APIGUARD- ein neues zugelassenes Milbenbekämpfungsmittel

  • Liebe Imker
    Wer hat schon Erfahrung mit den neuen zugelassenen APIGUARD. Es handelt sich um thymolhaltiges Gel. Die Gebrauchsanweisung klingt erfolgversprechend.

  • Hallo Peter,


    in der letzten Ausgabe der biene ist im Jahresbericht 2003 des Bieneninstitutes Kirchhain auch ein Erfahungsbericht "Apiguard zur Sommerbehandlung der Varroose im Vergleich zur Ameisensäure" zu lesen.


    Falls du "die biene" nicht vorliegen hast, kann ich dir gerne einen Auszug machen, da der Jahresbericht noch nicht auf deren Seiten im Netz veröffentlicht ist.


    http://www.hdlgn.de/cms/landwirtschaft/2078.php

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • drohne2000 schrieb:

    Hallo Peter,


    in der letzten Ausgabe der biene ist im Jahresbericht 2003 des Bieneninstitutes Kirchhain auch ein Erfahungsbericht "Apiguard zur Sommerbehandlung der Varroose im Vergleich zur Ameisensäure" zu lesen.


    Hallo Miteinander,
    erschreckend dass bei der AS Behandlung 28 % der Völker bei der AS Behandlung weisellos wurden und das bei einem Bieneninstitut.
    Das sollte uns zu Denken geben!

  • Hallo Xaver,


    es lag ja an der Hitze..... :wink: 
    Was mich beunruhigt ist: die Langzeitschäden an den Wintterbienen und Königinen die die AS Prozedur Überlebt haben... :evil:


    Dante

  • Ist ein direkter Vergleich in der Form wie die Institute ihn durchgeführt haben überhaupt möglich?


    Ich weiß nicht mehr wo ich es gelesen habe, aber angeblich wirkt Thymol doch so, dass es zu einem Brutrückgang bei den Milben führt. Was sich nach einigen Wochen durch weniger Milben im Volk erkennen läßt. Ameisensäure dagegen tötet direkt die Milben. Oder verwechsel ich da was?

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Gibt es schon Erfahrungen, ob man Thymol mit AS "gleichzeitig" anwenden kann, um die schädlichen Nebenwirkungen beider Mittel zu begrenzen und vielleicht sogar den positiven Effekt zu verstärken?

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
    ----------------------------------
    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • hallo imkerfreunde,
    grundsätzlich sollte man bei der verwendung von thymol beachten die natürliche form zu verwenden!
    es gibt auch synthetisches thymol welches meines wissens über 70%erdölanteil hat. sollte es einen wundern, wenn man das zeug im honig wiederfindet?
    Die wirkungsweise des thymol besteht darin, die milben zu desorientieren wodurch sie nicht mehr in der lage sind sich gegenseitig zu finden um sich zu vermehren. zu dem wir ihnen "schwindelig" und sie fallen ab, werden aber nicht getötet (es sei denn sie brechen sich beim sturz das genick :wink: ).
    mir hat ein imker (>100 Völker) gezeigt, dass die bienen mit milben im genick auf die thymolrähmchen gehen und warten bis die milbe abgefallen ist um anschließend zu ihrer arbeit zurückzukehren.
    bienen sind eben nicht dumm!
    imkerliche grüße aus sh
    (schei..., es regnet)

  • Hallo, Peter,


    grundsätzlich hast Du recht, was die Desorientierung der Milben angeht; allerdings geht es dabei darum, daß die Milben keine verdecklungsreife Zellen mehr finden.
    Zur Vermehrung finden brauchen sie sich nicht, da die Mädels ja alle schon "schwanger" aus den Zellen herauskommen.


    Zur Erinnerung: schwangere Milbe geht in Zelle, läßt sich mit-verdeckeln, kriegt als ersten Nachwuchs ein Männchen, danach nur noch Mädels, die alle bereits in der Zelle von ihrem Bruder begattet werden, der danach stirbt; Biene schlüpft und die nächste Generation schwangerer Milben ist bereit für ihren Einsatz... :x


    Solange mir niemand schlüssig erklären kann, was mit den zwar abgefallenen, aber nicht getöteten Milben passiert, stehe ich diesen Mitteln sehr kritisch gegenüber.
    Und ich habe ein Problem mit dem Geruch...
    Meiner Kundschaft erzähle ich immer, der Honig sei nicht in der Nähe stark
    riechender Dinge aufzubewahren... und Ihr?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,
    die abgefallenen Varroamilben werden sich wohl auf ihre Stummelbeinchen
    machen, und sich eine Biene suchen, die dann so "nett" ist, diese mit in den Brutbereich zu tragen. :lol: 
    Aber jetzt im Ernst, warum hat noch keiner eine Duftfalle erfunden,
    die ähnlich funktionieret wie eine Borkenkäferfalle?
    Die Varroen würden dann, verwirrt durch Lockstoffe, in diese hineinkrabbeln; und wir hätten dann nichts "besseres" zu tun, als bei unseren regelmäßigen Nachschauen diese zu entleeren.
    Vorstellen könnte ich mir diese Fallen als eine Art Wabentache mit wabenzellenförmigen Öffnungen, in die dann die Varroen krabbeln und dann ins Innere dieser Wabentasche fallen, wo sie z.B. auf einer eingefetteten Innenfläche kleben bleiben. Dann nur noch regelmäßig die ganzen Wabentaschen oder den "fängigen Teil" austauschen. Damit könnte man denn einen Großteil der Milben während der Vermehrungsphase im Sommer erwischen, und nicht erst, wenn sich die Population schon auf dem Höchststand befindet.
    Vielleicht greift einer diese Idee ja auf...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Nun ja, ich bin alles andere als ein Experte, was die Vermehrung der Varroa betrifft, aber das Problem scheint mir folgendes zu sein:
    Die paarungsbereiten Borkenkäfer werden durch Feromone (Duftstoffe) auf der Suche nach potentiellen Partnern angelockt. Sie meinen einen gefunden zu haben, krabbeln in die Falle ... und schon ist es um sie geschehen.
    Die Varroa schlüpft und paart sich in der verdeckelten Zelle, kommt raus, krabbelt in die nächste Zellen, die wird verdeckelt und das Spiel beginnt von vorn. Soweit ich das sehe, weiß man noch nicht, nach welchen Kriterien sich die Varroa ihre Zelle aussucht. Wir wissen, dass Drohnenbrut bevorzugt wird. Warum das so ist und was sie dazu bewegt, wissen wir aber nicht.
    Da gibt es wohl noch eine Menge zu forschen. Dazu ist aber viel Geld notwendig; vielleicht mit ein Grund, warum bisher nicht mehr in diese Richtung geschehen ist.
    Und sobald der Mechanismus mal erkannt ist und wir den Dreh heraus haben, wären viele Mittel mit einem Schlag überflüssig. Den Rest kann sich jeder selber denken - wenn er will.


    lg, Stefan V.

  • Eine Sache ist noch gar nicht diskutiert worden: Jedes Lebewesen hat seine Krankheit bzw. seinen -erreger.


    Am Rhein um Speyer herum wird z.B. jedes Jahr großflächig ein Bakterium ausgebracht, um der Stechmückenplage Herr zu werden. Dieses Bakterium befällt ausschließlich die Mückenlarve und ist für alle anderen Tiere völlig unschädlich. Auch den Freßfeinden der Mückenlarven geschieht nichts! Ein gutes Beispiel einer biologischen Methode.


    Die Forscher sollten auch einmal die Varroamilbe auf ihre Krankheiten hin untersuchen. Vielleicht ergeben sich daraus neue Möglichkeiten.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Das Mittel wurde bereits bei einigen Imkern im Ruhrgebiet im letzten Winter verwendet und alle waren durch die Bank mit ihren ausgewinterten Völkern sehr zufrieden. Einige Imker in unserem Verein hatten bereits ihre ersten Schwärme wie ich Heute in der Imkerversammlung hörte. Der Vorteil dieses Mittels liegt in der Anwendung das ganze Jahr hindurch solange die Temperatur über 15°C liegt. Zweizargige Völker werden mit einer Apiguard-schale auf den obersten Rähmchen bestückt. Das Gel-Thymol-gemisch verdunstet innerhalb von 14 Tagen. Da ein Brutzyklus 21Tage beträgt soll nach 14 Tagen eine weitere Schale zur Verdunstung gebracht werden. Mit Beziehung liegt der Preis für die Behandlung von 5 Völkern =eine Verpackungseinheit bei 27,50 Euro d.h. 5,50Euro Pro Volk. Ob z.Z in Polen mit Beziehungen dieses Produkt noch preiswerter bezogen werden kann bis Polen zur EG gehört scheint mir möglich, weil wir das Produkt mit polnischen Beipackzettel erhielten.
    Ich frage mich bei einem solchen Preis ob nicht das reine kristaline Thymol im Einsatz nicht preiswerter wäre als Apiguard.
    Alle die vor aromatisch organischen Substanzen keine Angst haben ist dieses Mittel von der praktischen Anwendung sehr willkommen gewesen. Jeder der seinen Honig selber essen will sollte besser Drohnenwaben schneiden und bei der Ameisensäure- und Oxalsäuremethode bleiben.
    Gottes Segen
    Helmuth

  • Hallo Helmuth,
    du schreibst


    Alle die vor aromatisch organischen Substanzen keine Angst haben ist dieses Mittel von der praktischen Anwendung sehr willkommen gewesen. Jeder der seinen Honig selber essen will sollte besser Drohnenwaben schneiden und bei der Ameisensäure- und Oxalsäuremethode bleiben


    Ich habe vor 4 Jahren mit kristallinem Thymol experimentiert.
    Den Sch...Geruch habe ich heute noch in der Nase. :evil: 
    Wenn ich daran denke, dass Imkerkollegen dieses Zeugs über Winter in den Völkern belassen, wird mir übel.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Leute,


    beide haben vier Räder die bis zum Boden reichen, ein Lenkrad, Bremsen, Motor und meistens drei Pedale zum Treten. Das waren aber auch schon die Gemeinsamkeiten zwischen Fiat Panda und Mercedes S-Klasse!


    Genausoviel hat kristallines Thymol mit Apiguard gemeinsam! Ersteres ist eine Erfahrung zum Abgewöhnen. Zweiteres eine echt brauchbare Applikationsform von Thymol. Wens interessiert, dem schicke ich nach dem Schleudern eine Probe meines Blütenhonigs. Dann kann er/sie probieren. Ich bin überzeugt, man schmeckt nix, denn riechen tuts auch nicht, in keinster Weise (ausser bei der Anwendung natürlich).


    Meine Erfahrungen mit Apiguard verliefen im ersten Jahr sehr positiv. Die anderen Anwendungsformen waren wohl noch nicht ausgereift. ApiLifeVar stinkt tatsächlich schon bei der Anwendung sehr stark und das Knobelspies-Rähmchen oder Frakno ist mir unsympathisch. Wenn ein Behandlungsmittel das ganze Jahr über im Volke verweilen muss, läuft irgendwas falsch. Teuer ist das Apiguard allerdings schon! Aber andererseits ists halt schonend und wirksam.

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space