lassen.
    Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich schon Honigraum drauf, hier blühen zurzeit schon Schlehen, Wildkirschen, normale Kirsch fangen langsam an, Löwenzahn stellen weise, Apfel und Birnen brauchen ca noch 8-10 Tage.
    Sind im Frühjahr die Völker schwach kann man die Frühtracht nicht richtig nutzen, sind wenig Flugbienen vorhanden könne diese wenigen Bienen auch keine große Mengen Nektar sammeln.
    Bis eine Bienen Flugbienen wird vergehen 40 Tage so jetzt kann man sich ausrechnen wenn die Bienen ende März 5 Brutwaben angelegt haben und daraus Flugbienen werden.
    Ich muss echt sagen das sich Völker auf einer Zarge besser und schneller entwickeln als Völker auf zwei Zargen, die Bienen haben den drang sich nach oben und seitlich aus zu dehnen als nach unten, bei der Durchsicht der Völker eines Bekannten Anfang letzter Woche waren die Völker auf zwei Zargen viel schwächer und hatte meist nur 3-4 Brutwaben, in der unteren Zargen war außer Pollen und etwas Nektar nicht, nur bei einen Volk war eine halbe Wabe Brut.
    Es ist ganz gut das das Wetter jetzt etwas kühler, weil sonst alles viel zu früh blüht und die Völker können das Angebot nicht richtig nutzen weil einfach zu wenig Bienen vorhanden sind.

  • Ich sehe ein, die Frage war nicht so sinnvoll, da machen die klimatischen Bedingungen einen Strich durch die Rechnung.


    Vielleicht sollte ich besser fregen, wie stark muß ein Volk bei Trachtbeginn, also beim Aufsetzen des Honigraumes sein, um guten Ertrag zu bringen? Wenn man von 10-Rähmchen-Zargen ausgeht, reicht es dann, wenn nur 7-8 Wabengassen besetzt sind (um dem Thema Brutwaben aus dem Weg zu gehen)? Schaffen die Bienen den rechtzeitigen Ausbau von MW im Honigraum oder sollte man einen reinen "Mittelwandhonigraum" schon früher aufsetzen?


    Viele Grüße,
    Effendi

  • [quote='Henry']Ach effendi,

    Die Bienenmenge ist so früh im Jahr auch sehr trügerisch, weil es viele Altbienen gibt. Je nach Überwinterung, Wetter oder anderen Einflüssen können die Kisten jetzt voller Altbienen sein, die so ziehmlich alle in den ersten Tagen der Frühtracht abgehen werden. Das was an Jungbienen in die Tracht hinein nachkommt zählt![/quote
    ]


    Hallo Henry


    Die menge der Alt.-und Jungbienen zusammen sind es aber, wo die Anzahl der Brutwaben bestimmt. Die Brut muß gewährmt und gefüttert werden. Ein schwaches Volk kann auch mit jungen Bienen und guter Königin kein starkes Volk aufbauen.


    mfg
    Arno

  • Moin Arnix


    und ein Volk voller alter Winterbienen aber mit zuwenig auslaufender Brut, baut in der Tracht stark ab. Die Altbienen führen das Volk in die Entwicklung aber in der Frühtracht muß der Wechsel zu den Jungbienen erfolgen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder