Drohnen- oder Drohnenschlupfvolk?

  • Liebe Züchter,


    ich möchte sehr gerne die Drohnen einiger meiner Völker fliegen aber nicht in den Völkern schlüpfen lassen. Ich würde für diese Drohnen aus einigen Baurahmen der Wirtschaftsvölker auch einen extra Ableger bilden und diesen auch regelmäßig behandeln. Sinn ist dabei nicht unbedingt die Milbenbekämpfung, sondern ich will, ohne der Milbe zu helfen, Drohnendruck erzeugen, um bessere Begattungsergebnisse zu haben.


    Hat jemand damit Erfahrung oder Ratschläge?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    so ganz kann ich dir nicht folgen. :-? Du willst also aus deinen Wirtschaftvölkern die Drohnenrahmen rausnehmen, sie zu einem Sammelbrutableger zusammenfassen? -->Und dann?
    Diese Männer -WG soll dann den Drohnendruck vergrößern?
    Henry, die Drohnen werden schlüpfen (wenn sie es denn tun) und dann schleunigst die Flucht ergreifen, sprich:beim nächstbesten Volk einziehen.
    "Denn janz ohne Weiber jeht die Schose nicht ..." :wink: war mal ein Gassenhauer, und so sehen es auch die Drohnen. Sie brauchen die Arbeiterinnen und die Königin, genau wie umgekehrt die Königin ihre Drohnen haben will.
    Lass sie also im Volk schlüpfen, und der Drohnendruck steigt von sich aus.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Henry!
    Belasse doch bitte die Drohnen in den Völkern!
    Die Drohnen sind Teil des BIEN!
    Wenn Du jetzt (!) die Milben kontrollierst, so kannst Du noch im Notfall behandeln. Haben die Völker entsprechenden Milbendruck, so wird das Volk Anfang Mai eingehen. Ein Drohnenschnitt ist insoweit also keine Lösung. Wenn man einen Stecher hat oder eben eine gewisse Milbenreduzierung wünscht, so macht der Drohnenschnitt einen Sinn.
    Bei starken Völkern mit ausreichend Drohnenbrut halte ich eine Reduzierung für unnötig. :-?


    Die Förderung von Drohnen kann man mittels Baurahmen bewirken, was den Effekt hat, dass auf den normalen Brutwaben wengier "Wildbau" erfolgt. Hier kann man den Rähmchenabstand mittels Abstandshalter (z.B. Ösenschraube) etwas größer einstellen, so dass die Drohnenzellen optimal Platz bekommen. Starke Völker machen schon mal 2 Dadanträhmchen voll. TIP: Ich verwende hier Halbrähmchen. Der Teil im Rähmchen bleibt dem Volk. Der unten angebaute Teil wird bei Bedarf ausgeschnitten. Als Verbesserung werde ich die Seitenträger noch bis unten durchziehen, damit die Bienen den unteren Teil nicht an die Wand bauen. Gibt sonst immer eine Sauerrei.
    Herzliche Grüße
    Klaus Bäuerlein, Abenberg :roll:

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Nee, Nee, Nee, Michael,


    ganz so war das nicht gemeint. Ich will natürlich keine reinen "Drohnenableger" bilden, sondern ein Volk oder einen Ableger (mit Königin und Bienen :wink: ) als Brutschrank für die Drohnenbrut mißbrauchen. So daß dort die Drohnen während einer AS-Lang- oder Bayvarol-Behandlung schlüpfen. Ob sie dann woandershin fliegen ist mir egal, ja sogar lieb. Hauptsache ich hab' die gewünschten Drohen und die unerwünschten Milben eben nicht.


    Die geschlüpften Drohnenwaben wären dann auch gleich larven- und puppenlos und könnten sofort wieder in die Wirtschaftsvölker. Ich müßte dann keine Puppen in den Sowasch geben usw.


    Die unerwünschten Drohnen werden nach wie vor entdeckelt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    ich begann schon zu grübeln, ob Du wohl den Flaschenöffner eingeweiht haben könntest. :wink: 
    aber ich bleibe dabei, auch wenn ich das Problem verstehe:
    Lass die Dröhneriche in ihren Völkern.
    Alternativ kannst Du ja mal mit dem Gedanken spielen, gar keine Drohnenbrut zu schneiden...

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Henry!
    Warum setzt Du Deine Völker nicht gleich zum Trachtbeginn auf neue Waben? Die Königin raussuchen und per Hand umsetzen. Standort alter Platz. Die Bienen abstoßen und einlaufen lassen. Die Flugbienen kommen von alleine.
    Die alten Waben einschmelzen - fertig.
    Die Bienen können dann einmal - ohne rückstandbildende Chemie (!) - behandelt werden. Fertig.
    100% Wabenneubau, schönes Brutnest und beste Entwicklung für Völker.
    Krankheiten wie der Faulbrut kann man auch begegnen - nicht nur der Milbe.
    Nachteil: Man muss auf einigen Honig verzichten.
    Herzliche Grüße
    Klaus Bäuerlein, Abenberg :wink:

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Moin Klaus,


    aber was hat das mit Drohnendruck und Drohnenbrut zu tun? Und was soll ich denn mit bruthaltigen Waben im Sonnenwachsschmelzer? Und warum soll ich denn meinen gesamten Wabenbau erneuern lassen, um Drohnen zu selktieren? Und warum soll ich gerade vor der Tracht, wo die Brutnester mir ja besonders wichtig sind, massenhaft zukünftige Bienen umbringen?
    Kann es sein, daß Du auf eine andere als die gestellte Frage geantwortet hast?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry!
    Ich meinte die Frage aus der Antwort vom 16.03.; 18.19 Uhr (Titel: Nee, ganz so....); unterzeichnet mfg. Henry Seifert. :-?


    Vielleicht habe ich die "Aktion" auch falsch verstanden. Ging es jetzt nicht um die Bekämpfung der Milben bei Erhaltung der Drohnen?
    Ich meine es gibt eigentlich in den Trachtmonaten keine Alternative zur Trennung der Brutwaben, weil ja eine Behandlung im Wirtschaftsvolk nicht möglich ist. Da stand doch was so von AS-Langzeitbehandlung und Bayvarol? :evil:


    Also Trennen und einschmelzen.
    Den Trester auf den Kompost (die Würmer und Vögel freun sich), das Wachs ins Wachslager.
    Du machst sozusagen einen "künstlichen Schwarm". Wenn man diesen zeitlich in einer Trachtlücke machen kann, so ist der Verlust nicht so hoch.


    :D 
    Du könntest auch nur das alte Volk wegstellen und nur die Königin umsetzen. Ggf. Flüssigfütterung (so 5 Ltr. 1:1 oder dünner). Die Flugbienen kommen dann ja zur Königin (~ neuer Kasten am bisherigen Volksstandplatz). Einen Teil (!) der Ammenbienen schüttelst Du aufs Flugloch. Das "Altvolk" (~ alter Wabenbau) wird versuchen nachzuschaffen (alles ausbrechen bis auf eine WZ). Nach dem Schlupf der ersten neuen Generation kannst mal behandeln. Erst nach einer Behandlung wieder einen weiteren Teil der Ammenbienen vor das Flugloch stoßen.


    Die Honigräume wurde 1:1 auf das neue Volk (~ nur Mittelwände) aufgesetzt, nachdem die Bienen die Mittelwände ausgeblasen haben (deshalb die Flüssigfütterung - wenn keine Tracht vorhanden). Das Aufsetzen erfolgt so mit 1-3 Tage Unterschied. Bei Volltracht wird keine Fütterung durchgeführt und es können die Honigaufsätze sofort aufgesetzt werden.


    Im alten Brutkasten läuft nun die Brut aus. Die Jungkönigin kann gekäfigt werden (Reserve). Letzte Behandlung und danach alle Bienen vor das Flugloch abstoßen (kehren macht man nicht).


    So nun aber in den Wachsschmelzer. Rähmchen desinfizieren, ebenso den Kasten und fertig.
    Bei Gelegenheit wieder herrichten (Mittelwände einlöten, etc.). Man kann so bei gleichzeitiger Aufzucht von Jungköniginnen (z.B. in Minikästen) im Sommer (~ Trachtende) die Völkerzahl verdoppel und die Belastungswerte der Behandlungen reduzieren.


    Henry - wenn Du jetzt die Ursprungsfrage nicht gestellt hast - bitte ich um Entschuldigung. Es ist ja nur ein praktischer und leicht realisierbarer Tip um die Belastungen in den Völkern zu reduzieren und gesunde Völker zu bekommen. Leute dabei könnt ihr 100% Wabenbau neu machen. Bitte, macht nun keine Wirtschaftlichkeitsberechnung (? Fachberater ?), denn dies wäre jetzt unwirtschaftslich.


    Herzlichen Gruß aus Franken
    Klaus Bäuerlein, Abenberg 8)

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Hallo Henry,


    Zitat

    Sinn ist dabei nicht unbedingt die Milbenbekämpfung, sondern ich will, ohne der Milbe zu helfen, Drohnendruck erzeugen, um bessere Begattungsergebnisse zu haben.



    Ich mache es mir dabei ziemlich einfach: die Baurahmen in das Brutnest des "Edel-Drohnen-Spenders" :wink: wenn Drohnenbrut (Eier oder Larven oder auch schon verdeckelt) darin vorhanden, dann hänge ich sie einfach in andere Völker und lasse sie dort weiterpflegen und schlüpfen.


    MfG
    Gerold

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Gerold!
    Habe wohl mehr dem "Henry" geantwortet. Sorry! :lol: 
    Gerold, wenn Du super Begattungsergebnisse wünscht, so empfehle ich Dir "in der Umstellungsphase" eine Belegstelle - auch Landbelegstelle eines Züchters - zu nutzen. Die Ergebnisse sind dann einfach besser.
    Nach ca. 4 JAHREN ist das Ausgangsmaterial für die Standbegattung gut selektiert - nach Deinen persönlichen Gesichtspunkten und der Möglichkeiten vor Ort.
    D.h. Du imkerst mit Deinen Bienen und Deiner Betriebsweise. Dabei findest Du immer Vöker, welche besser sind.
    Larvenmaterial nur von diesen Völkern und dann auf die Belegstelle.
    Dein Standdurchschnitt wird somit besser werden. :wink:


    Sind alle Völker auf einem qualitativ hohen Wert, so mußt Du die Drohnen nicht mehr jonglieren von einem Volk zu anderen und so.
    Übrigens müssen die Supervölker jetzt schon Drohnenbrut haben und zwar reichlich - sonst sind es halt auch keine Supervölker. Die Drohne benötigt ja 42 Tage bis zur optimalen Geschlechtsreife. Also jetzt Drohnenrahmen rein usw..
    Ist das Ausgangsmaterial zu schwach, so mußt Du in 2004 nochmals bei einem guten Züchter zukaufen und erst selber in 2005 mit der Basiszucht anfangen.
    Denn eines muß klar werden: Aus Schrott wird selten etwas "EDLES" - oder bist Du Künstler? 8)


    Schöne - sonnige Grüße aus Franken (20 Grad und die Bienen fliegen.)
    Klaus Bäuerlein, Abenberg :D


    NS: Mann kann natürlich auch erst im Juni / Juli züchten und benötigt dann erst entsprechende Drohnen. Dann sind aber auch Drohnen von jedem Ableger unterwegs, jeder Schwächling vermehr sich so, etc.. Deshalb ist die Umstellungsphase sinnvoll und dann sollte auch alle "eigenen Drohnen" fliegen dürfen.

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Hallo Gerold,


    schneidest Du bei den Drohnenbrutempfängern die eigene Drohnenbrut weg?


    Verwendest Du Drohnenrahmen mehrfach?


    Behandelst Du Drohnenempfänger gegen die Milben? (Oder hängst Du so früh um, daß Du fast keine Milben transportierst?)


    Wieviele Drohnenrahmen läßt Du schlüpfen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Zitat

    schneidest Du bei den Drohnenbrutempfängern die eigene Drohnenbrut weg?


    ja.

    Zitat

    Verwendest Du Drohnenrahmen mehrfach?


    in der Regel nicht. d.h. das volk von dem die Drohnen fliegen sollen, baut zwischen 5 und 15 Drohnenrähmchen pro Jahr aus.
    Ich brauche auch z.Z. viel eigenes Wachs, um das perizin-verseuchte Wachs austauschen zu können....deshalb müssen meine Völker viele Baurahmen ausbauen.

    Zitat

    Behandelst Du Drohnenempfänger gegen die Milben? (Oder hängst Du so früh um, daß Du fast keine Milben transportierst?)


    nein. Milben werden "natürlich" mit umgehangen. Ich behandle gegen Milben nach der letzten Schleuderung (meist zwischen dem 10 und 20. Juli) mit Ameisensäure.

    Zitat

    Wieviele Drohnenrahmen läßt Du schlüpfen?


    soviel, wie das "Spendervolk" ausbaut und bestiftet.... letztes Jahr hatte ich von einer Inselkönigin, die ausnehmend gute Eigenschaften zeigte (viel Honig, keine Schwarmzellen, wabenstet und nicht aggressiv), 16 Drohnenrahmen ausbauen und bestiften lassen. Die Aufzucht dieser Dohnenbrut erfolgte in 8 anderen Völkern.


    MfG
    Gerold

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"