Besserer Honigsieb

  • Hallo alle


    Ich hatte immer Probleme beim Honigschleudern mit dem Honigdoppelsieb. Kaum hatte Ich drei 12 Kilo Eimer voll verstopft der Sieb.Dann jedes mal auswaschen und trocknen dauert einfach zu lange.
    Es handelt sich um ein runder Doppelsieb aus Edelstahl.
    Nun möchte Ich einen neuen Sieb kaufen. Mein Händler hatt mir ein konischen Sieb empfohlen der in ein Hobbock kommt, wobei der Honig dann oben aus einem eingebauten Hahn herausläuft. Er meint der Sieb verstopft nicht so schnell weil das Wachs oben schwimmt.
    Die Firma Warnholz wirbt mit einem Honigsumpf (siehe ADIZ) ein Kasten wo zwei senkrechte Siebeinsätze eingesetzt werden.
    Hatt jemand erfahrung mit diesen Honigsieben? welchen soll ich nehmen?
    gibt es noch einen besseren Sieb?
    Schonmal danke für die Antwort.


    Gruß aus Neidenstein


    Arno Ziegler

  • Hallo Arnix,


    zum Thema Honigsumpf erhielt ich vom Bienenjournal auf meine Frage
    zur Rubrik "Leser fragen" folgende Antwort (über Bienenjournal von Herrn Radtke, Länderinstitut Hohen Neuendorf):




    der Klärmeister ist ein von der Fa. Bienen-Voigt und Warnholz angebotener
    Honigsumpf aus Kunststoff. Er ist erheblich billiger als die bisher aus
    Edelstahl angebotenen Sümpfe, dürfte diesen jedoch in seiner Funktion im
    wesentlichen entsprechen, soweit ich das den Abbildungen und der
    Beschreibung im Katalog entnehmen kann. Sofern der Honig nicht unmittelbar
    nach der Entnahme der Waben aus den Bienenvölkern geschleudert wird, dürfte
    sich jedoch das Fehlen einer Heizung bemerkbar machen.
    Prinzipiell trennt ein Sumpf Wachsteile mittels Schwerkraft vom frisch
    geschleuderten Honig, ist aber nur zur Vorreinigung des Honigs geeignet; das
    spätere Fein-Sieben ersetzt er nicht. Um in Funktion gehen zu können, muß er
    zunächst einen gerätetypischen Füllstand erreichen (in vorliegendem Fall je
    nach Ausführung ca. 35 bzw. 65 kg). Aus diesem Grund und weil ein Sumpf ohne
    Verwendung einer Pumpe nach Beenden des Schleuderns schwer zu entleeren ist,
    wird ein solcher für kleine Bienenstände in der Regel nicht empfohlen. Hier
    ist die Verwendung eine groben Siebes einfacher zu handhaben.
    Für die Weiterleitung des Honigs mittels einer Pumpe fehlt dem Klärmeister
    der dafür erforderliche Schlauchanschluß (Kugelhahn o.ä.).
    Mit freundlichen Grüßen
    i.A. Jens Radtke,
    Wiss. Mitarbeiter




    Wieviel Völker bewirtschaftest Du denn? Ich nehme auch noch das Edelstahl-Doppelsieb und anschließend das Spitzsieb. Dieses Jahr habe ich mir Kunststoff-Doppelsiebe von Holtermann zugelegt. Mal sehen wie das funktioniert.


    Beste Grüße
    Matthias

  • Hallo Arno,
    Ich verwende schon lange kein Feinsieb mehr.
    Mein Sieb ist aus dem Supermarkt und kostet keine 5 EUR.
    Ein etwas größeres Haushaltssieb, das auf die 25 Kg Eimer passt.
    Zwei dieser Eimer (zum Wechseln beim Schleudern) ein Sieb und Hobbocks in benötigter Menge, ach ja und natürlich ein Eimerhalter.
    Die Eimer werden über das Sieb gefüllt, es verstopft eigentlich nie, da es nur grobe Wachsteile zurückhält. Ist ein Eimer voll kommt er zum umfüllen auf den Hobbock und der zweite wird gefüllt u.s.w.


    Die Hobbocks bleiben dann 2-3 Tage im möglichst warmen Schleuderraum stehen. In der Zeit steigen alle Verunreinigungen mit dem Schaum an die Oberfläche. Nun kommt eine Baumwollwindel (unbenutzt :lol: ) auf die Oberfläche, wird leicht angedrückt, besonders an der Wand und dann sofort abgezogen. Abschäumen und Säubern des Honigs in einem Arbeitsgang. Die klebrig, tropfende Windel kommt in einen leeren Hobbock und wird mit den anderen gesammelt, mit KALTEM Wasser eingeweicht und ausgewaschen. Die Honigbrühe geht zum Recyceln an die Bienen zurück.
    Die einigermaßen sauberen Windeln werden ausgekocht, getrocknet und in luftdichte Beutel verpackt. Ich schweiße sie im Vaccumgerät in Lebensmittelbeutel ein, dort bleiben sie sauber bis zur nächsten Ernte. Für kleines Geld und wenig Arbeit, hast du so sauberen Honig.


    Viele Grüße --- Harry ---

  • [quote='Matthias']Hallo Arnix,




    Prinzipiell trennt ein Sumpf Wachsteile mittels Schwerkraft vom frisch
    geschleuderten Honig, ist aber nur zur Vorreinigung des Honigs geeignet; das
    spätere Fein-Sieben ersetzt er nicht.


    Hallo Matthias
    Dann ist er für mich nicht geeignet. :(



    Wieviel Völker bewirtschaftest Du denn? Ich nehme auch noch das Edelstahl-Doppelsieb und anschließend das Spitzsieb. Dieses Jahr habe ich mir Kunststoff-Doppelsiebe von Holtermann zugelegt. Mal sehen wie das funktioniert.


    Ich bewirtschafte 20 Völker.
    Den Kunstoff-Doppeltsieb habe Ich schon, der ist leider noch schlechter.
    Gibt es nur den Doppeltsieb? Das ist einfach eine Schwachstelle in meiner Imkerei. Wenn Ich schleudere muß Ich immer warten bis der Honig je nach viskusität durchgelaufen ist. Da bekomme ich nicht mehr wie 5 Zarken geschleudert.


    mfg
    Arno

  • [quote='Harry']Hallo Arno,



    Ich verwende schon lange kein Feinsieb mehr.
    Mein Sieb ist aus dem Supermarkt und kostet keine 5 EUR.
    Ein etwas größeres Haushaltssieb, das auf die 25 Kg Eimer passt.
    Zwei dieser Eimer (zum Wechseln beim Schleudern) ein Sieb und Hobbocks in benötigter Menge, ach ja und natürlich ein Eimerhalter.
    Die Eimer werden über das Sieb gefüllt, es verstopft eigentlich nie, da es nur grobe Wachsteile zurückhält. Ist ein Eimer voll kommt er zum umfüllen auf den Hobbock und der zweite wird gefüllt u.s.w.


    Hallo Harry


    Dann könnte Ich ja einfach das Feinsieb weglassen, denn das verstopft am meisten.


    Die Hobbocks bleiben dann 2-3 Tage im möglichst warmen Schleuderraum stehen. In der Zeit steigen alle Verunreinigungen mit dem Schaum an die Oberfläche. Nun kommt eine Baumwollwindel (unbenutzt :lol: ) auf die Oberfläche, wird leicht angedrückt, besonders an der Wand und dann sofort abgezogen. Abschäumen und Säubern des Honigs in einem Arbeitsgang. Die klebrig, tropfende Windel kommt in einen leeren Hobbock und wird mit den anderen gesammelt, mit KALTEM Wasser eingeweicht und ausgewaschen. Die Honigbrühe geht zum Recyceln an die Bienen zurück.
    Die einigermaßen sauberen Windeln werden ausgekocht, getrocknet und in luftdichte Beutel verpackt. Ich schweiße sie im Vaccumgerät in Lebensmittelbeutel ein, dort bleiben sie sauber bis zur nächsten Ernte. Für kleines Geld und wenig Arbeit, hast du so sauberen Honig.


    Höhrt sich ja interresant an. Kann man auch Stofftaschentücher (natürlich auch unbenutzt :lol: )benutzen?
    Wo bekommt man noch Baumwollwindeln her?? :o
    Wird der Honig wirklich ganz sauber?
    Wenn das funktioniert währe ja toll. :P


    mfg
    Arno

  • arnix schrieb:


    Dann könnte Ich ja einfach das Feinsieb weglassen, denn das verstopft am meisten.


    Das wollte ich damit auch sagen :oops:


    Zitat


    Höhrt sich ja interresant an. Kann man auch Stofftaschentücher (natürlich auch unbenutzt :lol: )benutzen


    Es geht wahrscheinlich alles, was sauber ist und was man gut auf die Oberfläche drücken kann.


    Es funktioniert einwandfrei, lediglich wenn man am Anfang den Bogen noch nicht ganz raus hat und etwas zögerlich am Tuch zieht, bleibt manchmal ein Rest auf der Oberfläche. Dann muss man noch einen Tag warten und es nochmal machen.


    Baumwollwindeln gibts nicht mehr im Supermarkt. Ich habe meine vor Jahren bei einem Fachhändler für Baby- und Kleinkinderartikel in Düsseldorf gekauft. Bei einem Stoffhändler solltest Du aber auch fündig werden.
    --- Harry ---

  • Hallo Arno,
    den einfachsten Rat hat Dir noch keiner gegeben. Benutze ein zweites Doppelsieb. Ist das erste verstopft, nimmst Du das zweite. Damit kannst Du weiter schleudern und hast Zeit, das erste Sieb in Ruhe zu reinigen.
    Eine "längere Laufzeit" erreichst Du auch damit, wenn Du mit einen beheizten Entdecklungshobel benutzt. Damit werden die Waben sauberer entdeckelt, es fällt weniger Wachs als Abfall an, der die Siebe verstopft.
    Probier es einfach aus, wenn das dieses Jahr so weiter angeht, scheint es
    (hoffentlich) ein gutes Honigjahr zu werden.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo arnix,


    mal ´ne andere Frage wie entdeckelts Du ? Messer, Gabel, .... ? Schon mal mit der Heißluftpistole (nur bei Jungfernwaben !) versucht ? Der wachsdeckel schmilzt ein, und verstopfen tut sich´s nur wenn die Schleuder mit 1.200 U/min. dreht. :wink: 


    Gruß
    Matthias

  • [i][quote='Lothar']Hallo Arno,


    den einfachsten Rat hat Dir noch keiner gegeben. Benutze ein zweites Doppelsieb. Ist das erste verstopft, nimmst Du das zweite.


    Hallo Lothar


    Das mache Ich schon, kann aber während des reinigen des einen Siebes nicht schleudern.
     
    Eine "längere Laufzeit" erreichst Du auch damit, wenn Du mit einen beheizten Entdecklungshobel benutzt. Damit werden die Waben sauberer entdeckelt, es fällt weniger Wachs als Abfall an, der die Siebe verstopft.


    Geht das mit dem Entdecklungshobel auch schneller? und was kostet der?


    mfg
    Arno

  • [quote='Matthias Bauer'][color=darkblue]


    mal ´ne andere Frage wie entdeckelts Du ? Messer, Gabel, .... ? Schon mal mit der Heißluftpistole (nur bei Jungfernwaben !) versucht ? Der Gruß


    Hallo Matthias


    Ich endeckle mit der Gabel. Mit der Heißluftpistole hatte ich schlechte Erfahrung weil Ich wenig Jungfernwaben zum schleudern habe, da Ich kein Absperrgitter benutze.


    mfg
    Arno

  • Hallo Imkerkollegen, zum Abschäumen eignet sich auch handelsübliche Frischhaltefolie. Die dünne Folie von der Rolle abreißen, auf die Oberfläche des Honigs legen, kurz andrücken und anschließend abziehen. Ganz sparsame Imker können dann die Folie nach dem Abziehen vom Honig über einem Gefäß durch die Fingerziehen und anschließend das Honig-Wachsgemisch wieder verfüttern. Geizige Imker waschen die Folie und verwenden sie dann wieder. Doch Spaß beiseite - es geht wirklich gut.


    Grüße aus Ostholstein
    jochen-w.

  • Hallo Arnix


    ich verwende dass große Spitzsieb , wie von deinen Händler empfohlen.


    Ich besitze 2x 50kg Abfüllkannen der Fa. Fritz und das dazu passende Edelstahl Spitzsieb. Bei Schleudern kommt schütte ich den Honig ungesiebt in die erste Kanne mit dem Spitzsieb(die etwas erhöht steht). Er kommt dass aus dem oberen Hahn gesiebt raus und läuft direkt in die zweite Kanne mit einen Kunstoff-Feinstfilter Spitzsieb rein. Aus dieser Kann wiederum kommt er in die Lagerbehälter.
    Das funktioniert ganz gut, bei sehr zähfließenden Honig habe ich die Möglichkeit einen Heizspirale in das Kunstoffsieb zu geben (Mache ich aber selten)
    Ich hatte lange Siebprobleme, die vor allem beim hellen Rapshonig auffallen. Mit dieser Anordnung gehören sie der Vergangenheit an.
    Mein Vorgang ist zwar nicht so einfach wie der der Kollegen aber bei mir hatte dass grob vorsieben und dann nur abschäumen nie funktioniert. Einer ders wissen müßte erklärte mir einmal so richtig ghet dass nur bei großen Lagerbehältern wie den 300kg Fässern.


    Grüsse max

    Ich mag keine Signaturen mit ach so Schlauen Sprüchen.