Anfängerfragen zur Königinnenzucht

  • Liebe Imkerfreunde,


    ich möchte in diesem Jahr erstmals durch Umlarven Königinnen züchten, und somit meine Völkerzahl von 2 auf 5 erhöhen. Geplant ist folgender Weg:
    Mit Dreispitzen möchte ich Kunststoffnäpfchen im Honigraum über Absperrgitter anbringen. Sind die Näpfchen dann ausgezogen und verdeckelt, sollen sie in einer Zarge mit Viererboden schlüpfen, und darin auch begattet werden. Hier ist Platz für jeweils 2 Waben DNM. Den Viererboden kann ich 2km entfernt von den "Muttervölkern" aufstellen. Anschließend soll das Volk in einzelne Ablegervölker getrennt aufgestellt werden.
    Hier nun meine Fragen:
    - Reicht es, wenn ich die Dreispitze in reine Honigwaben stecke, oder muß ich zur Unterstützung Brutwaben in den Honigraum hängen?


    - Wann bringe ich die Weiselzelle in meinem Viererboden unter? Sofort nach der Verdeckelung, oder erst kurz vor dem Schlüpfen der Königin.


    -Müssen Weiselnäpfchen und Arbeiterinnen im Viererboden vom gleichen Volk sein, oder kann ich bunt die Waben mischen?


    - Muß der Miniableger in diesem Viererboden gefüttert werden, oder reichen eine Brut- und eine Honigwabe pro Völkchen?


    - Wie gehe ich dann am Besten, wenn alles geklappt hat, mit diesen Ablegern um?


    Hui, das waren ja eine Menge Fragen, aber wie ich die Teilnehmer hier im Forum kenne , darf ich mit kompetenten Antworten rechnen.


    Vielen Dank im Voraus, und ich wünsche euch allen ein erfolgreiches Imkerjahr


    Lutz

  • Lutz schrieb:

    Mit Dreispitzen möchte ich Kunststoffnäpfchen im Honigraum über Absperrgitter anbringen. Sind die Näpfchen dann ausgezogen und verdeckelt


    Hallo Lutz,
    das ist alles schön und gut, aber wer sagt dir, dass dein auserwähltes Volk die Näpfchen anbläst. Hier beginnen schon mal deine Probleme. Es gibt bestimmte Tricks und Kniffe um im mit deiner beschriebenen Art zu züchten. Einer davon, ein Volk mit éiner jungen Königin bläst dir normalerweise keine Zellen im Honigraum an.

  • Hallo Lutz
    Das funktioniert schon. Die Königinnenvermehrung (das Wort Zucht finde ich in diesem Zusammenhang unangebracht, wenn es auch oft verwendet wird) im Honigraum ist in "Der Wochenendimker" von Weiss ausführlich beschrieben. Ich habe sie für einige Jahre angewendet. Es funktiniert durchaus für 1-2 Weiselzellen pro Honigraum, aber mehr solltest du nicht erwarten.


    - Reicht es, wenn ich die Dreispitze in reine Honigwaben stecke, oder muß ich zur Unterstützung Brutwaben in den Honigraum hängen?


    Ich habe lieber Brutwaben genommen, wegen dem andauernden Warmhalten.


    - Wann bringe ich die Weiselzelle in meinem Viererboden unter? Sofort nach der Verdeckelung, oder erst kurz vor dem Schlüpfen der Königin.


    Ich würde vorschlagen am 10. Tag nach dem Umlarven. Da sind die Zellen recht robust. Der 4er Boden hat bei mir nicht die tollsten Begattungsergebnisse gebracht. Ich bin auf einfache 5 Wabenableger umgestiegen.


    -Müssen Weiselnäpfchen und Arbeiterinnen im Viererboden vom gleichen Volk sein, oder kann ich bunt die Waben mischen?



    Nein, von welchem Volk ist egal.


    - Muß der Miniableger in diesem Viererboden gefüttert werden, oder reichen eine Brut- und eine Honigwabe pro Völkchen?


    Bis zur Begattung reichts gut. Später sollte, wenn keine Volltracht herscht gefüttert werden.



    - Wie gehe ich dann am Besten, wenn alles geklappt hat, mit diesen Ablegern um?



    Ich erweitere sie mit Leerrähmchen mit einer Leiste im Oberträger als Bauhilfe. Diese kleinen Ableger bauen schöne Waben mit Arbeiterzellen. Wenn die Völker etwa eine Zarge groß sind kommt auch Drohnenbau. Dann nehme ich Mittelwände und schaue, daß sie bis zum Herbst auf 2 Zargen kommen.


    Meine Methode, andere machens vielleicht anders, aber für mich funktionierts gut.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Wespenkönig schrieb:

    "Der Wochenendimker" von Weiss ausführlich beschrieben.


    Hallo Miteinander,
    das Buch vom Wochenendimker war das erste das ich gekauft habe und wiederum das erste das bei mir aus meiner Büchersammlung flog, als ich selbst Erfahrung hatte. Wogegen Bücher vom Liebig, Lampeitl usw. immmer in meiner Sammlung bleiben. Vieles vom Buch Wochenendimker ist nicht brauchbar, umständlich ist nicht mehr zeitgemäß. Wenn das Züchten genauso wie es in dem Buch beschrieben wird klappen würde, was absolut nicht der Fall ist, dann würden viele unserer alten Imker im Verein züchten, dennn das Hochhängen der Brutwaben in den Honigraum beim Aufsetzen, damit sich das Volk streckt ist bei denen an der Tagesordnung. Ich stelle die Behauptungauf: Ein Volk mit einer jungen Königin bläst im Honigraum schwerlich Zellen an, da wird mancher enttäuscht sein. Bei jungen Königinnen ist die Pheromonverteilung sehr stark und hindert die Bienen daran, im Honigraum anzublasen.

  • Hallo Xaver
    Es klappt schon, allerdings wie ich schon schrieb nur mit 1-2 Zellen pro Volk. Vielleicht meinst du ja das auch mit :


    Ein Volk mit einer jungen Königin bläst im Honigraum schwerlich Zellen an, da wird mancher enttäuscht sein.


    Ich habe es einige Jahre so gemacht, als ich bis etwa 5 oder 6 Völker hatte und für solche Kleinimker ist es meiner Meinung nach ein gutes Verfahren. Warum es bei dir nicht geklappt hat weiss ich nicht.
    Bei mehr Völkern steigt man schon wegen dem Aufwands schnell auf ein anderes Verfahren um. Ich arbeite inzwischen mit Sammelbrutablegern. Aber warum soll denn so ein Kleinimker mit 2 Völkern ein Volk für die Königinnenvermehrung einsetzen. Overkill!
    Übrigens bleiben die Brutwaben natürlich nicht im Honigraum, sonder wandern in den Ableger.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Wespenkönig schrieb:

    Vielleicht meinst du ja das auch mit :
    Ein Volk mit einer jungen Königin bläst im Honigraum schwerlich Zellen an, da wird mancher enttäuscht sein.


    Hallo Wolfgang,
    eine gute, junge Königin wird auch das Anblasen von ein oder zwei Zellen im HO zu verhindern wissen.

  • Hallo Franz Xaver
    Ich glaube wir sollten die Diskussion beenden um die anderen nicht zu Langweilen. Alle Argument sind ausgetauscht und wir sind trotzdem nicht einer Meinung. Soll ja bei Imkern so vorkommen (Frag 5 Imker und du kriegst 6 verschiedene Antworten).
    Ich bleibe bei meiner Meinung und du bei deiner und die Bienen haben noch eine andere.


    Geniest den Tag, es scheint super zu werden!


    Viele Grüße
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Hallo Wespenkönig, Hallo Franz Xaver,


    vielen Dank für euren kontroversen Gedankenaustausch. Ich werde erst einmal den von mir angedachten Weg einschlagen, und dann berichten ob es funktioniert hat.
    Eine Frage habe ich noch an Franz Xaver. Du schreibst, dass das Anblasen der Näpfchen im Honigraum selten von Erfolg gekrönt ist, da eine junge Königin dies meist verhindern kann. Wenn ich aber dein tolles Video (Glückwunsch) noch recht im Gedächtnis habe, hast du dort Kunststoffbecher an einem Rahmenoberträger befestigt, etwas eingezuckert, und über einem Absperrgitter in den Honigraum gehängt.
    Dies ist doch eigentlich nichts anderes, als mit den Dreispitzen. Oder habe ich da irgendetwas übersehen???


    Viele Grüße
    Lutz

  • Lutz schrieb:

    Eine Frage habe ich noch an Franz Xaver. Du schreibst, dass das Anblasen der Näpfchen im Honigraum selten von Erfolg gekrönt ist, da eine junge Königin dies meist verhindern kann. Wenn ich aber dein tolles Video (Glückwunsch) noch recht im Gedächtnis habe, hast du dort Kunststoffbecher an einem Rahmenoberträger befestigt, etwas eingezuckert, und über einem Absperrgitter in den Honigraum gehängt.


    Hallo Lutz,
    danke für das Kompliment. Ich wußte nicht, dass du mein Video hast, dann kann ich ja unbefangener schreiben ohne dass es nach Werbung riecht. Ich habe es in dem Video so beschrieben, dass ein Volk mit einer einjährigen Königin selten das Anblasen der Weiselnäpfchen zulässt. In einem der Fälle auf den Video mit einer einjahrigen Königin gelang dies nur, weil zwei Honigräume dazwischen waren. Such dir ein Volk mit einer älteren Königin aus und halte dich genau an die Anweisungen meines Films. Natürlich kann ich nicht die Tracht, das Wetter usw. beeinflussen, aber die Zuchtmethoden basieren auf die Erfahrungen von 50 Jahren Zuchterfolgen eines Reinzüchters, der die meiste Zeit seines Lebens im Bienenhaus verbracht hat und alles über die Königinnenzucht weiß, da er jedes Jahr über 1500 Königinnen gezüchtet hat und da keine von der schlechten Sorte. Wir, die wir in seine Geheimnisse der Zucht eiungeweiht wurden, da er sich zur Ruhe setzte, züchten alle nach seiner Methode, für uns das Optimum der Zucht.

  • Ich habe dieses jahr das erste mal Königinnen gezüchtet, ich habe da mit einem Pflegevolk und mit dem Umlarven gearbeitet.
    Ich habe mir vorgenommen auf längere zeit efahrung mit dem Königinen-Züchten zu sammeln.
    Ich habe ein pflegevolk am nachmittag gemacht, am abend habe ich den zuchtrahmen mit jungmaden eingehängt, das volk hat 10 von 15 Zellen angezogen. Ich finde, dass das für das erste mal nicht schlecht ist.
    ich würde gerne auch mal andere zuchtarten ausprobieren.

  • Zu den vorherigen Beiträgen, ausser denen von F.X.Myho.


    Ich finde es sehr gut, dass Ihr Euch um die Aufzucht von Königinnen bemüht.


    - Wenn man nur ein oder zwei Völker hat, tut es einem ja in der Seele weh, eines zu entweiseln und für die Zucht vorzubereiten. Alternativ könnte man sich auch unbegattete Königinnen zuschicken lassen. Aber Ihr wolltet die ja selber produzieren!


    Wenn Ihr dann schon Kunststoffweiselnäpfe benutzt, dann könnte man die doch auch auf diese Holzpropfen von den Iltisskäfigen befestigen und diese dann wiederum auf einen Rähmchenoberträger.Dann wäre die einzelne Zelle besser zu bewegen und mann könnte mehrere machen falls bei Einigen nix klappt.


    Ich würde zu diesem Zeitpunkt auch ruhig offene Brut über das Abperrgitter hängen direkt zu dem Zuchtrahmen oder besser noch, falls möglich, über den Honigraum, also einen Honigraum zwischen der Zucht und der Königin. Diese Warben haben beim Schlüpfen der Königinen das richtige Alter an Brut und können sofort in die Ablegerkästen wandern. Alternativ kann man diese Warben auch für wietere Zuchten in Ablegern verwenden. Keine offene Brut --> bessere Annahme der Weiselzellen.


    Diese Art Brutableger kann man dann auch für viele andere nützlich Dinge in der Zucht benutzen. Sie haben durch das nicht vorhanden sein von offener Brutt beste Zusetzergebnise und die Bienen eignen sich hervorragend für die Befüllung von EWK`s und MWK´s.


    Gruß
    M.

  • Hallo liebe Bienenzüchter,


    Ich habe vor kurzem hier im Imkerforum gelesen, das durch das absperren des Honigraumes anstelle des Absperrgitters ein Zwischenboden gelegt wird. So den Honigraum als Anbrüter verwendet. Jetzt meine Frage, wer kann mir sagen wo das geschrieben stand.


    Gruss und vielen Dank Matthias