Ganz frühen Honig ernten.

  • Liebe Imker,


    wie kann man ganz frühen Honig ernten?


    Ich höre bei uns von sommerlichen Gewichtszunahmen aus der Weide und sehe Märzenbecher- und Annemonenteppiche. Die Völker sind aber noch voller Winterfutter, das wohl auch nicht angerührt wird, weil Nektar von der Weide rein kommt. Wie also könnte man es lösen, mal den berühmten Schneeglöckchenhonig zu ernten? Oder wenigstens Weidenhonig?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    tolle Idee.
    Ich wäre für Eisblumenhonig, schon ab Dezember . :wink: 
    Aber es wird nur eine Illusion bleiben.
    Die Tracht aus der Weide wird von den Völkern sofort in Brut umgesetzt bzw. zum Heizen benötigt.
    Der Nektar hat gar keine Chance, so trocken zu werden, als dass man ihn als Honig bezeichnen könnte.
    Das Winterfutter ist für die Bienen dann erstmal Reserve, die sekundär angetastet wird; ist ja auch ganz klar, wer von uns geht an die Gefriertruhe gefrorene Erdbeeren auftauen, wenn es frische im Garten genug gibt.
    Andererseits kannst du ja einfach Weidenblütenhonig auf dein Glas schreiben, solange die "Stiftung Warentest" nicht dahinter kommt ...
     :wink:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    ja aber die kommen doch jetzt dahinter :roll: (war schon krass, der Test. In der gedruckten Zeitung steht noch mehr als online) Was meinst Du was das inzwischen, auch wegen ZDF gestern, für Wellen schlägt.


    Aber zurück zum Weidenhonig. Da muß man doch irgendwie rankommen. Meine Bienen können doch gerne auch ihr Winterfutter fressen. Das hab' ich denen schließlich spendiert und reichlich ist es auch. Ganz im Ernst, ich sitze mit meinen Bienen fast im Tal und um die vier Seen dort blüht im Frühjahr wirklich massenhaft und ausdauernd die Weide. Ich habe immer Futterwaben für die Ableger übrig. Aber ich komme nicht an den Weidenhonig. Klar, die Völker entwickeln sich ordentlich und die Kisten sind so voll, daß es eine Freude ist. Dennoch, die fressen den Weidennektar und mir bleibt der Sirup. Direkt an den Weidenrain schließt sich Wald, Obstwiese mit Kirschen und Feldbrache an. Hinterm Wald und oben am Hang ist Raps. Das ist doch wie im Bienenparadies (ist ja auch Naturschutzgebiet) und ich hab' nun auch noch Euodias gepflanzt. Da müsten die doch nicht unbedingt den Weidennektar wegfressen. Den könnten die mir doch irgendwie lassen. Nur ich komm da nich ran.


    Und wenn ich, gleich nach dem Erweitern oben plötzlich 'ne halbvolle angedeckelte Wabe hatte, war's auch bloß umgetragenes Winterfutter, zumindest geschmacklich. Oder schmeckt Weidenhonig wie Sirup? Oder hilft vielleicht Autosugestion beim Invertzuckerverzehr? (Jedenfalls nicht, wenn einen Warentest weckt)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry schrieb:

    Aber zurück zum Weidenhonig. Da muß man doch irgendwie rankommen.


    Hallo Henry,
    du bist aber auch ein Schelm, entdeckst rare Käfer und willst jetzt auch noch Weidenhonig ernten. :D Ich hatte im vorigem Jahr z. Teil ein paar volle Weidenhonigwaben, wäre aber nie auf den Gedanken gekommen diesen zu ernten. Michaels Beitrag war absolut Klasse, auch nicht bös gemeint uind trifft den Nagel auf den Kopf. Wie bringst du den Honig
    < 17 % Wassergehalt. Wenn du diese Frage geklärt hast, kannst du die Schleuder anwerfen!