Eine Zander- Zarge als Brutraum?

  • Hallo Harry, Klaus und alle anderen Buckfast- Imker.


    Aus der letzten Diskussion über Dadant-Wabenerneuerung habe ich heraus gelesen,
    daß eine Zander- Zarge als Brutraum ausreichend sei, vorausgesetzt,
    es bleibt immer (über Absperrgitter) eine Honigraum-Zarge oben.
    Tatsächlich habe ich genau das auch schon von anderen erfahrenen Buckfast- Imkern gehört.


    Die Honigraum- Zarge wird im Herbst, nach der Einfütterung untergesetzt.


    Behindert das nicht die volle Entfaltung der Legetätigkeit der Königin?
    (Ist für mich jetzt nicht soo wichtig, denn ernsthaft ZÜCHTEN kann ich eh' noch nicht, zuwenig Völker)


    Was haltet ihr davon?
    Was muß ich dabei noch beachten?


    Gruß,
    Erwin

  • Hallo Erwin,
    Eine Zander-Zarge ist ZUWENIG als Brutraum.
    Wenn du eine gute Königin hast, wird das schnell zu eng und enge im Brutraum ist etwas was eine Bucki überhaupt nicht mag. Wenn Du bei Zander bleiben möchtest, dann gib ihr 2 Bruträume und je nach Tracht 1-3 Honigräume, oder entsprechend Halbzargen oder was auch immer.


    "Züchten" im Sinne von "Ich lese aus und vermehre nur von guten Völkern" kannst Du auch mit nur zwei Völkern :-) Durch die mütterliche Dominanz kannst Du auch (gerade) ohne eine Belegstelle "Züchten"
    Lass dir nicht einreden, das wäre nur Vermehrung. Wer selektiert, der Züchtet - mit oder ohne Zuchtbuchnummer.


    Viel Erfolg --- Harry ---

  • Harry schrieb:

    ... die mütterliche Dominanz ...


    Hallo Harry,


    dieser Begriff ist in der Vererbungslehre nicht üblich (googele mal damit ;) ).


    Was in der Imkerliteratur damit gemeint ist, wird richtig als mütterlicher (oder materneller) Effekt bezeichnet.


    Wir hatten uns darüber schon mal vor fast 2 Jahren unterhalten:
    < http://imkerforum.de/viewtopic.php?p=2251#2251 >.


    Armbruster verwendet den Begriff in seiner "Bienenzüchtungkunde" nicht.


    Von Bruder Adam kenne ich ihn nur aus seinem Kölner Vortrag
    < http://www.buckfast.de/pdf/Vortrag-Koeln.pdf >,
    wo er ihn kurz erwähnt (in seinen sonstigen online zugänglichen Schriften habe ich ihn nicht gefunden).


    W. Golz benützt in seinen Schriften leider beide Begriffe (m.Effekt + m.Dominanz) nebeneinander, übrigens im gleichen Sinn (jedenfalls konnte ich keinen Unterschied raus lesen); er könnte also die "unübliche" Dominanz durch "Effekt" ersetzten.


    Diese in der übrigen Bienen-Welt sonst unbekannte "mütterliche Dominanz" geistert schon seit den Alten-Stammtisch-Zeiten durch unser Forum
    < http://www.bienen.de/interaktiv/archiv/thema_280.html >;
    die dort im Zusammenhang erwähnte 2/3-Vererbung hat Thomas bereits widerlegt:
    < http://imkerforum.de/viewtopic.php?p=2254#2254 >.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Danke, Harry!


    2 Zargen als Brutraum praktiziere ich bereits.
    Ich verwende seit vorletztem Jahr auch die 1.5 Zander (330mm) Rähmchen und 2/3 Honigräume.
    Ein großer Brutraum hat sich für mich als noch praktischer heraus gestellt.
    Auch das Brutnest erscheint mir irgendwie harmonischer.


    Rein rechnerisch würde halt eine Zander-Zarge schon reichen (64000 Zellen, bei 2-3Tausend Eier max 63000 Zellen).


    (Aber können Bienen rechnen???? :D )



    Gruß
    Erwin

  • [quote='Erwin']Rein rechnerisch würde halt eine Zander-Zarge schon reichen (64000 Zellen, bei 2-3Tausend Eier max 63000 Zellen)./quote]

    Schließt mir das bitte mal jemand auf?
    Wie kommt man zu diesen Werten?
    MfG Aapis
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  • Hallo Aapis,


    ich kann die Zahl wie folgt nachvollziehen; 21 Tage Entwicklung einer Biene x 3 Tausend Eier/Tag = 63.000 Eier.


    Gruß Peter