Keine Waage - wann wird Notfütterung nötig?

  • Hallo zusammen,


    mal wieder eine Anfängerfrage: Wie stelle ich fest, ob meine Bienen kein Futter mehr haben und gefüttert werden müssen?
    Wir haben keine Waage, können also nur das Gewicht ungefähr durch Anheben ermitteln. Andererseits will ich auch das Volk nicht unnötig öffnen und dadurch das Volk unter Stress setzen oder auskühlen.
    Ist die Gefahr daß Völker verhungern jetzt, da die Weide blüht schon vorbei oder ist die Gefahr jetzt bei der starken Brut bei schlechtem Wetter besonders groß?


    Viele Grüße,


    Effendi

  • Hallo effendi,


    die meisten Völker verhungern im März oder April. In diesen Monaten ist der Futterverbrauch sehr hoch, und das besonders, wenn viel Brut vorhanden ist. Falls du Zweifel hast, bleibt dir nichts anderes übrig, als zu kontrollieren. Bei einer kurzen Kontrolle, du willst ja nicht das Brutnest auseinanderreißen, verkühlen die Bienen nicht! Eine gut verdeckelte Zanderwabe enthält ca. 2,5 kg Futter. Das reicht gerade für eine Woche bei einem starken Volk mit Brut im März.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Hallo effendi,


    ich denke (ihr anderen korrigiert mich) im Monat April verhungern die meisten Völker. Wenn der Imker kein zu großer Geizhals war Reicht das Futter eigentlich immer bis in den März. Die Weide und die anderen Blüten haben mit Pollen- und Nektar für einen deutlichen Bruteinschlag gesorgt und die Weisel legt auch noch weiter, wenn mal zwei Tage nichts reinkommt. Wenn also jetzt 14 Tage kein Flugwetter herrscht zehren Wärmeversorgung und Fütterung die Reserven auf. Wenn man's merkt ist es oft zu spät. Rettung versprechen dann warme Honigwasserduschen. (Ich mußte das glücklicherweise nie erleben)


    Wenn Du Deine Beuten anheben kannst, dann kannst Du sicher auch eine billige Waage drunterhängen. Meine besteht aus drei Teilen aus dem Baumarkt. Ein Feuerkratzer (Aschekratzer, also kein Haken sonder ein Blech vorne) einer Federwaage bis 25kg und einem Griff (ich hab' ein Stück Zaumzeug genommen mit Ring in der Mitte, ein durchbohrter Feilenheft mit Drahtschlaufe tuts sicher auch) Kosten insgesamt unter 10 Euro. Werkzeugbedarf: ein Hammer (und eventuell ein Bohrer).


    Mit dieser Waage hebt man beide Beutenseiten an, bis sich der Boden geradeso abhebt. Beide Werte addiert ergibt das Beutengewicht. Außerdem weis man dann welche Seite schwerer ist. Manche wiegen auch nur hinten die Mitte und nehmen mal 2. Ist zwar nicht so genau, muß aber auch nicht schlecht sein. (geht nur bei Kaltbau!)


    Ich würde Dir Wiegen auf alle Fälle empfehlen.


    Verschätzen ist einfach, für's Verwiegen muß man schon üben. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Merci, das hilft schon weiter...


    Allerdings habe ich eine deutlich differenziertere Meinung zum Thema Geiz des Imkers. Einer unserer Ableger wurde still ausgeräumt, diesen Ableger haben wir nur mit allen noch vorhandenen im Herbst entnommenen Futterwaben (kleine Reserve schadet nie...) durch den Winter bekommen. Inzwischen entwickelt sich der Ableger prächtig (...ist übrigens der "Dreiwaber" Ableger, den ich neulich erwähnt habe), leider sind aber auch die Futterwaben alle. Es kann also auch an der Nachbarschaft liegen, wenn ein Volk zu leicht in den Winter geht.


    Jetzt hoffe ich nur, daß keine Fütterung mehr nötig ist, da wir keine Futteraufsätze haben (ein Eimer mit Korken + Leerzarge tuts zum Einfüttern auch) und alle Futterwaben leer sind. Bleibt nur, auf das Wetter zu hoffen.


    Viele Grüße,
    Effendi