Bienenwohl

  • Hallo,


    in der Beschreibung steht das man Bienenwohl im Frühling benutzen kann.
    Ich kanns mir nicht vorstellen das es gut ist, da die alten Bienen zu sehr belastet werden.
    Was sagt ihr dazu?


    gio

  • gio schrieb:

    Hallo,


    in der Beschreibung steht das man Bienenwohl im Frühling benutzen kann.
    Ich kanns mir nicht vorstellen das es gut ist, da die alten Bienen zu sehr belastet werden.
    Was sagt ihr dazu?
    gio


    Hallo Gio,


    2 X behandeln der Winterbienen mit OS Säure (Bienenwohl) ist einmal zuviel, außerden können sich die Milben schon wieder in der Brut verstecken!

  • Hallo Miteinander!
    Gibt es denn wirklich noch Imker welche im Frühjahr Probleme mit den Milben haben?
    Wenn es so ist, sollte man seine Winterbehandlung und die Herbstbehandlung überprüfen, da diese dann nicht greifen. :oops: 
    Wenns nun "brennt" nicht lange fackeln und sofort eine Blockbehandlung machen, sonst ist das Volk im Mai weg.
    Gruß
    Klaus Bäuerlein, Abenberg :wink:

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Ich hol dieses Thema aus gegebenen Anlass nochmal in den Blickpunkt, nach Meinung eines Referenten den ich am Wochenende gehört habe, sollte man mit Bienenwohl 3-4 mal im Jahr eine Blockbehandlung (4 mal 8-12ml im Abstand von jeweils vier Tagen) durchführen.
    Die erste Behandlung sollte hierbei dann im April vor dem Aufsetzen des HR erfolgen - damit zum einen die geschädigten Altbienen abfliegen und zum anderen eine Grundvorsorge für das weitere Jahr gegeben ist.
    Die nächste Behandlung sollte dann nach der ersten Schleuderung erfolgen, die dritte Behandlung nach der zweiten Schleuderung und schliesslich die letzte Behandlung in der brutfreien Zeit (Oktober / November).
    Ich werde dieses Schema in diesem Jahr einmal ausprobieren, zum einen verspreche ich mir davon das Bienenwohl nicht gesundheitsschädlich ist (man kann es sogar trinken), es keine Rückstände gibt (10ml Bienenwohl haben einen Oxalsäuregehalt wie 50g Spinat), keine Resistenzbildung und die sehr leichte Anwendung. Die Kosten halten sich auch in Grenzen und ein Glas Honig, sollte einem die Bienengesundheit pro Volk wert sein :)!


    Grüsse vom sonnigen Niederrhein,
    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • MarcoNrw schrieb:


    Ich werde dieses Schema in diesem Jahr einmal ausprobieren, zum einen verspreche ich mir davon das Bienenwohl nicht gesundheitsschädlich ist. Die Kosten halten sich auch in Grenzen und ein Glas Honig, sollte einem die Bienengesundheit pro Volk wert sein :)!
    Grüsse vom sonnigen Niederrhein,
    Marco


    Hallo Marco,
    die beiden Sätze habe ich stehen lassen, dem kann ich zustimmen, das andere ist Quatsch von diesen Referenten. Halte dich an die Anwendungsregeln des Hr. Bernd Dany, dem Erfinder des Bienenwohls siehe unter www.bienenwohl.com

  • honigmayerhofer schrieb:


    Hallo Marco,
    die beiden Sätze habe ich stehen lassen, dem kann ich zustimmen, das andere ist Quatsch von diesen Referenten. Halte dich an die Anwendungsregeln des Hr. Bernd Dany, dem Erfinder des Bienenwohls siehe unter www.bienenwohl.com


    Die Seite vom Dany ist mir bekannt, und zum großen Teil decken sich ja die Aussagen dort mit denen die ich wiedergegeben habe.
    Wo es mir drum geht, ist die Anregung des Putztriebes durch eine frühe Behandlung im April - kranke, defekte Bienen raus und intensivierter Putz der Zellen, damit man im Hochsommer garnicht diesen Befallsdruck hat.


    Natürlich ist mir klar das Bienenwohl kein Allheilmittel ist und es nur zusätzlich neben Altvolksanierung durch Kunstschwärme und Wabenerneuerung laufen kann.


    Grüsse,
    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Hallo MarcoNrw,
    ich habe hier schon mehrfach beschrieben, wie ich Bienenwohl anwende.
    In der trachfreien Zeit, Im Frühjahr (jeder weiß wieviel Varroen im Herbst entstanden sein können durch jetzt noch vorhandene) und im Herbst gebe ich immer, wenn ich ein Volk öffne etwas Bienenwohl ins Volk und ich habe fast keine Varroen ! :lol: 
    Das gebetsmühlenartige davor warnen, daß man ja nicht mehr anwenden soll, wie der Dany angibt ist in meinen Augen Quatsch !
    Ich habe im letzen Herbst 10 Wochen lang kontinuierlich jede Woche behandelt und meine Völker sind super gut ohne Varroen durch den Winter gekommen und ich habe keine Verluste.
    Der Dany muß einfach eine sehr geringe Anzahl an Behandlungen angeben. Wenn der sagen würde man kann 3 x 4 oder 5 x behandeln, dann müsste der seine restliche Zeit damit verbringen, sich in Gerichtsverhandlungen für Völkerverluste zu rechtfertigen, die aber ganz gewiss nicht auf sein Konto gehen. :o
    Ich sag nur : ausprobieren ! :roll:

  • Es gibt absolut keinen Grund vor der Schleuderung Bienenwohl anzuwenden. Auch das Bienenwohl ist Chemie und sollt nicht wie Weihwasser angewendet werden. Warum denn,? Es heisst doch nicht, viel hilft viel.
    Falls eine Wintervarroabehandlung in der brutlosen Zeit gemacht wurde, ist das Behandeln vor einer Schleuderung überflüssig wie ein Kropf.
    Unsere Amsttierärztin droht sogar mit Honigverkaufsverbot bei Oxalsäureanwendung und man sollte sich immer noch vor Augen halten, dass es nicht rechtlich ist, wenn man als dt. Imker die OS Säure anwendet. Wenn man schon widerrechtlich handelt, was ich noch verstehen kann, dann sollte man es aber auch nicht gleich übertreiben. Dass die flüssige OS Behandlung die ungefährlichste für den Imker ist, lässt sich nicht abstreiten.

  • Ralf Patjens schrieb:


    In der trachfreien Zeit, Im Frühjahr (jeder weiß wieviel Varroen im Herbst entstanden sein können durch jetzt noch vorhandene) und im Herbst gebe ich immer, wenn ich ein Volk öffne etwas Bienenwohl ins Volk und ich habe fast keine Varroen ! :lol: 


    Warum machst du keine Winterbehandlung? November/Dezember:


    ==============================================
    Restentmilbung, die wichtigste Maßnahme, besonders in der kalten Jahreszeit erzielt eine einmalige Behandlung mit ca. 8–10 ml BienenWohl, wenn die Völker brutfrei sind, die besten milbenfreien Startbedingungen für die kommende Saison. Erfolg: 95 bis 98% aller Milben verschwinden.
    Mehrmaliges Einbringen von BienenWohl zu dieser Jahreszeit kann zu Bienenverlust führen.
    ===============================================


    So schreibt es der Dany Bernd. Ich hatte mit ihm schon öfters Gespräche, aber da erwähnte er auch mit keinem Wort, dass ich sein Bienenwohl als "Spritzmittel" einsetzen soll, sondern bitte immer darum seine Anwendungshinweise zu beachten.

  • honigmayerhofer schrieb:


    Mehrmaliges Einbringen von BienenWohl zu dieser Jahreszeit kann zu Bienenverlust führen.


    Hallo, man beachte das Wörtchen > kann <
    Auch ich habe im November eine Winterbehandlung mit Bienenwohl durchgeführt, mit offensichtlich gutem Erfolg. :lol: 
    Ich habe durch die lange Blockbehandlung meinen Tieren keine Ameisensäure oder andere hochgiftige Substanzen zumuten müssen.
    Jeder muß halt seine Methode finden, ich komme wunderbar mit meiner wie Du meinst "Spritzmittelmethode" zurecht und werde es weiterhin so machen. :roll: 
    Nochmals : Der Dany kann und darf zu seinem eigenen Schutz nichts anderes behaupten als das, was auf seinen Flaschen steht.
    Wenn jemand meint, sich daran halten zu müssen, muss er es halt tun.

  • Hallo!


    Naja, hochgiftig.... damit meinst Du doch nicht die Ameisensäure, oder? Die ist zwar sauer und deswegen ein wenig ätzend, aber das wars dann auch. Und sie wirkt eben auch in der verdckelten Brut.


    Bienenwohl scheint hauptsächlich aus Oxalsäure und Citronensäure zu bestehen (Geschmackstest). Oxalsäure ist wesentlich saurer als Ameisensäure und wirkt anscheinend als Kontaktgift, Citronensäure ist auch stocksauer... also so viel sanfter ist das Bienenwohl dann auch nicht.


    Warum wartet Ihr nicht einfach noch einen Monat und schneidet dann die Drohnenbrut aus? So entfernt Ihr auch einen Großteil der Varroen, und das dann wirklich ganz ohne Chemie.


    Ach ja, ganz nebenbei - hat jemand von Euch schon etwas von anderen organischen Säuren für die Imkerei gehört? Ich könnte mir Malonsäure oder Äpfelsäure recht gut vorstellen, gibt es dazu schon Literatur oder Erfahrungen?


    Viele Grüße,
    Effendi

  • effendi schrieb:


    Warum wartet Ihr nicht einfach noch einen Monat und schneidet dann die Drohnenbrut aus? So entfernt Ihr auch einen Großteil der Varroen, und das dann wirklich ganz ohne Chemie.


    Naja vorallem durch das ausschneiden der ersten Baurahmen, erhöhst du ja meiner Meinung nach den Befallsdruck, da durch die fehlenden Drohnen - nazu jede verfügbare Drohne von dem Volk dann angelockt wird und dann stehst du vor dem gleichen Problem...


    Liebig ist ja gegen das Bienenwohl gerichtlich zu Felde gezogen, aber kläglich gescheiert, komischerweise findet man dazu nichts in der einschlägigen Fachpresse...


    Das kann heute wieder ein schönen Tag mit Temperaturen über 20°C geben :),


    Grüsse
    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • MarcoNrw schrieb:


    Liebig ist ja gegen das Bienenwohl gerichtlich zu Felde gezogen, aber kläglich gescheiert, komischerweise findet man dazu nichts in der einschlägigen Fachpresse...


    Hallo Marco,
    obiger Satz kann nicht richtig sein und den solltest du doch auf Wahrheitsgehalt vor der Niederschrift prüfen. Dr. Liebig war als Gutachter in München bei einem Prozeß geladen, wo ein Imker wegen dem Verlust seiner Völker einen Przeß angestrengt hatte und dabei das Bienenwohl in Verdacht hatte.
    Dabei sprach Dr. Liebig den Satz, den mittlerweile jeder Imker kennen sollte:
    2 x Bienenwohl auf die Winterbienen ist einmal zuviel.[/b]

  • Irgenwo habe ich schonmal über Bienenwohl-Anwendung geschrieben. Ich finde es blos nicht mehr.


    Hand auf's Herz? ...Wieviele Milben sind pro Volk den Winter über gefallen? Wer hat wirklich durchgängig kontrolliert? Bei den Völkern, wo ich es gemacht habe, sind sehr unterschiedlich viele Milben gefallen, von etwa 0,1 Milben pro Tag bis 2 Milben pro Tag! (ich habe Ende Dezember Oxalsäure verdampft und den Milbenfall von Januar bis jetzt zusammen gerechnet).
    Es werden dieses Jahr sehr viel Milben in den Völkern sein ,weil der Anfang des Winters so warm war und die Völker lange gebrütet haben.


    Vor allem mein "alter Herr" (seit über 50 Jahren Imker) wendet Bienenwohl seit mehreren Jahren im Frühjahr an und zwar Blockbehandlung aller Völker: 4-5 mal, Dosierung so wie auf der Packung beschrieben. Er lässt seinen Honig auch untersuchen (Zertifikat für die Honig-Kundschaft ist ihm wichtig) und es gab noch nie Beanstandung, dass zu viel Oxalsäure im Honig wäre.


    Meine Anwendung von Bienenwohl ist sporadischer und erfolgt vor allem bei den Völkern, wo ich bereits im Frühjahr verkrüppelte Drohnen finde (und das kommt immer wieder mal vor!) und ich gehe etwas radikaler vor: Blockbehandlung 3-5 mal aber alle bienenbesetzen Waben im Brutraum mittels Zerstäuber einsprühen (die Wabenseite mit der Königin nicht) - also Überdosierung. Trotzdem kenne ich keine Völkerverluste durch Bienenwohl!


    Allerdings ist mir diese Jahr ein Volke an der Milbe eingegangen: aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen hat die Ameisensäure im Herbst nicht richtig auf die Milben gewirkt und im Januar gab es keinen Bienen mehr in diesem Volk. Die Winterbienen waren zu sehr geschädigt und nicht langlebig genug. Die Katastrophe habe ich schon im September kommen sehen (durch den hohen natürlichen Milbenabfall).

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"