Bienenumzug

  • Hallo zusammen,


    meine Bienen habe ich erst seit ein paar Monaten, sie stehen aber schon seit Jahren auf einem Streifen vom Grundstück eines "Großgarten-Besitzers". Dieser Streifen gehört aber in Wirklichkeit zum Nachbargrundstück (Firmengelände), ist jedoch seit Jahr und Tag durch Zaun und Bäume zu diesem hin abgetrennt. Dummerweise hat die Firma das Gelände (inkl. Streifen) verkauft und der neue Eigentümer hat mich unmissverständlich zum Räumen aufgefordert - und das möglichst schnell :cry::cry: wobei ich ein paar Wochen Schonfrist raushandeln konnte.


    Nach der Einleitung nun die Frage:
    Ist es sinnvoller, den Umzug jetzt sofort durchzuführen (Temperaturen derzeit nachts ca. 0 Grad, tags ca. 8 Grad), oder soll ich noch bis Mitte April warten (angenommene Temperaturen von ca. 5 / 15 Grad)?


    Wie sieht es dabei mit der Umstell-Entfernung aus? Das 2.Problem ist nämlich: der neue Stellplatz liegt nur ca. 1km von dem alten Standort entfernt?


    Über Eure Meinung würde ich mich sehr freuen!


    Viele Grüße
    Erich

  • Hallo Erich,


    ich würde sofort umziehen wo die Bienen noch auf der Traube
    sitzen. Kasten mit Luftgitter verschließen und natürlich vorsichtig transportieren, damit keine großen Erschütterungen auftreten.
    Kann nichts großes passieren.
    Viel Glück.


    Martin

  • Hallo Erich,


    genau wie Martin das sagt. Jetzt vorsichtig wegwandern ist besser als im April. Da sollte auch die Éntfernung keine so große Rolle spielen.


    Ich würde das vormittags veranstalten und das Flugloch einfach schließen. Verbrausen wird bei den Temperaturen wohl nichts. Und wenn sie sich am Zielort wieder beruhigt haben, damit sie nicht ausfliegen und verklammen, einfach Flugloch auf und fertig.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Erich!
    Ich würde warten bis Flugbetrieb möglich ist. Die Bienen sollten vor dem Transport nochmals einen Reinigungsflug machen können. Sitzen die Bienen zu lange ohne Flug auf den Waben kann die Kotblase zu stark gefüllt sein. Die Aufregung führt dann u.U. dazu, dass die Tiere abkoten müssen. :oops:
    Es gibt keinen schonenden Transport. Alleine das Aufladen ist eine Störung. Wenn der neue Platz zu nahe ist wäre es ratsam den Bienen für einige Wochen bei einem Kollegen (3-4 KM entfernt) ein Asyl zu gewähren und dann erst auf den neuen Platz zu wandern. Haben die Bienen eine leere Kotblase (weil Flugbetrieb), so wird Dir der Großteil der Flugbienen an den jetzigen Standort zurückfliegen. Im Frühjahr zählt aber jede Einzelbiene doppelt.
    Gruß
    Klaus Bäuerlein, Abenberg :lol:

    Herzliche Grüße aus Abenberg
    von Klaus Bäuerlein

  • Hallo zusammen,


    vorgestern habe ich nun die Bienen umgestellt (bzw. umstellen müssen). Nach den schönen Tagen in der Vorwoche geschah es bei Wind, Schauern und Temperaturen um 10Grad :-? Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass sie es gut überstanden haben.


    Hier noch einen Tipp, den ich von einem alten Imkermeister gehört habe und der damit Völker sogar in kleinste Entfernungen (10-20m) erfolgreich umstellt!
    Vor dem Flugloch bringt man eine "Konstruktion" an, die die Bienen hindert, den normalen "Flugplan" auszuführen, der da heißt: "Aus dem Flugloch raus, Vollgas und abheben!".
    Dazu kann es reichen, einfach 2 Holzleisten zu nehmen. Die erste stellt man hochkant so vor das Flugloch, dass sie mit einem Ende an der Beute steht, das andere weiter weg (d.h. es bildet sich ein Keil). Darauf legt man als "Dach" die zweite Leiste. Kommen nun Bienen aus dem Flugloch, können sie eben _nicht_ durchstarten, sondern müssen stattdessen in dem keilförmigen Gang zur neuen Öffnung an der Seite laufen. Das bewirkt, dass sie sich komplett neu einfliegen!


    [Noch besser soll es wohl funktionieren, wenn man solch einen 'Vorbau' bastelt, der das neue Flugloch zwar am Ende des Vorbaus, aber nach vorne statt zur Seite hat.]



    Ich habe es nicht ausprobieren müssen, soll aber absolut zuverlässig funktionieren. Vielleicht ist einer von Euch in der Situation, solch eine nahe Umstellung vornehmen zu müssen. Dann wäre ich (und die anderen hier) sehr an einer Rückmeldung interessiert.


    Viele Grüße
    Erich

  • Hallo Erich,


    ich glaube der Leistentrick funktioniert nicht. Wegen der Balkonbienenhaltung hatte ich mehrfach die Balkonbrüstungsunterführung ändern müssen und damit hat sich jeweils auch der Weg zum eigentlichen Flugloch geändert. Dennoch haben die Bienen stets erst eine Weile dort gesucht, wo das Flugloch zuletzt war, auch wenn sie jetzt durch einen Meter Elektrokanal in Zick-Zack-Form ausgeflogen waren.


    Es gibt auch noch eine weitere Ansicht, die gegen diesen einfachen Trick spricht. Auch Bienen merken sich den Weg und nicht das Ziel! Im Prinzip ist ihnen egal, was da am gemerkten Weg-Endpunkt steht. Ich bin mir auch recht sicher, daß Bienen, wenn sie den Weg (noch) kennen, auch das Ziel finden, egal ob sie beispielsweise oben oder hinten abgeflogen sind. Zurück führt sie der Weg zum altbekannten Flugloch.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Erich, hallo Allezusammen,


    letztes Jahr hatte ich auf meiner Imkerwissen-Suche im Netz auch die Seiten der FH Weihenstephan gefunden und dort die Monatsanweisungen gelesen. Dort hatte der leitende Imker auch beschrieben, wie die Völker nur wenige hundert Meter verstellt werden können (vom Bienenstand in den Obstgarten?), ohne daß die Bienen an den ursprünglichen Ort zurückkehren. Soviel ich noch weiß, war die Hauptsache, daß die Beuten nach Einstellung des Flugbetriebes am Abend über einen holprigen Schotterweg transportiert wurden. Auf diese Weise konnten die Beuten auch nur um wenige Meter verstellt werden.
    Probiert habe ich die Methode selbst noch nicht. Ich weiß auch nicht, wie stark die Kästen durchgeschüttelt werden dürfen, ohne daß es der Brut schadet, aber wenn ein Berufsimker die Methode beschreibt, die Zeit seines Berufslebens funktioniert hat, ist es sicher Wert, darüber nachzudenken.


    Viele Grüße,


    Effendi