Wabenerneuerung Dadant

  • Guten Morgen!
    Ich habe im letzten Jahr vier Dadant-Beuten mit Bienen übernommen; davon sind zur Zeit drei besetzt und eine ist leer. Ich möchte gern im Frühjahr den Wabenbau erneuern und bin mir unsicher darüber, wie ich es machen soll. Kann mir jemand Tips geben? Ich habe zwar einiges gelesen, kann es mir in natura aber so schlecht vorstellen.
    Schönen Dank!

  • Hallo, Petra,


    ich nehme an, es soll in den Beuten mit Naturbau weitergehen und der Wabenbau auf einmal komplett erneuert werden. Für den Fall, daß wir uns die nächsten Tage nicht sehen: Ich hatte diese Frage hier vor längerem einmal gestellt und dann nach einiger Zeit selbst die Antwort in dem Buckfast-Buch von Ries gefunden. Eine Kurzfassung steht unter diesem Link:


    http://www.imkerforum.de/viewtopic.php?t=1636


    Allerdings, wie Du ja weißt, gemacht habe ich's noch nie... Ich kann Dir das Buch gern leihen.


    Viele Grüße, Johannes

  • es gibt da viel Methoden. Ich mache jetzt zur Zeit folgendes:


    alle nicht besetzten Waben werden jetzt hinter das Schied gehängt! Auch die Futterwaben, die Beinen tragen jetzt wo es wärmer wird das Futter schnell um. Achtung das Flugloch klein machen, wegen der möglichen Räuberei! Dem Volk werden also nur noch die Waben belassen die es tatsächlich braucht. Und wenn es auch nur 3 Waben sind!
    Wenn du nun im Verlauf des Vorjahres alle starkbebrüteten Waben während der laufenden Kontrollen an den Außenbereich wandern läßt, hast du quasi die schwarzen Waben so gut wie weg! Es wird dann, im Laufe des Frühjahres, nur noch mit Mittelwänden erweitert! diese gebe ich als zweite Wabe von Rand! wenn sie bestiftet ist kommt sie in die Mitte! und so kommen die alten Waben wieder im laufe der Zeit an den Rand! diese Vorgehensweise erfordert Konsequentes Handeln beim Bearbeiten der Völker! dann klappt es auch!


    Gruß

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Toyotafan,


    kannst Du das etwas präzisieren:


    Zitat

    alle nicht besetzten Waben werden jetzt hinter das Schied gehängt! Auch die Futterwaben,


    Kann ich die unbesetzten leeren Waben nicht gleich entnehmen ?


    Zitat

    Dem Volk werden also nur noch die Waben belassen die es tatsächlich braucht. Und wenn es auch nur 3 Waben sind!


    Die Waben die bei der Durchsicht bebrütet und/oder besetzt sind ?


    Zitat

    Es wird dann, im Laufe des Frühjahres, nur noch mit Mittelwänden erweitert! diese gebe ich als zweite Wabe von Rand! wenn sie bestiftet ist kommt sie in die Mitte! und so kommen die alten Waben wieder im laufe der Zeit an den Rand!


    Dies bedeutet ein ständiges Einhängen von ausgebauten bestifteten MW direkt ins Brutnest. Sollte das Brutnest bei Buckis nicht "in Ruhe" gelassen werden ?


    Petra S. : Als Anfänger direkt auf Naturbau umzusteigen würde ich Dir nicht empfehlen, zumal ich auch Deine Trachtverhältnisse nicht kenne.
    Damit kann man auch schnell Schiffbruch erleiden (s. Johannes). Man kann erstmal "normal" mit MW den Wabenbau erneuern und dann ergänzend mit reinem Naturbau (wenn überhaupt gewünscht) weitermachen.


    Gruß
    Matthias

  • Vielen dank für die Antworten. Ich glaube, es ist tatsächlich so kompliziert wie ich befürchtet habe. Für die bienen stelle ich mir beide beschriebenen Methoden sehr belastend vor.
    Für Matthias: Ich habe im letzten Jahr Drei Schwärme ihre neue Behausung Im Naturwabenbau einrichten lassen und das hat wunderbar geklappt. Bei Johannes' Bienensterben sehe ich als letzten Grund wenn überhaupt! -seine Absicht, die Völker auf Naturwabenbau zu ziehen. Meines Erachtens waren da andere Gründe bedeutend ausschlaggebender und haben sich dann auch noch ineinander gefügt -will sagen es gab dafür nicht einen kausalen Grund, sondern eine Verkettung von Gründen. Aber das ist ja an anderer Stelle schon hinreichend diskutiert worden.
    Grüße von Petra

  • die Bauerneuerung ist bei Dadant wirklich nicht so easy! das ist einer der großen Schatten, die diese Kiste hat!


    aber wie hier schon oft gesagt: wo Licht ist, ist auch Schatten! oder eben umgekehrt!


    @ Matthias,


    1. klar kanste die Waben auch gleich weg machen! nach meiner Erfahrung ist halt immer noch etwas Futter dort verstreut! und das können die Bienen holen wenn´s noch mal kühler wird!


    2. klar belasse ich die bebrüteten Waben und nur soviel zusätzliche Waben wie eben das Volk braucht! es wird quasi horizontal zusammen gerückt! es ist oft so, daß von oben gesehen die Bienen sich wohl auf 7 oder mehr Wabengassen zu sehen sind! wenn man aber dann die gesammte Wabenfläche, welche die Bienen belegen in Bezug nimmt, kann es sein, daß dem Volk auch nur 5 Waben ausreichen würden!
    Ich kann das nicht gut beschreiben was ich damit ausdrücken will! jedenfalls wird vom Raumverhältnis her das Volk auf seine tatsächliche Größe zusammen gerückt!


    3. Brutneststörung: wenn Bruder Adam von diesem Thema sprach, meinte er z. B. eben nicht Mittelwände direckt ins Brutnest geben, oder Brut hoch hängen! und was es noch so an Unfug gibt!
    Eine Bestiftete Wabe (ex-Mittelwand) in die Mitte rücken ist zwar auch eine Stöhrung der Brutnestordnung, aber lange nicht so gravierend wie eben diese andern Methoden! das Brutnest bleibt ja bei dieser Maßnahme in sich Kompakt, und um das geht es schlußendlich!


    Grüße

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo zusammen,


    Petra S. : Wenn Du ja schon Erfahrung im Naturbau hast, steht dem ja nichts im Wege. War nur aus Deinem obigen Beitrag nicht zu ersehen.


    toyotafan (welchen fährts Du eigentlich HZJ o.ä. ?):
    Danke für Deine schnelle Hilfe ! Alle 3 Punkte abgehakt.


    Viele Grüße
    Matthias

  • Liebe Kollegen!?
    Nur wenn die Messlatte hoch genug liegt, kann man einen Kollegen informieren.
    Ich imkere mit Dadant und mit Zander, mit Buckfast und mit Canica.
    Kann man gerne anschauen kommen - bin kein Heiliger sondern Imker!


    Wenn man neu anfängt, dann sollte man System und Betriebsweise gesehen haben um eine gute Kaufentscheidung zu treffen.


    Wenn man Altes übernommen hat oder eben einmal hat, so muss man das Beste daraus machen.


    Die Bauerneuerung bei Dadant geht wesentlich einfacher als bei Zander.
    Auch ist die Brutnestanpassung überhaupt nur bei Dadant möglich.
    Jede Königin bekommt optimalen Platz.


    Leider kann man aber halt nur über etwas diskutieren, was man kennt.
    Was will ich also einem Zweizargenbrutraumimker erklären, was der Vorteil eines Einzargenbrutraumes ist, wenn wir im zweiten Satz dann über Ablegerbildung zur Schwarmverhinderung sprechen müssen!?
    Das ist ungefähr so wie wenn ein Autohersteller einen AIRBAG zum Selbstaufblasen einbaut. Wo ist der Vorteil?


    Es wäre die Aufgabe der Institute diesen Vorteil und die optimale Kombination aufzuzeigen, dies erfolgt also nicht. Insoweit kann auch ein Multiplikator nur von dem berichten, was er gesehen hat.
    Fordert dies bei den nächsten Gesprächen, Imkertagen, etc.. :P


    Deshalb kann ich es nur nochmals anbieten.
    Macht mal einen kurzen Besuch bei mir und schaut mir über die Schulter.
    Nachdem ich voraussichtlich in der laufenden Saison die Zanderimkerei einstellen (~ verkaufen) werde, bitte ich um baldige Kontaktaufnahme bei Bedarf.


    Herzliche Grüße
    Klaus Bäuerlein, Abenberg :wink:

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Lieber klaus Bäuerlein, ich glaube ich kann nicht folgen... Kannst du mir bitte erklären, warum die Wabenerneuerung bei Dadant einfacher ist als bei Zander? Hast du eine besondere Methode, die noch nicht vorgestellt wurde? Ich wohne leider zu weit weg, sonst würde ich dein Besuchs-Angebot sofort annehmen.
    Nochmals vielen Dank den Antwortenden.
    Schöne Grüße von Petra

  • ich fahre einen J4 Diesel Pickup, oder besser gesagt baue ich ihn grad um!
    Er bekommt eine andre Pritsche und einen Easy-Loader!


    Er ist das beste was ich je gefahren hab! nur noch der Unimog ist geländegängiger, aber für meine Gegend (viele Obstanlagen) zu hoch.


    Liebäugle gelegentlich schon mal mit einem HZJ, aber als gebrauchter Pickup z.Z. sehr schwer zu kriegen und auch nicht ganz billig die Dinger!
     
    Und die Form vom J4 gefällt mir so gut, daß ich mich schwer tuhe ihn einzutauschen! Ich bin wegen ihm zum Ultimativen Toyotafan geworden!


    Wenn er fertig ist, werde ich ein Foto von ihm zu meinen Ikon setzen!
    oder wie man dazu sagt :wink:


    Gruß

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Petra!
    Eigentlich ist es ganz einfach. :P 
    Start ist die Einfütterungsphase im Sommer (Juli/August).
    Grundlage: modif. Dadant, 12er Brutraum mit Sperrschied
    Mit der Wegnahme des letzten Honigraumes wird auch das Absperrgitter entfernt.
    Das Brutnest wird kontrolliert und ggf. an den Rand (~ 2 Rähmchen neben dem Sperrschied) eine Mittelwand gegeben.
    Nun den Fütterer aufsetzen und so mit ca. 6 Ltr. Zuckerwasser 1:1 füttern.
    Nach einigen Tagen kommst Du zur ersten Behandlung.
    Leeren Fütterer wegstellen, Kontrolle der Mittelwand.
    Ist alles okay, so haben die Bienen diese Mittelwand zu ca. 2/3 ausgezogen. Nur im oberen Teil ist noch Futter. Diese ausgezogene frische Wabe hängt man nun als vorletzte Randwabe in das Brutnest. :wink:


    An die alte Stelle (~ wieder vorletzte Stelle neben dem Sperrschied) kommt eine neue Mittelwand.


    Nun die Behandlung durchführen und den Fütterer aufsetzen.
    Wieder flüssig füttern 1:1!!!!!!!!! :o


    Je nach Volksstärke kann man schon mal den Fütterer voll machen bis Oberkante Entnahmestelle (~ 10 Ltr.).
    Bei der Blockbehandlung ist man ja so alle 3-5 Tage am Stand und wiederholt dieses Spielchen bis der Kasten voll ist. Wenn die Außentemperaturen kälter werden (Ab Mitte September) nehmen die Bienen das Zuckerwasser nicht mehr so ab. Die Futtermenge hat man ja schon runtergefahren und kann jetzt bei Bedarf ggf. die Konzentration erhöhen 1: 2 oder 1:3. Dann bauen aber die Bienen nicht mehr aus, sonden lagern nur noch. Ist also mehr so ab Mitte September sinnvoll.


    Auf diese Weise bekommt man im August schon mal 4-5 komplett neue Waben, welche zudem alle noch voll bestiftelt werden.
     :roll: Durch die Behandlung schlüpfen hier nur gesunde Jungbienen.


    Der große Vorteil der Dantbeute liegt darin, dass ich einen Ableger noch auf 7-8 Waben Größe bringe und ein gutes Volk den gesamten Kasten benötigt. Spitzenvölker (!) bekommen für die Einfütterung ggf. noch einen Halbaufsatz, damit die Bienen und der Vorrat Platz finden (Aufsatz wird so im Februar/März wieder weggenommen, die Waben eingeschmolzen!
    Übrigens wandern so im Spätsommer die alten Waben an den Rand.


    Bei der Frühjahrskontrolle werden die leeren und alten Waben entnommen und das Volk eingeengt. Ist man zeitig dran, so können Waben mit Restfutter hinter das Sperrschied gehängt werden. Die Bienen tragen den Rest dann um.


    :-? Hat man mal zuviel Waben gegeben, so hängt man eine Mittelwand hinter das Sperrschied. Dieser Raum zwischen Sperrschied und Kasten wird von den Bienen als Trommelraum, etc. gennutzt. Der Imker kann auch mal eine Mittelwand deponieren.


    Sobald die Bauphase beginnt werden Zug um Zug Baurahmen (für die Drohnen) oder Mittelwände gegeben. Je nach Königinleistung kann hier wie im Herbst erweitert werden.
    Wenn die Tracht einsetzt, so wird nicht (!!!!!) mehr erweitert.


    Um der Tracht einen Platz zu geben wird rechtzeitig aufgesetzt!!!!


    Hat man eine Trachtlücke (z.B. Regenperiode im Mai), so kann man nochmals in das Brutnest eine Mittelwand geben.
    Die Bienen ziehen die Zellen etwas aus und eine gute Königin, welche Platz benötigt legt sofort einige Eier ab. Setzt dann die Tracht ein, so werden die Bienen hier keine Tracht lagern, sondern mit dem Wabenausbau der Königin die Brutfläche überlassen.


    Dank dem Sperrschied wird der Brutraum flexibel größer oder kleiner.
    Eine optimale Anpassung an die Völksstärke, der Leistungsfähigkeit der Königin, etc. ist möglich.
    Eine Alternative für den STANDIMKER mit Bienenhaus ist die Trogbeute.


    Die Eingriffe in den BIEN sind harmonisch und sanft, nie gibt es eine Extremsituation (zu großer Platz, zu kleiner Platz, plötzlich nach dem Aufsetzen eines zweiten Brutraumes zu kalt im EG, etc.).


    Der Wabenbau wird in der Rotation ständig erneuert.


    Wichtig - und dies ist für jeden Imker Pflicht (!) - ist das Verständnis für diese Harmonie.
    Raumgabe / - wegnahme ohne den BIEN zu belasten.
    Bei der Völksdurchschau wird als erstes das Sperrschied zur Seite geschoben und so kann man ohne Quetschungen Wabe für Wabe durchschauen. Muss man alle Brutwaben anschauen, so kann man das Sperrschied rausnehmen und Wabe für Wabe von rechts nach link und umgekehrt verschieben. Ist man fertig, so kommt das Sperrschied an den "neuen" Rand; fertig?!


    Z.B. den MIST vom UMHÄNGEN und dergleichen gibt es nicht!!!!!
    Und wenn man den BIEN verstanden hat, so braucht es dies auch nicht.


    Als Zanderimker hat man da ganz andere Situationen! Man muss eine ganze Zarge wegnehmen oder zugeben. Dies ist immer ein Schock.
    Es bedeutet aber nicht, dass man damit nicht imkern kann oder es bedeutet auch nicht, dass man damit keinen Honig ernten kann.
    Andere Rähmchenmaße verhalten sich ähnlich. Man muß den Unterschied kennen und akzeptieren.


    Würdest Du mich heute bei einer Neuanschaffung nach der empfehlenswertesten Beute fragen, so würde ich aus Rücksicht auf den BIEN dem Wanderimker / Imker mit Freiaufstellung zur Dadantbeute nach RIES (käuflich z.B. bei Wagner und Weber) raten.


    Ich würde heute auch keine Ablgerkästen mehr kaufen und so weiteres Spielzeug!
    Mit dem Sperrschied kannst Du Ableger und Wirtschaftsvölker halten und hast keinen großen Lagerplatzbedarf, weil alles quatratisch zusammenpaßt.


    War dies so nachvollziehbar Petra?
    Herzliche Grüße
    Klaus Bäuerlein, Abenberg :D

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Hallo Klaus,
    ich habe da noch eine Frage zum besseren Verständnis:
    Welche Wabenstellung hast Du in Deinen Beuten?
    Der Einsatz eines Sperrschiedes, so wie ich es aus Deinen Bericht herausgelesen habe, bedingt doch Waben in Querbaustellung.
    Dieses genauer klarzustellen, wäre sicherlich für ein besseres Verständnis hilfreich.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Denke hier gehts um Kaltbau. :wink: In Bayern auch Querbau genannt. :D 
    Fairerweise muß man im Bezug auf den Brutnestvergleich DD oder Zander noch anmerken, daß bei DD das Brutnest mit dem Absperrgitter "breitgedrückt" werden muß. Hingegen entsprechen die 2 oder mehr Magazine bei Zander oder Flachzarge eher der natürlichen länglich ovalen Brutnestform.


    Gruß
    Matthias

  • Hallo zusammen,
    hat es keiner bemerkt? In Bayern ist ´mal wieder alles ganz anders :wink: .
    Im Übrigen Teil der Republik gilt Querbau=Warmbau, Längsbau=Kaltbau.
    Matthias : Wir lesen Deine Beiträge genau, sagen aber nichts dazu. Kleine Fehler verbuchen wir unter "menschliches" :lol: .
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.